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Nierenentzündung (Interstitielle Nephritis, Glomerulonephritis)
Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Nierenentzündung. Bei einer sekundären Glomerulonephritis muss die Grunderkrankung behandelt werden


Tabletten: Bei manchen Nierenentzündungen helfen Kortison oder Immunsuppressiva

Eine Nierenentzündung wird je nach Ursache und den auftretenden Beschwerden behandelt. Bei einer sekundären Glomerulonephritis steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Körperliche Anstrengungen sollten während der gesamten Behandlung vermieden werden. Um die Therapie zu unterstützen, empfiehlt es sich, die Ernährung auf eiweißarme Speisen umzustellen und Kochsalz sowie Fett zu reduzieren. Gleichzeitig ist es ratsam, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten dazu mit dem  Arzt absprechen, ob sie bedenkenlos trinken können soviel sie wollen oder ob sie ihre Flüssigkeitszufuhr kontrollieren müssen.

 

Eine strenge Senkung des Blutdruckes auf Werte unter 130 / 80 mmHg beziehungsweise unter 125 / 75 mmHg bei Nachweis von mehr als einem Gramm Eiweiss im Urin pro Tag wird empfohlen. Sind Medikamente nötig, um den Blutdruck in den entsprechenden Bereich zu bringen, so gelten sogenannte ACE-Hemmer oder Angiotensinrezeptorblocker als besonders geeignet.

Befinden sich im Urin nur geringe Mengen an Blut und Eiweiß, muss eine Nierenentzündung nicht unbedingt mit Medikamenten behandelt werden. Es sollten aber auf jeden Fall regelmäßig die Blut- und Urinwerte kontrolliert werden.


Bei manchen Formen der Nierenentzündung ist eine Therapie mit Glukokortikoiden oder Immunsuppressiva sinnvoll. Diese Wirkstoffe unterdrücken zum einen die Entzündungsreaktion, zum anderen hemmen sie das Abwehrsystem des Körpers. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel eine Nierenentzündung, die aufgrund einer Reaktion des Immunsystems gegen den eigenen Körper (Autoimmunreaktion) entstanden ist, behandeln. Wegen der Nebenwirkungen dieser Medikamente ist es aber unerlässlich, die genaue Form der Glomerulonephritis und den möglichen Behandlungserfolg vor dem Therapiebeginn durch eine Biopsie festzustellen.

Ist die Nierenentzündung nicht mehr heilbar, kann mit einer gezielten Therapie das Voranschreiten der Nierenschädigung eventuell noch verlangsamt werden. Häufig muss im fortgeschrittenen Stadium der chronischen Nierenentzündung das Blut durch eine Dialyse, das heißt künstlich außerhalb des Körpers, gereinigt werden. In schweren Fällen ist eine Nierentransplantation, bei der die kranke Niere durch eine gesunde Spenderniere ersetzt wird, notwendig.

Die Heilungschancen bei einer akuten Nierenentzündung sind, wenn sie frühzeitig entdeckt und behandelt wird, in vielen Fällen gut. Auch nach einer Ausheilung ist jedoch die regelmäßige Kontrolle der Urinwerte wichtig, da sich selbst nach mehreren Jahren ohne Beschwerden noch ein Bluthochdruck oder Nierenversagen entwickeln kann.



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Weitere Informationen auf externen Seiten

www.apotheken-umschau.de; 18.09.2007, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Dynamic Graphics

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