Betreiber von Tierheimen sagen ganz klar: Tiere sind keine Geschenke. Doch manche Familien wollen die Feiertage an Ostern oder Weihnachten nutzen, um sich ein Tier anzuschaffen, weil sie dann mehr Zeit haben als sonst. Wir haben Michael Sperlich, Leiter des Tierheims Leipzig, deshalb gefragt:

Herr Sperlich, eignen sich solche Feste, um ein Tier in die Familie einzuführen?

Aus unserer Sicht nicht. Gerade weil das Leben dann anders läuft als sonst. Eventuell kommt auch Besuch vorbei, und es sind fremde Leute im Haus oder Garten. Das erleichtert es dem Tier nicht unbedingt, sich in dem für ihn fremden Umfeld einzugewöhnen.

Das braucht mehr als ein paar Tage Zeit. Und viel Geduld. Ein Hund etwa ist erst nach einem Vierteljahr sozial angekommen.

Was sagen Sie Menschen, die ihren Kindern oder der Oma einen Vierbeiner schenken möchten?

Wir vermitteln grundsätzlich nur an Endübernehmer. Wenn wir merken, dass es um ein Geschenk geht, bieten wir einen Gutschein an. Der Schenkende hinterlegt die Schutzgebühr, der Beschenkte kommt später persönlich vorbei und sucht sich sein Tier aus. Oder auch nicht. Denn viele wollen das gar nicht. Außerdem setzen wir Volljährigkeit voraus.

Welchen Rat geben Sie Menschen, die sich jetzt ein Haustier anschaffen wollen?

 Sie sollten sich das gut überlegen und sich von uns beraten lassen. Gerne kommen wir vor Ort vorbei.