Bei Venenleiden kann es zu Beinschwellungen kommen. Der Vergleich der Wadenumfänge hilft zum Beispiel, leichte Schwellungen im Unterschenkelbereich zu erkennen
Krampfadern sind die häufigste Ursache für Venenentzündungen. Die entzündete Venenwand gibt den Anstoß für die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus), welches das Gefäß verschließen kann. Der Arzt spricht in dem Zusammenhang von einer Varikophlebitis. Sie verursacht eine Rötung, Überwärmung und Schmerzen an der entsprechenden Stelle. Der entzündete Gefäßbereich fühlt sich verhärtet an. Auslösend können Stoß- oder Druckverletzungen sein, langes, beengtes Sitzen, starke Flüssigkeitsverluste beim Sport, bei Hitze oder auf einer Flugreise.
Entsteht in einer zunächst gesunden oberflächlichen Vene eine Entzündung und damit verbunden ein Gerinnsel, heißt der Vorgang Thrombophlebitis. Ursächlich kommen zum Beispiel Verletzungen oder Infusionsbehandlungen, die zu Reizungen oder Schädigungen der inneren Venenwand führen, infrage. Letzteres betrifft vor allem Venen am Arm oder an der Hand – Stellen, an denen der Arzt bei Bedarf üblicherweise Verweilkanülen anlegt. Entzündet sich die punktierte Vene, ist sie berührungsempfindlich oder schmerzhaft und verhärtet sich.
Manchmal entzünden sich Gefäße auch im Rahmen bestimmter Krankheiten. Sind Venen betroffen, so zeigen sie sich bei oberflächlicher Lage ebenfalls als schmerzende Stränge. Die Veränderungen können mitunter auch an wechselnden Stellen am Körper auftreten.
Ausgesprochen schmerzhaft sind entzündliche Verschlüsse bei einer Varikose der Stammvenen am Bein (Varikophlebitis), der kleinen oder großen Rosenader. Im Falle der großen Rosenader haben sich die Krampfadern an der Innenseite des Beins, mitunter bis zur Leiste hin, entwickelt. Wenn die kleine Rosenader erkrankt ist, zeigen sich die Varizen vor allem an der Wade, manchmal bis zur Kniekehle. Bei einer Varikophlebitis ist die Haut im entzündeten Bereich gerötet und dieser druckschmerzhaft, es kommt zu Schwellungen und Schmerzen auch beim Gehen.
Da bei den zuletzt genannten Lokalisationen der Varikophlebitis Gerinnsel in die tiefen Venen einwachsen können, steigt das Risiko für eine akute Lungenembolie. Es können auch wiederholte kleine Embolien auftreten, die sich erst später durch Schäden an Lunge und Herz bemerkbar machen (sogenanntes Cor pulmonale). Symptome wie plötzlicher Brustschmerz, Atemnot und Pulsbeschleunigung sollten immer an eine Lungenembolie denken lassen, besonders bei einer Venenentzündung oder Thrombose. Rufen Sie in solchen Fällen sofort den Notarzt. Auch bei unklaren Beinbeschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wenn sich eine tiefe Beinvene entzündet, kommt es zur Phlebothrombose beziehungsweise zur tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose (siehe auch Kapitel „Früherkennung, Diagnose“). Daneben spielen noch andere Mechanismen eine Rolle, und es kommen jeweils zahlreiche Ursachen infrage. Bei Phlebothrombose ist das Risiko für eine Lungenembolie erhöht.
Dauerhaft geschädigte Venen, seien es oberflächliche Venen bei der Varikose oder tiefe Venen bei der Phlebothrombose, können in ein chronisches Venenversagen münden. Der Arzt spricht hier von einer chronisch-venösen Insuffizienz, bei einer zugrunde liegenden Venenthrombose auch von einem postthrombotischen Syndrom.
Dann schwillt das Bein an – zunächst vorübergehend bei starker Belastung, etwa langem Stehen, später ständig. Dadurch, dass der Sauerstoffaustausch in den gestauten Blutgefäßen vermindert ist, häufen sich Stoffwechselprodukte an. Dies kann zu entzündlichen Hautveränderungen und Hautverfärbungen führen (siehe Kapitel „Symptome“). Ist die Durchblutung der Haut empfindlich gestört, droht ein Geschwür, ein sogenanntes Ulcus cruris. Diese Komplikation ist auch als „offenes Bein“ bekannt. Ein solches Geschwür kann recht schmerzhaft sein und benötigt Zeit, um wieder zu verheilen. Relativ häufig tritt es am Innenknöchel, dem Quellgebiet der großen Rosenader auf (mehr im Kapitel „Früherkennung, Diagnose“).
Der Arzt wird frühzeitig andere Durchblutungsstörungen ausschließen, zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung der Schlagadern wie der Arteriosklerose. Auch Gefäß- und Nervenschädigungen durch die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 1, Diabetes mellitus Typ 2) können Schäden am Bein verursachen.
Seltener kommt es zu Verletzungen einer Krampfader, die dann je nach Größe mehr oder weniger stark bluten kann.
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13.09.2005, aktualisiert am 03.04.2012
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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