Das Herz – unser wichtigster Muskel

Das Herz pumpt das Blut durch den Körper. Das lebenssnotwendige Organ reagiert sensibel auf körperliche und äußere Einflüsse

Ein Herzinfarkt muss möglichst schnell behandelt werden

Mal spüren wir es stärker schlagen, mal schwächer – je nach körperlicher Anstrengung oder Gefühlslage. Die Anatomie ist beeindruckend: Das Herz liegt zwischen den beiden Lungenflügeln etwas nach links versetzt, schräg hinter dem Brustbein. Der Herzbeutel, ein Sack aus Bindegewebe, hält es an seinem Platz. Gemeinsam mit den Blutgefäßen bildet das Herz das Herz-Kreislaufsystem. Mit rhythmischen Kontraktionen pumpt unser wichtigster Muskel das Blut durch den Körper: pro Minute rund fünf Liter. Aus der linken Seite des Herzens wird durch die Aorta, die Hauptschlagader, Blut in den großen Blutkreislauf gepumpt. So werden Sauerstoff, Hormone und Nährstoffe in die Körperzellen transportiert. Endprodukte aus dem Zellstoffwechsel wie Kohlendioxid werden abtransportiert. Zudem sorgt das wichtige Organ für eine gleichmäßige Körpertemperatur.

Risikofaktor Herz: Zahlreiche Erkrankungen des Herzens sind bekannt, Herz-Kreislauferkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland. Wie gesund das Herz ist, darüber gibt das Elektrokardiogramm (EKG) Auskunft. Fachärzte, auch Kardiologen genannt, behandeln häufig unter anderem in Herzkliniken Menschen mit Herzinfarkt, Herzschwäche oder Herzrhytmusstörung.

Die Anatomie des Herzens

Herzinfarkt: Möglichst schnell behandeln

Je weniger Zeit vergeht, bis ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt) behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient überlebt. Typische Anzeichen für einen Herzinfarkt sind Schmerzen im Bereich des Brustbeines und der linken Brustseite (Brustschmerzen), die länger als fünf Minuten anhalten. Die Schmerzen können aber auch in anderen Teilen des Brustkorbes, im Oberbauch oder Rücken auftreten. Bei einem Herzinfarkt kommt es zu einem Verschluss einzelner Abschnitte der Herzkranzgefäße (Koronarien), die das Herz mit Blut versorgen – und dadurch zum Untergang von Herzmuskelgewebe.

Erkrankungen des Herzens

Herzschwäche (Herzmuskelschwäche, Herzinsuffizienz) heißt, dass das Herz es nicht mehr schafft, die nötige Menge Blut durch den Körper zu pumpen. Unterschieden wird die akute Herzinsuffizienz, die einen Notfall darstellt, und die chronische Herzinsuffizienz, die sich meist über Monate und Jahre entwickelt. Mögliche Ursachen: unzureichend behandelter Blutdruck oder eine koronare Herzkrankheit (KHK). Bei letzterer handelt es sich um eine Verengung der Herzkranzgefäße. Die KHK kann sich unterschiedlich äußern: von einem vorübergehenden Angina-pectoris-Anfall, also Brustenge, über Herzrhythmusstörungen, entstanden durch eine koronare Durchblutungsstörung, bis hin zum Herzinfarkt und dem plötzlichen Herztod. Wer unter einem Herzklappenfehler leidet, kann an akuter oder chronischer Herzschwäche erkranken. Die vier Herzklappen regeln den Blutfluss im Herzen. Sie können undicht werden oder "verstopfen". Diese Schäden sind angeboren oder entstehen im Laufe des Lebens.

Vielfältige Ursachen kann eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) haben. Diese Entzündung des Herzmuskels wird oft durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst. Ist zudem auch der Herzbeutel (Perikard) entzündet, spricht man von einer Perimyokarditis.

Den Blutdruck in den Griff bekommen

Wichtig ist es, langfristig keinen zu hohen Blutdruck (Hypertonie) zu haben, denn er kann eine akute oder chronische Herzschwäche auslösen. Ist der Blutdruck zu hoch, stehen die Blutgefäße zu sehr unter Druck und das Herz muss gegen einen großen Widerstand in den Adern anpumpen. Ein unbehandelter Blutdruck belastet nicht nur das Herz, er schädigt  auch die Arterien, also die Adern. Wer also etwas für seine Herzgesundheit tun möchte, sorgt für normale Blutdruckwerte. Ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) kann ein Hinweis auf eine Herzmuskelschwäche sein.


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