Die andere Hälfte des Blutes besteht aus Zellen, dieser Anteil wird durch den Hämatokrit-Wert gemessen. Diese Zellen unterteilen sich in drei große Gruppen: die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), gehören zum Abwehrsystem des Körpers und schützen den Körper vor Infektionen, die Blutplättchen (Thrombozyten) sind an der Blutstillung beteiligt und die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) transportieren den Sauerstoff im Körper.
Die überwiegende Mehrheit der Zellen des Blutes besteht aus roten Blutkörperchen. Sie übernehmen eine der wichtigsten Aufgaben des Blutsystems: den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport. Unverzichtbar für diese Aufgabe ist ein Molekül namens Hämoglobin, das in den Erythrozyten vorkommt und verantwortlich für die rote Farbe des Blutes ist.
An bestimmte Regionen dieses Moleküls bindet der Sauerstoff, der in der Lunge ins Blut gelangt. Das Hämoglobin transportiert ihn durch den Körper und gibt ihn schließlich dort in den Organen und Geweben ab, wo er gebraucht wird. Im Austausch bindet das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid (CO2) an das Hämoglobin. Kohlendioxid wird zurück zur Lunge transportiert und ausgeatmet.
Sind zu wenig Erythrozyten oder ist zu wenig Hämoglobin im Körper vorhanden, wird der Sauerstofftransport beeinträchtigt. Das kann zum Beispiel zu Symptomen wie Blässe, Schwindel, Leistungsschwäche, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Herzrasen führen.
Eine Blutarmut lässt sich anhand von Laboruntersuchungen des Blutes nachweisen. Ist eine Anämie festgestellt worden, ist es wichtig die Ursachen zu ermitteln, um passende Maßnahmen ergreifen zu können. Je nach Ursache und Schweregrad können eine Nahrungsumstellung, Medikamente oder Eingriffe (zum Beispiel zur Beseitigung einer Blutungsquelle) nötig sein. Bei schweren Anämiesymptomen kann es zunächst sinnvoll sein, die fehlende Menge an Erythrozyten über eine Bluttransfusion zuzuführen.