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Arthrose der Hand- und Fingergelenke

Wenn die Finger- oder Handgelenke schmerzen, oder wenn sich an den Fingergelenken kleine Knoten bilden, kann eine Arthrose (Gelenkverschleiß) die Ursache sein. Mehr über Symptome und Therapie


Die Finger wollen nicht mehr so recht beim Tippen? Schwellungen, Schmerzen, steife Finger – diese Symptome können auf Arthrose hindeuten

Was ist eine Arthrose der Hand- und Fingergelenke?

Bei einer Arthrose "verschleißen" die Gelenke rascher als es im jeweiligen Lebensalter zu erwarten wäre. Die Ursache liegt in einer Schädigung des Gelenkknorpels. Dabei unterscheiden die Mediziner zwei Formen:

  • Bei der primären Arthrose ist die Ursache für den Knorpelschaden unbekannt. Da die Arthrose der Fingergelenke vor allem Frauen in und nach den Wechseljahren trifft, liegt der Schluss nahe, dass Veränderungen im Hormonhaushalt eine besondere Rolle spielen. Denn in dieser Lebensphase sinkt der Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone allmählich ab. Daneben scheinen aber auch die Erbanlagen einen entscheidenden Einfluss zu haben. Sind nahe Verwandte (wie zum Beispiel die Mutter oder die Großmutter) betroffen, wächst das eigene Erkrankungsrisiko.

  • Die sekundäre Arthrose entsteht als Folge von Stoffwechselstörungen, Kristallablagerungen (Gicht) oder rheumatoider Arthritis. Veränderungen des Knochens wie Osteoporose (Knochenschwund) oder Osteonekrosen (Absterben von Knochengewebe) können ebenso zur sekundären Arthrose führen wie angeborene, unfall- oder verletzungsbedingte Fehlstellungen der Gelenke. Eine ständige Überlastung der Gelenke kann die Arthrose fördern, aber auch ein Bewegungsmangel wirkt sich ungünstig aus.

Nach dem 50. Lebensjahr nimmt die Degeneration sowohl der großen Gelenke (Wirbelsäule, Hüfte, Knie) als auch der kleinen Gelenke der Hand sprunghaft zu. Trotzdem handelt es sich nicht um eine unausweichliche "Alterserscheinung".


Dr. Bernhard Lukas

Beratender Experte: Dr. Bernhard Lukas, Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie – Handchirurgie

Schon bei manchem Dreißigjährigen sind Verschleißerscheinungen an den Gelenken feststellbar. Während für Arthrosen der großen Gelenke der Anteil Frauen / Männer etwa gleich ist, sind bei den Arthrosen der Fingergelenke Frauen zehnmal häufiger betroffen als Männer.

Die Arthrose entwickelt sich allmählich. Oft macht sie anfangs keine Symptome und bleibt damit lange Zeit unbemerkt (= stumme Arthrose). Ob und wann es zu Problemen kommt, ist individuell verschieden. Das Ausmaß der Gelenkveränderungen – die zum Beispiel in einer Röntgenaufnahme sichtbar werden – lässt nicht immer Rückschlüsse auf das Ausmaß der Beschwerden zu. Geringe Veränderungen können starke Schmerzen verursachen und umgekehrt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: istock/Michael Jay, W&B/Privat
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Experten-Sprechstunde mit Dr. Roth


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth ist Facharzt für Orthopädie


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Wie stellt der Arzt fest, dass eine Fingerarthrose vorliegt?

Zunächst wird zu klären sein, ob Schmerzen und Verformungen beziehungsweise Bewegungseinschränkungen an den Fingergelenken vorliegen. Diese weisen auf eine Störung im Gelenk hin. Das Ausmaß der Störung kann mit einer Röntgenaufnahme geklärt werden. Wichtig ist auch zu prüfen, ob die Beschwerden die Folgen eines Unfalles sein könnten oder ob eine rheumatoide Arthritis oder eine Psoriasis-Arthritis als Begleiterkrankung vorliegen.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Was hilft gegen die Arthrose-Knoten an dn Fingern?

Und: Was kann es noch sein? Warum haben gerade Frauen um die Lebensmitte so häufig damit zu tun?

Im deutschsprachigen Raum wird eine Arthrose der Fingergelenke medizinisch als Polyarthrose bezeichnet. Im Unterschied zum Rheuma fehlen hier die typischen rheumatischen Allgemeinsymptome. Und anders als bei der Gicht treten keine so genannten Gicht-Tophi (Knötchenbildungen zum Beispiel unter der Haut) auf. Auch fehlen die für diese Krankheit meist typischen laborchemischen Veränderungen im Blut. Bei der rheumatoiden Arthritis sind vor allem die Fingergrund- und -mittelgelenke sowie die Zehengrundgelenke betroffen, bei der Polyarthose sind es vor allem die Fingerend- und -mittelgelenke sowie das Daumensattelgelenk. Die eigentliche Ursache der Polyarthrose ist unbekannt. Eine gewisse Erblichkeit spielt sicher eine Rolle. Der Umstand, dass vorwiegend Frauen im Klimakterium betroffen sind, weist auf einen hormonellen Hintergrund hin, das heißt, dass die nach den Wechseljahren veränderte Hormonlage das Krankheitsbild beeinflusst.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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Bedeutet Daumengelenkarthrose das Aus beim Klavierspielen?

Ein seit längerem beim Abspreizen schmerzender rechter Daumen - ein dumpfer Schmerz, der in der Tiefe sitzt, und das Gefühl einer Schwellung - behindern erheblich beim Greifen und Tragen, und erst recht beim Klavierspielen. Ist es Daumengelenkarthrose? Wird eine solche Hand jemals wieder richtig gut zu gebrauchen sein?

Zunächst ist eine Abklärung erforderlich, inwiefern das Daumensattelgelenk – das am häufigsten betroffene Gelenk am Daumen – auch wirklich eine Arthrose aufweist. Wenn Wärmebehandlung und Einspritzen (lokale Infiltrationen) kortisonhaltiger Medikamente keine Linderung bringen, kann eine Handgelenkorthese, die den Daumen äußerlich schient, stabilisierend und schmerzlindernd wirken. Eine operative offene Gelenktoilette – dabei werden Knochensporne und durch den Verschleiß entstandene freie Gelenkkörper aus Knorpel oder Knochen operativ beseitigt – wird bei jüngeren Patienten durchgeführt. Häufig wird der angrenzende Handwurzelknochen entfernt und das Gelenk vorübergehend mit einem Draht stabilisiert. Der Draht wird entfernt, wenn das umgebende Gewebe stabil verheilt ist und die Sehnen und Knochen ihre Position nicht mehr verlassen können. Die Gebrauchsfähigkeit der Hand bessert sich dadurch deutlich. Schmerzfreiheit kann auch durch den Versuch einer operativen Versteifung im Daumensattelgelenk erreicht werden. Sie wird allerdings sehr selten durchgeführt, da hier häufiger mit Fehlschlägen gerechnet werden muss. Insbesondere bei professionellem Klavierspielen sind jedoch immer Einschränkungen zu erwarten.


Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Roth


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www.apotheken-umschau.de; 13.09.2005, aktualisiert am 11.12.2013
Bildnachweis: istock/Michael Jay, W&B/Privat

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