Was wird da gemacht?

Botulinumtoxin ("Botox") ist ein starkes Nervengift, das Muskeln lähmen kann. Es blockiert die Kommunikation von Botenstoffen zwischen Nerven und Muskeln, aber auch mit den Schweißdrüsen. Bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) kann es zum Einsatz kommen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend wirken – etwa spezielle Deodorants mit dem Wirkstoff Aluminiumchlorid.

Bei der Behandlung wird Botulinumtoxin mit einer sehr dünnen Nadel in die Nähe der Schweißdrüsen gespritzt. "Das hemmt die Impulsübertragung der Nervenfasern auf die Drüsen. So wird dort weniger Schweiß gebildet", erklärt Professor Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Behandelt werden kann starkes Schwitzen unter den Achseln, an Füßen und Händen.

Pro

  • Wenn starkes Schwitzen an den Händen berufliche Probleme verursacht, lässt sich mit der Botox-Therapie eine Operation vermeiden. "Das kann etwa bei Pianisten sinvoll sein", sagt von Heimburg.
  • Unter Stress kann sich übermäßiges Schwitzen noch verstärken. Für Betroffene ist das oft ein Teufels­kreis. "Botox-Injektionen können diesen Kreislauf bei manchen Patienten durchbrechen, sodass sich langfristig eine Besserung einstellen kann", sagt Dr. Marcus Spies, Chefarzt der Klinik für Plastische, Hand- und wiederherstellende Chirurgie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg.

Contra

  • Die vielen Injektionen sind vor allem an Hand und Fuß unangenehm bis sehr schmerzhaft. Meistens werden deshalb betäubende Cremes eingesetzt. "Ein bisschen spürt man die Behandlung mit den Spritzen trotzdem", sagt Spies.
  • Die Effekte sind nicht von Dauer. "Pharmakologisch ist Botox nur etwas über drei Monate wirksam, manche Patienten berichten über eine Wirkung von bis zu sechs Monaten", sagt von Heimburg.

Kosten

Die Behandlung dauert etwa 45 bis 60 Minuten und kostet  zwischen 400 und über 700 Euro. Die Kosten übernehmen die gesetzlichen  Krankenkassen nur bei schweren Fällen und wenn andere Therapien nicht  infrage kommen. Betroffene müssen sich so fast immer selbst an den  Kosten beteiligen.

Fazit

Bei Hyperhidrose ist Botulinumtoxin eine Behandlungsmöglichkeit, aber sicher nicht die einzige. Gegen die Therapie sprechen die hohen Kosten und die nicht dauerhafte Wirkung.

"Wer besonders unter den Armen schwitzt, sollte sich zum Beispiel über eine operative Schweißdrüsen-Entfernung informieren", empfiehlt Mediziner Spies. Wenn Füße und Hand-
flächen stark betroffen sind, kann eine sogenannte Iontophorese helfen. Bei dieser Therapie mit Strom übernehmen Kassen eher die Kosten.