Heuschnupfen – allergischer Schnupfen: Symptome

Heuschnupfen macht sich mit Fließschnupfen, Niesreiz und juckenden, tränenden Augen bemerkbar. Atembeschwerden können auf Bronchialasthma hindeuten
aktualisiert am 05.04.2017

Typisch Heuschnupfen: Wässriger Fließschnupfen, Niesattacken, juckende Nase und Augen

Digital Vision/ RYF

Die Beschwerden bei allergischem Schnupfen werden durch Partikel aus der Luft – bei Heuschnupfen sind das Pflanzenpollen – ausgelöst, die mit den Schleimhäuten der Augenbindehaut in Berührung kommen. Hier spielen auch Nervenreflexe von der entzündeten Nasenschleimhaut zur Augenbindehaut eine Rolle.

Experten unterscheiden bei allergischem Schnupfen zudem, ob die Beschwerden saisonal (vor allem durch Pollen- oder zum Beispiel saisonale Schimmelpilzsporenallergie) beziehungsweise ganzjährig (etwa durch Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergie) auftreten.


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Typische Symptome bei Heuschnupfen

Im Vordergrund stehen die Beschwerden an Nase und Augen. Sie können so unangenehm sein, dass sie auch den Schlaf stören. Verdächtig auf Heuschnupfen sind:

  • Naselaufen, behinderte Nasenatmung, Niesattacken (allergische Rhinitis)
  • Tränende und juckende Augen, geschwollene Lider
    (allergische Bindehautentzündung, auch Konjunktivitis)
  • Brennen oder Juckreiz am Gaumen und im Rachen, mitunter bis zu den Ohren ausstrahlend

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Treten Husten, anfallsartige Atemnot, vor allem nachts, und pfeifende Atemgeräusche auf, kann es sich um Asthma (Bronchialasthma) handeln, das in diesem Fall mutmaßlich ebenfalls allergisch bedingt ist. Die genaue Diagnose stellt ein Lungenfacharzt.

Manche von allergischem Schnupfen Geplagten neigen zu chronischen Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Mögliche, keineswegs spezifische Symptome sind ständiger Schleimfluss im Rachen, verschlechterte Nasenatmung, Kopfschmerzen, eingeschränktes Riechvermögen. Hier ist der Hals-Nasen-Ohrenarzt gefragt.

Auch Dauer und Stärke der Beschwerden sind wichtige Kriterien

Abhängig vom auslösenden Allergen teilen Ärzte den allergischen Schnupfen auch danach ein, wie lange die Beschwerden anhalten: weniger als vier Tage pro Woche oder weniger als vier Wochen pro Jahr = zwischenzeitlich oder intermittierend. Oder mehr als vier Tage pro Woche oder mehr als vier Wochen pro Jahr = anhaltend oder persistierend. Zur allgemeinen Unterscheidung "saisonal" oder "ganzjährig" siehe oben im ersten Abschnitt.

Schließlich geht es um die Einschätzung, ob die Beschwerden im Alltag mehr oder weniger belastend sind, den Nachtschlaf und die Lebensqualität empfindlich stören. Ist das zum Beispiel über mehr als zwei Jahre deutlich der Fall, dann trägt dies zur Indikationsstellung für die Hyposensibilisierung (Allergieimpfung, auch (allergen-)spezifische Immuntherapie oder SIT) bei (mehr dazu im Kapitel "Heuschnupfen – allergischer Schnupfen: Therapie").

Wenn bei Heuschnupfen auch die Haut juckt

Juckreiz ist unter anderem ein Leitsymptom der atopischen Dermatitis. Die entzündliche Hauterkrankung heißt auch Neurodermitis oder atopisches Ekzem. Dabei sind Schutz- und Regulierungsfunktionen in der Oberhaut gestört. Dermatologen sprechen von einer Barrierestörung der Haut.

Häufig ist das Immunsystem der Betroffenen sensibilisiert und bildet vermehrt Immunglobulin E- (IgE-) Antikörper gegen ein bestimmtes Allergen. Oder es kommt tatsächlich zum Vollbild einer IgE-vermittelte Allergie mit anschließender Atemwegserkrankung wie Heuschnupfen oder Asthma. Die IgE-Antikörper können umgekehrt eine atopische Dermatitis begünstigen oder verschlechtern.

Ärzte fassen den Heuschnupfen / allergischen Schnupfen, das allergische Asthma und die Neurodermitis als Erkrankungen des atopischen Formenkreises zusammen. Atopie bedeutet, dass das Immunsystem gegen harmlose Stoffe aus der natürlichen Umwelt überreagiert und vermehrt spezielle IgE-Antikörper bildet, die zum jeweiligen Allergen passen. Verschiedene Gene und äußere Faktoren wirken hier zusammen.

Allerdings entwickelt nicht jeder atopisch veranlagte Mensch Krankheitszeichen. Es kommt auch vor, dass jemand eine Neurodermitis hat, aber weder sensibilisiert (atopisch) noch allergisch ist. Auf eine Atopie hinweisen können manchmal eine verstärkte Hautfaltenbildung, sehr trockene Haut, vermehrter Juckreiz beim Schwitzen, Neigung zu Kontaktekzemen der Haut und eine Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen.

Symptome bei atopischer Dermatitis

Betroffen sind in erster Linie Säuglinge und Kinder. Die ersten Symptome zeigen sich meist nach dem dritten Lebensmonat. Die erkrankten Säuglinge plagen stark juckende, entzündliche Rötungen. Die Haut wird aufgekratzt und infiziert sich leicht. So kommt es zu eitrigen Pusteln oder nässenden und gelblichen Krusten. Bei starker Ausprägung ist Fieber möglich. Der Ausschlag kann an Stirn, Wangen, Augenbrauen, hinter den Ohren, am Rücken, an den Armen und Beinen und der Kopfhaut auftreten. Der sogenannte Milchschorf ist insofern häufig eine Frühform der Neurodermitis.

Mit der Zeit ändert sich das Krankheitsmuster. Bei Kleinkindern und Jugendlichen sind meist die Hand- und Fußgelenke, der Nacken und die Gelenkbeugen betroffen. Die Haut ist sehr trocken und verdickt sich an den betroffenen Stellen. Das Hautrelief wird gröber. Manchmal bilden sich juckende Knötchen und Knoten (Prurigo). Der zeitweise auftretende Juckreiz kann sehr quälend sein und auch den Schlaf stören.

Viele Faktoren können Erkrankungsschübe auslösen, etwa Klimaveränderungen oder mechanische (Kleidung) und chemische Reizungen der Haut, sodann Hautkeime. Auch psychische Belastungen und Stress spielen mitunter eine Rolle.

Mit der Zeit schwächen sich die Hautveränderungen bei etwa der Hälfte der Betroffenen ab. Im Kindesalter haben ungefähr 15 Prozent, im Erwachsenenalter noch etwa drei Prozent Beschwerden. Mehr zu den Symptomen und zur Therapie im Ratgeber "Neurodermitis".

! Achtung: Ein Hautproblem im frühen Säuglingsalter, das oft mit Milchschorf verwechselt wird, ist der Kopfgneis, auch seborrhoisches Säuglingsekzem genannt. Die fettige, gelbliche Kruste kann sich schon kurz nach der Geburt bilden. Meist geht die harmlose Veränderung in den ersten drei Monaten wieder von selbst zurück, wenn die Talgdrüsen richtig arbeiten.



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