Hilfe, es gibt so viele Gleitgele!

Sigrun, 53: Meine Scheide wird nicht mehr so feucht wie früher. Nun wollen wir es einmal mit Gleitgel versuchen. Aber da gibt es so viele verschiedene. Worauf muss ich achten?

Dr. Sommer-Team: Grundsätzlich gibt es drei Arten von Gleitgelen: wasserbasierte, ölbasierte und silikonhaltige. Das sollte auf der Verpackung erkennbar sein.

Verwenden Sie beim Sex ein Kondom, sind Gleitmittel auf Öl- und Fettbasis nicht empfehlenswert, sie können das Material angreifen.

Silikonbasierte Gele wiederum vertragen sich oft nicht mit Sexspielzeug aus Silikon. Wählen Sie also auch hier besser ein wasserbasiertes Produkt. Diese enthalten häufig Hyaluronsäure, einen körpereigenen Feuchtigkeitsspender.

Stellt sich der gewünschte Effekt nicht ein, nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen auf.

Paar mittleren Alters im Schlafzimmer

Trockene Scheide: Was dagegen hilft

Warum sie nicht nur beim Sex Probleme bereitet und es sinnvoll ist, dagegen etwas zu unternehmen, erklärt Apothekerin Elke Wanie.

Impotent durch Radfahren?

Jürgen, 48: Ich bin seit vielen Jahren begeisterter Rennradfahrer. Seit einiger Zeit habe ich Probleme mit meiner Erektion. Meine Kumpels (alles Nichtradler) meinen, das komme vom Fahrradfahren. Kann das sein?

Dr. Sommer-Team: Die gute Nachricht: Egal, wie schlecht eingestellt Fahrrad und Sattel sind, drei bis vier Stunden pro Woche schaden in der Regel nicht, sondern sind der Sexualität eher zuträglich. Fahren Sie mehr und sind Fahrrad und Sattel schlecht eingestellt, kann das auf den Dammbereich drücken. Das kann Taubheitsgefühle und Durchblutungsstörungen verursachen, sodass der Penis nicht mehr hart genug wird.

Tipp: Achten Sie darauf, dass der Sattel breit genug ist, damit beide Sitzbeinhöcker darauf Platz finden. Die Sattelspitze darf nie nach oben zeigen. Und: Je aufrechter Sie fahren, desto geringer ist der Druck (auch wenn Rennradler das vermutlich ungern hören).

Wirkt Viagra auch bei Frauen?

Carola, 64: Mein Mann leidet schon seit Längerem an Erektionsstörungen und nimmt Medikamente dagegen ein. Aber auch ich bin nicht mehr so erregt und komme nur sehr selten zum Höhepunkt. Neulich habe ich gehört, dass Viagra auch Frauen helfen kann. Stimmt das?

Dr. Sommer-Team: Medikamente aus der Gruppe der PDE-5-Inhibitoren, wozu Sildenafil (Viagra) gehört, steigern nicht etwa die Lust auf Sex, sondern lediglich die Qualität der Erektion. Das tun sie, indem sie die Durchblutung verbessern. Dementsprechend helfen sie Frauen nicht – außer die Probleme hängen tatsächlich mit der lokalen Durchblutung zusammen. Das muss eine Ärztin oder ein Arzt beurteilen.

In der Selbstmedikation gibt es die Möglichkeit, beispielsweise mit Präparaten aus Traubensilberkerze zu helfen. Wichtiger ist aber zunächst, mentale Gründe wie Erschöpfung oder Stress sowie andere körperliche Ursachen auszuschließen. Versuchen Sie auch zu akzeptieren, dass Sie manchmal einfach keine Lust haben. Das ist ganz normal.

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Sie glaubt, ich will sie nicht mehr

Georg, 58: Endlich bin ich wegen meiner Erektionsstörungen beim Arzt gewesen. Der hat mir Sildenafil verschrieben. Damit klappt es besser. Leider ist meine Frau nicht glücklich. Sie meint, ich würde die Erektion nur wegen der Tablette bekommen. Was soll ich ihr sagen?

Dr. Sommer-Team: Ihre Partnerin braucht sich keine Sorgen zu machen. Wenn Sie die Tablette einnehmen und im Park spazieren gehen, werden Sie keine Erektion bekommen. Dazu brauchen Sie Ihre Frau, ihre visuellen Reize und Berührungen. Nur mit den richtigen Nervenimpulsen können die Medikamente wirken. Jedoch behandeln die Mittel nicht die Ursache der Erektionsstörung, diese muss unbedingt geklärt werden.

Erst Potenzproblem, dann Herzinfarkt?

Peter, 57: In letzter Zeit will „er“ nicht mehr so richtig stehen. Meine Frau meint, das könne bedeuten, dass ich bald einen Herzinfarkt bekomme, und will unbedingt, dass ich zum Kardiologen gehe. Ich finde das übertrieben. Oder hat sie recht?

Dr. Sommer-Team: Leider ja. Zumindest, wenn die Erektionsstörung gefäßbedingt ist. Sind die zuführenden Gefäße verengt, kann nicht mehr genügend Blut in den Penis gelangen. Dann liegt in der Regel eine generelle Veränderung des Gefäßsystems vor. Bei Männern mit Bluthochdruck oder Diabetes ist das sehr wahrscheinlich.

Man bemerkt das oft zunächst am Penis, da die Gefäße hier nur ein bis zwei Millimeter dick sind, während jene im Herzen einen Durchmesser von drei bis vier Millimetern haben. Anhand der Penisgefäße lässt sich daher schon vier bis acht Jahre früher abschätzen, ob ein Mann ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt hat. Bitte gehen Sie zu Ihrem Hausarzt und lassen Sie sich gegebenenfalls zu einem Urologen oder Kardiologen überweisen, um alles abzuklären.

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Bei uns dauert der Sex nur 10 Minuten

Uwe, 55: Ein Bekannter hat neulich geprahlt, er und seine Partnerin hätten immer mindestens eine halbe Stunde Sex. Bei uns dauert es nur um die zehn Minuten. Was ist nun normal?

Dr. Sommer-Team: Hauptsache, Sie beide genießen es. Die Dauer ist zweitrangig und wird oft überschätzt. In einer Studie wurden Paare gefragt, wie lange der Sex bei ihnen jeweils dauert. Die Frauen gaben im Schnitt 12 bis 15 Minuten an, die Männer 20 bis 25. Bei den nächsten drei Malen sollten sie die Zeit stoppen. Dabei kam heraus, dass es durchschnittlich nur um die fünf Minuten dauerte – ohne Vorspiel und das Kuscheln danach.

Blutdrucksenker als Lustkiller?

Lydia, 49: Wegen meines hohen Blutdrucks hat mir mein Arzt Bisoprolol verschrieben. Seit ich das einnehme, habe ich keine Lust mehr auf Sex. Kann es am Medikament liegen?

Dr. Sommer-Team: Bisoprolol gehört zur Gruppe der Beta-Blocker. Die senken den Blutdruck und entlasten das Herz, können aber Nebenwirkungen hervorrufen, dazu gehört ein Verlust der Libido. Manche Frauen klagen über eine trockene Scheide, Männer über Erektionsprobleme.

Bleiben Sie geduldig, die unerwünschten Wirkungen lassen oft mit der Zeit nach. Wird es nicht besser, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. In der Regel können Sie auf ein anderes Präparat umsteigen. In keinem Fall sollten Sie das Medikament eigenmächtig absetzen!

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