Grauer Star (Linsentrübung, Katarakt)

Als grauer Star oder Katarakt werden Linsentrübungen bezeichnet, die das Sehen beeinträchtigen. Der graue Star ist eine der häufigsten Augenkrankheiten im Alter

01.07.2015
Grauer Star

Erste Symptome beim grauen Star: Das Sehen ist unscharf, kontrastarm und weniger farbig, das Blendungsempfinden erhöht

PhotoDisc/ RYF

Wann tritt ein grauer Star auf?

Ein grauer Star kann in jedem Lebensalter entstehen. Am häufigsten ist der Altersstar, der sich meist ab dem sechsten Lebensjahrzehnt entwickelt. Die Augenlinse verliert zunehmend an Elastizität, sie verhärtet sich und trübt sich ein. Aber auch Jugendliche, Kinder oder sogar Neugeborene können vom grauen Star betroffen sein.

Weltweit verursacht die Augenerkrankung über 40 Prozent aller hochgradigen Sehminderungen. Doch lässt sich das Sehvermögen durch eine Operation meist wieder deutlich verbessern. Der Eingriff ist die häufigste Augenoperation überhaupt.


Prof. Dr. med. Klaus G. Riedel

UNSERE EXPERTEN: Professor Dr. Klaus G. Riedel, Facharzt für Augenheilkunde

W&B/Privat

Was sind die Ursachen?

Warum genau es zu einem Altersstar kommt, ist noch unklar. Neben erblicher Veranlagung gibt es verschiedene Risikofaktoren, zum Beispiel Diabetes (siehe Kapitel „Ursachen und Risikofaktoren“). Letztlich verändern sich Struktureiweiße der Augenlinse und kristallisieren aus. Dadurch trübt sich die Linse. Normalerweise glasklar, sorgt sie für scharfen Blick. Eine getrübte Linse verschleiert ihn.

Denn das einfallende Licht kann die Linse dann nicht mehr ungehindert durchdringen und wird außerdem gestreut. Somit entstehen auf der Netzhaut keine scharfen Bilder mehr.

Die Linsentrübung verläuft normalerweise sehr langsam, über Jahre und Jahrzehnte. Im hohen Alter ist sie gewissermaßen physiologisch. „Grauer Star“ beschreibt eigentlich das Stadium, in der die Trübung den Alltag behindert und daher operationsbedürftig geworden ist.


Woher kommt die Bezeichnung grauer Star?

Mit dem bekannten Singvogel hat der Name absolut nichts zu tun. Vielmehr leitet er sich von dem starren Blick ab, den Patienten früher – nicht behandelt und daher erblindet – hatten. Zudem zeigte sich bei ihnen die Pupille aufgrund des sehr reifen Stares grau.

Symptome des grauen Stares

Der Seheindruck ist unscharf, kontrastarm, weniger farbig. Die Betroffenen leiden unter erhöhter Blendempfindlichkeit. Auch Doppelbilder sind möglich. Ein grauer Star im fortgeschrittenen Stadium kann das Sehen erheblich beeinträchtigen (mehr dazu im Kapitel „Symptome“).


UNSERE EXPERTEN: Professor Dr. med. W. Heider, Facharzt für Augenheilkunde

W&B/Heller

Diagnose

Am Anfang jeder augenärztlichen Untersuchung steht die Prüfung der Sehschärfe. Sodann erfolgt die Untersuchung der Augen an der Spaltlampe (sogenanntes Spaltlampenmikroskop). Bei Bedarf schließen sich weitere Maßnahmen an.

Tipp: Gehen Sie ab 40 Jahren etwa alle zwei Jahre zur Früherkennung wichtiger Augenkrankheiten, darunter das Glaukom (grüner Star), zum Augenarzt.

Therapie des grauen Stares

Bei beginnendem Altersstar kann zunächst versucht werden, die Brechungsunregelmäßigkeiten der Augenlinse mit passenden Brillengläsern auszugleichen. Eine Therapie mit Medikamenten gibt es nicht.

Die einzige effektive Behandlungsmöglichkeit ist die Operation, da nur sie das Sehvermögen wiederherstellen kann. Dabei wird die getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt. Der Eingriff lässt sich meist in örtlicher Betäubung durchführen (mehr zu den Operationsverfahren im Kapitel „Therapie“).


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/Heller, PhotoDisc/ RYF, W&B/Privat
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