Nach einer Muskelverletzung sind möglichst rasch die folgenden Erstmaßnahmen empfehlenswert:
• P = Pause. Die betroffene Partie schonen
• E = Eis: Kühlen (Achtung: Eis nicht direkt auf die Haut legen, sonst drohen Erfrierungen)
• C = Compression: Elastischen Druckverband anlegen
• H = Hochlagern
Leicht merken kann man sich diese vier Maßnahmen als sogenannte PECH-Regel.
Um abzuklären, welche Form der Muskelverletzung vorliegt, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann die genaue Diagnose stellen und – falls es im Einzelfall sinnvoll ist – physiotherapeutische Anwendungen, Massagen, Elektrotherapie oder entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac verordnen. Solche Wirkstoffe werden manchmal auch in die betroffene Stelle gespritzt (Infiltration).
Der Arzt kann außerdem eine Empfehlung geben, wie lange der Muskel nach dem Unfall geschont werden sollte und wann er wieder in vollem Umfang belastbar ist. Das hängt vom Ort und von der Schwere der Muskelverletzung sowie vom Alter des Patienten ab. Bei einem Muskelfaserriss sollte die betroffene Partie im Schnitt etwa ein bis zwei Tage geschont werden, bei einer Muskelzerrung tendenziell eher weniger lang.
Bis sich der Muskel allerdings wieder so weit erholt hat, dass er voll belastet werden kann, vergeht deutlich mehr Zeit: Bei einer Muskelzerrung sind es meist vier bis sechs Tage. Bis zur vollen sportlichen Belastbarkeit des Muskels nach einer Zerrung kann es jedoch auch zwei Wochen oder länger dauern. Bei einem Muskelfaserriss können drei Wochen bis mehrere Monate vergehen, bis der Muskel komplett wiederhergestellt ist. Nach Rissen bleiben aber immer kleinste Narben zurück. Dadurch erhöht sich das Risiko für erneute Risse in der Narbenumgebung der alten Stelle.
Bei einem Muskel(bündel-)riss kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden. Dabei wird der entstandene Bluterguss entfernt, um zu verhindern, dass sich dort Kalk einlagert, der die Muskelfunktion stört. Sind viele Muskelfasern durchtrennt, werden diese im Rahmen einer Operation genäht, um die Heilung zu beschleunigen beziehungsweise zu erreichen.
Für Sportler gibt es Möglichkeiten, das Risiko für Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse zu reduzieren:
• Kein Kaltstart: Vor dem Sport das Aufwärmen nicht vergessen!
• Training überprüfen: Es kann hilfreich sein, die Sportschuhe, die Körperstatik und die eigenen Bewegungsabläufe auf einseitige Belastungen hin zu kontrollieren – zum Beispiel unter Anleitung eines erfahrenden Trainers. Ungünstige Übungen sollten durch andere Übungsformen ersetzt werden.
• Überlastungen vermeiden: Zu große muskuläre Belastungen begünstigen die Entstehung von Muskelverletzungen. Eventuell können besonders gefährdete Stellen gezielt durch Tapeverbände oder Bandagen unterstützt werden.
Für alle Muskelverletzungen wie Muskelzerrungen und Muskelfaserrisse gilt: Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers und laufen Sie niemals über den Schmerz hinweg! Wer eine Muskelverletzung ignoriert und die verletzte Muskulatur weiterbelastet, erreicht damit in der Regel nur eine wesentlich längere Verletzungsdauer und -schwere.
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13.09.2005, aktualisiert am 27.06.2010
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber
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