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Seit den Wechsel­jahren habe ich
einen Damenbart. Wie werde ich ihn
wieder los?

Antwort von Dr. Kristina Fronhoffs,
Hautärztin aus Rheinbach:

Kleine Härchen im Gesicht sind ganz normal, auch bei Frauen. Ist die stärkere Behaarung allerdings bei Ihnen besonders ausgeprägt oder eher plötzlich aufgetreten, sollten Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber sprechen. Manchmal kann auch eine Erkrankung dahinter- stecken, die behandelt werden muss.

Ob Sie die Haare loswerden wollen, sollten Sie allein von Ihrem persönlichen Wohlbefinden abhängig machen. Falls Sie sich dafür entscheiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie können die Härchen zum Beispiel auszupfen oder rasieren. Mit einer Laserbehandlung lässt sich der Damenbart oft sogar dauerhaft entfernen. Der Erfolg dieser Behandlung ist allerdings von der Haarfarbe abhängig. Der Laser reagiert mit den dunklen Pigmenten der Haarwurzel. Bei dunkleren Härchen ist der Effekt daher am größten. Nach einigen Behandlungen werden die unerwünschten Haare ganz abgebaut oder zumindest feiner und farbloser. Übrigens: Wenn Haare grau werden, werden sie oft auch dünner und fallen kaum noch auf.

Meine Zähne sehen schlimm aus. Ich
habe mehrere dunkle Flecken und das Zahnfleisch hat sich zurückgebildet. Aber ich schäme mich so, zum Zahnarzt zu
gehen. Was tun?

Antwort von Prof. Dietmar Oesterreich, Zahnarzt aus Stavenhagen:

Scham vor dem zahnärztlichen Behandlungsteam ist unangebracht. Seien Sie stattdessen stolz auf sich, dass Sie jetzt etwas für Ihre Zahngesundheit tun möchten!

Wichtig ist, eine Praxis zu finden, der Sie vertrauen können. Es hilft, bei der ersten Kontaktaufnahme am Telefon zu erklären, dass der letzte Zahnarztbesuch schon etwas länger her ist und welche Ängste Sie haben. Nach dem ersten Termin in der Praxis können Sie dann beurteilen, ob Sie sich dort gut aufgehoben fühlen oder nicht.

Im Rahmen des Aufklärungsgespräches sollte auch geklärt werden, warum Sie die Zahnarztpraxis länger gemieden haben. Sprechen Sie ganz offen mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt über Ihre Erfahrungen und Ängste. Etwa fünf Prozent der Menschen haben eine Zahnbehandlungsphobie, also eine Angsterkrankung, bei der man sich vor Zahnbehandlungen fürchtet. Eine Phobie lässt sich mithilfe einer Psychotherapie übrigens gut behandeln.

Mein Mann sitzt
immer sehr lange
auf der Toilette.
Bekommt man davon nicht Hämorriden?

Antwort von Dr. Bernhard Strittmatter, Proktologe aus Freiburg:

Wichtig zu wissen ist: Hämorriden hat jeder. Sie sind ein gut durchblutetes, ringförmiges Gewebepolster, das dabei hilft, den Darm sicher nach außen hin abzudichten. Aus verschiedenen Gründen kann es allerdings dazu kommen, dass sich die Blutgefäße in diesem Gewebepolster erweitern. Sie leiern quasi aus. Dadurch können sie zu Beschwerden führen: zum Beispiel Jucken, Nässen, Blutungen oder ein Druckgefühl am After.

Je länger man in der Toilettenhaltung verweilt, desto mehr Blut sammelt sich in den Hämorriden an und dehnt das Gewebe. Auch häufige Verstopfungen und Pressen beim Stuhlgang können diese Vergrößerung begünstigen. Deshalb ist es tatsächlich sinnvoll, nicht länger als drei bis fünf Minuten auf der Toilette zu sitzen. Die Hauptursache für das Hämorridalleiden ist allerdings genetisch bedingt und lässt sich nicht beeinflussen.

Ich habe total
schwitzige Hände, muss im beruflichen Kontext aber vielen Menschen die
Hand geben.
Was kann ich tun?

Antwort von Dr. Marion Moers-Carpi, Hautärztin aus München:

Ich kann gut verstehen, dass Sie das vermehrte Schwitzen an den Händen stört. Bislang gibt es leider keine gute Therapie, um das zu vermeiden. Hausmittel, die möglicherweise etwas Abhilfe schaffen können: Hände mit kaltem Salbeitee besprühen oder Babypuder auftragen.

Sie sollten auf jeden Fall abklären lassen, ob die vermehrte Schweißproduktion mit einer anderen Erkrankung – etwa einer Schilddrüsenüberfunktion – in Verbindung steht. Sind wir gestresst oder haben Angst, schwitzen wir in der Regel mehr. Ist das ständig der Fall, könnte auch ein psychologisches oder neurologisches Problem dahinterstecken. Wenden Sie sich am besten an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.

Mit speziellen Cremes lassen sich Schweißdrüsen austrocknen oder verengen. Oft enthalten solche Produkte Aluminiumchlorid, das möglicherweise das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen erhöht. Auch eine elektrische Stimulation der Hände – genannt Iontophorese – ist als Therapie möglich. Eine weitere Option ist Botulinum-
toxin, bekannt als Botox. In die Haut gespritzt, blockiert es jene Nervenimpulse, die eine Schweißproduktion auslösen. Studien zeigen, dass das Schwitzen so für einige Monate nachlässt. Vielen unserer Patienten geht es damit besser. Die Spritzen können aber sehr schmerzhaft sein – und man muss die Behandlung selbst bezahlen (zwischen 800 und 1200 Euro pro Spritze). Daher muss man sich gut überlegen, ob man das möchte.


Quellen:

  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie (DGK): S3-Leitlinie - Hämorrhoidalleiden. Leitlinie: 2019. Online: https://www.awmf.org/... (Abgerufen am 03.08.2022)

  • IGeL-Monitor: Botox-Behandlung gegen das vermehrte Schwitzen. Online: https://www.igel-monitor.de/... (Abgerufen am 03.08.2022)
  • Kongressbeitrag: Aluminium ein Gesundheitsrisiko? , Aluminiumhaltige Deos, ein Baustein in der Mammakarzinogenese?. Geburtshilfe Frauenheilkd: https://www.thieme-connect.com/... (Abgerufen am 04.08.2022)
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