Mandelentzündung (Angina tonsillaris)

Hinter Halsschmerzen und Schluckbeschwerden steckt manchmal eine aktue oder chronische Mandelentzündung. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapien

aktualisiert am 13.10.2016

Schmerzen beim Schlucken: Möglicherweise sind die Mandeln entzündet

Mauritius / Media For Medical

Was ist eine Mandelentzündung?

Krankheitserreger können über Mund und Nase in den Körper eindringen. Dabei müssen sie die Mandeln passieren. Die Gaumenmandeln befinden sich im Rachenraum hinter den seitlichen Gaumenbögen. Die Gaumenmandeln gehören zu einer Gruppe von speziellen Geweben, dem lymphatischen Rachenring. Seine Aufgabe es ist, die oberen Atemwege vor dem Eindringen von Bakterien und Viren zu schützen.


Die Grafik zeigt, wo sich Gaumen-, Rachen- und Zungengrundmandeln befinden

W&B/Szczesny

Ebenfalls zum lymphatischen Rachenring zählen die Nasen-Rachen-Mandeln (Nasenrachenpolypen, Adenoide), die Seitenstränge im Bereich der seitlichen Rachenhinterwand und die Zungengrundmandeln.

Wenn der Immunschutz nicht ausreichend funktioniert, vermehren sich Bakterien oder Viren in den Geweben des lymphatischen Rachenrings. Das Gewebe kann anschwellen, es kommt zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.


Symptome: Die akute Mandelentzündung macht sich durch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden bemerkbar, hinzu können Fieber, Kopfschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl kommen. Bei der chronischen Mandelentzündung sind die Beschwerden oft nicht so ausgeprägt. Spezielle Formen und durch Viren bedingte Mandelentzündungen verursachen häufig eigene Symptome. Mehr im Kapitel Symptome.


Mögliche Anzeichen einer Mandelentzündung

  • Mandelentzündung
    W&B/Szczesny

    Blick in den Mund: Die beiden Gaumenmandeln liegen seitlich im hinteren Teil der Mundhöhle.

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  • Mandelentzündung
    W&B/Szczesny

    Bei einer Mandelentzündung durch Viren sind die Mandeln meistens gerötet und geschwollen.

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  • Mandelentzündung
    W&B/Szczesny

    Eitrige Beläge auf den Mandeln können auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

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Ursachen: Bakterien können die akute und die chronische Form der "normalen" Mandelentzündung hervorrufen. Bakterielle Ursachen haben auch folgende Arten von Mandelentzündung: Angina Plaut-Vincent, Diphtherie-Angina, Scharlach-Angina, Seitenstrang-Angina und Zungengrund-Tonsillitis. Bei der Herpangina und beim Pfeiffer’schen Drüsenfieber (Monozyten-Angina) sind Viren der Auslöser. Mehr zu den verschiedenen Formen der Mandelentzündung im Kapitel Ursachen.


Diagnose: Um festzustellen, um welche Form der Angina es sich handelt, untersucht der Hals-Nasen-Ohren-Arzt den Rachen- und Nasen-Rachenraum und den Zungengrund mit speziellen optischen Geräten. Eventuell sind Bluttests im Labor sinnvoll. Mehr im Kapitel Diagnose.


Therapie: Eine leichte Mandelentzündung können ansonsten gesunde Erwachsene in den ersten beiden Tagen selbst behandeln. Vor allem antientzündliche und abschwellende Mittel lindern die Halsschmerzen. Bei Fieber kann zum Beispiel Paracetamol helfen. Zur Auswahl, Anwendung und Dosierung geeigneter Präparate berät die Apotheke. Betroffene sollten außerdem viel trinken, sofern nicht andere Krankheiten wie eine Herzschwäche dagegen sprechen. Wenn die Beschwerden nicht abklingen, stark ausgeprägt sind oder weitere Symptome wie Fieber auftreten, ist der Arzt gefragt. Bei bakteriellen Formen der Mandelentzündung verschreibt er überlicherweise Antibiotika. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht. Sind Kinder erkrankt, sollten Eltern frühzeitig einen Kinder-/HNO-Arzt zurate ziehen. In bestimmten Fällen – beispielsweise bei einem Abszess – kann es sinnvoll sein, die Mandeln zu entfernen. Mehr zur Behandlung der Mandelentzündung im Kapitel Therapie.

Die Mandelentzündung heißt medizinisch Tonsillitis oder Angina tonsillaris.


Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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