Mandelentzündung (Angina tonsillaris)

Hinter Halsschmerzen und Schluckbeschwerden steckt manchmal eine aktue oder chronische Mandelentzündung (Tonsillitis). Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapien

aktualisiert am 29.12.2015

Besorgter Blick in den Mund: Wenn es beim Schlucken weh tut, sind möglicherweise die Mandeln entzündet

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Was ist eine Mandelentzündung?

Krankheitserreger können über den Mund und die Nase in den Körper eindringen. Auf diesem Wege müssen sie die Mandeln passieren, die sich im Rachenraum hinter den seitlichen Gaumenbögen befinden. Diese Gaumenmandeln gehören zu einer Gruppe von speziellen Geweben, deren Aufgabe es ist, die oberen Atemwege gegen das Eindringen von Bakterien und Viren zu schützen. Außer den Gaumenmandeln gehören zu diesem so genannten lymphatischen Rachenring auch die Nasen-Rachen-Mandeln (Nasenrachenpolypen, Adenoide), die Seitenstränge im Bereich der seitlichen Rachenhinterwand und die Zungengrundmandeln.

Wenn der Immunschutz nicht ausreichend funktioniert, können sich Bakterien oder Viren in den Geweben des lymphatischen Rachenrings explosionsartig vermehren. Die Folge: Das Gewebe kann anschwellen, es kommt zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. So erklärt sich auch der lateinische Begriff "Angina": Das Wort bedeutet Enge oder Beklemmung. Bei einer akuten Mandelentzündung sprechen Mediziner von einer "Angina tonsillaris" oder einer akuten Tonsillitis: Die Wortendung -itis steht für Entzündung, in diesem Fall also für die Mandelentzündung.


Ursachen: Bakterien können die akute und die chronische Form der "normalen" Mandelentzündung hervorrufen. Bakterielle Ursachen haben auch die folgenden Erkrankungen: Angina Plaut-Vincent, Diphtherie-Angina, Scharlach-Angina, Seitenstrang-Angina und Zungengrund-Tonsillitis. Mehr zu den verschiedenen Angina-Formen lesen Sie im Kapitel Ursachen. Bei der Herpangina und beim Pfeiffer’schen Drüsenfieber (Monozyten-Angina) sind Viren der Auslöser.

Beschwerden: Die akute Mandelentzündung macht sich durch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden bemerkbar, hinzu können Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl kommen. Kinder und Jugendliche zwischen dem fünften und 15. Lebensjahr erkranken am häufigsten daran. Die Beschwerden bei der chronischen Mandelentzündung sind meist nicht so stark ausgeprägt wie bei der akuten Form. Spezielle Angina-Formen und durch Viren bedingte Mandelentzündungen verursachen oft ganz eigene Symptome (siehe Kapitel Symptome).

Diagnose: Um festzustellen, um welche Form der Angina es sich handelt, untersucht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt den Rachen- und Nasen-Rachenraum und den Zungengrund mit speziellen optischen Geräten (Endoskopen). Ob zugleich auch eine Mittelohrentzündung vorliegt, lässt sich durch eine Untersuchung des Trommelfells mit dem Ohr-Mikroskop erkennen. Bluttests im Labor sind nur bei speziellen Mandelentzündungen und bei Verdacht auf eine chronische Tonsillitis sinnvoll, um die Art des Erregers zu bestimmen und genauere Informationen über die Erkrankung zu erhalten.

Therapie: Eine leichte Mandelentzündung können ansonsten gesunde Erwachsene in den ersten beiden Tagen selbst behandeln. Vor allem antientzündliche und abschwellende Mittel lindern die Halsschmerzen. Bei Fieber kann zum Beispiel Paracetamol helfen. Zur Auswahl, Anwendung und Dosierung geeigneter Präparate in der Apotheke beraten lassen und die Packungsbeilage beachten. Außerdem sollten Betroffene viel trinken, sofern nicht andere Krankheiten wie eine Herzschwäche dagegen sprechen. Wenn die Beschwerden nicht abklingen, stark ausgeprägt sind oder wenn weitere Symptome dazukommen, sollten sie sich aber unbedingt von einem (HNO-)Arzt untersuchen lassen. Bei bakteriellen Formen der Angina verschreibt er überlicherweise Antibiotika. Breitband-Antibiotika können auch bei einer durch Viren bedingten Angina erforderlich sein, damit es nicht zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kommt.

Bei Komplikationen – beispielsweise einem Abszess – oder bei einer chronischen Tonsillitis mit Komplikationen oder Folgeerkrankungen ist es meist ratsam, die Mandeln operativ zu entfernen.

Wichtig: Sind Kinder erkrankt, sollten Eltern lieber nicht selbst "herumdoktern", sondern auf jeden Fall einen Kinder-/HNO-Arzt zurate ziehen!


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


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