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Knoten in der Brust
Zyste, Fettgewebsnekrose

Im letzten Jahrzehnt vor den Wechseljahren (Prämenopause) treten Zysten in der Brust tendenziell häufiger auf als vorher


Zysten der Brust bilden sich in erster Linie nach dem 30. Lebensjahr

 

Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Sie können einzeln oder vielfach auftreten und sind in der Regel harmos. Die Innenschicht ist ein Saum aus Drüsenzellen. Zysten bilden sich, wenn überschüssiges Drüsen- und Bindegewebe Milchgänge einengt. Sekret staut sich zurück, sodass sich die Milchgänge am Endstück, zum Drüsenläppchen hin, sackförmig erweitern.
Eine einzelne Zyste ist meistens größer als einen Zentimeter.
Sind mehrere größere Zysten entstanden, so sind sie Teil sogenannter fibrozystischer Veränderungen der Brust (siehe Kapitel „Fibrozystische Mastopathie“). Die eigentliche Ursache von Zysten ist unklar. Weibliche Geschlechtshorme – Östrogene – spielen offenbar eine Rolle. So können Zysten, die sich nach den Wechseljahren normalerweise zurückbilden, bestehen bleiben, wenn eine Frau Hormone einnimmt.

Eine Milchzyste (Galaktozele) kann sich selten gegen Ende der Stillphase entwickeln und auch nach dem Abstillen weiterhin vorhanden sein. Sie entspricht einer verschlossenen Milchdrüse. Dadurch erweitert sich die Drüse und / oder der hier abgehende Milchgang zystisch, sodass sich eine milchhaltige zystische Geschwulst bildet.


Wenn Fettzellen in der Brust geschädigt und zerstört werden, liegt eine Fettgewebsnekrose vor. Dies kann zum Beispiel bei einer Stoßverletzung der Brust passieren – am ehesten bei übergewichtigen Frauen, deren Brüste einen hohen Fettanteil haben. Auch nach einer Brustoperation oder Bestrahlung kann eine Fettgewebsnekrose auftreten. Manchmal entsteht eine solche Nekrose im Rahmen fibrozystischer Veränderungen, bei einer Milchgangserweiterung (siehe Kapitel „Brustentzündung“) oder auch bei Brustkrebs. Meistens vernarbt das geschädigte Gewebe mit der Zeit. Durch Verflüssigung kann sich jedoch eine Ölzyste bilden. Der ölige Zysteninhalt kann schalenförmige Verkalkungen abscheiden. Ölzysten bilden sich selten auch nach speziellen, plastischen Brustoperationen, bei denen Eigenfett verwendet wird (Transplantation von autologem Fettgewebe).

Symptome: Tastbare Zysten geben sich als rundliche oder eiförmige Gebilde zu erkennen. Sie fühlen sich in der Regel weich und elastisch an, sind meistens gut vom umgebenden Gewebe abgrenzbar und lassen sich unter der Haut verschieben. Ab einer bestimmten Größe können sie berührungsempfindlich oder schmerzhaft sein, zum Beispiel wenn sie vor der Periodenblutung anschwellen. Danach verkleinern sie sich wieder, sodass auch die Beschwerden nachlassen. Große Zysten können die Umgebung reizen und dadurch auch unabhängig von der Periode Beschwerden machen. Eine Fettgewebsnekrose geht mit einer tastbaren, oberflächlich in der Brust gelegenen Schwellung oder Geschwulst einher und wird meistens von einer schmerzhaften Entzündungsreaktion begleitet. Die Haut kann eingezogen, gerötet und verdickt sein. Die benachbarten Lymphknoten können anschwellen. Eine Ölzyste lässt sich beim Tasten kaum unter der Haut verschieben.

Diagnose: Kleinste Zysten bis zu drei Millimetern (Mikrozysten) sind nur mithilfe bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen (Mammografie) festzustellen. Demgegenüber erreichen größere Zysten (Makrozysten) einen Durchmesser von mehreren Zentimetern. In der Regel sind sie tastbar. Die Sonografie (Ultrschalluntersuchung) kann den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum gut darstellen, ebenso die Zystenwand. Daher ist Ultraschall bei dieser Fragestellung das führende Verfahren, zumal er problemlos einsetzbar und nicht belastend ist. Der Arzt kann die Zyste bzw. deren Inhalt über eine Nadel „absaugen“ (Aspiration oder Punktion). Die Zyste selbst verschwindet dann, ebenso damit verbundene Beschwerden. Falls sie sich nachbildet, kann sie erneut punktiert werden. Die gewonnene Flüssigkeit wird auf enthaltene Zellen untersucht.
Eine kalkhaltige Ölzyste ist auch mittels Mammografie diagnostizierbar. Sonografie und Mammografie ergänzen sich hier gut bei der Diagnostik. Außerdem ist die Vorgeschichte richtungweisend. Beide Feststellungen gelten auch für die selten auftretenden Milchzysten. Kleine Milchzysten werden manchmal als Zufallsbefund nach Ende der Stillzeit festgestellt, größere sind tastbar. Ist die abgesaugte Flüssigkeit blutig, eine Zyste nach Punktion nicht verschwunden und / oder weist sie in den Mammografie- oder Ultraschallbildern Besonderheiten auf, sind weiterführende Untersuchungen nötig. Dazu gehört insbesondere die mikroskopische Begutachtung einer Gewebeprobe. Bei einer schmerzhaften Schwellung und Rötung der Brust unklarer Ursache ist ebenfalls eine weitere Abklärung mit einer Gewebeprobe notwendig – also auch bei einer Fettgewebsnekrose (siehe oben).

Brustkrebsrisiko: unbeeinflusst.

Therapie: Die Behandlung hängt von den Beschwerden und der Ausprägung der Zysten ab. Einfache einzelne Zysten können sich spontan wieder zurückbilden. Falls eine Zyste fortbesteht und schmerzt, kann der Arzt sie punktieren, also den Inhalt mit einer feinen Nadel absaugen. Der Arzt wird die Brust nach gegebener Zeit kontrollieren, da die Zyste wiederkehren kann oder sich neue Zysten gebildet haben können. Die Einnahme einer Anti-Baby-Pille unterdrückt den hormonellen Zyklus (je nach Präparat sogar die Blutungen), damit auch die Neigung zu Zysten. Ob dies der geeignete Behandlungsweg ist, wird der Frauenarzt individuell entscheiden. Dabei wird er sowohl die Anliegen der betroffenen Frau, zum Beispiel den Wunsch nach Empfängnisverhütung, als auch mögliche medizinische Risiken berücksichtigen. Zysten, die nach den Wechseljahren unter einer Hormontherapie auftreten oder fortbestehen, bilden sich normalerweise zurück, wenn die Hormone abgesetzt werden. Bei einer Fettgewebsnekrose hängt die Behandlung von den Begleitumständen ab. Vernarbt sie, so entstehen normalerweise keine Probleme, außer dass Narben bei späteren Mammografien die Beurteilbarkeit erschweren können. Auch eine Ölzyste oder Milchzyste kann der Arzt punktieren. Eine Milchzyste kann sich auch spontan zurückbilden.



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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 25.04.2012
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF

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