Vitamin B6 (Pyridoxin)

Das vielseitig aktive Vitamin stärkt Nerven und Abwehrkräfte. In welchen Lebensmitteln Vitamin B6 steckt und was bei einem Mangel oder einer Überdosierung geschieht

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 01.03.2016

Starke Frucht: Eine Avocado deckt einen Großteil des Tagesbedarfes an Vitamin B6

W&B/Adam Pentos

Wozu braucht der Körper Vitamin B6?

Vitamin B6 ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffe. Vitamin B6 regelt zentrale Abläufe im Stoffwechsel. Der Körper benötigt es vor allem, um Eiweißstoffe umwandeln und einbauen zu können. Auch beim Fettstoffwechsel hilft Vitamin B6. Es trägt zur Bildung von Botenstoffen in den Nerven bei und hat Auswirkungen auf das Immunsystem. Zudem beeinflusst Vitamin B6 bestimmte Hormonaktivitäten.

Vitamin B6 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Hitze und Tageslicht, vor allem Sonnenstrahlen, können seine Wirkung beeinträchtigen.

In welchen Lebensmitteln ist Vitamin B6 enthalten?

Vitamin-B6 steckt zum Beispiel in:


Tagesbedarf von Vitamin B6 und wie Sie ihn decken

Tagesbedarf: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene pro Tag:

  • Frauen: 1,2 mg; Schwangere und Stillende: 1,9 mg
  • Männer: 1,4 bis 1,6 mg

So decken Sie den täglichen Bedarf von durchschnittlich 1,2 mg Vitamin B6:

  • 150 Gramm Putenbrust + 200 Gramm Brokkoli + 50 Gramm Naturreis
  • 1 Avocado (200g) + 1 Apfel (150 g)

Tipp: Wählen Sie bei Getreide bevorzugt Vollkornprodukte. Garen Sie Gemüse schonend mit möglichst wenig Wasser. Beim Kochen kann mehr als ein Drittel des Vitamin-B6-Gehalts ins Wasser übergehen. Schützen Sie die Lebensmittel vor Licht- und Sonneneinstrahlung, also z.B. Kartoffeln dunkel lagern.

Was passiert bei einem Mangel an Vitamin B6?

Die meisten Menschen in Deutschland nehmen über die Nahrung ausreichend Vitamin B6 auf. Zu einem Mangel kann es beispielsweise bei chronischen Verdauungsstörungen, Arzneimittelinteraktionen (z.B. hormonelle Verhütgunsmittel) und Alkoholabhängigkeit kommen.

Symptome für einen Vitamin-B6-Mangel: Zum Beispiel schuppende Hautausschläge im Gesicht, Entzündungen an den Lippen und im Mund, Blutarmut, Durchfall und Erbrechen. Säuglinge und Kleinkinder, die zu wenig Vitamin B6 erhalten, krampfen, zittern und sind häufig in ihren Bewegungen gestört. Die Mangelerscheinungen gehen in der Regel zurück, wenn die Kinder wieder genügend Vitamin B6 aufnehmen.

Was passiert bei einer Überdosierung von Vitamin B6?

Über Nahrungsmittel zu viel Vitamin B6 aufzunehmen, ist kaum möglich. Menschen, die jedoch über längere Zeit sehr hohe Dosen Vitamin B6 in Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen, können Nervenstörungen entwickeln. Diese verursachen Probleme beim Gehen. Möglich ist auch eine ausgeprägte Empfindlichkeit Sonnenlicht gegenüber sowie Hautausschläge.


Wichtiger Hinweis:
Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten, bevor Sie zu Vitaminpräparaten greifen. Nicht immer ist eine Nahrungsergänzung sinnvoll. Eine Überdosierung oder falsche Kombination von Präparaten könnte womöglich mehr schaden als nutzen. Für Schwangere gelten die Empfehlungen des Frauenarztes.



Bildnachweis: W&B/Adam Pentos
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