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Akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta)

Eine akute Mittelohrentzündung führt zu Ohrenschmerzen, Druckgefühl im Ohr, oft auch zu Fieber. Ohrgeräusche und Schwindel können dazukommen. Kinder sind häufig betroffen. Alles über Ursachen, Symptome und Therapie

Mittelohrentzündung

Ohrenschmerzen und Druck im Ohr: Eine Mittelohrentzündung plagt vor allem Kinderohren

Was ist eine akute Mittelohrentzündung?

Meist fängt alles mit einem harmlosen Schnupfen an. Wenn aber die Viren und in der Folge auch Bakterien aus dem Nasen-Rachen-Raum über die so genannte Ohrtrompete (Eustach'sche Röhre oder Tube) in das Mittelohr gelangen, können sich die Tuben- und Mittelohr-Schleimhäute entzünden.

Ohrenschmerzen: Die Folge sind stechende und zum Teil auch pulsierende, meist recht heftige Ohren-Schmerzen, die innerhalb von Stunden zunehmen. Hinzu kommen ein Druck- und Völlegefühl im Ohr, eine Hörminderung und möglicherweise auch Ohrgeräusche (Tinnitus) und Schwindelgefühle. Selten sind Störungen des Gleichgewichts. Der Allgemeinzustand ist schwach und es kommt zu Fieber, das bei Kindern nachts mitunter auf mehr als 39 Grad ansteigen kann. Kleinkinder zeigen recht oft uncharakteristische Begleitsymptome wie "Bauchschmerzen".


Riss im Trommelfell mit Ohrenlaufen: Wenn die entzündete Mittelohrschleimhaut sehr viel Sekret produziert und dieses bei einer zugeschwollenen Tube nicht in den Nasenrachen ablaufen kann, staut es sich hinter dem Trommelfell. Dann kann das Trommelfell spontan reißen und der hohe Druck ist wieder entlastet. Die Ohrenschmerzen lassen sofort nach und das eitrige Sekret kann nach außen in den Gehörgang ablaufen. Der Riss des Trommelfells wächst zumeist sehr schnell von allein wieder zu.

Die Ursache einer akuten Mittelohrentzündung ist in 80 Prozent der Fälle ein Virus-Infekt der Schleimhäute der oberen Luftwege, bei dem es aber recht schnell dazu kommen kann, dass sich die natürliche Keimbesiedelung im Nasenrachenraum und in den Tuben vermehrt.  

In 20 Prozent der Fälle findet sich eine andere Ursache: Bakterien aus dem Nasenrachenraum sind über die Tube in das Mittelohr hoch gewandert. Dies kommt meistens bei Patienten mit häufigen oder chronischen Entzündungen der Nasen- und Nebenhöhlen-Schleimhäute vor, aber auch bei Kindern mit chronisch-entzündlich vergrößerten Nasen-Rachen-Mandeln (Adenoide, Kinder-"Polypen"). Bakterien können auch vom Gehörgang aus über einen chronischen Defekt im Trommelfell in das Mittelohr gelangen. Allerdings gibt es nur noch relativ wenige Patienten, bei denen ein solcher Defekt nicht operativ verschlossen wurde oder werden konnte.  

Vor allem Kinder bis zum sechsten Lebensjahr bekommen eine akute Mittelohrentzündung, der Häufigkeitsgipfel liegt im sechsten Lebensmonat. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können an einer Mittelohrentzündung erkranken.

Behandlung: Eine akute Mittelohrentzündung heilt nur bei fachgerechter Behandlung ohne Komplikationen und folgenlos ab: Besonders effektiv sind Nasen- und Tubenschleimhäute mit abschwellenden Nasen-Sprays oder Nasen-Tropfen zu behandeln sowie abschwellend und schmerzstillend wirksamen Tabletten. Meist sind zusätzlich Antibiotika erforderlich, um Komplikationen und Folgeschäden zu vermeiden. In einigen Fällen ist es darüber hinaus sinnvoll, unter örtlicher Betäubung im Trommelfell einen kleinen Schnitt anzulegen und das Sekret aus dem Mittelohr abzusaugen. Wiederholte Mittelohrentzündungen können in die übergehen. Mehr zu dieser Krankheit finden Sie über den Link unten auf dieser Seite.

Andere Begriffe: Ärzte bezeichnen eine Mittelohrentzündung mit dem lateinischen Begriff "Otitis media" und unterscheiden je nach Stadium und Erreger zwischen seröser Otitis media, bakterieller (= eitriger) Otitis media, Otitis media nigra (mit Blutungen der Mittelohrschleimhaut), Scharlach-Otitis media und Masern-Otitis media.

 


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 08.03.2010
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