Akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta)

Eine akute Mittelohrentzündung führt zu Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr, oft auch zu Fieber. Ohrgeräusche und Schwindel können dazukommen. Kinder sind häufig betroffen. Alles über Ursachen, Symptome und Therapie
aktualisiert am 13.03.2013

Ohrenschmerzen und Druck im Ohr – mögliche Zeichen einer Mittelohrentzündung

Fotolia/Jane Doe/2010

Was ist eine akute Mittelohrentzündung?

Meist fängt alles mit einem harmlosen Schnupfen an. Dabei können Viren aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr gelangen – über die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre oder Tube). Sie verbindet den Nasen-Rachen-Raum mit dem Mittelohr. Auf diese Weise können sich die Schleimhäute der Tube und des Mittelohrs entzünden – und eine Mittelohrentzündung entsteht. Eine bakterielle Infektion kann dazukommen. Manchmal sind Bakterien auch der direkte Auslöser der Erkrankung. Mehr dazu im Kapitel Ursachen.

Vor allem Kinder bis zum sechsten Lebensjahr bekommen eine akute Mittelohrentzündung, der Häufigkeitsgipfel liegt im sechsten Lebensmonat. Aber auch Jugendliche und Erwachsene erkranken daran.

Symptom: Heftige Ohrenschmerzen

Die akute Mittelohrentzündung macht sich durch stechende oder pulsierende, meist recht heftige Ohrenschmerzen bemerkbar, die innerhalb von Stunden zunehmen. Druck- und Völlegefühl im Ohr, Hörminderung, Ohrgeräusche (Tinnitus),  Schwindelgefühle und Fieber kommen ebenfalls vor. Der Allgemeinzustand ist beeinträchtigt. Kleinkinder zeigen recht oft uncharakteristische Begleitsymptome wie Bauchschmerzen. Manchmal staut sich Sekret hinter dem Trommelfell, und es reißt ein. Die Ohrenschmerzen lassen dann sofort nach, das Sekret fließt nach außen in den Gehörgang ab (Ohrenlaufen). Mehr zu den typischen Beschwerden bei einer Mittelohrentzündung lesen Sie im Kapitel Symptome.

Beratende Expertin: Professor Dr. med. Dr. med. habil. Kerstin Lamm, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde

W&B/Privat

Behandlung der akuten Mittelohrentzündung

Eine akute Mittelohrentzündung heilt nur bei fachgerechter Therapie ohne Komplikationen und folgenlos ab. Der Arzt verordnet üblicherweise abschwellende Nasen-Sprays oder Nasen-Tropfen oder abschwellende, schmerzstillende Tabletten. Meist sind zusätzlich Antibiotika erforderlich, um Komplikationen und Folgeschäden zu vermeiden. In einigen Fällen muss der Arzt im Trommelfell unter örtlicher Betäubung einen kleinen Schnitt anlegen, so dass das Sekret aus dem Mittelohr abgesaugt werden kann.

Wiederholte Mittelohrentzündungen können in eine chronische Mittelohrentzündung übergehen. Mehr zu dieser Krankheit finden Sie im Ratgeber chronische Mittelohrentzündung.

Andere Begriffe: Ärzte bezeichnen eine Mittelohrentzündung mit dem lateinischen Begriff "Otitis media" und unterscheiden je nach Stadium und Erreger zwischen seröser Otitis media, bakterieller (= eitriger) Otitis media, Otitis media nigra (mit Blutungen der Mittelohrschleimhaut), Scharlach-Otitis media und Masern-Otitis media.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Symptome-Check: Beschwerden und ihre Ursachen

Junger Mann mit Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen

Hinter Schmerzen im oder am Ohr steckt meist eine Ohrerkrankung, aber es gibt auch andere Ursachen »

Zum Nachlesen

Mädchen und Junge

Gesunde Ohren – damit Sie stets gut hören

Lesen Sie hier, wie Sie auf Empfang bleiben »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages