Woran Sie eine Venenentzündung erkennen

Eine Venenentzündung (Phlebitis) äußert sich durch Schmerzen, Rötung und Erwärmung der Haut. Mehr über Ursachen, Symptome und Behandlung

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von Dr. med. Alexandra Kirsten, aktualisiert am 07.01.2021

Venenentzündung – kurz erklärt

Eine Venenentzündung (Phlebitis) ist eine örtliche Entzündung einer oberflächlichen Vene (Thrombophlebitis superficialis). Sie kann mit einer Gerinnselbildung einhergehen oder aufgrund derer entstehen. Die Phlebitis wird von der Phlebothrombose, also einer Thrombose des tiefen Venensystems, unterschieden.

Meist entsteht eine oberflächliche Venenentzündung aber durch ein Krampfaderleiden. Ist das der Fall, spricht man von einer Varikophlebitis.

Ursachen: Was löst eine Venenentzündung aus?

Ursachen für eine Venenentzündung sind vor allem ein verlangsamter Blutabfluss bei Krampfadern, Herzschwäche oder Bettlägerigkeit. Eine erhöhte Gerinnungsbereitschaft des Blutes zum Beispiel im Wochenbett und nach Operationen erhöht das Risiko zusätzlich. Auch entzündliche Grunderkrankungen, Tumorleiden oder eine Verletzung der Venenwand können der Grund für eine oberflächliche Venenentzündung sein. Eine der häufigsten Ursachen ist ein (meist zu lange in der Vene belassener) intravenöser Verweilkatheter. Treten Bakterien über kleine Hautverletzungen in eine Vene ein, kann auch dies der Auslöser sein. Besonders im Gesichtsbereich (Oberlippe, Augen-Nasenwinkel) kann dies gefährlich werden, da die Venen direkt mit denen im Gehirn verbunden sind.

Eine immer wieder auftretende Venenentzündung (rezidiverend) mit wechselnder Lokalisation kann auch Ausdruck bzw. Vorbote einer sogenannten Thrombangitis obliterans sein. Genau genommen handelt es sich aber bei dieser Erkrankung um eine entzündliche Veränderung der kleinen und mittelgroßen Arterien und Venen (Thrombangitis). Die Ursache dieser Erkrankung ist unbekannt und tritt meist bei männlichen Rauchern unter 45 Jahren auf.

Symptome: Wie erkennt man eine Venenentzündung?

Typische Symptome einer Venenentzündung sind Rötung der Haut, Überwärmung und teils erhebliche Schmerzen (besonders bei Muskelanspannung, zum Beispiel beim Gehen) im betroffenen Bereich. Die entzündete Vene ist als druckschmerzhafter geröteter harter Strang tastbar. Fieber tritt vor allem bei bakteriellen Entzündungen auf. Im Gegensatz zu einer tiefen Venenthrombose findet sich keine Schwellung der Extremität, da der Hauptteil des Blutes weiterhin über das tiefe Venensystem abfließen kann.

Eine Venenentzündung dauert im Normalfall einige Tage, kann aber auch in schwereren Fällen für mehrere Wochen anhalten. Leichtere Fälle treten an sonst gesunden, nicht vorgeschädigten Venen auf. Schwerere Venenentzündungen entstehen meist im Zusammenhang mit Krampfadern, nach einer Venenthrombose oder nach einer Venenoperation.

Wie behandelt man eine Phlebitis?

Der Arzt oder die Ärztin wird auf jeden Fall per Ultraschall untersuchen, ob die tiefen Venen beteiligt sind oder nicht. Danach richtet sich die Therapie. Eine Venenentzündung oberflächlicher Venen wird mit örtlichen Mitteln wie entzündungshemmenden Salben und Kühlung behandelt. Basistherapie ist ein korrekt angepasster Kompressionsverband.

So wenden Sie Kompressionsstrümpfe richtig an:

Sofern der Arzt oder die Ärztin grünes Licht gibt, sollte der Blutkreislauf durch Bewegung angeregt und keine Bettruhe eingehalten werden. Zusätzlich kommen  entzündungshemmende, schmerzstillende Tabletten und gerinnungshemmende Medikamente infrage. Bei einer ausgedehnteren Entzündung wird eventuell Heparin zur Verhinderung von Thrombosen und eines Fortschreitens der oberflächlichen Venenentzündung gespritzt.

Schmerzhafte Gerinnsel in den oberflächlichen Venen kann der Arzt in einem frühen Stadium mittels kleiner Stichinzisionen durch Ausmassieren entfernen. Bei bakteriellen Entzündungen kann er ein Antibiotikum geben.

Führen Krampfadern immer wieder zu Venenentzündungen, ist eine Operation in Erwägung zu ziehen. Welche Art der Therapie geeignet erscheint, sollte individuell mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e. V.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie – Pocket-Version 2017. Online: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/065-002k_S2k_VTE_Venenthrombose-Lungenembolie_2017-04.pdf (Abgerufen 01/2021)

Olin JW: Thromboangiitis obliterans (Buerger's disease) 12/2020. Online: https://www.uptodate.com/contents/search (Abgerufen 01/2021)

Scovell S: Phlebitis and thrombosis of the superficial lower extremity veins 12/2020. Online: https://www.uptodate.com/contents/search (Abgerufen 01/2021)

Herold: Innere Medizin, 2017

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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.