Was ist eine akute Leukämie?
Das Blut besteht aus einer flüssigen Phase, dem Blutplasma und den Plasmaeiweißen, sowie festen Bestandteilen, den Blutkörperchen. Zu den Blutkörperchen zählen die Erythrozyten (rote Blutkörperchen), die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und die Thrombozyten (Blutplättchen). Die Leukozyten lassen sich wiederum unterscheiden in Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten.
Aufgabe der Granulozyten und Monozyten ist es, Erreger und Zelltrümmer in sich aufzunehmen und sie auf diese Weise zu zerstören (Phagozytose). Von den Lymphozyten gibt es zwei verschiedene Formen: Die T-Lymphozyten und B-Lymphozyten. Beide spielen eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr. Gebildet werden die Blutkörperchen aus Stammzellen, die sich im Knochenmark befinden.
Bei der akuten lymphatischen Leukämie bilden sich aus den Vorläuferzellen der Lymphozyten, den sogenannten lymphatischen Blasten, entartete Krebszellen, die nicht mehr in der Lage sind, eine Abwehrfunktion gegen Erreger zu übernehmen. Aus dem Knochenmark gelangen sie in den Blutstrom. Da sie sich rasch teilen und vermehren, verdrängen Leukämiezellen nicht nur die noch funktionsfähigen Lymphozyten, sondern auch alle anderen Blutzellen, die im Knochenmark gebildet werden.
In der Folge kommt es zu einem Mangel an Blutplättchen sowie weißen und roten Blutkörperchen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wandern die Leukämiezellen auch in andere Organe, wie Lymphknoten, Leber, Milz, Niere und Hirnhaut, und können dort zu Funktionsstörungen führen.
Bei der akuten myeloischen Leukämie entstehen die Krebszellen aus unreifen Vorläuferzellen der Granulozyten. Da auch diese vermehrt gebildet werden, stören und verdrängen sie ebenfalls im weiteren Verlauf der Krankheit die Bildung aller anderen festen Blutbestandteile.
Die akute lymphatische Leukämie ist die häufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter und tritt am häufigsten bei Ein- bis Fünfjährigen auf. Sie kann aber auch bei Erwachsenen auftreten, dann vor allem nach dem 60. Lebensjahr.
Bei der akuten myeloischen Leukämie handelt es sich dagegen um die häufigste akute Leukämie bei Erwachsenen, deren mittleres Erkrankungsalter bei etwa 62 Jahren liegt.
Die Ursachen einer akuten Leukämie sind derzeit noch weitgehend unbekannt. Als Risikofaktoren kommen unter anderem das Down Syndrom (Trisomie 21), Röntgenstrahlen, Zytostatika sowie bestimmte chemische Substanzen infrage. Häufigste Therapiemethode stellt die Chemotherapie dar.
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13.09.2005, aktualisiert am 31.10.2011
Bildnachweis: Brand X Pictures/Steve Allen, PhotoDisc/RYF
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