Möglichkeiten für Mieter

  • "Mieter haben generell zwar einen Anspruch auf erträgliche Wohnungstemperaturen", sagt Claus Deese, erster Vorsitzender des Mieterschutzbunds. "Aber es hängt von der baulichen Situation ab." Die Gerichte orientieren sich also daran, ob jemand in einem nicht energetisch sanierten Altbau wohnt oder einem neueren Gebäude.
  • Auch für unsanierte Altbauten mit ihren weniger strengen Vorschriften gilt seit 2014, dass die oberste Geschoss­decke gedämmt sein muss. Das schützt gegen Kälte und Hitze. Ist das nicht der Fall, kann der Vermieter auf Instandsetzung verklagt werden.
Mieter können sich beim Mieterschutzbund beraten lassen

Mieter können sich beim Mieterschutzbund beraten lassen

  • Als Druckmittel bei nicht eingehaltenen Vorgaben wie dieser bietet sich eine Mietkürzung an. Bevor man zu diesem Mittel greift, sollte man sich aber bei einem Rechtsanwalt oder dem Mieterschutzbund beraten lassen, wie man rechtlich korrekt vorgeht. Außerdem muss man den Mangel beweisen können. Der Vermieter muss informiert werden und erhält eine angemessene Frist zur Nachbesserung. Wie hoch die Kürzung ausfallen darf, beurteilen Gerichte allerdings unterschiedlich.

Arbeitgeber in der Pflicht

  • Ob Büro, Werkstatt oder Ladengeschäft: Die "Arbeitsstättenverordnung" fordert für die Beschäftigten eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur. Konkret geregelt wird das in der "Technischen Regel ASR A3.5".
  • Dort wird vorgeschrieben, was der Arbeitgeber beim Überschreiten bestimmter Temperaturen zu tun hat. "Ein generelles Hitzefrei gibt es aber nicht", sagt Dr. Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeits­medizin, der die Regel miterstellt hat.
Die Raumtemperatur muss den Arbeitnehmern zuträglich sein

Die Raumtemperatur muss den Arbeitnehmern zuträglich sein

  • Bei über 26 Grad soll der Arbeitgeber, sofern das Gebäude schon gegen  Wärme geschützt ist, zusätzliche Angebote machen: etwa ­flexiblere  Gleitzeit oder einen gelockerten Dresscode.
  • Bei Temperaturen über 30 Grad sind diese Angebote ein Muss. "Die Beanspruchung muss spürbar reduziert werden, etwa indem durch ausreichendes Trinken eine Dehydrierung vermieden wird", erläutert Bux.
  • Bei über 35 Grad ist ein normales Büro nicht mehr zur Arbeit geeignet.  Ausnahmen sind aber möglich: Der Arbeitnehmer muss sich zum Beispiel regelmäßig in einem kühleren Raum ausreichend erholen können.

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