Inkontinenz ist ein sehr intimes und unangenehmes Problem. Viele Betroffene trauen sich deshalb nicht, in der Sprechstunde davon zu erzählen. Stattdessen leiden sie lieber im Stillen und versuchen, irgendwie zurecht zu kommen. Sie meiden womöglich Unternehmungen mit Freunden oder geben geliebte Hobbys auf. Manche Menschen glauben auch, es handle sich gar nicht um eine "echte" Krankheit und es gebe ohnehin keine Behandlungsmöglichkeiten. Dabei existiert eine Reihe wirksamer Therapien, etlichen Patienten kann gut geholfen werden. Und Patienten gibt es viele: Allein in Deutschland sind mindestens fünf Millionen Männer und Frauen von Harninkontinenz betroffen. Etwa jede dritte Frau über 50 Jahre kennt das Problem. Es muss sich also niemand scheuen, den Arzt um Rat zu fragen.
Fakt ist: Das Risiko für eine Harninkontinenz steigt mit dem Lebensalter. Trotzdem handelt es sich nicht um eine unvermeidliche Alterserscheinung, mit der man sich abzufinden hat. Und auch in jüngeren Jahren kann bereits eine Inkontinenz entstehen, so zum Beispiel häufig nach einer Schwangerschaft und Entbindung, aber auch nach Unfällen oder Operationen.