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Mundgeruch: Therapie und Selbsthilfe

Für frischen Atem können Sie selbst einiges tun. Gut gepflegte Zähne und eine sorgfältige Mundhygiene sind das A und O. Damit unterstützen Sie auch die Behandlung von krankheitsbedingtem Mundgeruch


Unbeschwert lachen: Mit Zahnseide erwischen Sie übelriechende Speisereste und Bakterien auch in den Zwischenräumen

Zu welchem Arzt?

Zahnprobleme sind eine häufige Ursache für Mundgeruch. Hier ist der Zahnarzt zuständig. Ansonsten ist der erste Ansprechpartner Ihr Hausarzt.

Erkrankungen im Mund-Nasen-Rachenraum behandelt nach dem Hausarzt in der Regel der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Sind die Bronchien oder die Lunge betroffen, zieht der Hausarzt gegebenenfalls einen Internist beziehungsweise einen Lungenfacharzt hinzu, bei Erkrankungen des Verdauungsapparates einen Internisten, der auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert ist (Gastroenterologe).

Die Betreuung von Menschen, die an Diabetes, einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden übernehmen jeweils spezialisierte Internisten. Das können ein Diabetologe, ein Nephrologe oder ein Gastroenterologe und Hepatologe sein.


Wenn Sie ständig besorgt sind, schlecht aus dem Mund zu riechen, aber weder Zahnarzt noch Hausarzt oder Facharzt dies bestätigen können, leiden Sie wahrscheinlich unter einer Halitophobie. Psychotherapeutische Gespräche und Verhaltenstherapien können Ihnen helfen, Ihre Körpergerüche realistisch einzuschätzen.

Liegt dem schlechten Atem eine bestimmte Erkrankung zugrunde, bringt eine gezielte Therapie Besserung (mehr dazu in den jeweiligen Kapiteln dieses Beitrags und in den weiterführenden Links). Unerlässlich bleibt aber auch dann eine gründliche Mundhygiene. Sie mildert krankhaften Mundgeruch und verhindert, dass Bakterien und Keime im Mundraum zusätzliche Gerüche verursachen.

Das gehört zu einer guten Mundhygiene:

  • Putzen Sie die Zähne morgens und abends jeweils zwei (mit einer elektrischen Zahnbürste) bis drei Minuten (mit einer normalen Zahnbürste). In der Regel sind weiche und mittlere Bürsten am besten geeignet. Wer zu hart schrubbt und zu heftig aufdrückt, verletzt womöglich den Zahnschmelz.
  • Wechseln Sie die Zahnbürsten, sobald Borsten abstehen oder diese dauerhaft verfärbt sind. Auf jeden Fall aber alle drei Monate.
  • Eine Zahnpasta mit Fluorid stärkt den Zahnschmelz. Welche weiteren Zusätze für Sie von Vorteil sein können, sprechen Sie am besten mit Ihrem Zahnarzt oder Ihrem Zahnhygieniker ab. Sicher ist aber, dass das Putzen mit Zahnpasta den Atem länger frisch hält.
  • Die Zahnzwischenräume nicht vergessen. Reinigen Sie täglich die schwer zugänglichen Zahnseiten mit einer Interdentalbürste oder mit Zahnseide. Viele haben zusätzlich gute Erfahrungen mit Zahnduschen gemacht.
  • Zungenreinigung: Mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Zungenbürsten beziehungsweise Zungenschabern entfernen Sie Nahrungsreste und Bakterien, die häufig zu Mundgeruch führen, besonders wenn sie im hinteren Zungenbereich siedeln.
  • Wenn Sie säurehaltige Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte oder entsprechende Getränke zu sich genommen haben, warten Sie etwa eine halbe Stunde, bevor Sie sich die Zähne putzen. Sonst kann die Säure durch das Bürsten verstärkt den Zahnschmelz angreifen.
  • Zahnspangen, Zahnprothesen oder Implantate mindestens einmal täglich nach Vorschrift oder Anweisungen des Arztes säubern. Normale Zahnpasta und Zahnbürste eignen sich nicht zur Reinigung. Mit Wasser, passender Seife, Reinigungscreme oder -tabletten geht es gründlicher und schonender.
  • Mundspülungen helfen vor allem, wenn Sie eine Entzündung im Mund haben. Einige haben Wirkstoffe gegen Bakterien (Chlorhexedin, Cetylpyridiniumchlorid und andere) und solche, die zusätzlich Geruchsstoffe binden (Zinklaktat, Chlorophyll). Zahnärzte raten jedoch davon ab, die Spülungen dauerhaft anzuwenden, da sie die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und dann eher schaden können.
  • Zuckerfreier Kaugummi ist eine gute Lösung für zwischendurch, nach einem Essen oder Snack oder wenn Sie einen trockenen Mund haben. Kaugummikauen regt den Speichelfluss an und trägt damit zur Bakterienabwehr bei. Wer einen Apfel isst oder hartes Brot kaut, erzielt übrigens eine vergleichbare Wirkung. Lutschbonbons und Mundsprays schaffen dagegen nur kurzfristig oberflächliche Abhilfe, ohne die Geruchsquellen zu beseitigen.
  • Nehmen Sie den jährlichen Vorsorgetermin beim Zahnarzt immer wahr, und lassen Sie sich die Zähne zweimal im Jahr professionell reinigen.
  • Trinken Sie viel, am besten Wasser oder Mineralwasser, um Ihren Mund feucht zu halten und Keime sowie Reste hinunterzuspülen. Limonaden und andere gesüßte Getränke bewirken hier eher das Gegenteil, da sie nur die zuckersüchtigen, aggressiven Bakterien auf den Plan rufen. Wer Herzprobleme hat, sollte mit seinem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Gemüse und Obst. Essen Sie nur selten scharf gewürzten Speisen, trinken Sie wenig oder keinen Alkohol und geben Sie das Rauchen auf.


Von einem gesunden Lebensstil mit viel körperlicher Bewegung profitieren Sie rundum. Damit sorgen Sie am besten vor, stärken wesentliche Körperfunktionen sowie Ihre Abwehrkräfte und schaffen eine positive seelische Grundstimmung. All das tut auch der Mundgesundheit und Ihrem Atem gut.



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Andrea Blank-Koppenleitner / www.apotheken-umschau.de; 27.05.2010, aktualisiert am 16.05.2012
Bildnachweis: W&B/Simon Katzer

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