Krankengeschichte: Der Urologe wird Sie fragen, ob Sie zuvor schon mal einen Nierenstein hatten, ob auch andere Familienmitglieder betroffen sind, wie Sie sich ernähren, wie viel Sie am Tag trinken und welche Medikamente Sie einnehmen.
Bei einer Urinuntersuchung stellt sich oft heraus, dass sich Blut im Harn befindet, weil der Stein die Schleimhaut des Harnleiters gereizt hat. Diese Blutbeimengung ist meist nur im Mikroskop oder im Urinteststreifen erkennbar (Mikrohämaturie). Eine erhöhte Konzentration von weißen Blutkörperchen im Urin kann auf eine bakterielle Infektion des Harns hinweisen. Bilden sich immer wieder Steine, untersucht der Arzt eventuell den gesammelten Urin von 24 Stunden im Labor. So lässt sich feststellen, wie hoch die Konzentration der Hemmstoffe und der Substanzen ist, die Nierensteine bilden können.
Blutuntersuchung: Der Arzt nimmt Ihnen etwas Blut ab, das dann im Labor auf den Gehalt an Kalzium, Phosphat, Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure überprüft wird. Bei einer Infektion wird das Blut zusätzlich auf die Anzahl der Leukozyten und die Konzentration des C-reaktiven Proteins (CRP) untersucht. Diese Analysen lassen auch Rückschlüsse darauf zu, wie gut die Nieren funktionieren, ob eine Infektion oder Stoffwechselerkrankung vorliegt.
Ultraschalluntersuchung: Mit Hilfe einer Sonografie kann der Urologe Nierensteine ab einer Größe von etwa zwei Millimetern erkennen und die Dicke des Nierengewebes messen, um die Funktion der Nieren besser beurteilen zu können. Zudem kann der Arzt feststellen, ob eine Harnstauung mit Harnabflussstörung vorliegt. Auch die Größe, Form und Lage der Nieren lässt sich so beurteilen.
Röntgenuntersuchung: Anzahl, Größe und Lage von Nierensteinen lässt sich bei einer Röntgenuntersuchung des Harnsystems feststellen. Um die Steine in den Organen sichtbar zu machen und einen möglichen Harnverschluss erkennen zu können, spritzt der Arzt dem Patienten ein Kontrastmittel in die Vene, das sich im Nierenbecken sammelt und von dort aus durch die beiden Harnleiter in Richtung Blase fließt. Harnsäure- und Xanthinsteine sind auf der Röntgenleeraufnahme nicht erkennbar, weil sie keinen Kalkanteil haben. Nach Gabe des Kontrastmittels wird ihr Vorhandensein durch eine Aussparung des Kontrastmittels auf der Röntgenaufnahme deutlich. Diese Röntgentechnik darf nicht bei Menschen angewandt werden, die gegen das Kontrastmittel allergisch sind. Bei einer akuten Nierenkolik kommt das Röntgen auch nicht in Frage.
Die Computer-Tomografie stellt ein sehr modernes und schnelles Diagnoseverfahren bei der Harnsteinbildung dar. Bei Hinweisen auf einen Nierenstein genügt in der Regel eine so genannte Native-Computer-Tomographie, die ohne Kontrastmittelgabe auskommt.
Analyse der Nierensteine: Um eine gezielte Behandlung und Vorbeugung zu ermöglichen, ist es wichtig, die Steine im Labor auf ihre Bestandteile untersuchen zu lassen. Wenn die Nierensteine noch klein sind, können Sie versuchen, sie beim Wasserlassen mit Hilfe eines Siebs aufzufangen. Sollte der Arzt Sie bereits wegen einer Nierenkolik behandelt haben, wird er den Stein oder Teile davon ins Labor schicken. Nierensteine können aus folgenden Substanzen bestehen – es gibt aber auch Mischformen:
Risikopatienten: Etwa jeder vierte Patient hat ein sehr hohes Risiko, immer wieder Harnsteine zu bekommen. Bei dieser Gruppe ist eine ausführliche Stoffwechseluntersuchung und die genaue Analyse der Steine besonders wichtig. Mehr dazu im Kapitel Vorbeugung.
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13.09.2005, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/RYF
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