Wie stehen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zur Seite?

Computerbrille: Sie ermöglicht, auf eine Entfernung von mindestens 50 Zentimetern scharf zu sehen. Die Kosten trägt der Arbeitgeber – vorausgesetzt, der Augenarzt verschreibt die Brille. Eine Augenuntersuchung muss ergeben haben, dass die Sehhilfe notwendig ist.

Gut zu wissen: Da der Arbeitgeber die PC-Brille bezahlt, gehört sie ihm. Der Arbeitnehmer darf sie nur am Arbeitsplatz verwenden. Hat er sich dagegen an den Kosten beteiligt, etwa weil er ein besonderes Gestell ausgesucht hat, dann kann er die Brille auch in der Freizeit tragen.

Gefährdungsbeurteilung: Arbeitgeber müssen per Gesetz ihre Mitarbeiter vor Gefahren schützen, Unfälle vermeiden und die Gesundheit erhalten. Dazu müssen sie eine sogenannte Gefährdungsprüfung durchführen. Dabei geht es nicht nur um die Risiken im Umgang mit Maschinen oder in der Schichtarbeit, sondern auch um psychische Belastungen.

Gesundheitsförderung: Arbeitgeber können dafür im Jahr bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter ausgeben. Dieser Betrag ist steuerfrei. Möglichkeiten gibt es unzählige, zum Beispiel Gesundheitstage, Sportangebote, Ernährungsberatung, Kurse zur Raucherentwöhnung oder zum Stressmanagement – häufig in Zusammenarbeit mit Krankenkassen. Auch gesundes Essen in der Kantine gehört dazu.

Die Kurskosten in einem Sportverein oder Fitnessstudio können ebenfalls übernommen werden. Dabei gilt: Die Anbieter der Kurse müssen spezielle Qualitätskriterien erfüllen und krankenkassenzertifiziert sein. Generelle Übernahmen oder die Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen bei Sportvereinen und Fitnessstudios sind nicht steuerfrei.

Betriebsarzt: Jedes Unternehmen, das Mitarbeiter beschäftigt, muss sich von einem angestellten oder externen Arbeitsmediziner unterstützen lassen. Er berät bei Themen rund um Arbeitssicherheit, -gestaltung und Gesundheitsförderung. Zudem ist er Ansprechpartner für chronisch kranke Mitarbeiter und hilft beim Wiedereingliederungsmanagement, wenn ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen im Jahr krank war.

Seit 2015 dürfen Betriebsärzte auch impfen – sofern der Pikser vor tätigkeitsbedingten Infektionsrisiken schützt, etwa bei Auslandsreisen. Auch Impfungen gegen Grippe und Masern gehören dazu.

Was bieten Krankenkassen an?

Elektrisch höhenverstellbarer Schreibtisch: Kassen bezuschussen ihn mit bis zu 1200 Euro. Ansprechpartner sind auch die Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft oder Agentur für Arbeit. Antragsvoraussetzungen: ein ärztliches Attest und die Zustimmung des Arbeitgebers.

Gesundheitsförderung: Bewegung, gesunde Ernährung, Stressabbau und Suchtprävention stehen dabei im Fokus. Große Krankenkassen haben oft ein eigenes Kursangebot, das kostenfrei ist oder bis zu 20 Prozent Zuzahlung erfordert. Versicherte kleinerer Kassen können sich Angebote vor Ort aussuchen, die aber dafür zertifiziert sein müssen. Es gibt eine Obergrenze für den Zuschuss, der meist zwischen 75 und 100 Euro liegt. Im Vorfeld unbedingt bei Ihrer Krankenkasse nachfragen.

Angebote am Arbeitsplatz: Viele Krankenkassen unterstützen Programme in Unternehmen im Rahmen der betrieblichen Gesundheits­förderung. Sie organisieren etwa auf Wunsch Gesundheitstage oder Mitarbeiterschulungen. So sollen Teammeetings oder Führungskräfteseminare psychischen Gefährdungen vorbeugen.

Bonusprogramme: Wer Vorsorgeuntersuchungen machen lässt und Gesundheitskurse belegt, sammelt Punkte, die er je nach Kasse in Geld-, Sach- oder Zuschussprämien tauschen kann.

Wie hilft die Rentenversicherung?

Berufsbegleitende Prävention: Diese richtet sich an Arbeitnehmer, die durch zu wenig Bewegung und Stress dauerhaft belastet sind und frühzeitig gegensteuern wollen. Möglicherweise zeigen sich bereits Probleme mit Blutdruck, Gewicht oder dem Rücken. Ebenso gehören psychische Beeinträchtigungen dazu, die aber noch keinen Krankheitswert haben.

Der Betriebs- oder Werksarzt, ein niedergelassener Mediziner oder ein Reha-Mediziner können einen entsprechenden Befund erstellen, mit dem ein Antrag eingereicht werden kann. Jeder, der in die Rentenversicherung einzahlt oder Mitglied ist, kann von diesem Angebot profitieren.

Individualangebote: Das Programm "Fit am Arbeitsplatz – Aktiv gesund bleiben" läuft über mehrere Monate. Am Anfang steht der Gesundheitscheck in einer Reha-Einrichtung der Deutschen Rentenversicherung, danach wird ein individuelles Programm erarbeitet.

Es schließt sich eine Trainingsphase an, in der man ein- bis zweimal pro Woche in dem Reha-Zentrum übt. Auffrischungstage helfen, das Erlernte weiterzuführen. Die Angebote sind auf maximal 15 Teilnehmer pro Gruppe ausgerichtet.

Auf www.deutsche-rentenversicherung.de findet sich unter "Prävention" eine Liste mit regionalen Angeboten.

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