Infusion: Bei schwerer Divertikulitis müssen Antibiotika und künstliche Ernährung über die Vene verabreicht werden
Solange Divertikel im Darm nicht zu Beschwerden führen, müssen sie nicht behandelt werden. Es empfiehlt sich, durch eine ballaststoffreiche Ernährung, viel Trinken und ausreichend Bewegung den Komplikationen vorzubeugen. Sobald typische Krankheitszeichen (siehe Kapitel Symptome) auftreten, muss jedoch schnell gehandelt werden. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Divertikulitis.
Bei einer leichten Divertikulitis wird zunächst versucht, durch vorübergehenden Verzicht auf Nahrung oder die Umstellung auf flüssige Kost sowie Antibiotika die Entzündung im Bauchraum einzudämmen. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden. Wenn sich die Beschwerden bessern, ist wieder leichte, schlackenarme Kost möglich und nach zwei bis vier Tagen darf der Betroffene meist wieder normal (faserreich) essen.
Eine schwerere Divertikulitis muss dagegen im Krankenhaus behandelt werden. Die Patienten müssen auf Nahrungszufuhr verzichten. Sie erhalten eine künstliche Ernährung und Antibiotika über die Vene. Hat sich ein Abszess gebildet, wird dieser über einen Schlauch durch die Haut entleert und gespült. Die Ärzte kontrollieren engmaschig, ob sich der Zustand des Patienten verändert.
Eine Operation ist notwendig, wenn es zu Komplikationen wie zum Beispiel einem Darmdurchbruch, einer Verengung des Darms, massiven Blutungen oder Verbindungsgängen (Fisteln) in andere Organe gekommen ist. Außerdem ist eine Operation sinnvoll bei wiederholten Entzündungen, nach einer Entzündung mit Komplikationen und wenn andere Behandlungsmaßnahmen nicht angeschlagen haben. Bei dem Eingriff wird der Darmabschnitt mit den entzündeten Divertikeln entfernt (reseziert).
Entzündliche Engstellen im Darm erweitern sich meist wieder mit der antibiotischen Therapie. Selbst starke Blutungen kommen in 70 bis 80 Prozent der Fälle von selbst zum Stillstand. Bei massiven Blutungen kann aber auch die Blockade des blutenden Gefäßes im Rahmen einer radiologischen Untersuchung oder einer Operation nötig sein. Eine Notoperation wird, wann immer möglich, vermieden. Ist sie trotzdem notwendig, wird eine „einzeitige Operation“ angestrebt. Es gibt aber auch Situationen, in denen ein „zweizeitiges Vorgehen“ notwendig wird. Hier wird beim ersten Eingriff das entsprechende Darmstück entfernt und ein künstlicher Darmausgang (Anus praeter) angelegt, der in der zweiten Operation wieder verschlossen wird.
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13.09.2005, aktualisiert am 22.12.2010
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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