Gastritis: Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei akuter Gastritis kann es reichen, den Magen etwas zu schonen. Vor allem bei chronischer Gastritis haben sich Medikamente bewährt, welche die Magensäure binden oder reduzieren
aktualisiert am 03.07.2014

Gastritis? Oft helfen dann säurehemmende Medikamente wie Protonenpumpenhemmer

Image Source/RYF

Wer immer wieder oder anhaltend unter Beschwerden wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden leidet, der sollte sich frühzeitig vom Arzt untersuchen lassen. Die Therapie bei Magenschleimhautentzündung erfolgt je nach Art und Ursache:

Wie wird eine akute Gastritis behandelt?

Vermutet der Arzt eine akute Gastritis, empfiehlt er üblicherweise einige allgemeine Maßnahmen: Ein bis zwei Tage nichts essen oder nur leichte Kost. Dafür ausreichend Flüssigkeit aufnehmen – und zwar Getränke, die den Magen nicht noch zusätzlich reizen. Patienten sollten auf Kaffee, alkoholische und kohlensäurehaltige Getränke und säurehaltige Säfte verzichten. Geeigneter sind Wasser oder auch milder, lauwarmer Tee. Die Kranken sollten möglichst das Rauchen unterlassen und sich schonen. Meistens bessern sich Beschwerden dann rasch. Am zweiten Tag beginnen die Patienten am besten wieder mit kleinen Essensportionen verteilt auf mehrere Mahlzeiten. Dabei sollten sie gut verträgliche, leicht verdauliche Kost auswählen wie Haferschleim, Zwieback oder geriebenen Apfel. Fettes, scharfes oder gebratenes Essen meiden sie möglichst eine Weile.

Eventuell rät der Arzt außerdem, bestimmte Medikamente einzunehmen, die die Wirkung der Magensäure reduzieren, so dass die Entzündung gut abklingen kann. Zur Wahl stehen:

  • Antazida: sie puffern die Magensäure ab, wirken aber nur kurz
  • H2-Rezeptor-Blocker (Antihistaminika): Sie drosseln die Magensäureproduktion. Beispiele sind Ranitidin, Cimetidin
  • Protonenpumpenhemmer (auch Protonenpumpenblocker genannt) hemmen die Säureproduktion effektiver. Beispiele: Omeprazol, Pantoprazol
  • Prokinetika mildern die Übelkeit und das Erbrechen.

Eventuell kommen zusätzlich krampflösende oder verdauungsfördernde chemische oder pflanzliche Mittel infrage.

Da bestimmte Medikamente – insbesondere Schmerzmittel – die Magenschleimhaut angreifen können, sprechen Patienten am besten mit ihrem Arzt über die Wirkstoffe, die sie für gewöhnlich einnehmen. Manchmal kann es sinnvoll sein, einzelne Medikamente vorübergehend wegzulassen oder durch andere zu ersetzen. Das sollte aber nur in Rücksprache mit dem Arzt geschehen. Meistens heilt eine akute Gastritis bei entsprechender Therapie folgenlos aus.

Wie sieht die Therapie bei chronischer Gastritis aus?

Der-Typ-A Gastritis liegt nach heutigem Wissen ein Fehler im Abwehrsystem zugrunde, der nicht korrigiert werden kann. Eine "magenfreundliche" Lebensweise (siehe unten) empfiehlt sich. Je nach Fall kommen auch hier säurehemmende Medikamente (Antazida, H2-Rezeptor-Blocker, Protonenpumpenhemmer) zum Einsatz. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, denn das Risiko für Magenkrebs erhöht sich durch die Erkrankung. Je früher Tumore im Magen entdeckt werden, desto besser sind die Heilungschancen. Bei einer Typ-A-Gastritis produzieren die Magenzellen oft kaum noch Intrinsic Factor (siehe dazu Kapitel Ursachen und Formen). Die Folge: Vitamin B12 kann nicht mehr aus dem Dünndarm aufgenommen werden. Das lebenswichtige Vitamin muss dann regelmäßig gespritzt werden. Liegt eine Frühform der A-Gastritis zusammen mit einer Helicobacter-Besiedelung vor, kann die Gastritis eventuell durch die Therapie der Helicobacter-Infektion geheilt werden.

Typ-B-Gastritis: Eine Infektion mit Helicobacter pylori muss nicht immer therapiert werden. Liegt die Ursache für die Beschwerden jedoch in einer chronischen B-Gastritis, wird der Arzt eine sogenannte Eradikationstherapie empfehlen. Der Patient nimmt dafür rund eine Woche lang drei verschiedene Medikamente ein – zwei unterschiedliche Antibiotika (oft Amoxicillin und Clarithromycin) und dazu einen Protonenpumpenhemmer, also einen Säurehemmer (siehe oben). Nach frühestens einem Monat sollte der Arzt überprüfen, ob die Therapie erfolgreich war. Bei neun von zehn Patienten lässt sich die Infektion auf diese Weise effektiv bekämpfen. Manchmal wirkt die Antibiotika-Kombination jedoch nicht. Dann wird der Arzt andere Antibiotika verschreiben und das Ergebnis erneut überprüfen.

Typ-C-Gastritis: Hier müssen nach Möglichkeit die Ursachen beseitigt werden. Magenreizende Stoffe sollten gemieden werden. Auch bei dieser Form der Magenschleimhautentzündung können Säureblocker sinnvoll sein. Müssen Patienten dauerhaft Medikamente einnehmen, die die Magenschleimhaut belasten, rät der Arzt üblicherweise, die Tabletten zusammen mit einem "Magenschutz" zu nehmen – also in Kombination mit einem Säurehemmer. Auch bei der Typ-C-Gastritis können regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig sein, um Komplikationen wie Magengeschwüre rechtzeitig zu erkennen.


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