In der Regel fängt man sich den Krankheitserreger durch den Stich einer Zecke ein
Waldspaziergang: Lange Hosenbeine und geschlossene Schuhe können vor Zeckenstichen schützen
Die Borrelien werden überwiegend von infizierten Zecken übertragen, hierzulande vor allem vom gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus). Die Lyme-Borreliose kommt in ganz Deutschland vor, in den nördlichen Regionen etwas seltener als in der Mitte und im Süden.
Zecken leben im hohen Gras, in Büschen, Hecken und in Wäldern. Meistens infizieren sich Menschen daher bei Aktivitäten in der Natur – beispielsweise beim Joggen, Wandern oder beim Camping. Infektionen kommen jedoch genauso im heimischen Garten oder in einem Park mitten in der Stadt vor. Nur Regionen oberhalb von circa 1500 Metern über dem Meeresspiegel sind praktisch "zeckenfrei".
Die kleinen Blutsauger sind vor allem im Frühling und Sommer aktiv. Deshalb häufen sich die Krankheitsfälle in diesen Jahreszeiten. Zwischen der Infektion und den ersten Symptome kann aber manchmal viel Zeit vergehen. Eine gewisse Infektionsgefahr besteht auch im Herbst und selbst im Winter.
Die "Minivampire" nehmen die Bakterien beim Blutsaugen auf und geben sie bei ihrer nächsten Mahlzeit weiter. Die Erreger befinden sich im Darm der Zecken. Deshalb werden die Krankmacher in der Regel nicht sofort mit dem Stich übertragen, sondern erst innerhalb der nächsten Stunden, manchmal auch Tage. Das Krankheitsrisiko ist umso größer, je länger die Zecke in der Haut bleibt. Wird sie entfernt, sollte sie nicht gequetscht werden. Denn das erhöht ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Krankheitskeime erst recht in die Stichwunde abgibt.
Häufig bleiben die winzigen Spinnentiere unbemerkt – vor allem dann, wenn sie sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Viele Borreliose-Patienten können sich gar nicht an einen Stich erinnern.
Welche Maßnahmen am besten vor Zecken schützen, und wie Sie die Quälgeister richtig entfernen, wenn sie doch zugestochen haben sollten, erfahren Sie im Kapitel "Wissenswert".
Auch Bremsen können mit ihrem Stich die Lyme-Borreliose übertragen. Bei Mücken scheint es zumindest denkbar. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.
www.apotheken-umschau.de / Dr. Bößenecker;
13.09.2005, aktualisiert am 31.03.2010
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