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Die Haut – unser größtes Sinnesorgan

Wissenswertes über die Funktion der Haut, über die richtige Pflege verschiedener Hauttypen und über Hilfe bei Hautproblemen


Schöne Haut: Mit der richtigen Pflege bleibt sie lange jung

Unsere Haut ist Schutzschild, Stimmungsanzeiger, Sinnesorgan, Temperatur- und Feuchtigkeitsregler zugleich. Mit einer Oberfläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen und erfüllt eine ganze Menge, teilweise lebenswichtiger Funktionen. Rund zwei Milliarden Hautzellen schützen den menschlichen Körper vor Krankheitserregern, UV-Strahlen, Austrocknen, Hitze und Kälte. Millionen Nervenzellen in der Haut ermöglichen außerdem einen feinen Tastsinn, lassen uns Schmerzen und Temperaturen fühlen. Die Aktivität von Hautgefäßen und Drüsen hilft zudem, die Körperwärme im Gleichgewicht zu halten.



Grafik: So ist die Haut aufgebaut. Ein Klick auf die Lupe links oben zeigt das ganze Bild

Aufbau und Funktion der Haut

Die Haut besteht aus drei Hautschichten, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben. Man unterscheidet die Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Die Oberhaut bildet eine schützende Hornschicht und wehrt Krankheitserreger ab. Sie erneuert sich alle vier Wochen vollständig und ist mit 0,1 Millimeter nur so dünn wie ein Blatt Papier.

Die Lederhaut ist wesentlich dicker als die Oberhaut und sehr robust. „In ihr stecken die Blut- und Lymphgefäße sowie die Nervenzellen, mit denen wir Sinneseindrücke wie Schmerz, Berührung, Temperatur oder Druck wahrnehmen“, sagt Professor Dirk Schadendorf, Leiter der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Essen.

Die Unterhaut enthält reichlich Fettgewebe. Dieses dient dem Körper als Energiespeicher und zum Schutz vor Kälte. In der Unterhaut sitzen außerdem die Talgdrüsen, die den Schutzfilm für die Hautoberfläche produzieren, und die Schweißdrüsen, die für den Wärmeausgleich wichtig sind und bei der Körperabwehr helfen.

Auf äußere Einflüsse sowie auf Vorgänge im Körperinneren reagiert die Haut höchst sensibel und oft deutlich erkennbar. Auch die natürlichen Alterungsprozesse machen vor ihr nicht halt. An unserer Haut lässt sich außerdem viel über unseren Lebensstil und unsere Gefühlslage ablesen. Es lohnt sich daher in vieler Hinsicht, unser Schutzorgan gut zu hegen und zu pflegen.

Die richtige Pflege für jeden Hauttyp

Eine schöne, glatte Haut ohne Falten, und das für lange Zeit – das wünscht sich wohl jeder. Wer seine Haut richtig schützt und versorgt, kann selbst viel dazu beitragen. Die verschiedenen Hauttypen von normaler Haut über Mischhaut, fettige Haut, empfindliche bis trockene Haut bedürfen allerdings unterschiedlicher Pflege. Grundsätzlich gilt: Alle Hauttypen brauchen Feuchtigkeit. Denn Umwelteinflüsse wie trockene Heizungsluft, Feinstaub, Sonnenbäder, Stress und andere Faktoren entziehen der Haut oft mehr Feuchtigkeit, als sie selbst nachproduzieren kann.

Auch die tägliche Reinigung mit speziellen Produkten wie Gels, Lotionen oder – bei trockener Haut – mit milder Reinigungsmilch und Gesichtswasser gehört zum Einmaleins der Hautpflege.

Es folgt die passende Creme. Bei fettiger Haut, die zu Pickeln und Mitessern neigt, sollten Sie antibakterielle, ölfreie Produkte verwenden. Trockene Haut braucht reichhaltigere Cremes, damit sie nicht spannt oder juckt. Bewährt haben sich unter anderen Produkte mit Harnstoff, Nachtkerzenöl oder Linolsäure. Empfindliche Haut verträgt keine Duft- und Konservierungsstoffe, geeignete Cremes enthalten zum Beispiel Thermalwasser, Mandel- oder Pflaumenkernöl.

Schädliche Einflüsse: Was der Haut schadet

Ob Pickel oder ein fahler Teint: So manche persönliche Gewohnheiten sind Gift für die Haut. Besonders schlecht ist Rauchen. Das Zellgift Nikotin lässt die Haut schneller altern und verursacht oft ein schlechtes Hautbild: 40 Prozent aller Raucher leiden an Akne – unter den Nichtrauchern sind es nur 25 Prozent. Fast-Food, Schokolade und Alkohol können der Haut ebenfalls schaden und Pickel verursachen. Frühzeitige Falten und Hautflecken gehen vor allem auch auf das Konto ausgedehnter Sonnenbäder. Wie viel Sonne die Haut verträgt, hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Fakt ist: „Jeder Sonnenbrand schadet der Haut nachhaltig und erhöht das Hautkrebsrisiko“, so Dermatologe Schadendorf. Außerdem: Schlafmangel und ständige innere Anspannung zeigen deutliche Spuren auf der Gesichtshaut.

Bei Hautproblemen zum Hautarzt

Ein gesunder Lebensstil, Ausgeglichenheit und vernünftige Pflege helfen der sensiblen Hülle bei ihren vielfältigen Funktionen. Dennoch treten immer wieder Hautprobleme auf. Kleinere, wie Pickel oder vorübergehende Reizungen, können Sie oft selbst wieder ausgleichen. Dazu und zum Thema Hautpflege haben wir auf dieser Seite nützliche Tipps und Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Deutliche Hautveränderungen, etwa einen Hautausschlag, verdächtige Flecken, Verfärbungen und Schwellungen muss ein Hautarzt abklären. Er hilft bei Akne, Kontaktekzemen, Neurodermitis, Schuppenflechte, Warzen, Fußpilz sowie anderen infektiösen und nicht-infektiösen Hauterkrankungen. Auch klärt er, ob ein Hautmal möglicherweise Zeichen für einen Hautkrebs ist. Einen Überblick und weitere Informationen zu Erkrankungen der Haut finden Sie im Spezial „Hautkrankheiten“.




Bildnachweis: Image Source/ RYF, W&B/Swen Sallwey

Ihre Haut, kurz beschrieben:

Test

Test: Welchen Hauttyp haben Sie?

Glanzlos und stumpf? Unreinheiten? Oder samtig weich? Wie ist Ihre Haut beschaffen? »

Simone Herzner / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 31.10.2012, erstellt am 21.08.2009
Bildnachweis: Image Source/ RYF, W&B/Swen Sallwey

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