Bei einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) handelt es sich um eine Infektion des Nierenbeckens. Die Erkrankung kann akut oder chronisch verlaufen
Harnwege: Von der Niere bis in die Harnröhre – der Weg des Urins (um die Grafik ganz zu sehen, bitte auf die Lupe klicken!)
Eine akute Nierenbeckenentzündung (akute Pyelonephritis) entwickelt sich meistens aus einer aufsteigenden Harnwegs-Infektion. Bei einer Blasen- oder Harnröhrenentzündung können die Keime über einen oder beide Harnleiter von der Blase aufwärts ins Nierenbecken wandern. Dort können sie zu einer ein- oder beidseitigen Entzündung des Nierenbeckens führen. Zum größten Teil sind Bakterien die Ursache einer Nierenbeckenentzündung.
Eine Pyelonephritis entsteht oft plötzlich. Vorwiegend Frauen sind von dem Krankheitsbild betroffen. Es gibt eine Reihe Risikofaktoren für die Erkrankung. Dazu gehören unter anderem Schwangerschaft, hohes Alter, Abnahme der Hormonproduktion in und nach den Wechseljahren, Nieren- und Blasensteine, Harnstau oder Harnabflussbehinderungen (zum Beispiel angeboren oder durch eine vergrößerte Vorsteherdrüse (Prostata) bedingt), Stoffwechselstörungen (wie Diabetes mellitus und Gicht), Entzündung der Prostata (Prostatitis) beim Geschlechtspartner, ein Dauerkatheter oder eine generell geschwächte Immunabwehr.
Fieber, Schüttelfrost und Probleme wie Brennen beim Wasserlassen sind typische Symptome einer Nierenbeckenentzündung. Bei der ärztlichen Untersuchung schmerzt die Flanke beim Beklopfen (Flanken-Klopfschmerz). Mittels Blut-, Urin- und Ultraschall-Untersuchungen kann die Diagnose gesichert werden. Die Behandlung einer bakteriellen Nierenbeckenentzündung erfolgt mit Antibiotika. Neben der antibiotischen Therapie ist eine körperliche Schonung dringend notwendig. Eine eventuelle Abflussbehinderung sollte ermittelt und – wenn möglich – beseitigt werden.
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