Hautpflege: Typgerechte Gesichtswäsche

Schongang, Standard-Paket oder Premium-Politur? Welcher Waschgang bei welchem Hauttyp Ihrem Teint guttut

von Celine Hofer, 10.10.2018

Was nützt die beste Gesichtscreme, wenn die Haut die Inhaltsstoffe nicht aufnehmen kann, weil die Poren verstopft sind? Sonnencreme, Make- up und Schmutz bleiben tagsüber im Gesicht haften. Dazu kommen abgestorbene Hornzellen, Talg und Schweiß. All das kann den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, der sie schützt und ihren Feuchtigkeitsgehalt reguliert, in Mitleidenschaft ziehen.

"Wer seine Haut gesund und schön erhalten will, sollte sie regelmäßig morgens und abends reinigen", rät die Kosmetikerin Britta Dittenhofer aus Neumarkt. "Aber nicht übertreiben", sagt der Münchner Dermatologe Dr. Christoph Liebich. Denn mit einer aggressiven Reinigung trockne man die Haut unnötig aus und mache sie anfällig für Keime, Bakterien – und Fältchen. Ob Vollwäsche oder Sparversion: Wir haben ein paar Reinigungsprogramme für Sie zusammengestellt.

Das richtige Waschmittel finden

Eine wichtige Rolle spielt dabei der pH-Wert. Bei einem gesunden Säureschutzmantel liegt dieser zwischen 4,5 und 6. Die Haut ist also leicht sauer. Reinigungsmittel, deren pH-Wert in diesem Bereich liegt, sind hautfreundlich und sollten bevorzugt werden. Dasselbe gilt für Reinigungsmilch, -emulsion und Waschlotion. Mizellenwasser reinigt alle Hauttypen gründlich und mild. Intensiver wirken Peelings: Partikel aus Fruchtschalen, Mandelkleie oder Meersand rubbeln die obere Hornschicht ab. Robuste, normale Haut verträgt zweimal wöchentlich eine Abreibung und einmal im Monat ein enzymatisches Peeling. Damit lässt sich etwa überschüssiges Fett gut entfernen.

Minimalversion

Leitungswasser erfrischt zwar, hat aber den Nachteil, dass es
Kalkreste hinterlässt und überschüssiges Fett nicht gründlich entfernt. Tipp: auf die Temperatur achten. Je wärmer das Wasser, desto mehr entzieht es der Haut Fett und Feuchtigkeit. Normaler und fettiger Teint verkraften das eher, für trockene und empfindliche Haut ist lauwarm besser. Kaltes Wasser kurbelt den Stoffwechsel an und schließt die Poren. Bei einem großporigen Hautbild kann das von Vorteil sein. Wer das Gesicht gerne nur mit Wasser und Seife wäscht, sollte am besten milde Reinigungsmittel (Syndets) und lauwarmes Wasser verwenden.

Basisprogramm für normale Haut

Je unkomplizierter der Teint, desto einfacher die Reinigung. Am schnellsten geht es mit Mizellenwasser. Eine Alternative ist Waschgel, das mit Wasser angerührt wird. "Bei normaler Haut können Sie kaum etwas falsch machen. Ich empfehle jedoch eine milde Reinigungsmilch, weil durch das Waschgel viel Fett gelöst wird", sagt Kosmetikerin Dittenhofer. Anschließend mit Gesichtswasser nachreinigen. Das schont den Säureschutzmantel, indem es Kalk- und Reinigungsrückstände entfernt, ohne zu viel Feuchtigkeit zu entziehen. Normale Haut verträgt zudem ein- bis zweimal die Woche ein Rubbelpeeling oder monatlich ein Enzympeeling.

Porentief gegen Fett und Unreinheiten

Ein fettig glänzender Teint neigt oft auch zu Mitessern und Pickeln. Reinigungsprodukte für "unreine Haut" sollten gründlich, aber nicht aggressiv sein. Im Idealfall bekämpfen sie Mitesser, indem sie die Poren von Talg, Keimen und Bakterien befreien. Empfehlenswert ist milder Reinigungsschaum oder Waschgel mit natürlichen Pflanzenauszügen. Kamille beruhigt die Haut und hemmt Entzündungen. Menthol und Hamamelis sollen "adstringierend" (zusammenziehend) wirken und dadurch die Talgproduktion hemmen. Ein monatliches Enzympeeling etwa aus Ananasextrakten löst hartnäckiges Fett und wirkt antibakteriell. "Bei Mitesserchen ist auch die Ausreinigung wichtig", sagt Hautarzt Liebich. Das sollte allerdings ein Profi machen, vor allem bei entzündlicher Akne. Sonst können
weitere Entzündungen oder Narben entstehen.

Anti-Glanz-Programm für Mischhaut

Mischhaut neigt im Wangenbereich zu trockenem und in der T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) zu fettigem Teint. Die Talgdrüsen produzieren dort zu viel Fett, und gleichzeitig kann die Haut nicht genügend Feuchtigkeit speichern. "Sogenannte Zwitterpräparate für die Mischhaut sind geeignet, weil sie nicht zu aggressiv sind, aber trotzdem entfetten", empfiehlt Dermatologe Liebich. Mizellenwasser oder milde Emulsionen mit Allantoin oder D-Panthenol (Provitamin B5) pflegen und binden Feuchtigkeit. Das Gesichtswasser sollte alkoholfrei sein, denn Alkohol trocknet den Teint aus– die Folge: Haut, die spannt und juckt.

Professionelle Gesichtsreinigung

Bei Mitessern, Narben, kleineren Fältchen oder Pigmentflecken wenden sich viele an Beauty-Profis – und die greifen in die Trickkiste: Microdermabrasion (MDA) schält die obere Hautschicht ab, macht sie durchlässiger für Pflegewirkstoffe und kurbelt die Wundheilung an. Sandstrahler schleudern Diamant- oder Quarzkristalle auf die Haut und saugen sie gleichzeitig wieder ab, um die oberste Hautschicht abzutragen. Dadurch werden Narben oder Fältchen kleiner. Es kommen dabei hochkonzentrierte Produkte zum Einsatz, die nur von Kosmetikern oder Dermatologen angewendet werden sollen. Übrigens: Nach einer Gesichtsreinigung beim Profi kann die Haut zwei bis drei Tage stark gerötet und besonders lichtempfindlich sein.

Sensible Haut reinigen

Ähnlich wie die Mischhaut ist auch empfindliche Haut eher trocken. Sie reagiert auf herkömmliche Seife und scharfe Reinigungsprodukte schnell gereizt – also auf Duftstoffe und alkoholhaltige Inhaltsstoffe besser verzichten. Dermatologe Liebich empfiehlt: "Sensible Haut hin und wieder nur mit lauwarmem Wasser waschen." Peelings sind mit Vorsicht zu genießen. Im Zweifel sollte man sich von einem Profi beraten lassen. Er kann den Hautzustand mit einem speziellen Lichtmikroskop untersuchen und einschätzen, welche Intensivreinigung die Haut gut verträgt.