Was tun bei Blasen an den Füßen?

Wer einen ungewohnt langen Fußmarsch zurücklegt, bekommt nicht selten eine Blase an der Ferse. Was hilft, wie Sie vorbeugen können
von Apothekerin Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 15.03.2017

Sitzen die Wanderschuhe richtig? Sonst können sie reiben

Jupiter Images GmbH/Thinkstock

Ob im Watt oder in den Alpen – sonnige Tage bei stabilem Wetter laden zu ausgedehnten Tagestouren ein. Wer allerdings mit wenig Kondition startet, bekommt die Quittung spätestens am nächsten Tag, mit einem ordentlichen Muskelkater. Die ersten Probleme können schon während des Ausflugs auftreten. Scheuert eine Stelle im Schuh und beginnt anschließend zu brennen, deutet dies auf eine Blase hin.

Sie entsteht, wenn eine Hautstelle ungewohnt stark belastet wird. Ursache dafür kann zum Beispiel ein zu enger Schuh sein oder einer, der noch nicht eingelaufen ist. Reibt das Material anhaltend an einem bestimmten Fußbereich, können sich dort die oberen von den unteren Hautschichten ablösen. Es bildet sich ein kleiner Hohlraum, in den Gewebeflüssigkeit einfließen kann. Eventuell schmerzt und brennt diese Blase oder ist gerötet. Die Haut wölbt sich zudem leicht auf.


So sieht ein Blasenpflaster aus

W&B/Martin Ley

Blasen an den Füßen richtig verarzten

  • Stechen Sie die Blase keinesfalls auf, wenn diese geschlossen ist. Sonst können Keime eindringen und die Wunde infizieren. Kleben Sie ein fest haftendes Pflaster darauf. Das schützt die Blase vor Schmutz und verhindert, dass Schuhe oder Socken weiter auf der Haut reiben. Spezielle Blasenpflaster sind mit einer Gelschicht ausgestattet, die im Wundbereich für ein feuchtes Milieu sorgt. Dadurch verheilt die Blase meist schneller. Lassen Sie das Blasenpflaster solange auf der verletzten Haut, bis es sich von selbst ablöst – auch nach dem Duschen.
  • Ist die Blase bereits aufgegangen, sollten Sie die Wunde zunächst desinfizieren. Ein passendes Wunddesinfektionsmittel erhalten Sie in der Apotheke. Bringen Sie danach ein Pflaster darüber an. Blasenpflaster haben hier den Vorteil, dass sie nicht mit der nässenden Wunde verkleben. Ist die Blase sehr groß, verheilt nicht von selbst oder tritt gelbliche Flüssigkeit aus, dann sollten Sie rasch einen Arzt aufsuchen. Solche Verletzungen können sich leicht infizieren und entzünden.
  • Prüfen Sie auch, ob Sie ausreichend vor Tetanus geschützt sind – im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt. Ganz wichtig: Diabetiker sollten vorsichtshalber auch kleine Verletzungen und Blasen an den Füßen grundsätzlich dem Arzt zeigen – und sich zu Fragen rund um die geeignete Fußpflege beraten lassen.

Vorbeugen: Bequeme Schuhe, keine Blase

Da eine Blase – ob an Zeh oder Ferse – ziemlich schmerzhaft ist, sollten Sie es gar nicht so weit kommen lassen. Kaufen Sie sich Wanderschuhe, lassen Sie sich dazu am besten in einem Fachgeschäft beraten. Ziehen Sie zum Austesten Ihre dicken Sportsocken an und probieren Sie die Schuhe abends aus. Da sind die Füße ein wenig größer als morgens. Die Treter sollten bequem sein, der große Zeh muss genug Platz haben. Druckstellen an Knöchel, Zehen oder Ferse sind ein schlechtes Zeichen.

Haben Sie ein Paar ausgewählt, müssen Sie diese einlaufen. Also nicht aufheben bis zur ersten großen Wanderung! Kaufen Sie sich atmungsaktive Strümpfe, die genau Ihrer Fußgröße entsprechen. Zu große Socken bewirken Falten und scheuern. Schwitzen Ihre Füße im Schuh, verstärkt dies die Reibung und begünstigt eine Blase.

Haben Sie gewisse Problemstellen, an denen öfters Blasen entstehen, können Sie diese vorbeugend abkleben. Dazu eignet sich ein gut haftendes Pflaster oder ein Tapeverband.



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