Perfusionsszintigrafie der Lunge: Rot und gelb zeigen sich gut durchblutete, blau und grün weniger gut mit Blut versorgte Bereiche
Bei Verdacht auf eine Lungenembolie wird der Arzt den Patienten zunächst befragen und untersuchen. Er hört unter anderem Lungen und Herz ab und misst Puls und Blutdruck.
Mit vielen verschiedenen Untersuchungsverfahren lassen sich dann Hinweise auf eine Lungenembolie sammeln. So können zum Beispiel bestimmte Blutwerte den Verdacht auf eine Lungenembolie erhärten. Die sogenannten D-Dimere weisen darauf hin, ob irgendwo im Körper der Abbau von Blutgerinnseln stattfindet. Sind sie nicht nachweisbar, ist eine Lungenembolie relativ unwahrscheinlich. Manchmal werden auch die Werte Troponin T und/oder I und das sogenannte Natriuretische Peptid vom B-Typ (BNP) im Blut bestimmt. Sind die Werte normal, spricht das für einen leichten Verlauf der Embolie.
Einige weitere Verfahren können unter Umständen hilfreiche Hinweise, aber nicht die Diagnose liefern. Dazu zählt die Blutgas-Analyse, für die eine Blutentnahme aus einer Arterie statt aus der Vene notwendig ist. Damit lässt sich zum Beispiel feststellen, ob ein Sauerstoffmangel vorliegt. Bei der Ableitung der Herzströme (EKG) finden sich in rund einem Viertel aller Lungenembolien Veränderungen, die auf die Diagnose hinweisen. Dazu zählen zum Beispiel Anzeichen einer vermehrten Belastung der rechten Herzhälfte. Auch im Röntgenbild der Lunge können manchmal Veränderungen gesehen werden, die für die Diagnose Lungenembolie sprechen.
Sicher nachweisen lässt sich eine Lungenembolie nur mit einer Darstellung der Lungenarterien selbst. Am besten erfolgt diese über eine Untersuchung der Gefäße (Angiografie) in Form einer Computertomografie (CT-Angiografie). Alternativ kommt eine Darstellung der Lungendurchblutung mit radioaktiven Stoffen (Perfusionsszintigrafie) in Frage.
Ursachensuche: Mit einem Ultraschall der Beinvenen lassen sich Thrombosen in diesem Bereich aufspüren
Steht fest, dass es sich um eine Lungenembolie handelt, muss geklärt werden, wie stark die Auswirkungen auf das rechte Herz sind, da hiervon der weitere Verlauf und das Risiko für den Patienten direkt abhängen. Dies kann am leichtesten mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) untersucht werden. Zusätzlich sollte festgestellt werden, was die Ursache für die Lungenembolie war. Denn nur so lässt sich vermeiden, dass erneut Embolien auftreten. Da in den meisten Fällen eine tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose für die Lungenembolie verantwortlich ist, werden zunächst meist die Beinvenen mit bestimmten Ultraschallverfahren (Doppler- und Farbduplex-Sonografie) untersucht.
Ist nicht ganz klar, welche Faktoren zu der Entstehung eines Blutgerinnsels geführt haben, sollte nach bisher verborgenen Ursachen gefahndet werden. Bei Menschen über 50 kann dies eine Krebserkrankung sein, so dass alle gesetzlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen auf den neuesten Stand gebracht werden müssen. Bei jüngeren Patienten kann nach einer erblichen Gerinnungsstörung gesucht werden. Bei über der Hälfte der Fälle ist die Ursache aber leicht zu klären, wenn nämlich kurz zuvor eine Operation durchgeführt wurde, wenn Bettlägerigkeit vorlag, eine Schwangerschaft besteht oder eine Krebserkrankung schon bekannt und behandelt war.
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13.09.2005, aktualisiert am 25.05.2011
Bildnachweis: W&B/Maik Kern, W&B/Prof. Hahn
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