Pflege bei typischen Fußproblemen

Unsere Zehen bekommen wir im Winter selten zu Gesicht. Vernachlässigen sollten wir die Füße dennoch nicht. Bei vielen Problemen hilft nur konsequente Behandlung

von Barbara Kandler-Schmitt, 11.02.2019

Entspannen in der Therme, im Hallenbad seine Bahnen ziehen, in der Sauna schwitzen – damit trotzen jetzt viele Menschen den Minusgraden. Leider fühlen nicht nur wir uns im feuchtwarmen Klima wohl, auch Pilze und Viren gedeihen. Wer barfuß läuft, riskiert, sich Fußpilz oder Warzen einzufangen.

Auch im Winter bräuchten unsere Füße Pflege. Sie stecken jedoch oft in dicken Stiefeln – die das Wohlfühlklima für Erreger noch verstärken. Also raus aus den Schuhen, ­runter mit den Socken! Die besten Tipps für gesunde und schöne Füße.

Fußpilz

Kribbelt und juckt es zwischen den Zehen, ist die Haut rot und schuppig, liegt das oft an einem Fußpilz. Dessen Sporen sammeln sich in Bädern, Saunen und Teppichböden an und dringen bei geschädigter Haut in die Hornschicht ein. Besonders gefährdet sind Sportler, da Turnschuhe ein pilzfreundliches Klima schaffen. Auch Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko und sollten wegen der Gefahr von Komplikationen sofort zum Arzt gehen.

"Je früher die Infektion behandelt wird, umso einfacher ist die Therapie", sagt Sabine Zimmermann, Inhaberin von zwei Apotheken in Ruppichteroth und Windeck/Sieg. Im Anfangsstadium genügt es, betroffene Stellen äußerlich zu behandeln – mit pilztötenden Cremes, Gelen, Lösungen, Sprays oder Puder, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Bei ausgedehnterem Befall schickt die Apothekerin ihre Kunden zum Hautarzt: "In Einzelfällen kann es notwendig werden, ein Antipilzmittel einzunehmen."

Hühneraugen

Sie entstehen, wenn Schuhe drücken oder Fehlstellungen zu dauerhafter Reibung führen. Durch den mechanischen Reiz verdickt sich die Hornhaut und ragt in die tieferen Hautschichten hinein. Größere Hühneraugen sind recht schmerzhaft und werden mit Lösungen und Pflastern behandelt, die die Hornhaut aufweichen. "Ein heißes Fußbad erleichtert das Ablösen der Hornhaut", sagt Apothekerin Zimmermann. "Danach die Stellen durch Schaumstoffringe vor Druck schützen."

Nagelpilz

Wird Fußpilz nicht frühzeitig behandelt, kann er sich auf die Nägel ausweiten, die sich dann verdicken und bräunlich verfärben. "Nagelpilz ist sehr hartnäckig und erfordert oft eine monatelange Behandlung mit speziellen Tinkturen und Nagellacken", erklärt Ulrike Lepach, Apothekerin aus Ruppichteroth. Sind die Pilze bereits tiefer in den Nagel eingedrungen, sei oft eine Behandlung mit Tabletten nötig. Deshalb sollte man mit Nagelpilz immer zum Arzt gehen. Wer vorbeugen will, sollte in Saunen, Schwimmbädern und Umkleiden nicht barfuß laufen und immer ein eigenes Handtuch benutzen.

Warzen

Warzen werden durch Viren übertragen, die vor allem für Menschen mit angeschlagenem Immunsystem sehr ansteckend sind. An den Füßen treten meist flache Mosaikwarzen und schmerzhafte Dornwarzen auf, die tief in die Haut hineinwachsen. Beide lassen sich lokal mit Pflastern oder Lösungen behandeln. "Mit ätzenden Substanzen wie Salicyl- oder Ameisensäure weichen sie die verhornte Haut auf, die sich anschließend abtragen lässt", erklärt Ulrike Lepach.

Bis zur Abheilung müssen die Produkte wiederholt aufgetragen werden. Da sie aber nicht gegen Viren wirken, besteht auch während der Behandlung Ansteckungsgefahr. Lepach rät: "Treten Warzen gehäuft auf, sollten sie beim Hautarzt vereist, chirurgisch entfernt oder per Laser abgetragen werden."

Hornhaut

An stark belasteten Stellen wie Fersen oder Zehenballen kann sich die Hornhaut zu Schwielen verdicken. Oft bilden sich zudem schmerzhafte Risse und Schrunden. "Fußbäder und Cremes mit Totem-Meer-Salz oder Harnstoff befeuchten die Hornhaut und machen sie weicher", sagt Apothekerin Zimmermann. Dadurch lasse sie sich leichter entfernen.

Wer seine Füße selbst mit Feilen oder Bimsstein bearbeiten will, sollte vorsichtig zu Werke gehen. Raspelt man zu heftig, kann man sich verletzen. Zudem regt der mechanische Reiz die Produk­tion neuer Hornhaut an. Für Menschen mit empfindlicher Haut gibt es spezielle Schwämme zur Entfernung der oberen Hautschichten. Sabine Zimmermann betont: "Diabetiker sollten bei Fußproblemen immer zum Arzt gehen." Dieser kann dann gegebenenfalls ein Rezept für die Fußpflege ausstellen.