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Akne

Pickel im ganzen Gesicht – gerade Jugendliche und junge Erwachsene kennen das Problem. Doch Akne lässt sich behandeln


Akne: Pickel sind nicht nur für Teenager nervig

Was ist Akne?

Akne ist eine der am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten. Rund 85 Prozent der Bevölkerung waren schon einmal davon betroffen. Akne tritt, bedingt durch die hormonellen Veränderungen während der Pubertät, hauptsächlich bei Jugendlichen auf. Fast jeder Teenager hat in seinem Gesicht schon einmal die charakteristischen Mitesser und Pickel entdeckt. Bis zum dritten Lebensjahrzehnt klingt die Krankheit meist wieder ab.

Die Ursachen liegen unter anderem in einer hormonell bedingt verstärkten Talgproduktion der Haut. Weil die Talgproduktion durch männliche Geschlechtshormone stimuliert wird, ist Akne bei Männern und Jungen häufiger und meist stärker ausgeprägt als bei Mädchen und Frauen.



UNSERE EXPERTIN: Dr. med. Bettina Prinz, Hautfachärztin mit Zusatzbezeichnung für Allergologie und Phlebologie

Durch eine Verhornungsstörung im Ausgang der Talgdrüsen bilden sich zunächst Mitesser. Entzünden sich diese, entwickeln sich Pickel, Papeln und Pusteln. Vorwiegend sind das Gesicht, die Schultern und die Brust davon betroffen. Meist verläuft die Akne harmlos, und nach ein paar Jahren sind alle Spuren verschwunden. Der Versuch, Pickel und Pusteln auszudrücken, kann jedoch schwere Folgen haben. Die betroffenen Stellen können sich entzünden, was großflächige Hautveränderungen nach sich zieht. In manchen Fällen von Akne bleiben sogar Narben zurück.

Bei sehr schweren Verlaufsformen kann die Akne nicht nur zu einer starken Belastung für den Körper, sondern auch für die Seele werden. Pickel, Papeln und Pusteln – vor allem im Gesicht – können kosmetisch als sehr störend empfunden werden und das persönliche Selbstwertgefühl herabsetzen. Bei einer richtigen Akne sollte also, auch wegen dieser psychosozialen Faktoren, unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: W&B/Markus Dlouhy, W&B/Martina Ibelherr
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Experten-Sprechstunde mit Dr. Garcia Bartels

Priv.-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels ist Fachärztin für Hautkrankheiten und Oberärztin an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité-Universitätsmedizin Berlin



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Was sind die wichtigsten Ursachen von Akne?

Die Hauptursache von Akne liegt vermutlich in den Genen. Eine Veranlagung dazu bringt jeder Betroffene individuell mit auf die Welt. Bisher werden verschiedene Gene dafür verantwortlich gemacht, ein exakter Mechanismus ist allerdings noch nicht aufgedeckt worden. Dazu kommt ein weiterer wichtiger Faktor: Die Hormone. Die erste hormonelle Umstellung erfolgt in der Pubertät. Später kann es bei Frauen durch Hormonschwankungen zum erneuten Auftreten von Akne kommen. Diese Frauen haben oft einen unregelmäßigen Monatszyklus. Außerdem kann Akne durch äußere Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel Kosmetika, die Akne fördern.



Priv.-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels



Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Fördert auch der Lebensstil, etwa die Ernährung, eine Akne?

Begünstigen Faktoren wie die Ernährung, vor allem wenn sie zu fett ist, Rauchen oder bestimmte Mittel zur Hautpflege die Entstehung von Akne?


Es gibt eine Reihe von Berichten, wonach sehr fettreiche Nahrung sowie übermäßiger Genuss von Milch oder Schokolade eine vorhandene Akne verschlechtern können. Allerdings hat sich das in wissenschaftlichen Studien nie wirklich bestätigen lassen. Deutlicher ist das Bild bei Kosmetika. Sehr fetthaltige Cremes und Produkte, deren Inhaltsstoffe „komedogen“ wirken, das heißt Mitesser fördern, sollten besser nicht verwendet werden. Dazu zählen zum Beispiel Lanolin, Sesamöl oder Butylstearat.

 

Priv-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.


Welche Mittel eignen sich zur Therapie einer Akne?

Welche auf die Haut aufzutragenden Mittel werden heute in erster Linie bei entzündlicher Knötchen- oder Pustelakne eingesetzt?

Zunächst einmal wird der Hautarzt oder die Hautärztin Patienten mit Akne raten, ungeeignete Kosmetika, zum Beispiel besonders fetthaltige Cremes, durch andere Produkte zu ersetzen. Bei Mitessern eignen sich handelsübliche Peelings, die ein- bis zweimal pro Woche angewendet werden sollten. Auch ein Fruchtsäure-Peeling beim Hautarzt kann die Behandlung der Akne unterstützen. Hinzukommen je nach ärztlichem Ermessen Vitamin A-Säure-haltige Gele oder Cremes, die den Schäleffekt und damit die Glättung der Haut verstärken. Auch Cremes, die Fruchtsäure enthalten, können dies bewirken. Bei Pusteln und Knötchen helfen entzündungshemmende Gele und Cremes mit Benzoylperoxid oder Azelainsäure.

 

Priv.-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels



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Welche Mittel zum Einnehmen helfen gegen entzündliche Akne?

Welche innerlich anzuwendenden Mittel werden heute bevorzugt bei entzündlicher Akne mit Knötchen und/oder Pusteln eingesetzt, und worauf muss man in der Zeit der Einnahme achten?

Neben der örtlichen Behandlung auf der Haut kommen bei dieser Form der Akne auch Antibiotika zum Einsatz – bevorzugt solche, die bakterienabtötend und gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Das trifft vor allem auf Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline (zum Beispiel Doxycyclin, Minocyclin) oder der Makrolide (zum Beispiel Erythromycin) zu. Wichtig ist, dass diese Antibiotika nicht zu kurz, sondern über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten eingenommen werden. 

Um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden, sollte die gleichzeitige Einnahme anderer Medikamente während der Behandlungsphase immer mit dem Arzt oder der Ärztin abgestimmt werden. Übermäßige Einwirkung von UV-Licht – etwa beim Urlaub am Meer oder auch bei Aufenthalten im Solarium – kann die Akne wieder verstärken und sollte während der Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika vermieden werden.

Bei Frauen kann zudem die Einnahme der Antibabypille eine gewisse Besserung der Akne erzielen. Die Betroffenen sollten immer ihrem Frauenarzt oder ihrer Frauenärztin mitteilen, dass sie an Akne leiden (sofern nicht ohnehin erkennbar), damit er oder sie im begründeten Fall eine Antibabypille mit spezieller „antiandrogener“ Wirkung, das heißt mit vorteilhafter Wirkung auf die Haut, empfehlen kann. Zu antiandrogenen Inhaltsstoffen einer Antibabypille gehören zum Beispiel Cyproteronacetat oder Chlormadinonacetat.


Priv.-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels


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Wie sieht die Therapie von Aknenarben aus?

Die Korrektur von Aknenarben ist nicht einfach. Bei sehr oberflächigen schüsselförmigen Narben kann ein Peeling mit Fruchtsäuren, Trichloressigsäure oder dem Laser versucht werden. Tiefe Narben lassen sich mit diesen Verfahren allenfalls abflachen. Wulstige, höckerige Narben können durch Laserabtragung, Vereisung (Kältetherapie) oder durch Einspritzen von Kortison behandelt werden. Allerdings bringt das leider nicht immer den gewünschten Erfolg.

 

Priv.-Doz. Dr. med. Natalie Garcia Bartels



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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 22.01.2013, erstellt am 13.09.2005
Bildnachweis: W&B/Markus Dlouhy, W&B/Martina Ibelherr

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