Mundgeruch

Ein heikles Thema, ├╝ber das niemand gerne spricht. Die Ursachen von schlechtem Atem liegen zumeist im Mund selbst, seltener stecken ernste Erkrankungen dahinter

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 04.05.2015

Knoblauch oder Zwiebeln hinterlassen einen schlechten Atem. Exotisch gewürzte Chips, fette Wurst, Kaffee, Alkohol oder Tabakrauch gehören mit in die Liste der Speisen und Genussmittel, die oft zu einem unangenehmen Geruch aus dem Mund führen. Manche Menschen reagieren stark darauf, andere lediglich in milder Form. Oft schafft ein Kaugummi erste Abhilfe, regelmäßige Zahnpflege tut ihr Übriges.

Morgens müssen die meisten Menschen erst einmal Zähne putzen, um den typischen Schlafmief aus dem Mund zu bannen. Aber auch wer länger nichts gegessen hat, riecht oft nicht gut, wenn er ausatmet oder spricht. Der Grund in beiden Fällen ist übrigens ein verminderter Speichelfluss (mehr dazu im Kapitel "Wie Mundgeruch entsteht").

Das Lästige dabei: In der Regel bemerken nur die anderen den Mundgeruch, nicht der Betroffene selbst. Und kaum jemand wagt, sein Gegenüber auf dessen aufdringlichen Atem aufmerksam zu machen. Dabei wäre ihm mit ein paar taktvollen, aber offenen Worten oft sehr geholfen. Denn meistens lässt sich die Ursache für den unwillkommenen Geruch finden und dieser sich dann häufig erfolgreich beseitigen.

Wo kommt der Geruch aus dem Mund her?

Die Auslöser für schlechten Atem liegen hauptsächlich im Mund selbst, und zwar zu etwa 90 Prozent. Mediziner sprechen hier von Foetor ex ore (wörtlich: übler Geruch aus dem Mund). Hat der Betroffene den Mund geschlossen, riecht auch sein Gesprächspartner kaum etwas. Der Geruch entsteht vor allem durch mangelnde Mundhygiene und Zahnprobleme, durch einen trockenen Mund, durch Substanzen, die auf Speichel und Mundschleimhaut wirken, wie bestimmte Speisen oder Zigarettenrauch, aber auch durch Entzündungen und mitunter Tumore im Bereich der Mundhöhle.

Wesentlich seltener ist die zweite Form unangenehmer Atemluft, medizinisch Halitosis. Hier riecht die ausgeatmete Luft nicht nur schlecht, wenn sie durch den offenen Mund, sondern auch wenn sie nur durch die Nase strömt. Neben bekannten Ursachen wie ein Knoblauchgericht oder die Alkoholfahne führen bei einigen Menschen Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum, etwa ein chronischer Schnupfen, oder Atemwegserkrankungen wie eine Bronchitis oder Lungenentzündung zu einer Halitosis. Zudem können Verdauungsprobleme in der Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt ein Grund für schlechten Atem sein. Ganz charakteristische Atemgerüche rufen Stoffwechselentgleisungen bei Diabetes, Nieren- oder Leberversagen sowie Vergiftungen hervor.

Schlechter Atem: Wann zum Arzt?

Hat der Mundgeruch eine leicht nachzuvollziehende Ursache wie die rohe Zwiebel im Salat oder nachlässige Zahnpflege, bessert sich der Atemduft, sobald die Zwiebel verdaut ist oder die Mundhygiene wieder stimmt.

Wer öfter von anderen auf seinen Geruch aufmerksam gemacht wird oder selbst den Eindruck hat, dass dauerhaft etwas mit seinem Atem nicht stimmt, sollte einen Arzt aufsuchen. Das gilt insbesondere auch, wenn Mundgeruch plötzlich ohne ersichtlichen Grund auftritt oder andere Symptome dazukommen, wie Atembeschwerden, Kopf-, Glieder- und Bauchschmerzen, Husten.

Der Hausarzt wird durch gezielte Fragen und erste Untersuchungen mögliche Ursachen des Problems einschätzen. Gegebenenfalls leitet er seinen Patienten an entsprechende Fachärzte weiter. Das können ein Zahnarzt, ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder ein Arzt für innere Medizin (Internist) sein.

Inzwischen gibt es auch Ärzte, die eine spezielle Sprechstunde für von Mundgeruch geplagte Patienten eingerichtet haben. (Mehr dazu, wie der Arzt bei der Untersuchung vorgeht, erfahren Sie im Kapitel "Diagnose").

Angst vor Mundgeruch: Alles nur Einbildung?

So nachlässig einige Menschen mit ihrer Mundpflege sein mögen, so überempfindlich spüren andere vermeintlichen Eigengerüchen nach. Sie sind fest überzeugt, einen schlechten Atem zu haben, aber weder ihre Mitmenschen noch ihr Arzt können das bestätigen. Diese Überzeugung kann so ausgeprägt sein, dass sie Ausdruck einer krankhaften Wahrnehmungsstörung ist, einer sogenannten Pseudo-Halitosis oder Halitophobie. Neben psychischen Störungen können auch bestimmte Gehirntumoren solche Geruchseindrücke hervorrufen.

Gelingt es dem Arzt nicht, die Betroffenen von ihrer Vorstellung abzubringen und sie zu beruhigen, ist es Aufgabe eines Psychiaters oder eines Neurologen, der Störung nachzugehen und angemessene Therapien einzuleiten.

Die Hauptursachen für Mundgeruch im Überblick

– Schlechter Atem aus dem Mund

  • Knoblauch, Zwiebeln und andere Speisen, die Speichel und Mundschleimhaut beeinflussen
  • Alkohol, Kaffee und andere Getränke, die auf Speichel und Mundschleimhaut wirken
  • Rauchen
  • Essensrückstände im Mund
  • Einige nitrat- oder schwefelhaltige Medikamente
  • Hunger, Mangelernährung
  • Verminderter Speichelfluss, trockener Mund (Nachtruhe, Mundatmung, Schnarchen, Fasten, Alterserscheinung, Medikamente)

(siehe Kapitel "Wie Mundgeruch entsteht" und "Mund und Rachen")

  • Ungenügende Mundhygiene, unregelmäßiges, nachlässiges Zähneputzen
  • Bakterieller Zungenbelag
  • Starker Zahnbelag, Zahnstein
  • Schlecht sitzende Zahnprothesen, Inlays, Implantate, Zungenpiercings
  • Zahnerkrankungen, Zahnfleischentzündungen (Parodontitis, Gingivitis)

(siehe Kapitel " Zähne, Zahnfleisch")

(siehe Kapitel "Mund und Rachen")

Schlechter Atem aus Mund und Nase

  • Speisen wie Knoblauch, Zwiebeln, alkoholische Getränke, deren Stoffwechselprodukte unter anderem mit dem Atem abgegeben werden
  • Vergiftungen (mit Phosphor – der Atem riecht nach Knoblauch – und anderen Giften wie Arsen oder Selen)

(siehe Kapitel "Wie Mundgeruch entsteht" und "Verdauungstrakt")

  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Nasenpolypen
  • Chronischer Schnupfen mit Riechstörungen durch trockene Nasenschleimhäute (Übergebrauch von abschwellenden Nasensprays, -tropfen, Drogenmissbrauch, nach Strahlenbehandlungen, Nasenoperationen)
  • Tumore im Nasen-Rachen-Raum

(siehe Kapitel "Nasen-Rachen-Raum")

  • Atemwegserkrankungen (eitrige Bronchitis, Bronchiektasen, Lungenentzündung, Lungenabszess)

(siehe Kapitel "Atemwege")

  • Speiseröhrenerkrankungen (Verengungen, Zenker-Divertikel, Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre, Tumore)
  • Sodbrennen, Refluxerkrankung
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Fremdkörper im oberen Verdauungstrakt
  • Magenerkrankungen (Verengungen am Magenausgang, Magengeschwüre, Magenkrebs)
  • Darmverschluss
  • Nahrungsmittelallergien, Unverträglichkeiten, Zöliakie
  • Essenzielle Halitosis (Mundgeruch ohne nachweisbare Ursache)

(siehe Kapitel "Verdauungstrakt")

  • Diabetisches Koma (Ketoazidose, der Atem riecht nach Azeton)
  • Nierenversagen (der Atem riecht nach Ammoniak oder Urin)
  • Leberversagen (Leberkoma, der Atem riecht süßlich, nach frischer Leber)

(siehe Kapitel "Stoffwechsel")

Die Liste möglicher körperlicher Erkrankungen, die neben den für sie kennzeichnenden Leitsymptomen auch Mundgeruch auslösen können, erscheint lang. Sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass jeder, der mit schlechtem Atem zu kämpfen hat, zunächst vor allem seine Mundhygiene und seine Ernährungsgewohnheiten überprüfen sollte. Am besten lässt er sich hierzu von seinem Zahnarzt und dem Hausarzt beraten. Mundgeruch ist aber nicht nur für die Mitmenschen lästig. Er kann eben auch auf Krankheitsprozesse hinweisen. Daher ist es wichtig, den Ursachen nachzugehen und mit geeigneten Maßnahmen wieder gesunde Verhältnisse im Mund herzustellen.

Interessantes dazu, wie Mundgeruch entsteht, und mehr zu den möglichen Ursachen können Sie in den folgenden Kapiteln nachlesen (siehe die Kapitelübersicht am Anfang des Textes oder Kapitellinks unten). Abschließend finden Sie im Kapitel "Therapie und Selbsthilfe" nützliche Tipps, wie Sie Ihren Atem frisch halten und unwillkommenen Gerüchen vorbeugen.

 

Fachliteratur für diesen Ratgeber

Lenarz Th, Boenninghaus H-G: HNO. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 14. Auflage, Berlin Springer Verlag 2012

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Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

In unserem Mund siedeln unzählige Bakterien und andere Mikroorganismen. Sie finden in dem warmen, feuchten Milieu ideale Lebensbedingungen. Ihre bevorzugten Plätze sind auf und zwischen den Zähnen, in Vertiefungen, auf der Schleimhaut und der Zunge. Besonders auf der Zunge setzen sich gerne Fäulnisbakterien ab.

Gefräßige Siedler produzieren oft schlechte Luft im Mund

Die Kleinstbewohner des Mundes zersetzen Essensreste und Zellanteile von Mundschleimhaut und Speichel. Dabei können flüchtige Schwefelverbindungen entstehen, die wir durch ihren fauligen Geruch wahrnehmen. Bestimmte Speisen sind geruchsintensiver als andere, wenn sie im Mund und in den weiteren Abschnitten des Verdauungstraktes aufbereitet werden. Dazu gehören besonders eiweiß- und fetthaltige Nahrungsmittel.

Neben Schwefelverbindungen beeinflussen Fettsäuren und andere Zellstoffwechselprodukte die Geruchsverhältnisse im Mund. Fäulnisprozesse durch zurückgebliebene Nahrungsteilchen, abgestorbene Zellen und Entzündungen setzen unangenehm riechende Gase frei. Blut oder Wunden im Mund sind ebenfalls Quellen für schlechte Ausdünstungen.

Unter den Bakterienstämmen im Mund gibt es zahlreiche Krankheitserreger, von denen aber keine Gefahr ausgeht, solange das Immunsystem intakt ist. Zudem schwemmt der Speichel im Mund regelmäßig schädliche Bakterien, Viren und Pilze fort.

Speichel: Flüssigkeit mit Schutzfunktion

Der Speichel entsorgt nicht nur jede Menge Keime, sondern auch Gewebepartikel oder Essensreste und reinigt dabei unablässig die Mundhöhle. Denn auch wenn wir nicht essen oder sprechen, schlucken wir in regelmäßigen Abständen unwillkürlich Speichel hinunter. Im Speichel selbst befinden sich zudem Abwehrstoffe, die dazu beitragen, dass Entzündungen oder Verletzungen im Mund schneller abheilen. Unsere Mundhöhle bleibt bei ausreichender Speichelproduktion feucht. Das ist auch wichtig für das Sprechen. Der Speichel schützt zudem die Zähne vor den Angriffen von aggressiven Bakterien, die mit Zucker reagieren und für Karies verantwortlich sind.

Große und kleine Speicheldrüsen in der Mundhöhle bilden täglich zwischen einem halben und eineinhalb Liter Speichel. Er ist unterschiedlich zusammengesetzt, je nach Aufgabe, ob er zum Beispiel Nahrung verdauen und verdünnen oder sie gleitfähig machen soll. Damit die Speicheldrüsen ausreichend Speichel produzieren können, müssen sie gut durchblutet sein.

Einen entscheidenden Einfluss auf die Speichelmenge hat das vegetative Nervensystem mit seinen beiden Gegenspielern, dem Sympathikus und dem Parasympathikus. Über diese Nervenstränge können zum Beispiel auch Medikamente, die den Parasympathikus blockieren, zu Mundtrockenheit führen.

Trockener Mund fördert schlechte Gerüche

Fließt zu wenig Speichel, fühlt sich unser Mund nicht nur trocken an, sondern die Bakterien nehmen auch Überhand. Den Zähnen fehlt zudem der schützende Film, zumal Speichel bei längerem Kontakt mit Luft chemische Verbindungen eingeht, die Zahnstein begünstigen. Durch den Mund atmen ist deshalb weder für die Zahngesundheit und noch für die Geruchsentwicklung gut.

Nachts fährt der Körper die Speichelproduktion herunter, daher haben viele Menschen morgens einen schlechten Atem. Bei Schnarchern trocknet der Mund noch mehr aus. Im Alter kann die Speichelproduktion aus unterschiedlichen Gründen abnehmen. Viele ältere Menschen trinken außerdem recht wenig. Wer jedoch ausreichend Flüssigkeit aufnimmt, beugt damit auch Mundtrockenheit vor.

Aber auch wer Hunger hat oder einige Zeit nur trinkt, zum Beispiel beim Fasten, spürt den faden Geschmack im Mund oft selbst. Der veränderte Stoffwechsel begünstigt Mundtrockenheit. Erhält der Körper keinen Nahrungsnachschub, greift er auf körpereigene Fette und Eiweiße zurück. Es bilden sich Abbauprodukte wie Azeton und andere, die mit dem Atem und über die Haut ausgeschieden werden. Dieses "Hungerazeton" verschwindet, wenn der Betroffene wieder normal isst.

Mundgeruch als Signal: Wenn der Stoffwechsel sich verändert

Ein süßlicher Azeton-Geruch kann zudem bei Diabetes entstehen. Durch den Insulinmangel befinden sich vermehrt Fettsäuren im Blut. Ein Teil ihrer Abbauprodukte (Ketonkörper) ist Azeton, das sich im Urin nachweisen lässt und bei erhöhter Konzentration über die Atemluft freigegeben wird. Dann ist es ein Warnzeichen dafür, dass eine schwere Stoffwechselentgleisung, die Ketoazidose, eingesetzt hat.

Während der Verdauung setzen eine Reihe von Lebensmitteln wie Knoblauch oder Zwiebeln auffallende Gerüche frei. Hier wirkt die Geruchsattacke doppelt: Die Stoffe haften auf der Mundschleimhaut und gelangen über den Stoffwechsel im Darm ins Blut und damit in die Atemluft. Zusätzlich werden sie über die Haut ausgeschieden.

Entsprechend entweichen auch andere Stoffwechselverbindungen, die bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Atemwegsstörungen entstehen, über den Atem durch Nase und Mund nach draußen und sind für andere oft deutlich zu riechen. Schon der Eiter bei Entzündungen sondert einen eigenen Geruch ab.

Rauchen verursacht über mehrere Wege den typischen Raucheratem. Es trocknet den Mund aus und fördert Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen. Partikel aus dem Rauch haften an der Mundschleimhaut an. Zudem wirkt das Rauchen nachteilig auf die gesamte Durchblutung und begünstigt unter anderen Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum.

Bestimmte Krankheiten, vor allem Erkrankungen der Speicheldrüsen, führen ebenfalls zu trockenem Mund. Das gilt auch für einige Medikamente, wie beispielsweise sogenannte Anticholinergika, bestimmte Psychopharmaka oder wasserausschwemmende Mittel, Diuretika.

Andere Krankheiten, etwa der Leber oder der Niere, lösen Stoffwechselvorgänge aus, die über den abgegebenen Geruch auffallen. Das kann wiederum auch bei bestimmten Medikamenten der Fall sein, zum Beispiel bei schwefelhaltigen Mitteln zur Alkoholentwöhnung, ebenso bei nitrathaltigen Arzneien, etwa gegen Angina pectoris, und mitunter bei Insulin.

Häufig hat Mundgeruch eine eindeutige Ursache, die der Betroffene leicht zuordnen kann, wie das Knoblauchgericht oder das Glas Bier. Nach einigen Stunden ist die Fahne verflogen. Wer trotz sorgfältiger Zahnpflege, oft unter Mundgeruch leidet, sollte jedoch aufmerksam werden, nicht nur seinen Mitmenschen zuliebe.

Tritt Mundgeruch überraschend auf oder stellt er sich mit der Zeit ein und hält sich hartnäckig, ist das immer ein Grund, einen Arzt, in der Regel zuerst den Hausarzt beziehungsweise den Zahnarzt, aufzusuchen, um den Gründen nachzugehen.

Häufig ahnen die Betroffenen selbst schon, woher ihr Mundgeruch kommen könnte. Ihn weiter zu ignorieren, wäre nicht nur den Mitmenschen gegenüber unfair, sondern auch der eigenen Gesundheit. Denn Ursachen wie nachlässige Zahnpflege, Rauchen oder Atemwegsprobleme, um nur einige Beispiele zu nennen, ziehen langfristig oft ernste Erkrankungen nach sich.

Mundgeruch: Erster Selbst-Check

Oft hilft es, über einen gewissen Zeitraum ein Protokoll zu führen, um möglichen Ursachen des schlechten Atems auf die Spur zu kommen. Darin können Sie als Betroffener festhalten,

  • was Sie für gewöhnlich essen und trinken,
  • wie oft Sie Ihre Zähne putzen, ob Sie Zahnseide oder Mundwässer benutzen,
  • wann Sie das letzte Mal beim Zahnarzt waren,
  • ob Sie schnarchen und eventuell auch am Tag durch den Mund atmen,
  • ob Sie rauchen,
  • ob Sie zusätzlich einen schlechten Geschmack im Mund verspüren.

Solche Informationen stellen eine gute Grundlage für das Gespräch mit dem Arzt dar. Dazu muss der Arzt wissen, welche Medikamente Sie einnehmen, wie regelmäßig Sie Alkohol trinken. Wenn der Arzt die Krankengeschichte noch nicht kennt, ist es zudem wichtig, dass Sie als Patient ihm sagen, ob Sie Allergien oder Verdauungsprobleme haben, ob Sie an einer Atemwegserkrankung leiden oder ob Erkrankungen innerer Organe wie Niere oder Leber beziehungsweise eine Stoffwechselstörung wie Diabetes vorliegen.

Schlechter Atem mit charakteristischem Geruch ist vor allem für Menschen, die an Diabetes, an einer Nierenstörung oder einer Lebererkrankung leiden, ein Warnzeichen.

  • Bei einem entgleisten Diabetes (überwiegend beim sogenannten Typ-1-Diabetes) kann ein süßlicher Azetongeruch (nach faulen Äpfeln oder Nagellackentferner) auffallen.
  • Nierenversagen hat häufig einen harnähnlichen Geruch zur Folge, der über Mund und Nase zu riechen ist.
  • Ein süßlicher Atem, der faulig oder, wie es auch beschrieben wird, nach roher Leber riecht, zeigt möglicherweise eine schwere Lebererkrankung oder Leberversagen an.

Bei schlechtem Atem erst zu Zahnarzt und Hausarzt

Wenn keine bekannten Erkrankungen vorliegen, ist es sinnvoll, zuerst vom Zahnarzt prüfen zu lassen, wie es um Zähne und Zahnfleisch steht. Neben der entsprechenden Behandlung und gegebenenfalls einer professionellen Zahnreinigung wird der Zahnarzt seinen Patienten auch anleiten, wie er seine Zähne richtig pflegt.

Ergibt die Zahnuntersuchung keine Anhaltspunkte, setzt in der Regel der Hausarzt die Untersuchungen fort.

In einer ersten eingehenden Befragung erkundigt sich der Arzt nach anderen Symptomen, die Hinweis auf krankhafte Ursachen geben können. Es folgt in der Regel eine eingehende Untersuchung des Mundraums. Manchmal deckt der Arzt dabei schon Entzündungsherde oder Pilzinfektionen (zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Prothese) auf. Auch Anzeichen für Mundatmung, die zu Mundtrockenheit führt, geben ihm wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose. Je nach Verdacht wird der Arzt dann einen Abstrich von Mund- und Rachenschleimhaut entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen lassen. Eventuell prüft der Arzt weitere Körperfunktionen und Organe. So hört er zum Beispiel die Lunge ab und tastet Gesicht, Hals und oberen Bauchraum ab.

Den Mundgeruch beurteilen

Der Arzt prüft die veränderte Atemluft, indem er selbst in einem festgelegten Abstand den Atem seines Patienten riecht, während dieser ein- und ausatmet. Meist bewertet der Arzt zudem die Geruchsintensität aus unterschiedlichen Entfernungen. Daher ist es hilfreich, wenn Sie als Betroffener vor der Untersuchung keine Extra-Mundhygiene betreiben, keinen Kaugummi kauen und auch kein Parfum beziehungsweise Rasierwasser benutzen. Es gibt darüber hinaus Geräte zur Messung der Geruchsstärke. Ob ihr Einsatz sinnvoll oder notwendig ist, um die Diagnose zu sichern, diskutieren Fachärzte jedoch unterschiedlich.

Weiterführende Untersuchungen

Ergeben sich Hinweise auf eine Erkrankung im Kopf- und Halsbereich oder innerer Organe, wird der Hausarzt entsprechend einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einen Facharzt für innere Medizin, einen Internisten, hinzuziehen.

Es können dann mitunter Blutuntersuchungen angezeigt sein, speziell auch um einen Diabetes, eine Nieren- oder eine Lebererkrankung nachzuweisen. Ebenso veranlasst der Arzt gegebenenfalls bestimmte Atemtests sowie bildgebende Verfahren. Dazu gehören möglicherweise eine Untersuchung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie) oder Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen beziehungsweise des Brust- und Bauchraums.

Ist die Ursache festgestellt, lässt sich Mundgeruch meist mit der passenden Behandlung beziehungsweise Vorbeugung erfolgreich beheben.

Nachlässige Mundhygiene als Ursache für Mundgeruch

Wer seine Zähne nicht regelmäßig morgens und abends putzt, überlässt Krankheitskeimen und Fäulnisbakterien das Feld. Übelriechender Atem ist die Folge. Dieser verschwindet auch nicht mehr, wenn man etwas gegessen oder getrunken hat und so einen Teil der "Altlast" mit hinunterschluckt. Manche Betroffene empfinden mit der Zeit auch selbst einen unangenehmen Geschmack im Mund. In der Regel sind es aber andere, die sie auf den Mundgeruch aufmerksam machen. Die Zähne nehmen durch den Zahnbelag eine gelbliche Farbe an, bei Rauchern haben sie oft graue oder gar schwärzliche Stellen.

Zu einer guten Mundhygiene gehört es, Essensreste und Zahnbelag zu entfernen, einmal an den Vorder- und Rückseiten mit der Zahnbürste, aber auch in den Zahnzwischenräumen. Das geschieht am besten mit Zahnseide oder Interdentalbürsten nach dem abendlichen Putzen (siehe dazu auch Kapitel "Therapie und Selbsthilfe"). Wer leicht Mundgeruch bekommt, dem kann es auch helfen, den Belag vom Zungenrücken mit einer Zungenbürste zu entfernen. Mundduschen können nur manchmal als Ergänzung sinnvoll sein, zum Beispiel bei einer Zahnspange oder einem festen Zahnersatz. Ansonsten bringen sie keinen zusätzlichen Nutzen – im Gegenteil, wenn das Zahnfleisch schon angegriffen ist, dann kann der feste Wasserstrahl eher schaden.

Grundsätzlich sollte jeder die jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt wahrnehmen und sich Zahnbeläge und Zahnstein entfernen lassen. Denn schon allein Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein können für einen schlechten Atem verantwortlich sein – abgesehen von den weiteren Schäden, die am Zahn entstehen, wenn die Beläge nicht entfernt werden. Bei hartnäckigen Problemen mit Zähnen und Zahnfleisch kann zudem eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein. Diese müssen die Betroffenen jedoch in der Regel selbst bezahlen.

Für Menschen mit einem Zahnersatz ist es wichtig, dass sie Prothese oder Implantat nach den Anleitungen des Zahnhygienikers regelmäßig reinigen und ihr Zahnfleisch pflegen.

Verschlechtern den Atem: Kranke Zähne, entzündetes Zahnfleisch

– Karies

Heutzutage muss der Zahnarzt nicht mehr ganz so oft bohren wie früher, um Karies zu beseitigen. Eine verbesserte, bewusste Zahnpflege, dazu fluoridhaltige Zahnpasten oder andere Fluoridierungsmaßnahmen zeigten bei Erwachsenen deutliche Erfolge. Bewährt hat sich zudem die Vorsorge bei Säuglingen und Kleinkindern, zum Beispiel mit Fluoridtabletten oder speziellen Kinderzahnpasten, die eine dem jeweiligen Alter angepasste Menge Fluorid enthalten. Hier ist es wichtig, dass die Eltern sich mit dem Kinderarzt beraten, welche Form der Vorsorge für ihr Kind geeignet ist, damit die Fluoridaufnahme im empfohlenen Bereich bleibt.

Für die schädlichen dunklen Flecken im Zahnschmelz, die Karies verursacht, sind bestimmte Bakterien, zum Beispiel Streptokokken, und ihre Stoffwechselprodukte verantwortlich. Sie produzieren bevorzugt aus Zuckerresten Säure, die den Zahnschmelz angreift. Können solche Bakterien ungehindert weiter wirken, durchbrechen die aggressiven Verbindungen den Zahnschmelz und greifen das Zahnbein und den Nerv an. Unbehandelt schädigen die Bakterien den Nerv für immer, so dass der Zahnarzt ihn mit einer Wurzelbehandlung entfernen muss. Manchmal muss er sogar den ganzen Zahn ziehen.

Symptome: Anfangs zeigen sich nur bräunliche Flecken, die mit bloßem Auge nicht immer zu erkennen sind, da Karies häufig in den Zahnzwischenräumen entsteht. Dringt die Karies weiter vor, hat der Betroffene Zahnschmerzen, vor allem wenn Kaltes, Heißes und Süßes an den erkrankten Zahn kommt. Mundgeruch ist häufig.

Diagnose und Therapie: Bei der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung kann der Zahnarzt erste Anzeichen für Karies entdecken. Eine Röntgenaufnahme gibt dann genauere Informationen. Wenn sich ein Patient wegen seines Mundgeruchs an den Zahnarzt wendet, wird dieser unter anderem prüfen, ob Karies, Parodontitis oder eine Zahnfleischentzündung vorliegen. Anfangs kann der Zahnschmelz mit Hilfe von Fluoridanwendungen wieder gesunden. Geht die Karies tiefer, bohrt der Zahnarzt die erkrankte Stelle aus und füllt sie mit Ersatzmaterial auf. Wichtig ist es auf alle Fälle, weniger Zucker zu essen, viel zu trinken und die Zähne regelmäßig und gründlich zu reinigen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Ratgeber "Karies".

– Zahnfleischentzündung (Gingivitis)


Wieder sind es die Bakterien in der Mundhöhle, die auch für das Zahnfleisch schädlich sein können. Die Keime, die auf dem durch Bakterien hervorgerufenen Zahnbelag, Plaque genannt, siedeln geben Säure und Giftstoffe ab. Diese setzen Zähnen und Zahnfleisch zu. Das Zahnfleisch entzündet sich. Plaque dringt weiter vor bis in den Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch. Es können sich Zahnfleischtaschen bilden und der Zahnhalteapparat erkrankt. Die Folge ist Parodontitis (siehe unten). Das Risiko für eine Zahnfleischentzündung ist größer für Menschen, die durch den Mund atmen, rauchen, sich ungesund ernähren oder unter Dauerstress stehen.

Symptome: Anfangs bereitet eine Gingivitis tückischerweise oft noch keine Beschwerden. Auch das typische Zahnfleischbluten tritt nicht immer gleich auf, vor allem bei Rauchern nicht. Das Zahnfleisch kann geschwollen und gerötet sein. Es blutet häufig beim Zähneputzen oder Essen, wenn man kräftiger beißen muss, zum Beispiel in einen Apfel. Mundgeruch kann ein Warnzeichen sein. Er ist dann stärker ausgeprägt, wenn die Entzündung chronisch wird. Schmerzen kommen dazu, Eiter bildet sich unter dem Zahnfleisch. Auch die Lymphknoten können anschwellen.

Diagnose und Therapie: Der Zahnarzt erkennt eine Entzündung am Zahnfleisch meist beim ersten Blick auf die Zähne seines Patienten. Er prüft zudem, ob sich schon Zahnfleischtaschen gebildet haben. Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls Speicheluntersuchungen können weiteren Aufschluss geben. Tägliche, gründliche Mundhygiene ist unerlässlich für Vorbeugung und Behandlung, ebenso die regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt. Dazu gehört oft auch eine professionelle Zahnreinigung, bei der Zahnbelag und Zahnstein entfernt werden.

Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber "Zahnfleischentzündung".

– Parodontitis

Folge einer nicht behandelten Zahnfleischentzündung mit Zahnfleischtaschen und fortschreitender Plaque kann eine Entzündung des Zahnhalteapparats oder des Zahnbetts sein, eine Parodontitis. Überholt und auch nicht korrekt ist die Bezeichnung Parodontose. Durch die Entzündung geht das Zahnfleisch zurück, die Zahnhälse liegen frei, Knochen- und Bindegewebe des Zahnbetts gehen zugrunde, die betroffenen Zähne lockern sich und fallen schließlich aus, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Symptome: Die Zähne reagieren schmerzhaft auf Kaltes, Heißes und Süßes. Mundgeruch und Zahnfleischbluten sind häufige Anzeichen.

Diagnose und Therapie: Hat der Zahnarzt bei der ersten Untersuchung Hinweise auf eine Parodontitis erhalten, wird er die Zahnfleischtaschen genauer prüfen. Es folgen Röntgenaufnahmen. Mitunter lässt er auch Bakterienproben aus den Zahnfleischtaschen im Labor untersuchen.

Eine grundlegende Rolle in der Behandlung spielt die tägliche Zahnpflege mit zusätzlichen Mundspüllösungen. Auch kann hier ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung angezeigt sein. Die Bakterien aus den Zahnfleischtaschen entfernt der Zahnarzt mit speziellen Instrumenten, meist unter lokaler Betäubung, oder in einer kleinen Operation. Selten ist auch eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt. Darüber hinaus gibt es inzwischen Therapiemöglichkeiten mit Laser, auch in Verbindung mit speziellen lichtaktivierten Substanzen, um Bakterien abzutöten. Ob solche Behandlungen infrage kommen könnten, wird der Zahnarzt mit seinem Patienten je nach Krankheitsbild abwägen. Bisher gehören sie noch nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Es ist empfehlenswert, den Behandlungvorschlag vorab in Ruhe zu prüfen.

Eingehend über Entzündungen des Zahnbetts informiert Sie der Ratgeber "Parodontitis".

Verminderter Speichelfluss und Mundtrockenheit führen oft zu Mundgeruch

Der Speichel im Mund ist nicht nur für den ersten Verdauungsschritt wichtig, er entsorgt Essensreste und Keime (siehe dazu Kapitel "Wie Mundgeruch entsteht"). Er hält den Mundraum feucht und "schmiert" die Stimmbänder. Fließt zu wenig Speichel, bleiben häufiger Nahrungsteilchen zurück, Bakterien und Mikroorganismen vermehren sich. Ihre Stoffwechselprodukte und Fäulnisprozesse rufen schlechten Atem hervor. Vorübergehende Mundtrockenheit entsteht im Schlaf, wenn die Speichelproduktion natürlicherweise zurückgeht. Verstärkt wird der Feuchtigkeitsmangel im Mund durch Schnarchen.

Für trockenen Mund auch am Tage ist oft Rauchen verantwortlich. Ebenso führen zu geringe Trinkmengen oder Austrocknungsgefahr bei Infektionen zu vermindertem Speichelfluss. Eine weitere Rolle spielt das Lebensalter.

Einige Medikamente wie bestimmte Psychopharmaka, Mittel gegen Blasenschwäche (Anticholinergika), gegen Bluthochdruck oder Mittel für Chemotherapien beeinflussen die Speichelmenge im Mund. Weitere Ursache können Bestrahlungsbehandlungen, Diabetes oder auch seelische Belastungen wie Stress oder Depressionen sein. Zu den Krankheiten, die die Speichelproduktion im Mund unmittelbar stören, gehört eine Erkrankung der Speicheldrüsen, das Sjögren-Syndrom (siehe unten).

Symptome: Der Mund fühlt sich trocken an und riecht oft auffallend, so dass mitunter auch der Betroffene selbst es merkt oder einen unangenehmen Geschmack verspürt. Spannungsgefühl und Brennen auf der Zunge und im Mund, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, der Drang, sich zu räuspern, und Hustenreiz sind weitere Anzeichen. Mundtrockenheit löst oft vermehrt Durst aus. Prothesen sitzen schlechter. Auf Dauer führt sie zu Zahnproblemen wie Karies, die ihrerseits den Mundgeruch verstärken.

Diagnose: Beschwerden und Krankengeschichte geben dem Arzt schon wesentliche Hinweise. Eventuell misst er die produzierte Speichelmenge mit Hilfe eines Wattebausches, den der Patient eine bestimmte Zeit im Mund behält, oder mit anderen Methoden. Je nach Verdachtsdiagnose können weitere Untersuchungen folgen, etwa von Proben der Mundschleimhaut im Labor und Bluttests.

Therapie: Die Behandlung zielt immer zuerst auf die Ursache. Wer unter Mundtrockenheit leidet, sollte ausreichend trinken, zuckerfreien Kaugummi kauen und das Rauchen aufgeben. Mitunter sind auch Lutschtabletten oder Medikamente, die den Speichelfluss anregen, beziehungsweise Speichelersatzpräparate angezeigt.

Sjögren-Syndrom (Sicca-Syndrom): Trockene Augen und trockener Mund

Bei dieser zweithäufigsten Autoimmunerkrankung nach der rheumatoiden Arthritis sind Tränen- und Speicheldrüsen aufgrund fehlgeleiteter Immunreaktionen chronisch entzündet. Die Erkrankung kann ohne erkennbare Ursache auftreten (primär) oder Folge anderer Krankheiten sein (sekundär), etwa einer rheumatoiden Arthritis, von Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen), von Hepatitis B oder C. Besonders oft betroffen sind Frauen um die 50. Häufig entwickelt sich bei der primären Erkrankung dann auch zusätzliche eine entzündliche Gelenkerkrankung (Arthritis). Im weiteren Verlauf können die Lymphdrüsen anschwellen und erkranken.

Symptome: Kennzeichnend sind zwei Hauptsymptome: ein trockener Mund mit den entsprechenden Beschwerden wie Mundgeruch (siehe oben) und trockene Augen. Die Mundschleimhaut ist gerötet, das samtige Relief auf dem Zungenrücken abgeflacht. Die Augen brennen häufig, es entsteht ein Druck- und Fremdkörpergefühl. Auch andere Schleimhäute können austrocknen, etwa in der Nase, in der Speiseröhre und in den Atemwegen. Das führt zu Schluck- und Atembeschwerden, Heiserkeit, Hustenreiz und einer verstärkten Neigung zu Bronchitis, Lungen- und Speiseröhrenentzündungen. Karies und geschwollenes Zahnfleisch sind häufig, ebenso Gelenkschmerzen aufgrund einer begleitenden Gelenkentzündung. Die Betroffenen entwickeln mitunter Allergien oder eine Glutenunverträglichkeit. Auch Nierenerkrankungen sind möglich. Mitunter kann eine bestimmte Form von Lymphdrüsenkrebs auftreten.

Diagnose: Die Hauptsymptome geben dem Arzt deutliche Hinweise. Es folgt eine eingehende Augenuntersuchung beim Augenarzt, der auch die Tränenflüssigkeit misst. Ein Facharzt für innere Medizin (Internist) oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt prüft die Speichelproduktion im Mund. Aufschluss über bestimmte Veränderungen des Blutes, spezielle Antikörper und eventuell Rheumafaktoren geben Bluttests. Eventuell untersucht der Arzt Ohr- und Unterkieferspeicheldrüse mit Hilfe von Ultraschall. Mitunter ist eine nuklearmedizinische (szintigrafische) Untersuchung der Speicheldrüsenflüssigkeit notwendig sowie eine feingewebliche Untersuchung von Speicheldrüsengewebe, meist von der Lippeninnenseite.

Therapie: In erster Linie geht es darum, den Speichel- und Tränenfluss zu erhöhen. Das geschieht durch Maßnahmen wie viel trinken, Kaugummi kauen, zuckerfreie Bonbons lutschen. Wichtig ist zudem ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen. Eine sorgfältige Zahnpflege ist unerlässlich. Medikamente, die die Speichelproduktion fördern, künstlicher Speichel und Augentropfen helfen zusätzlich bei starken Beschwerden. Das Immunsystem unterdrückende Medikamente kommen nur zum Einsatz, wenn innere Organe oder die Gefäße mit betroffen sind. Gegen die Gelenkentzündung kann Hydroxychloroquin helfen. Bei sekundären Sjögren-Formen behandeln die Ärzte gezielt die zugrunde liegende Erkrankung.

Mehr Informationen lesen Sie im Ratgeber "Sjögren-Syndrom".

Mundschleimhauterkrankungen: Mundgeruch als typisches Symptom

– Mundschleimhautentzündung

Viren, Bakterien oder Pilze sind für Entzündungen der Mundschleimhaut verantwortlich. Sie haben vor allem dann leichtes Spiel, wenn der Mund zu trocken beziehungsweise die Mundschleimhaut schon angegriffen ist, etwa durch Zahnfleischentzündungen (siehe Kapitel "Zähne, Zahnfleisch"), durch schlecht sitzende Prothesen, die beständig kleine Verletzungen verursachen, oder durch Reizstoffe. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum gelten ebenfalls als Risikofaktoren. Ist das Immunsystem geschwächt, kommt es häufiger zu Infektionen im Mund. Gründe für eine Abwehrschwäche können Mangelerscheinungen sein, etwa bei Unterernährung, Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder die Wegener Granulomatose (Granulomatose mit Polyangiitis). Ebenso setzen Krebs, Strahlen- und Chemotherapie oder Aids die Immunabwehr herab. Weitere Auslöser für Mundschleimhautentzündungen sind mitunter Allergien.

Symptome: Der Mund ist trocken und oft dazu auch verschleimt, er brennt und schmerzt, das Schlucken fällt schwer. Rötungen und Schwellungen sind typische Anzeichen, ebenso Mundgeruch. Manchmal zeigen sich blutige, offene Stellen. Weißliche Beläge weisen auf eine Pilzinfektion hin (Mundsoor), Bläschen auf Infektion mit Herpes-simplex-Viren (Mundfäule). Je nachdem, wie ausgeprägt die Entzündung ist, fühlen sich die Betroffen allgemein krank und abgeschlagen.

– Mundfäule

Eine Infektion mit Viren, hier kommen in erster Linier Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 infrage, kann zu Mundfäule (Gingivostomatitis) führen. Meist machen Kinder eine Erstinfektion in dieser Form durch.

Symptome: Kinder haben die typischen Bläschen im Mund, Fieber und weitere grippeähnliche Beschwerden. Bei Erwachsenen können die Viren wiederholt aktiv werden, machen sich dann aber in der Regel in Fieberblasen an der Lippe (Lippenherpes) bemerkbar.

– Mundsoor

Candida-Hefepilze können an unterschiedliche Stellen im Körper, häufig im Genitalbereich, aber auch in Mund und Rachen Infektionen auslösen. Oft haben Säuglinge mit Mundsoor zu tun. Im Erwachsenenalter spielen die oben genannten Risikofaktoren wie Zahnprobleme, Mundtrockenheit, Abwehrschwäche und mitunter auch kortisonhaltige Medikamente eine Rolle.

Symptome: Kennzeichnend sind neben den anderen Symptomen für eine akute Mundschleimhautentzündung weißliche Beläge auf gerötetem Grund, die bluten, wenn man sie entfernt. Bei chronischem Befall können sie auch fehlen.

– Diagnose von Mundschleimhauterkrankungen

Die Beschwerden und typischen Beläge zeigen dem Arzt in der Regel schon, welcher Auslöser infrage kommt. Die Krankengeschichte sowie weitere körperliche Untersuchungen geben Aufschluss über mögliche Ursachen, die dem Arzt allerdings häufig schon bekannt sind. Ein Abstrich von der erkrankten Schleimhaut wird im Labor untersucht, um den Erreger zu bestimmen. Eventuell können bei unbekannter Ursache weitere Untersuchungen angezeigt sein.

– Therapie von Mundschleimhauterkrankungen

Die Behandlung zielt vorrangig auf die Grunderkrankung ab. Mundspülungen und eine sorgfältige Zahn- beziehungsweise Prothesepflege tragen dazu bei, dass die Entzündung schnell wieder ausheilt. Viel trinken und eine ausgewogene Ernährung stärken zudem die Abwehrkräfte. Je nach Erfordernis und je nach Erreger kann der Arzt ein Antibiotikum, ein antivirales Mittel oder ein pilzabtötendes Medikament, ein Antimykotikum, verschreiben, etwa in Form von Lutschtabletten oder Lösungen zum Auftragen.

Mundgeruch infolge von Abszessen und entzündlichen Veränderungen im Mund

Ist die Schleimhaut im Mund angegriffen und geschädigt, können schädliche Bakterien und Pilze zu Abszessen und Veränderungen im Mundraum, etwa an der Zunge oder am Mundboden, führen. Auch eine Mandelentzündung (siehe unten) ist mitunter ein Auslöser, etwa für einen Peritonsillarabszess oder sogenannte Phlegmone. So bezeichnen Mediziner Gewebsentzündungen unter der Haut von Gaumen und Rachen. Auch eine geschwächte Abwehr, zum Beispiel bei Diabetes oder anderen Erkrankungen, begünstigt mitunter entzündliche Veränderungen im Mund-Rachen-Raum. Im Zuge einer Kieferhöhlenentzündung bilden sich bisweilen Fisteln. Das sind röhrenförmige, offene Verbindungen zwischen Mund- und Kieferhöhle, die ebenfalls zu Mundgeruch führen können.

Symptome: Auffällig sind Schwellungen, Schluckbeschwerden, Zungenbrennen sowie je nach Art der Entzündung sichtbare Gewebeveränderungen und teilweise Verfärbungen an der Zunge oder im Mund. Mundgeruch entsteht häufig durch die mit den Veränderungen einhergehende Mundtrockenheit und mögliche Eiterbildung. Abszesse am Mundboden verlaufen in der Regel schwerwiegender, mit Schmerzen, Fieber und Atemnot wegen der Schwellung im Gaumen- und Rachenbereich.

Diagnose und Therapie von Abszessen und anderen Veränderungen im Mundbereich liegen bei einem HNO-Arzt, der entsprechend medikamentös, etwa mit Antibiotika, und häufig auch chirurgisch eingreift. Sind innere Erkrankungen der Auslöser, ist ansonsten ein Internist zuständig.

Mandelentzündungen: Schlechter Atem und Schmerzen

– Akute Mandelentzündung (Angina tonsillaris, akute Tonsillitis)

Die seitlichen Gaumenmandeln sowie die Nasen-Rachen-Mandeln haben eine Schutzfunktion und wehren Krankheitserreger ab. Es sind vor allem Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken, die bei den Gaumenmandeln (Tonsillae palatinae) eitrige Entzündungen auslösen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn durch Virusinfektionen wie eine Erkältung die Abwehr geschwächt ist. Kinder und Jugendliche bekommen häufiger eine akute Angina. Eine Behandlung mit Antibiotika verhindert in der Regel, dass die Entzündung auf die Ohren und den Nasenraum übergreift, sich Abszesse im umgebenden Gewebe bilden (Peritonsillarabszess) oder Spätfolgen eintreten, wie rheumatisches Fieber oder Nierenprobleme.

Symptome: Mundgeruch verursachen allein schon die eitrigen Beläge, ebenso die verstärkte Mundatmung bei einer Erkältung und die Ablagerungen auf der Zunge. Eine akute Angina zeigt sich in Schmerzen im Rachen, die vor allem beim Schlucken heftig sind und bis ins Ohr ausstrahlen können. Dazu kommen Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Die Gaumenmandeln sind gerötet, geschwollen und häufig weißlich belegt. Oft sind die Halslymphknoten schmerzhaft geschwollen.

Diagnose und Therapie: Ein Blick in den Rachen zeigt dem Arzt schon die kennzeichnenden Symptome. Er wird auch die Ohren untersuchen. Ein Schnelltest kann Aufschluss über die Bakterienart bringen. In der Regel erfolgt dann unverzüglich eine Therapie mit Antibiotika. Um bestimmte Formen der Angina oder eine chronische Entwicklung beziehungsweise andere Erkrankungen wie Tumoren auszuschließen, können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein. Dazu gehören manchmal Blutuntersuchungen, das Anlegen einer Bakterienkultur (dies auch, falls der Schnelltest negativ ist, trotzdem aber dringender Verdacht auf eine bakterielle Mandelentzündung besteht) sowie andere Untersuchungen aus dem Rachenabstrich. Mundspülungen und Halswickel unterstützen meist die Therapie. Eine Operation ist bei einer akuten Mandelentzündung nur in Ausnahmefällen angezeigt, zum Beispiel bei einem Abszess.

– Chronische Mandelentzündung (chronische Tonsillitis)

Häufige Mandelentzündungen, die sich manchmal auch verborgen in den Einbuchtungen (Krypten) der Mandeln ereignen können, führen mitunter zu einer chronischen Tonsillitis. Das Gewebe vernarbt und es entstehen dauerhafte Entzündungsherde, davon ausgehend möglicherweise auch entzündliche Prozesse in anderen Körperbereichen, etwa den Nieren, den Herzklappen, den Augen oder in der Haut.

Symptome: Eine chronische Tonsillitis geht nicht immer mit Beschwerden einher. Häufige Mandelentzündungen können ein Zeichen sein, vor allem aber Mundgeruch mit einem schlechten Geschmack sowie Schluckbeschwerden und ein allgemeines Müdigkeitsgefühl. Auch besteht möglicherweise das Gefühl, einen "dicken Hals" zu haben. Die Lymphknoten können geschwollen sein, schmerzen in der Regel aber nicht.

Diagnose und Therapie: Kennzeichnend sind oft verkleinerte, gerötete Mandeln bei der HNO-Untersuchung, in den Krypten befinden sich mitunter eitrige Ablagerungen. Im Mandelabstrich lassen sich bestimmte Erreger nachweisen. Auch das Blutbild gibt deutliche Entzündungszeichen zu erkennen. Erweisen sich die Mandeln als ständige Entzündungsherde, wird der Hals-Nasen-Ohren-Arzt erwägen, sie operativ zu entfernen.

Lesen Sie mehr über akut und chronisch entzündete Mandeln im Ratgeber "Mandelentzündung (Angina tonisillaris)".

– Mandelsteine (Tonsillensteine)

Ablagerungen in den Vertiefungen der Mandeln können sich als weißliche Gebilde verfestigen, die mitunter aufbrechen und zu schlechtem Atem führen. Häufig treten sie im Rahmen einer chronischen Mandelentzündung auf, gelten aber als harmlos. Sie lösen sich oft von selbst und werden heruntergeschluckt.

Infektionen, die Mund und Rachenraum erfassen und mit Mundgeruch einhergehen

– Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)

Eine Mandelentzündung mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten ist auch das vorherrschende Symptom beim sogenannten Pfeifferschen Drüsenfieber, medizinisch Mononukleose. Dadurch kommt es hier auch zu Mundgeruch. Die Erkrankung wird durch ein Virus, das Epstein-Barr-Virus, übertragen und tritt vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 30 auf. Kinder machen die Erkrankung häufig ohne auffallende Symptome durch, je älter der Erkrankte ist, desto schwerwiegender kann die Krankheit verlaufen.

Ausführliche Informationen gibt Ihnen der Ratgeber "Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)".

– Diphtherie

Die Mandeln und die Rachenschleimhaut sind auch bei der häufigsten Form der Diphtherie, der Rachendiphtherie, zunächst gerötet und geschwollen, dann bilden sich weiße Beläge mit entzündlichen Wucherungen. Typisch ist hier ein faulig-süßlicher Mundgeruch. Dazu kommen ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl und geschwollene Lymphknoten. Die Erkrankung mit möglichen schweren und tödlichen Verläufen kommt dank der konsequenten Impfung in Deutschland und Mitteleuropa kaum mehr vor.

Informieren Sie sich dazu im Ratgeber "Diphtherie: Symptome und Behandlung".

– Munderkrankungen durch Syphilis (Lues)

Diese bakterielle Infektionskrankheit gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Aufgrund der erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten ist sie vor allem in Westeuropa sehr zurückgegangen. Allerdings kommt Lues weltweit noch häufig vor, und in den letzten Jahrzehnten sind die Krankheitsfälle, vor allem bei Männern mit gleichgeschlechtlichem Sexualverkehr, wieder angestiegen. Die Erkrankung verläuft in drei Stadien. Sie führt unter anderem zu Schleimhautveränderungen, die auch Mund- und Rachenraum betreffen. Im zweiten Stadium, Lues II, bilden sich neben anderen Symptomen entzündliche, gerötete Wundflecken an Gaumen und Wangen. Typisch ist ein süßlicher Mundgeruch. Ebenfalls häufig sind beidseitige Mandelentzündungen.

Weiteres erfahren Sie im Ratgeber "Syphilis (Lues)".

Tumore im Mund-Rachen-Raum: Neben anderen Symptomen auch Mundgeruch

Gewebswucherungen, Tumore, können sich an vielen Stellen im Mund und im Rachenraum bilden. Sie können gutartig oder bösartig sein und sind insgesamt eher selten. Ursache von bösartigen Tumoren, medizinisch Karzinome oder Malignome, im Mund-Rachen-Raum ist zumeist starkes Rauchen über lange Jahre und Alkoholmissbrauch. Betroffen sind vorwiegend Männer ab 50.

Symptome: Anfänglich verursachen viele dieser Tumore noch keine Beschwerden. Je nachdem, an welcher Stelle im Mund oder Rachen sie sich entwickeln, haben die Betroffenen dann Schmerzen und Probleme beim Schlucken, blutigen Speichel und Mundgeruch. Der schlechte Atem ist besonders auffallend, wenn die Tumore aufbrechen. Dringt der Tumor bis ins Muskelgewebe vor, können die Kiefer in ihrer Beweglichkeit blockiert sein. Heiserkeit, Atemnot und Schmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen, sind mitunter ein spätes Symptom für einen Tumor im unteren Rachenbereich. Dabei können auch andere Symptome wie etwa ungewollte Gewichtsabnahme auftreten.

Diagnose und Therapie: Der Hausarzt wird meist einen Hautarzt und/oder einen HNO-Arzt hinzuziehen, wenn der Verdacht auf mögliche Veränderungen im Mund-Rachen-Raum besteht. Röntgenaufnahmen und weitere bildgebende Verfahren wie Computertomografie und Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) sind neben feingeweblichen Untersuchungen die wichtigsten Instrumente, um die Diagnose zu sichern. Dazu kommen Laboranalysen des Blutes.

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Krebserkrankung und nach Lage sowie Ausbreitung des Tumors. Sie kann je nach Erfordernis aus operativen Eingriffen, Strahlenbehandlung und Chemotherapie bestehen.

Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum als Ursache für Halitosis

Die Atemluft strömt durch die Nase ein und aus. Dabei filtert die Nase mit ihren Bestandteilen wie Schleimhaut und feinsten Härchen Schmutzpartikel und Krankheitskeime heraus und entsorgt sie zu einem großen Teil, vor allem über den Magen. Die Nase produziert ständig Schleim, bei einer Erkältung vermehrt.

Trockene Luft, schädigende Substanzen oder Giftstoffe greifen die Schleimhäute an und schädigen die Härchen. Auch der Dauergebrauch von abschwellenden Nasensprays oder -tropfen wirkt hier nachteilig. Bakterien breiten sich aus, ihre Zersetzungsprodukte führen zu unangenehm riechender Atemluft. Chronischer Schnupfen (Rhinitis) und Nasenpolypen sind häufig die Folge. Verantwortlich hierfür können auch Strahlenbehandlungen, Nasenoperationen oder Drogenmissbrauch sein. Weitere Ursachen sind mitunter Reizstoffe, Temperaturwechsel, Allergien sowie eine Reihe von Erkrankungen.  Zudem kommen bestimmte Medikamente als Auslöser für ständigen Schnupfen infrage.

Dauerhafte Entzündungen breiten sich mitunter auf die mit dem Nasenraum verbundenen Nebenhöhlen aus und verursachen eine chronische Sinusitis. Das vermehrte Sekret mit Bakterien und weiteren Keimen löst neben anderen Symptomen üblen Geruch aus, ebenso die häufige Mundatmung. Auch im hinteren Rachenraum können sich Schleimansammlungen bilden und Kehlkopf wie Bronchialsystem in Mitleidenschaft ziehen.

Typische Symptome häufiger Erkrankungen im Nasen-Rachen-Raum, darunter auch Mundgeruch

– Nasenpolypen

Vor allem kleinere Polypen bereiten oft keine oder kaum Beschwerden. Typische Symptome sind Schnarchen, erschwerte Nasenatmung, wiederholte Nasennebenhöhlenentzündungen, Kopfschmerzen, Riechstörungen, manchmal auch eine näselnde Sprache, häufiges Räuspern. Fließt Schleim in den Rachenraum, können Heiserkeit und Husten darauf hinweisen, dass Kehlkopf und Bronchialsystem gereizt oder entzündet sind. Mundgeruch entsteht durch Mundatmung, vermehrten Schleim und Eiterbildung.

Weiteres zu Ursachen, Diagnose und Therapie erfahren Sie im Ratgeber "Nasenpolypen (Polyposis nasi)".

– Chronischer Schnupfen (Rhinitis)

Hauptsymptome sind eine erschwerte Nasenatmung, Niesanfälle, zäher Nasenschleim, bei allergischer Ursache ist er eher dünnflüssig. Dazu kommen Heiserkeit und Hustenreiz. Schlechter Atemgeruch entsteht häufiger bei einer sogenannten atrophischen Rhinitis, auch als Stinknase bezeichnet. Hier sind die Schleimhäute sehr trocken, der Geruchssinn ist beeinträchtigt. Da sich auf der verkrusteten Schleimhaut vermehrt Keime ansiedeln können, strömt nicht selten ein unangenehmer Geruch aus der Nase.

Lesen Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie von akutem und chronischem Schnupfen im Ratgeber "Schnupfen (Rhinitis)".

– Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)

Je nachdem, welche Nebenhöhlen dauerhaft entzündet sind, können häufiger Kopfschmerzen im Stirn- oder im Wangen- und Kieferbereich auftreten, oder es ist lediglich ein dumpfes Druckgefühl vorhanden. Die Betroffenen klagen oft über verstärkte Müdigkeit, Leistungsschwäche, haben wiederholt Infekte, können schlechter durch die Nase atmen und manchmal nicht mehr so gut riechen. Einige müssen oft Schleim abhusten, der in den Rachen gelaufen ist.

Eingehende Informationen zu Ursachen, Diagnose und Therapie finden Sie im Ratgeber "Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)".

Tumore im Nasen-Rachen-Raum: Neben Schnupfensymptomen oft schlechte Atemluft aus der Nase

In der Nase und in den Nebenhöhlen können sich gut- und bösartige Geschwülste bilden. Es sind vorwiegend ältere Menschen betroffen.

Symptome: Gutartige Tumore sind vom Gewebe ausgehende Papillome oder Knochentumore, Osteome. Sie verursachen oft ähnliche Beschwerden wie ein chronischer Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung, also erschwertes Atmen durch die Nase, Kopfschmerzen, manchmal Nasenbluten.

Die Symptome können, vor allem wenn sie plötzlich und nur auf einer Seite auftreten, auch auf einen Krebs, ein Malignom, in dieser Region hinweisen. Zu der behinderten Nasenatmung und einem blutigem Nasensekret kommt häufig ein auffallender Geruch aus der Nase. Auch sichtbare Schwellungen an den Wangen oder um die Augen sind möglich, vor allem, wenn der Tumor sich schon weiter ausgedehnt hat.


Diagnose und Therapie: Aufschluss geben dem Arzt eine Untersuchung der Nase mit dem Endoskop, Röntgenaufnahmen sowie weitere bildgebende Verfahren, vor allem eine Computertomografie und gegebenenfalls eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie). Papillome und Osteome entfernt der Spezialist in der Regel in einem operativen Eingriff. Bei Malignomen werden HNO-Ärzte und Fachärzte für Krebserkrankungen, Onkologen, individuell angepasst Operationen und Strahlentherapien einsetzen.

Bronchitis, akut und chronisch: Häufig von Mundgeruch begleitet

Bei entzündlichen Erkrankungen der Bronchien sind es vor allem die eitrigen Schleimansammlungen, die schlechten Atem hervorrufen.

– Akute Bronchitis

Sie wird durch Viren ausgelöst. Dabei entzünden sich die Schleimhäute in den Bronchien. Eine bakterielle Infektion kann dazukommen. Andere Keime oder Reize wie Feinstaub oder Gase können ebenfalls eine Rolle spielen.

Symptome: Heftiger Husten ermöglicht es, den Schleim abzuhusten. Die Bronchitis geht meist mit einer Erkältung und mit den dafür typischen Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Halsweh, Abgeschlagenheit und möglicherweise Fieber einher.

Mit geeigneter Behandlung heilt eine akute Bronchitis in der Regel nach zwei Wochen ab. Ausführlich zu Ursachen, Diagnose und Therapie informiert der Ratgeber "Akute Bronchitis".

– Chronische Bronchitis

Dauerhafte Entzündungen der Bronchialschleimhäute können sich aus wiederholten Atemwegsinfekten entwickeln. Besonders anfällig sind durch unterschiedliche Einflüsse geschwächte Bronchien. Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor. Aber auch Menschen, die wiederholt oder beständig Reizgasen, Staubeinwirkungen und in weiterer Form verschmutzter Luft ausgesetzt sind, können zu chronischen Entzündungen neigen. Eine schwerwiegende Form und häufige Folge ist die chronisch obstruktive Bronchitis, kurz COPD (engl. chronic obstructive pulmonary disease).

Symptome: Kennzeichnend für eine chronische Bronchitis ist andauernder Husten mit schleimigem Auswurf, vor allem morgens, der in zwei aufeinander folgenden Jahren drei Monate und länger auftritt. Es können auch Schübe auftreten, oft im Rahmen einer Infektion. Bei der COPD entwickelt sich eine zunehmende Atemnot bei körperlicher Belastung, die die Aktivität immer mehr einschränkt. Der Auswurf und die entzündlichen Prozesse führen zu Mundgeruch und schlechter Ausatemluft.

Diagnose: Wichtig sind die Krankengeschichte und eine eingehende körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge. Es folgen Lungenfunktionsprüfungen und bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen des Brustraums sowie Laboruntersuchungen von Blut und Auswurfproben. Eventuell führt der Arzt, in diesem Fall ein Lungenfacharzt, ein Pneumologe, eine Bronchoskopie durch, eine Untersuchung der Bronchien mit einem Endoskop.

Therapie: Die erste Maßnahme ist es, das Rauchen aufzugeben beziehungsweise schädliche Reizstoffe in der Umgebung auszuschalten oder zu vermindern. Inhalationen, Atemgymnastik und Medikamente, in der Regel Asthma-Medikamente, gehören zur Standardbehandlung.

Erfahren Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie im Ratgeber "Chronische Bronchitis / COPD".

Bronchiektasen: Husten mit Auswurf am Morgen und Mundgeruch

Bronchiektasen sind sackförmige ausgeweitete Bronchien, die dazu führen, dass die Bronchien sich verkrampfen. Sie können angeboren sein oder sich durch chronische sowie allergisch bedingte Atemwegserkrankungen, Fremdkörper in den Bronchien oder eine Lungentuberkulose bilden.

Symptome: Kennzeichnend ist häufiger, vor allem morgendlicher Husten mit Auswurf, der schaumig, schleimig und eitrig ist und unangenehm riecht. Mundgeruch ist daher oft ein zusätzliches Symptom. Die Betroffenen haben auch vermehrt Lungenentzündungen.

Diagnose und Therapie: Krankengeschichte, körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge, Laboruntersuchungen von Proben des Auswurfs sowie eine Computertomografie ermöglichen die Diagnose. Treten die Beschwerden wiederholt auf und fehlt der Keimnachweis im Auswurf, ist häufig eine Bronchoskopie als weitere Untersuchungsmaßnahme angezeigt.

Die Behandlung besteht vor allem in Atemübungen und physiotherapeutischen Maßnahmen. Das Abhusten erleichtern bestimmte Haltungen wie die Quincke-Lagerung. Ein wichtige Rolle spielt zudem das Inhalieren von Kochsalzlösungen und gegebenenfalls von Medikamenten wie Kortison und Antibiotika. Diese verschreiben die Fachärzte auch zum Einnehmen, wenn sich die Erkrankung akut verschlechtert. Die Bronchiektasen können bei speziellen Krankheitsverläufen auch operativ entfernt werden.

Lungenentzündung (Pneumonie): Eitriger Auswurf geht mit schlechtem Atem einher

Meist verursachen Bakterien Entzündungen der Lungen. Auch Viren, Pilze und andere Keime können verantwortlich sein. Eine Rolle spielt zudem ein geschwächtes Immunsystem. Es gibt darüber hinaus nicht-infektiöse Auslöser für eine Lungenentzündung wie Reizstoffe, Gase, Strahleneinwirkung, Tumore oder eingeatmete Nahrungsbestandteile, die in die Lunge gelangen. In der Regel lässt sich eine Lungenentzündung gut mit Antibiotika behandeln.

Symptome: Typischerweise kommt es akut zu grippeähnlichen Beschwerden wie hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost. Kennzeichnend sind dazu heftiger, schmerzhafter Husten mit eitrigem Auswurf, manchmal Schmerzen beim Atmen, Herzrasen, rasselnde Atemgeräusche und Atemnot. Die entzündlichen Vorgänge sowie der eitrige Auswurf führen häufig auch zu einem unangenehmen Geruch durch Mund und Nase. Je nach Erreger können sich solche Symptome auch nur abgeschwächt zeigen oder fehlen. Schlechter Atem tritt verstärkt auf, wenn sich infolge der Lungenentzündung ein Lungenabszess gebildet hat.

Genaueres zu den Ursachen, Symptomen sowie zu Diagnose und Therapie erfahren Sie im Ratgeber "Lungenentzündung (Pneumonie)".

Erkrankungen der Speiseröhre, die zu Mundgeruch führen

– Sodbrennen

Symptome: Brennende Schmerzen in der Brustmitte, saures Aufstoßen und Rückfluss von Nahrungsteilen sind die vorherrschenden Symptome für eine Refluxkrankheit. Sie können aber auch auf andere Erkrankungen der Speiseröhre oder des Magens hinweisen. Sodbrennen geht zudem häufig mit unangenehmem Mundgeruch einher, vor allem, wenn Speisebrei und Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen.

Der Arzt wird mit Hilfe der Krankengeschichte und gezielten Untersuchungen, gegebenenfalls auch mit einer Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie), die Ursache feststellen und entsprechend behandeln. Gegen Sodbrennen können bestimmte säurehemmende Medikamente sowie veränderte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten hilfreich sein.

Ausführliche Informationen zu Ursachen, Diagnose und Therapie finden Sie im Ratgeber "Sodbrennen".

– Speiseröhrendivertikel

Divertikel sind kleine Ausbuchtungen in der Schleimhaut. In der Speiseröhre können sie sich in der Speiseröhrenwand bilden. Sie treten insgesamt eher selten auf. Am häufigsten sind die sogenannten Zenker-Divertikel am oberen Eingang der Speiseröhre unterhalb des Kehlkopfs.

Symptome: Die Divertikel bereiten nicht immer Beschwerden. Es können sich dort aber Speisereste verfangen, die sich dann zersetzen. Die Betroffenen, hauptsächlich Männer im höheren Alter, stoßen sie manchmal erst nach einiger Zeit wieder auf, häufig nachts im Schlaf. Starker Mundgeruch ist die Folge. Zu den Hauptsymptomen gehören Räusperzwang, Kloßgefühl im Hals, Schwellung am Hals, Schluckbeschwerden, gurgelnde Geräusche beim Trinken, Hustenreiz, mitunter auch Sodbrennen.

Große Divertikel können auch den Speiseröhreneingang verlegen und müssen operativ entfernt werden. Der Arzt kann sie mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung und einer Endoskopie der Speiseröhre entdecken.

– Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels (Achalasie)

Bei dieser seltenen Störung kann der Schließmuskel am Übergang von der Speiseröhre zum Magen sich nicht mehr ausreichend öffnen, um die Nahrung in den Magen passieren zu lassen. Dazu kommt es, wenn für die Muskelfunktionen zuständige Nervenzellen geschädigt sind oder zugrundegehen. Damit zu tun haben eher Menschen im mittleren Lebensalter.

Symptome: Die Betroffenen haben in erster Linie Schluckbeschwerden. Mundgeruch, Sodbrennen, Völlegefühl und Reizhusten können dazu kommen.

Diagnose und Therapie: Röntgenaufnahmen und eine Speiseröhrenspiegelung sind die wichtigsten Untersuchungen für die Diagnose. Für die Therapie kommen unterschiedliche operative Maßnahmen infrage sowie die kurzfristige Gabe von Medikamenten, die die Muskelspannung in der Speiseröhre beeinflussen (mehr Informationen zu Achalasie finden Sie im Ratgeber "Sodbrennen" (siehe oben), im Kapitel "Zwerchfellbruch, Achalasie").

– Speiseröhrenentzündung

Auch hier handelt es sich um ein eher seltenes Krankheitsbild. Viren, Bakterien oder Pilze rufen in der Speiseröhre vor allem dann Entzündungen hervor, wenn das Immunsystem durch andere Erkrankungen geschwächt ist. Mitunter kann auch eine Antibiotikabehandlung dazu führen.

Symptome: Je nachdem, wie ausgeprägt die Entzündung ist, verläuft sie ohne deutliche Beschwerden oder geht mit Schluckbeschwerden, Sodbrennen, möglicherweise Brustschmerzen und Mundgeruch einher. Mundgeruch tritt vor allem auch dann auf, wenn eine Pilzinfektion zugrunde liegt, die sich auch im Mund ausbreitet (Mundsoor, siehe Kapitel "Mund und Rachen") oder wenn durch die entzündlichen Prozesse Verengungen entstanden sind.

Diagnose und Therapie: Eine Speiseröhrenspiegelung und je nach Verdacht eine Laboruntersuchung von Gewebeproben ermöglichen die Diagnose. Die Behandlung richtet sich gegen den Erreger. Eventuelle Verengungen weiten Fachärzte gegebenenfalls mit einer Sonde (mehr zu diesem Krankheitsbild im Ratgeber "Sodbrennen" (siehe oben), im Kapitel "Speiseröhrenentzündung").

– Speiseröhrentumore

Zellveränderungen wie der sogenannte Barrett-Ösophagus, eine Krebsvorstufe, und Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) können länger beschwerdefrei verlaufen. Hauptrisikofaktoren für Speiseröhrenkrebs sind Rauchen und Alkoholmissbrauch. Auch Giftstoffe oder Viren spielen möglicherweise eine Rolle.

Symptome: Erste Zeichen sind häufig Sodbrennen mit Rückfluss von Nahrungsbrei, Schmerzen hinter dem Brustbein, faulig riechendes Aufstoßen und mitunter auch Husten und Heiserkeit. Auffallend kann dann auch ein Gewichtsverlust sein.

Diagnose und Therapie: Neben den üblichen Speiseröhrenuntersuchungen mit dem Endoskop geben bildgebende Verfahren wie Computer- beziehungsweise Magnetresonanztomografie dem Arzt weiteren Aufschluss über den Tumor. Die Therapie richtet sich nach dem Stadium des Tumors. Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapie setzen Fachärzte für Krebserkrankungen je nach individuellen Therapievorgaben ein.

Lesen Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie im Ratgeber "Speiseröhrenkrebs".

– Fremdkörper im oberen Verdauungstrakt

Alle möglichen Kleinteile können aus Versehen geschluckt werden. Meist passieren sie mit dem Speisebrei problemlos den Magen-Darm-Trakt. Manchmal bleiben sie jedoch in Abschnitten zwischen Rachen, Speiseröhre und Magen hängen. Sie behindern den Nahrungsdurchgang, Speisereste verfangen sich und sind dann der Grund für unangenehme Ausdünstungen. Manche Fremdkörper kommen auch im Darm nicht weiter und schaffen dort unter Umständen Probleme (siehe weiter unten "Darmverschluss").

Zwerchfellbruch (Hiatus-Hernie): Sodbrennen und Mundgeruch sind mögliche Zeichen

Bei dieser Störung tritt ein Teil des Magens an der Übergangsstelle zur Speiseröhre durch das Zwerchfell in den Brustraum aus. Betroffen sind vor allem ältere Menschen ab 50.

Symptome: Die Hernie bereitet entweder keine Beschwerden oder führt zu Sodbrennen mit saurem Aufstoßen und entsprechend schlechtem Atem aus Mund und Nase. Es können auch Schmerzen und Druckgefühle in der Brustmitte auftreten, seltener Übelkeit und Herzbeklemmung nach dem Essen.

Eine Speiseröhrenspiegelung und Röntgenuntersuchungen ermöglichen dem Arzt die Diagnose. Eine Therapie ist nicht immer notwendig, säurehemmende Medikament können bei starken Refluxbeschwerden hilfreich sein. Bestimmte Hernienformen behandelt der Arzt operativ.

Erkrankungen des Magens als seltene Ursache von Mundgeruch

– Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen greifen die Magenschleimhaut an. Zudem können Lebensmittelvergiftungen akute Entzündungen auslösen. Das gilt auch für bestimmte Medikamente, wie einige Schmerzmittel. Eine der möglichen Ursachen für eine akute und vor allem eine chronische Gastritis ist das Bakterium Helicobacter pylori (HP).

Symptome: Ist die Magenschleimhaut akut entzündet, treten heftige Schmerzen im Oberbauch auf. Eine chronische Entzündung bereitet oft keine oder kaum Beschwerden. Anzeichen ist oft nur ein unangenehmer Geruch aus Mund und Nase, insbesondere wenn eine HP-Infektion verantwortlich ist. Daneben sind Bauchschmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen, selten Magenblutungen möglich.

Körperliche Untersuchungen sowie eine Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Entnahme von Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung geben dem Arzt näher Aufschluss. Bei chronischer Gastritis veranlasst der Arzt ebenfalls eine Magenspiegelung mit Gewebeentnahmen. Dazu kommt die Suche nach dem HP-Keim. In  bestimmten Fällen sind ergänzende Laboranalysen sinnvoll. Eine magenfreundliche Lebensweise und Stressabbau stellen eine wichtige Grundlage für die Therapie dar. Je nach Ursache setzt der Arzt säurehemmende Medikamente und eventuell auch Antibiotika ein. Er kontrolliert das Behandlungsergebnis, wozu verschiedene Maßnahmen infrage kommen.

Erfahren Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie von akuter sowie chronischer Gastritis im Ratgeber "Gastritis (Magenschleimhautentzündung)".

– Magengeschwür, Magenausgangsverengung (Magenausgangsstenose)

Für ein Magengeschwür kann unter anderem wiederum das Bakterium Helicobacter pylori verantwortlich sein.

Symptome: Schlechter Atem aus Mund und Nase tritt vor allem dann auf, wenn das Geschwür zu einer Verengung des Magenausgangs geführt hat. Sodbrennen und Mundgeruch sind die Folge. Kennzeichnend für ein Geschwür können Schmerzen im Oberbauch sein, die nachts oder bei leerem Magen, aber auch während des Essens einsetzen können.

Laboruntersuchungen und eine Magenspiegelung sind auch hier die wichtigsten Diagnoseinstrumente. Die Therapie erfolgt ebenfalls mit säurehemmenden Medikamenten sowie gegebenenfalls mit Antibiotika. Die Magenentleerung kann auch durch eine Magenmuskelschwäche gestört sein, etwa im Rahmen eines Diabetes.

Eingehende Informtionen zu Ursachen, Diagnose und Therapie gibt der Ratgeber "Magen-Zwölffingerdarmgeschwür".

– Magenkrebs

Eine bedeutende Rolle spielt auch hier neben anderen Faktoren das Bakterium Helicobacter pylori (HP). Magenerkrankungen, erbliche Belastung, Rauchen sowie eine Ernährung mit vielen gepökelten und geräucherten Nahrungsmitteln, die also einen hohen Nitratgehalt haben, stellen weitere Risiken dar.

Symptome: Häufig bereitet ein Magenkarzinom keine oder keine typischen Beschwerden. Völlegefühl, Sodbrennen, schlechter Atem, Magenschmerzen, Gewichtsverlust, leichtes Fieber, Abgeschlagenheit können Anzeichen sein.

Eine Magenspiegelung und feingewebliche Untersuchungen von Gewebeproben sowie Ultraschall und weitere bildgebende Verfahren sichern die Diagnose. Die Therapie richtet sich nach Stadium und Ausprägung des Tumors. Chirurgische Maßnahmen und begleitende Krebstherapien stehen an erster Stelle.

Lesen Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie im Ratgeber "Magenkrebs (Magenkarzinom)".

Darmverschluss (Ileus) – ein Notfall: Oft Bauchschmerzen, Übelkeit, schlechter Atem

Eine seltene, bedrohliche Folge von Fremdkörpern im Darm kann ein Hindernis der Nahrungspassage im Dünn- oder Dickdarm sein. Zu einem solchen mechanischen Damverschluss kommt es möglicherweise auch infolge von Darmproblemen wie Divertikeln, Hernien (zum Beispiel Leistenbrüche), Verschlingungen, Drehungen oder Verwachsungen nach Operationen. Darmkrebs oder entzündliche Darmerkrankungen rufen mitunter ebenfalls einen mechanischen Ileus hervor. Der Verschluss kann akut auftreten oder sich chronisch entwickeln.

Symptome: Verstopfung, Fieber, Schmerzen an der betroffenen Stelle können Hinweise sein. Warnzeichen sind plötzliche, starke, krampfartige Bauchschmerzen oder ein dumpfer Dauerschmerz. Der Bauch ist angespannt, meist auch aufgebläht. Möglich ist auch eine Stuhl- und Windverhaltung. Falls sich Kot bis in den Magen zurückstaut, kommen üble Gerüche hoch, den Betroffenen ist schlecht, sie müssen mitunter erbrechen. Es kann sich eine deutliche Kreislaufschwäche entwickeln.

Erste Verdachtszeichen sollten unbedingt zum Arzt beziehungsweise in eine Klinik führen, denn ein Darmverschluss ist ein Notfall, der umgehend im Krankenhaus behandelt werden muss.

Ausführliche Informationen finden Sie im Ratgeber "Ileus (Darmverschluss, Darmlähmung)".

Nahrungsmittelallergien, Unverträglichkeiten, Zöliakie: Unterschiedliche Beschwerden, darunter auch Mundgeruch

Zu Verdauungsstörungen mit begleitenden unangenehmen Gerüchen aus Mund und Nase können auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien führen. Hier spielen zum Beispiel Milch- und Fruchtzuckerunverträglichkeiten eine Rolle.

Ebenso infrage kommt eine Zöliakie, bei der Gluten, ein Eiweißstoff im Getreide, heftige, folgenreiche Immunreaktionen auslöst. Sie können Entzündungen im Dünndarm und oft weitere Gesundheitsprobleme nach sich ziehen.

Eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel ruft unterschiedliche Abwehrmechanismen in oft mehreren Körperbereichen hervor. Manchmal können solche vermeintlichen, fehlgeleiteten Schutzreaktionen des Körpers bedrohliche Formen annehmen.

Symptome: Menschen, die bestimmte Nahrungsmittel nicht oder schlecht vertragen, reagieren häufig mit Allgemeinbeschwerden wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Dazu können Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen mit Aufstoßen, Mundgeruch und Bauchschmerzen kommen. Bei Allergien treten möglicherweise Hautreaktionen, Schwellungen sowie Atemprobleme ein.

Diagnose und Therapie: Neben der Krankengeschichte sichern gezielte Blut- und Atemgasanalysen sowie gegebenenfalls eine Magen-Darm-Spiegelung die Diagnose. Die Therapien richten sich nach der Art der Unverträglichkeit und bestehen meist in der Vermeidung der Nahrungsmittel, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen.

Zu Ursachen, Diagnose und Therapie unterschiedlicher Unverträglichkeiten und Allergien informieren die Ratgeber "Nahrungsmittelallergien", "Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)", "Lebensmittelunverträglichkeiten", "Fruchtzuckerunverträglichkeit – was tun?", "Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)" .

Mundgeruch ohne Ursache (essenzielle Halitosis)

Bei dieser Erscheinung gelangen mit dem Atem schlecht riechende Fettsäuren über Mund und Nase nach außen. Die Ursachen hierfür sind ungeklärt. Experten empfehlen den Betroffenen, sich bevorzugt fettarm zu ernähren und die Darmflora zum Beispiel durch Laktulose, ein Zucker, der in pasteurisierter oder hocherhitzter Milch vorkommt, zu stärken.

Diabetisches Koma: Azetongeruch aus dem Mund

Diese Stoffwechselentgleisung ist die Folge einer extremen Überzuckerung. Bestehen insbesondere bei Diabetes mellitus Typ 1, aber auch bei Typ 2, aufgrund des Insulinmangels sehr hohe Blutzuckerwerte, erhalten die Körperzellen nicht genügend Energie. Um ihren Bedarf zu decken, baut der Körper daraufhin verstärkt Eiweiß und Fette ab. Abbauprodukte der Fettsäuren, die nun vermehrt im Blut zirkulieren, sind sogenannte Ketonkörper. Sie können den Säure-Basen-Haushalt empfindlich stören und zu einem bedrohlichen Zustand, Ketoazidose oder diabetisches Koma genannt, führen.

Ein Bestandteil der Ketonkörper ist Azeton. Es wird im Urin, aber auch über die Atemluft ausgeschieden. Der Atem riecht nach Azeton, ähnlich wie Nagellack oder überreife, faulige Äpfel. Dieser charakteristische Geruch kündigt neben anderen Warnzeichen oft eine beginnende Ketoazidose an.

Andererseits kann auch eine Unterzuckerung durch einen Kohlenhydratmangel in der Ernährung Azetongeruch beim Ausatmen auslösen ("Hungerazeton", siehe Kapitel "Wie Mundgeruch entsteht").

Symptome: Neben dem Azetongeruch sind ernstzunehmende Zeichen für eine Überzuckerung starker Durst, Abgeschlagenheit, vermehrtes Wasserlassen. Dazu können sich Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen einstellen, ebenso Schwindel und Bewusstseinstrübungen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Diagnose und Therapie: Eine gute Blutzuckereinstellung ist für Diabetiker wesentlich, um Über- oder Unterzuckerungen zu vermeiden. Regelmäßige Urintests auf Ketonkörper, vor allem in besonderen Situationen, etwa bei Krankheit, helfen, ein diabetisches Koma gleich in der Anfangsphase in den Griff zu bekommen. Oft sind Ruhe, vermehrtes Trinken und eine Anpassung der Medikamenten- beziehungsweise Insulindosis angezeigt. In der Diabetesschulung lernen Diabetiker, wie sie mit einer sich abzeichnenden Ketoazidose umgehen können. Bei Auffälligkeiten sollten sich die Betroffenen umgehend an ihren Arzt wenden oder den Notarzt rufen.

Ausführliche Informationen finden Sie in den Ratgebern "Ketoazidose" sowie "Diabetes mellitus Typ 1" und "Diabetes mellitus Typ 2" auf www.diabetes-ratgeber.net.

Nierenversagen: Der Atem riecht nach Urin

Die Nieren können plötzlich oder allmählich funktionsuntüchtig werden. Ein akutes Nierenversagen stellt sich meist innerhalb von Stunden oder Tagen ein. Auslöser sind insbesondere Durchblutungsstörungen, etwa nach Operationen oder infolge eines Kreislaufschocks, sowie Medikamente, Vergiftungen oder Nierenentzündungen. Auch eine akute Harnsperre durch einen Tumor, eine Prostatavergrößerung oder Nierensteine kommen als Verursacher infrage.

Häufigste Ursache eines chronischen Nierenversagens (chronische Niereninsuffizienz) ist die Nierenschädigung bei Diabetes. In zweiter Linie sind Erkrankungen wie Bluthochdruck, Nierenentzündungen, Gefäßkrankheiten und zystische Veränderungen an den Nieren verantwortlich.

Symptome: Meist stehen bei akutem Nierenversagen die schwerwiegenden Anzeichen der auslösenden Krankheit oder Ursache im Vordergrund. Da ein akutes Nierenversagen als solches anfangs symptomlos sein kann, wird der Arzt bei Patienten mit Erkrankungen, die bekanntermaßen ernsthafte Nierenprobleme nach sich ziehen können, die Nierenfunktion regelmäßig kontrollieren. Im Falle eines akuten Nierenversagens bilden die Nieren häufig zunehmend weniger Urin, manchmal gar keinen mehr. Im weiteren Verlauf kann sich dann vermehrt sehr heller Urin zeigen. Zu den bedrohlichen Komplikationen gehören eine Überwässerung (Ödeme in verschiedenen Organen), Übersäuerung (Azidose) des Körpers und schließlich eine Urämie (siehe unten), die einen speziellen Körper- und Atemgeruch hervorruft (urämischer Foetor).

Bei chronischer Niereninsuffizienz scheiden die Betroffenen zunächst vermehrt Urin aus, der auch sehr hell ist. Mit der Zeit geht die Urinmenge zurück. Neben diesen Störungen beim Wasserlassen treten vielfältige Symptome auf: Schwellungen in Beinen und Füßen oder am Lid, Schmerzen in der Nierengegend. Später kommen weitere Symptome wie Abgeschlagenheit, Appetitverlust, Übelkeit und Blässe dazu. Der Blutdruck steigt an. Außerdem verfärbt die Haut sich oft hellbräunlich, der Atem riecht kennzeichnend nach Urin, Folge einer Urämie.

Urämie bedeutet, dass die Niere bestimmte Stoffe nicht mehr genügend ausscheiden kann. Diese harnpflichtigen Substanzen sammeln sich dann im Blut an und führen zu "Vergiftungserscheinungen" und lebensbedrohlichen Organschäden. So können etwa Magen, Blut oder Gehirn betroffen sein. Die Urämie tritt – wie der urämische Mundgeruch – häufig in Verbindung mit chronischem Nierenversagen auf.

Weitere Störungen entstehen durch den Ausfall anderer Leistungen der Nieren, die für den Körper unentbehrlich sind.

Diagnose: Die Krankengeschichte und eine gründliche körperliche Untersuchung geben dem Arzt schon wichtige Hinweise, falls bei einem Patienten erstmals erhöhte Nierenwerte auffallen. Auch die Begleitumstände wie eine bekannte Nierenkrankheit, eine Operation oder eine andere Akuterkrankung sind klare Indizien. Je nach Ausgangsbefund folgen mehr oder weniger umfangreiche abklärende Blut- und Urinanalysen und meist Untersuchungen mit verschiedenen bildgebenden Verfahren, darunter Ultraschall- und Röntgenaufnahmen. Eventuell entnimmt der Facharzt Gewebeproben der Nieren (Biopsie) und lässt sie feingeweblich untersuchen.

Therapie: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei akutem Nierenversagen ist es oft möglich, unter intensiver Therapie in der Klinik die Nierenfunktion wieder herzustellen. Bei einer chronischen Insuffizienz kann eine konsequente Therapie der Grunderkrankung, zum Beispiel eine gute Blutdruck- und Blutzuckereinstellung, häufig eine völlige Funktionseinbuße verhindern.

Sind die Nieren dauerhaft geschädigt, wenden die Ärzte Nierenersatzbehandlungen wie unterschiedliche Dialyseverfahren an. Mitunter kann nur eine Nierentransplantation auf Dauer lebensrettend sein.

Lesen Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Therapie im Ratgeber "Nierenversagen".

Leberversagen: Spezieller süßlicher Mundgeruch

Eine Virushepatitis oder Vergiftungen können akut einen Funktionsausfall der Leber bewirken. Zu Vergiftungen kann es etwa durch chemische Stoffe, Pilze, Medikamente oder Drogen kommen. Akutes Leberversagen ist in Deutschland insgesamt eher selten. Chronisches Leberversagen ist eine häufige Folge einer Leberzirrhose.

Symptome: Verwirrung, Schläfrigkeit, Zittern, Bewusstseinsstörungen treten akut auf, dazu fällt ein typischer süßlicher Mundgeruch, etwa wie frische Leber, auf. Diese Symptome können sich bei chronischem Leberversagen erst allmählich einstellen. In einem fortgeschrittenen Stadium nimmt die Schläfrigkeit bedrohlich zu, der Mundgeruch und das Zittern können dann fehlen.

Diagnose und Therapie: Krankengeschichte, körperliche Untersuchung und Blutwerte geben Aufschluss. Die umfassende Behandlung richtet sich nach Ursache und Ausmaß der Erkrankung. Sie zielt darauf ab, die Leberfunktion zu unterstützen beziehungsweise durch geeignete Maßnahmen wiederherzustellen, um ein Leberkoma zu verhindern. Bei besonders schweren Krankheitsbildern hilft oft nur eine Lebertransplantation.

Weiteres erfahren Sie im Ratgeber "Leberzirrhose".

Mundgeruch: Zu welchem Arzt?

Zahnprobleme sind eine häufige Ursache für Mundgeruch. Hier ist der Zahnarzt zuständig. Ansonsten ist der erste Ansprechpartner Ihr Hausarzt.

Erkrankungen im Mund-Nasen-Rachenraum behandelt nach dem Hausarzt in der Regel der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Sind die Bronchien oder die Lunge betroffen, zieht der Hausarzt gegebenenfalls einen Internisten beziehungsweise einen Lungenfacharzt hinzu. Für Erkrankungen des Verdauungsapparates sind in der Regel Internisten zuständig, die auf Magen-Darm-Erkrankungen spezialisiert sind (Gastroenterologen).

Die Betreuung von Menschen, die an Diabetes, einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden übernehmen entsprechend ausgebildete Internisten. Das können ein Diabetologe, ein Nephrologe (Nierenspezialist), ein Gastroenterologe und Hepatologe (Facharzt für Lebererkrankungen) sein.

Wenn Sie ständig besorgt sind, schlecht aus dem Mund zu riechen, aber weder Zahnarzt noch Hausarzt oder Facharzt dies bestätigen können, leiden Sie wahrscheinlich unter einer Pseudo-Halitosis oder einer Halitophobie. Psychotherapeutische Gespräche und Verhaltenstherapien können Ihnen helfen, Ihre Körpergerüche realistisch einzuschätzen.

Liegt dem schlechten Atem eine bestimmte Erkrankung zugrunde, bringt eine gezielte Therapie Besserung (mehr dazu in den jeweiligen Kapiteln dieses Beitrags und in den weiterführenden Links). Unerlässlich bleibt aber auch dann eine gründliche Mundhygiene. Sie mildert krankhaften Mundgeruch und verhindert, dass Bakterien und Keime im Mundraum zusätzliche Gerüche verursachen.

Das gehört zu einer guten Mundhygiene:

  • Putzen Sie die Zähne morgens und abends jeweils drei bis fünf Minuten (mit einer normalen Zahnbürste). Elektrische Zahnbürsten haben meist einprogrammierte Zeitvorgaben von zwei Minuten oder mehr. In der Regel sind weiche und mittlere Bürsten am besten geeignet. Wer zu hart schrubbt und zu heftig aufdrückt, verletzt womöglich den Zahnschmelz.
  • Wechseln Sie die Zahnbürsten, sobald Borsten abstehen oder diese dauerhaft verfärbt sind. Auf jeden Fall aber alle drei Monate.
  • Eine Zahnpasta mit Fluorid stärkt den Zahnschmelz. Welche weiteren Zusätze für Sie von Vorteil sein können, sprechen Sie am besten mit Ihrem Zahnarzt oder Ihrem Zahnhygieniker ab. Sicher ist aber, dass das Putzen mit Zahnpasta den Atem länger frisch hält.
  • Die Zahnzwischenräume nicht vergessen. Reinigen Sie täglich die schwer zugänglichen Zahnseiten mit einer Interdentalbürste oder mit Zahnseide.
  • Zungenreinigung: Mit einer weichen Zahnbürste oder speziellen Zungenbürsten beziehungsweise Zungenschabern entfernen Sie Nahrungsreste und Bakterien, die häufig zu Mundgeruch führen, besonders wenn sie im hinteren Zungenbereich siedeln.
  • Wenn Sie säurehaltige Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte oder entsprechende Getränke zu sich genommen haben, warten Sie etwa eine halbe Stunde, bevor Sie sich die Zähne putzen. Sonst kann die Säure durch das Bürsten verstärkt den Zahnschmelz angreifen.
  • Zahnspangen, Zahnprothesen oder Implantate mindestens einmal täglich nach Vorschrift oder Anweisungen des Arztes säubern. Normale Zahnpasta und Zahnbürste eignen sich nicht zur Reinigung. Mit Wasser, passender Seife, Reinigungscreme oder -tabletten geht es gründlicher und schonender.
  • Mundspülungen helfen vor allem, wenn Sie eine Entzündung im Mund haben. Einige haben Wirkstoffe gegen Bakterien (Chlorhexedin, Cetylpyridiniumchlorid und andere wie etwa ätherische Öle) und solche, die zusätzlich Geruchsstoffe binden (Zinklaktat, Chlorophyll). Zahnärzte raten jedoch davon ab, die Spülungen dauerhaft anzuwenden, da sie die Mundflora aus dem Gleichgewicht bringen und dann eher schaden können.
  • Zuckerfreier Kaugummi ist eine gute Lösung für zwischendurch, nach einem Essen oder Snack oder wenn Sie einen trockenen Mund haben. Kaugummikauen regt den Speichelfluss an und trägt damit zur Bakterienabwehr bei. Wer einen Apfel isst oder hartes Brot kaut, erzielt übrigens eine vergleichbare Wirkung. Lutschbonbons und Mundsprays schaffen kurzfristig Abhilfe, ohne die Geruchsquellen zu beseitigen.
  • Nehmen Sie den jährlichen Vorsorgetermin beim Zahnarzt immer wahr, und lassen Sie sich Zahnstein entfernen. Gegebenenfalls ist zudem eine professionelle Zahnreinigung sinnvoll, etwa wenn Sie unter Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis leiden.
  • Trinken Sie viel, am besten Wasser oder Mineralwasser, um Ihren Mund feucht zu halten und Keime sowie Reste hinunterzuspülen. Limonaden und andere gesüßte Getränke bewirken hier eher das Gegenteil, da sie nur die zuckersüchtigen, aggressiven Bakterien auf den Plan rufen. Wer Herz- oder Nierenprobleme hat, sollte mit seinem Arzt die tägliche Trinkmenge besprechen.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen mit viel Gemüse und Obst. Essen Sie nur selten scharf gewürzten Speisen, trinken Sie wenig oder keinen Alkohol und geben Sie das Rauchen auf.

Von einem gesunden Lebensstil mit viel körperlicher Bewegung profitieren Sie rundum. Damit sorgen Sie am besten vor, stärken wesentliche Körperfunktionen sowie Ihre Abwehrkräfte und schaffen eine positive seelische Grundstimmung. All das tut auch der Mundgesundheit und Ihrem Atem gut.