Blutabnahme: Bei Verdacht auf eine bakterielle Endokarditis wird das Blut auf Krankheitserreger untersucht
Der Arzt wird den Patienten zunächst nach den Beschwerden und seiner Krankengeschichte befragen. Oft sind die Symptome unspezifisch, lassen zunächst an einen banalen fieberhaften Infekt denken und nicht sofort an eine bakterielle Endokarditis. Von Arzt und Patient ist deshalb besondere Aufmerksamkeit gefordert.
Die Verdachtsdiagnose Endokarditis sollte immer in Erwägung gezogen werden, wenn ein Patient mit bekannter Herzklappenerkrankung oder angeborenem Herzfehler (siehe auch Kapitel Ursachen) unter Fieber, unklarem Gewichtsverlust, Blutarmut, allgemeinem Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Schwitzen und anderen allgemeinen Krankheitszeichen leidet. Auch plötzliche Gefäßverschlüsse können ein Hinweis auf eine Endokarditis sein.
Im Anschluss an das Gespräch wird der Arzt den Patienten körperlich untersuchen, insbesondere das Herz abhören. Fast immer fallen dabei Herzklappengeräusche auf.
Die definitive Diagnose einer bakteriellen Endokarditis sollte nach Möglichkeit durch sogenannte "positive Blutkulturen" untermauert sein. Das bedeutet: Der Arzt entnimmt spezielle Blutproben, die eine Zeit lang in einem Wärmeschrank aufbewahrt werden. Sollten sich Krankheitserreger im Blut befinden, dann vermehren sie sich in dieser Blutkultur und sind nach einer gewissen Zeit nachweisbar ("positive Blutkultur") und identifizierbar.
Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) ist eine weitere wichtige Maßnahme, um die Diagnose zu sichern: Auf dem Ultraschallbild kann der Arzt entzündliche Veränderungen (Vegetationen) an der Herzklappe oder an einer Klappenprothese erkennen. Auch eine neu aufgetretene Undichtigkeit, ein Abszess an der Klappe oder die Auflösung von Haltefäden künstlicher Herzklappen ist so nachweisbar.
Häufig ist zur Sicherung der Diagnose außerdem eine transösophageale Echokardiografie (ein "Schluckecho") nötig. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens erfolgt dabei über einen biegsamen, dünnen Schlauch, der durch die Speiseröhre (transösophageal) in die Nähe des Herzens geschoben wird. Die Wahrscheinlichkeit, mit der normalen (transthorakalen) Echokardiografie eine bakterielle Endokarditis nachweisen zu können, beträgt 40 bis 60 Prozent, mit der transösophagealen Echokardiografie über 90 Prozent.
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13.09.2005, aktualisiert am 28.10.2011
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