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Fieber

38 Grad Celsius oder mehr auf dem Fieberthermometer zeigt Fieber an. Hauptursachen: Infektionen. Mitunter bleibt der Auslöser unklar. Ein Überblick über Ursachen, Diagnose und Therapie


Fieber ist prinzipiell eine sinnvolle Reaktion der Körperabwehr

Erst noch die leise Hoffnung, nach der heißen Dusche würden die eisigen Glieder wieder wohlig warm sein. Aber dann der Schüttelfrost. Und das Thermometer schon bei 39 °C, so etwa ein Grad über der Fieberschwelle: Da heißt es ab ins Bett, sich in die Federn kuscheln und den Arzt zu Rat ziehen, wenn das Fieber nach einem Tag nicht sinkt.

Fieber: grundsätzlich sinnvoll

Fieber hat zahlreiche Ursachen. Als typisches Symptom einer Infektion signalisiert es oft, dass das Immunsystem sich gerade verstärkt mit einem Krankheitserreger oder Entzündungsfaktor befasst. Dabei bildet der Körper eine Menge Abwehrstoffe. Einige davon, sogenannte Pyrogene, erzeugen Fieber. Wichtige Abwehrreaktionen verlaufen bei höheren Temperaturen beschleunigt ab. Insofern ist Fieber im Bedarfsfall eine sinnvolle Reaktion des Körpers.


Dennoch kennen Ärzte Situationen, in denen es besser ist, Fieber zu senken, etwa wenn hohe Temperaturen dem Betroffenen sehr zusetzen oder wenn ein Kind zu Fieberkrämpfen neigt.

Ursache unbekannt? Bei Fieber gar nicht so selten

Am anderen Ende der Ursachenskala steht mitunter ...?... ja, ein großes Fragezeichen. Trotz eingehender Diagnostik findet sich nämlich manchmal kein Auslöser. In der Fachsprache: „Fieber unklarer Genese“. Das ist bei bis zu einem Viertel der an unklarem Fieber Erkrankten der Fall. Bei den anderen stellt sich die Ursache irgendwann doch noch heraus. Aber auch ein unklar bleibendes Fieber vergeht häufig wieder von alleine. Dennoch sind gründliche Untersuchungen wichtig, um eine ernsthafte Erkrankung nicht zu übersehen und rechtzeitig zu behandeln.

Besonders wenn Fieber gemeinsam mit weiteren Auffälligkeiten wie ungewollter Gewichtsverlust, Gelbsucht, Gelenkschmerzen, Nachtschweiß oder Lymphknotenschwellungen auftritt und / oder wenn der Arzt eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit feststellt, sind das Warnzeichen. Sie bedeuten, dass etwas Grundlegendes im Körper nicht stimmt.

Selten sind Fiebererkrankungen erblich. Dann kommt es – meist schon in der Kindheit – zu wiederholten, zunächst oft unklaren Fieberschüben (periodisches Fieber, siehe Kapitel „Erbliche Fiebererkrankungen“). Da diese Krankheiten meist mehrere Organe mit einbeziehen, können sie vielfältige Beschwerden bereiten, darunter Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen und Hautausschläge.

Welche Temperatur ist überhaupt normal?

Eine normale Körpertemperatur – um die 37 °C  – ist das Ergebnis eines komplizierten Regelwerks: Der Körper hält die Wärmeproduktion und -abgabe im Gleichgewicht. Ist dieses Gleichgewicht gestört, bedeutet das Unterkühlung (unter 35 °C) oder Überwärmung des Körpers. Dazu muss man wissen: Das Wärmeregulationszentrum im Gehirn kontrolliert die Körpertemperatur rund um die Uhr. Es funktioniert ähnlich wie ein Thermostat. Drehen bestimmte Faktoren den Sollwert des Thermostaten hoch, passt der Körper die Temperatur an.

Die Angaben darüber, was bei der Körpertemperatur normal ist, sind uneinheitlich. Das liegt unter anderem daran, dass es im Tagesverlauf und auch individuell deutliche Schwankungen gibt. Im Mittel (gesund, Alter 18 bis 40 Jahre) liegt die Temperatur bei etwa 36,8 °C + / - 0,4 °C. In der zweiten Nachthälfte und morgens ist sie am niedrigsten, zum Abend hin am höchsten. Körperliches Arbeiten heizt auf, aber zum Beispiel auch emotionaler Stress. So oder so kommen wir kräftig ins Schwitzen, das Schweißbad kühlt uns aber wieder runter.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter steigt die Körpertemperatur nach dem Eisprung in der Zyklusmitte um etwa 0,5 °C an und bleibt bis zur nächsten Monatsblutung auf dem Niveau. Aufzeichnen dieser Basaltemperaturkurve nutzen einige Frauen zur Familienplanung. Die Methode ist zwar natürlich, aber unsicher.

Wann besteht Fieber?

Auch hier gibt es verschiedene Angaben: Als Fieber gilt eine Körpertemperatur von über 38° C zweimal im Ohr (innerhalb einer Stunde) beziehungsweise über 38,3 °C einmal im Ohr (aurikulär, tympanal) oder über 38,5 °C im Po (rektal) gemessen, und zwar ab dem Kindesalter. Bei Neugeborenen beginnt Fieber bereits bei über 37,8 °C rektal. Erhöhte Temperaturen ab 37,5° C nennen Ärzte subfebril, wobei hier nach oben unterschiedliche Grenzwerte existieren. Leicht erhöhte Temperatur kommt häufiger bei einer Erkältung vor, während das Thermometer bei Grippe meist höher steigt. Ab 39 bis 40 °C ist ein Fieber hoch. Klettert das Fieberthermometer gar auf über 41,1 °C, spricht man von Hyperpyrexie. Da der Körper dem Fieber nach oben meist eine Grenze setzt, ist eine Hyperpyrexie selten. Derart hohes Fieber kann aber zum Beispiel bei schwersten Infektionen, Gehirnerkrankungen und -verletzungen oder sehr selten als Narkosekomplikation vorkommen (siehe unten: maligne Hyperthermie). Mehr zu den verschiedenen Fieberarten im „Kapitel „Diagnose“.

Das innere Glühen: Wie entsteht Fieber?

Krankheitserreger und Entzündungsstoffe im Körper können bewirken, dass unser innerer Themostat, der Hypotahalmus, den Sollwert der Körpertemperatur anhebt. Um dies umzusetzen, hat der Körper mehrere Möglichkeiten: Er drosselt die Wärmeabgabe über die Haut. Daher ist sie anfangs trocken, blass und kalt. Zugleich vermittelt er uns das Gefühl, zu frieren, und lässt die Muskeln zittern. Der Schüttelfrost erhöht die Wärmeproduktion. Wir helfen gerne mit und packen uns gleich schichtweise in wärmespendende Textilien ein. Selbst die Leber wird aktiv, indem sie den Stoffwechsel ankurbelt, sodass mehr innere Wärme erzeugt wird. Allmählich glüht die Haut, die Wangen sind rot, Puls und Atmung ziehen an.

Wenn Entfiebern angesagt ist, gibt die Haut wieder vermehrt Wärme ab, sie ist gerötet, feucht oder schweißgebadet. Dazu kommt großer Durst, besonders wenn man vorher zu wenig getrunken hat. Auch wenn das Fieber wieder vorbei ist, können Appetitlosigkeit, Schlappheit und Müdigkeit noch eine Weile andauern.

Wann ist Fieber gefährlich?

Bei einigen Babys und Kleinkindern kann Fieber das Auftreten eines Krampfes begünstigen – für die Eltern ein erschreckendes Erlebnis. In den meisten Fällen indes sind Fieberkrämpfe harmlos. Sie bedeuten auch keinesfalls, dass die Kinder ein Krampfleiden (Epilepsie) entwickeln. Hatte Ihr Kind schon einmal einen Fieberkrampf, sollten Sie beim nächsten Fieber ab 38,5 °C die Körpertemperatur senken. Dazu dient ein fiebersenkendes Mittel gemäß ärztlicher Anweisung, etwa mit Paracetamol oder Ibuprofen, in der für das Kind geeigneten Dosierung. Wadenwickel (nicht zu kühl!) können gegebenenfalls zusätzlich gute Dienste leisten. Vor allem braucht das Kind aber genügend Flüssigkeit und Ruhe, um alsbald über dem Berg zu sein. Mehr dazu im Kapitel „Fieber bei Kindern“.

Hauptgefahren bei hohem oder anhaltenden Fieber? Das ist zum Beispiel Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel, was wiederum vor allem die ganz Kleinen, aber auch ältere Menschen gefährden kann. Herz- und Kreislaufprobleme sowie die Neigung zu Thrombosen (Blutgerinnsel, die Gefäße verstopfen, zum Beispiel eine Beinvene) können zunehmen. Auch drohen Schwindel und andere Störungen des zentralen Nervensystems, körperliche Schwäche, Kollaps- und Sturzgefahr.

Lebensgefährlich sind unter anderem Infektionskrankheiten, die unter dem Begriff hämorrhagisches Fieber, das heißt Fieber mit Blutungen, laufen. Verantwortlich sind verschiedene Virusarten, darunter die gefürchteten Ebola- und Marburg-Viren (virales hämorrhagisches Fieber). Aber auch bei einigen bakteriellen Infektionen, etwa mit Rickettsien, sind schwere Verläufe unter anderem mit Blutungen möglich.


Checkpoint Ebolafieber


Übertragung: Von infizierten Tieren (Buschfleisch, Ausgangspunkt der derzeit in Gebieten Zentral- und Westafrikas grassierenden Epidemie) auf den Menschen und weiter von Mensch zu Mensch (virushaltiges Blut, andere Körperflüssigkeiten, enger Kontakt, auch Pflege: Risikokontakte) oder über infiziertes Material wie z. B. Spritzen; Ansteckung über die Atemluft bislang nicht erwiesen.
Zeit von der Infektion bis zu ersten Symptomen (Inkubationszeit): 2 bis 21 Tage
Symptome:
- Anfangs plötzliches Fieber oder erhöhte Temperatur sowie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, eventuell Bindehautentzündung, Kopf- und Muskelschmerzen, Rachenentzündung, Hautausschlag.
- Im weiteren Verlauf Gerinnungsstörungen mit Blutungen (innerlich, Blutergüsse), Organversagen und Schock möglich.
Ansteckungsdauer: Solange Krankheitssymptome bestehen; Samenflüssigkeit Betroffener erwies sich noch mehrere Wochen nach Genesung als virushaltig.
Impfstoff, Medikamente gegen das Virus: Bislang nur experimentell. Therapie derzeit im Allgemeinen symptomatisch.


Nicht wirklich Fieber: Hyperthermie, Hitzschlag

Manchmal ist eine erhöhte Körpertemperatur kein Fieber, sondern eine Hyperthermie. Dabei ist der Sollwert des Temperaturzentrums nicht verschoben. Vielmehr steigt die Temperatur unkontrolliert über 40 °C an, der Körper kann nicht gegensteuern. Ausbleibendes Schwitzen führt zum Wärmestau. Das ist lebensbedrohlich. Zum Beispiel kann große Anstrengung in Kombination mit starker Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit (auch in Innenräumen) die Temperaturregelung außer Gefecht setzen, etwa anstrengende körperliche Arbeiten oder Sport. Dann kommt es zum Hitzschlag, der bekanntesten Form der Hyperthermie.

Weitere Hyperthermie-Ursachen: eine innere Fehlsteuerung durch Arzneimittel, speziell sogenannte Neuroleptika (neuroleptisches malignes Syndrom). Mitunter kommen auch Drogen, Hormone, Verletzungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Entzündungen, Tumoren) als Auslöser infrage. Eine schwere (maligne) Hyperthermie unter Narkose aufgrund eines erblichen Stoffwechseldefektes der Muskeln gehört zu den Raritäten.

Anzeichen für einen Hitzschlag sind oft Krämpfe und Bewusstseinstrübungen. Es kommt aber auch vor, dass der Betroffene nur völlig ermattet ist.



Atmet ein Fiebernder nicht, sofort zur Herzdruckmassage übergehen: 100-mal pro Minute den Brustkorb zusammenpressen

Soforthilfe: Eine Hyperthermie spricht in der Regel nicht auf fiebersenkende Mittel an. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Zustand des Betroffenen. Erstmaßnahmen, zum Beispiel bei Hitzschlag: langsames Kühlen und Flüssigkeitszufuhr. Das heißt, den Betroffenen umgehend in eine kühlere Umgebung bringen. Ist er ansprechbar, sollte er mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden und kalte, aber keine eiskalte Flüssigkeit trinken. Feuchte Tücher leiten durch Verdunstungskälte Wärme ab. Verständigen Sie auf jeden Fall einen Arzt.

Atmet der Betroffene, ist aber bewusstlos, sollten Sie ihn in die stabile Seitenlage bringen. Atmet er nicht, sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen, insbesondere Herzmassage (Lagerung auf dem Rücken; siehe Bild). Ein zweiter Helfer alarmiert indessen den Notarzt.



Hohes Fieber, das nicht sinkt, wird in der Klinik weiterbehandelt

Fieber: Wann zum Arzt?

Die Temperaturregelung ist ein komplizierter Vorgang. Bei Babys muss sie sich erst noch einspielen. Sie reagieren einerseits stärker auf hohe Temperaturen in der Umgebung. Andererseits entwickeln sehr kleine Babys – Früh- und Neugeborene – bei einem Infekt oft noch gar kein Fieber. Klein- und Schulkinder fiebern dagegen rasch.

Für die Kleinsten gilt: Bei Fieber sicherheitshalber kurzfristig den Kinderarzt rufen. Aber auch wenn ein Säugling zum Beispiel „nur“ auffallend müde oder schläfrig, schlapp und teilnahmslos ist und schlecht trinkt, muss der Arzt nachschauen, was los ist. Unverzüglich gilt das, wenn ein Baby oder (Klein-)Kind stark erbricht, Durchfall, Anzeichen von Atemnot, deutliches Bauchweh, Kopfschmerzen oder erstmals einen Fieberkrampf hat. Ist der Arzt nicht erreichbar, rufen Sie den Notarzt oder bringen Sie das Kind sofort in die nächste Kinderklinik.

Klären Sie auch, ob und wann Sie bei Ihrem Kind beim nächsten Mal das Fieber frühzeitig senken sollten. Bei Neigung zu Fieberkrämpfen (mehr dazu im Kapitel „Fieber bei Kindern“) raten Ärzte meist ab 38,5 °C dazu. In anderen Fällen, vor allem, wenn es dem Kind einigermaßen gut geht, kann man bei nicht zu hohem Fieber auch erst einmal abwarten und eventuell auf Wadenwickel setzen.

Erwachsene sollten bei hohem oder sehr hohem Fieber, das länger als einen Tag anhält, oder bei Fieber ohne erkennbarem Grund beziehungsweise dringendem Infektionsverdacht zum Arzt gehen. Auch begleitende Krankheitszeichen, ihre Art und Stärke und wie man sich insgesamt fühlt, sind ausschlaggebend dafür, ob und wie dringlich der Arzt gefragt ist. Eilig ist das zum Beispiel bei einem Hautausschlag, notfallmäßig dringlich bei neurologischen Störungen wie Benommenheit, Bewusstseinstrübung oder Bewusslosigkeit mit (und ohne!) Fieber oder Krämpfen. Tritt Fieber nach einem Auslandsaufenthalt auf, dann sollten Sie natürlich ebenfalls sofort zum Arzt gehen.

Hauptursachen von Fieber

Infektionskrankheiten

  • Bei Kindern: zum Beispiel häufige Infektionen wie eitrige Mandelentzündung durch Bakterien namens Streptokokken oder Mittelohrentzündung durch Pneumokokken (Streptokkus pneumoniae), natürlich auch die typischen sogenannten Kinderkrankheiten wie auch Infektionen mit Hämophilus influenzae B (gegen Letztere wie auch weitere wichtige Kinderkrankheiten gibt es einen Impfschutz), seltener eine Tuberkulose.

    Bei Erwachsenen: beispielsweise häufige Infektionen wie komplizierter Harnwegsinfekt mit Übergang in eine Nierenbeckenentzündung. Lungenentzündung, etwa durch Grippeviren, Pneumokokken, seltenere wie das Q-Fieber, Tuberkulose, Legionellose. Sodann das sehr seltene, ernste Lemierre-Syndrom (Abszessbildung im Bereich der Mandeln, von dort bakterielle Streuung über die Drosselvene in den Körper). Ebenfalls unter anderem mit Lymphknotenschwellungen: Epstein-Barr-Virusinfektion (EBV), Zytomegaievirusinfektion (CMV), Toxoplasmose. Meist durch Zeckenbisse übertragen: Borreliose, Rikettsiose. Sodann: Katzenkratzkrankheit und Tularämie. In Erreger-Endemiegebieten in Europa, den Subtropen oder Tropen erworbene spezielle Infektionen, darunter beispielsweise in Asien Tollwut. Sexuell übertragen: Gonorrhö. Sexuell oder unter anderem über Spritzen übertragen: infektiöse Hepatitis (B, C), HIV-Infektion.
  • Fieber bei gestörter Immunabwehr
  • Im Krankenhaus erworbenes Fieber durch einen Krankenhauskeim; Fieber nach Bluttransfusionen oder durch Infektionen nach Eingriffen (zum Beispiel Abszess, nekrotisierende Fasziitis)

Fieber (zunächst) unklarer Ursache

  • Erbliche Fiebererkrankungen (autoinflammatorische Erkrankungen)
  • Autoimmunerkrankungen (Kollagenosen), Rheuma
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitis-Erkrankungen)
  • Arzneimittel (“drug fever“)
  • Tumoren (Krebserkrankungen verschiedener Organe, des Lymphsystems, Blutes)
  • Hormone & Co.
  • Psychisches Fieber

Mehr zu den meisten hier gelisteten, teilweise auch zu weiteren Ursachen, sowie zu den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten jeweils in den einzelnen Kapiteln dieses Beitrags.

Diagnose

Die ausführliche Krankengeschichte, eine gründliche körperliche Untersuchung, Beobachten des Fieberverlaufes, dazu technische Untersuchungen (innere Organe, Hals-Nasen-Ohrenbereich, Bewegungssystem, Nervensystem, Blut): So lassen sich häufig die möglichen Ursachen einengen, bis schließlich die Diagnose steht. Gelingt es, den mutmaßlichen Erreger zum Beispiel unter dem Mikroskop zu erkennen, aus dem Blut anzuzüchten (Blutkulturen, siehe Kapitel „Diagnose“) oder sein Erbmaterial zu identifizieren, so ist das neben Antikörpertests oft der Durchbruch bei schwierigen Fällen. Doch leider findet sich die Ursache trotz aller Bemühungen nicht immer. Bleibt sie unerkannt, das Fieber aber länger als drei Wochen mit Werten von mindestens 38,3 °C bestehen, handelt es sich um Fieber unklarer Herkunft.

Therapie

Sie richtet sich nach der Ursache, falls bekannt. Um hohes Fieber zu senken, setzt der Arzt häufig Substanzen wie Paracetamol oder einen Entzündungshemmer (ein nicht steroidales Antirheumatikum) ein. Als zusätzliches Hausmittel sehr beliebt, sofern der Patient nicht gerade friert und bibbert: leicht kühlende Wadenwickel. Eine Infektion wird der Arzt, wenn möglich, gezielt, das heißt erregergerecht, behandeln. Dies insbesondere dann, wenn es an weißen Blutkörperchen, den maßgeblichen Abwehrkämpfern gegen Krankheitserreger, mangelt. Zum Einsatz kommen Antibiotika, Mittel gegen Viren, Parasiten. Bei ausgeprägten Krankheitsbildern muss die Therapie sofort beginnen und wird gegebenenfalls im zweiten Schritt an den ausgetesteten Erreger angepasst.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: Shotshop/ Robert Kneschke, W&B/Felix Schneider, W&B/Ulrike Möhle
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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.10.2014, erstellt am 31.08.2009
Bildnachweis: Shotshop/ Robert Kneschke, W&B/Felix Schneider, W&B/Ulrike Möhle

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