Sodbrennen: Ursachen, Diagnose, Therapie

Sodbrennen kann mehrere Ursachen haben, zum Beispiel eine Refluxkrankheit. Schlimm sind mitunter die Folgeerkrankungen

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 05.09.2017

Sodbrennen – kurz zusammengefasst

  • Sodbrennen ist das Leitsymptom für eine Rückflusskrankheit (gastroösophageale Refluxkrankheit). Rund ein Viertel der Menschen in den westlichen Ländern hat einmal im Monat mit Refluxbeschwerden zu tun, Oft kommt Aufstoßen von saurem Magensaft dazu. Auch Aufstoßen ohne Säure ist möglich.

  • Daneben gibt es noch weitere Ursachen von Sodbrennen. Ein Reizmagen, eine Entzündung der Speiseröhre oder der Magenschleimhaut, ein Magengeschwür oder ein Zwerchfellbruch sind nur einige davon.
  • Wenn die Beschwerden nach Anpassung der Ernährung, Rauchstop und einer ersten medikamentösen Probebehandlung weiter anhalten, muss die Speiseröhre mittels einer Spiegelung (Endoskopie) kontrolliert werden.
  • Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Lebensstilveränderung und – teils rezeptfrei in Apotheken erhältliche – Medikamente können das Sodbrennen beheben. In leichten Fällen helfen sogenannte Antazida oder H2-Rezeptorantagonisten. Bei stärkeren oder länger als zwei Wochen anhaltenden Beschwerden kommen Protonenpumpenhemmer zum Einsatz. Ergänzend kann eine Lösung zum Schutz und zur Regeneration der Speiseröhrenschleimhaut sinnvoll sein. Eine Operation ist nur selten angezeigt.

Sodbrennen: Übersicht

Der fette Sonntagsbraten und ein Gläschen zu viel – wer kennt nicht die Beschwerden danach: Es drückt im Magen, brennt in der Brustbeingegend, mitunter bis in den Rachen hinauf. Oft kommt etwas Säure mit hoch, manchmal sogar ein Teil der "halbverdauten" Speise, vor allem, wenn der Gürtel zu eng sitzt oder man sich bückt. Das unangenehme Sodbrennen, das so ein Reflux (lateinisch für "Rückfluss") auslöst, legt sich häufig schnell wieder. Das Ganze ist also ein physiologischer Reflux.

Am besten hilft ein Verdauungsspaziergang, das Mittagsschläfchen weniger. Denn sich flach hinlegen verstärkt Brennen und Aufstoßen nur. Wer einem üppigen Essen dann ein paar Tage mit leichter Kost (fettarm, kein Alkohol) folgen lässt, hat meist keine Probleme mehr.

Manche Menschen verspüren Sodbrennen aber auch, wenn sie länger nichts essen und richtig hungrig sind. Anderen wiederum schlagen Stress und Kummer auf den Magen und fördern den schmerzenden Rückfluss. Einige leiden weniger unter brennenden Schmerzen, sondern sind heiser, müssen sich häufig räuspern oder – vor allem morgens – immer wieder husten. Sodbrennen ist auch für viele Schwangere ein Problem, wenn das Kind auf den Magen drückt, meistens im letzten Drittel der Schwangerschaft. Außerdem wirken sich die erhöhten Hormonspiegel auf die Elastizität vieler Gewebe aus. So wird auch der Schließmuskel an der Speiseröhre etwas "lockerer" (siehe Grafik).

Was bei Rückfluss von Magensäure passiert
Wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, sind häufig saures Aufstoßen und Sodbrennen die Folgen. Im Extremfall kann saurer Mageninhalt bis in den Rachen gelangen. Reizung der Schleimhaut in den Atemwegen mit Atembeschwerden nachts, morgendlicher Reizhusten, Halsschmerzen und schlechter Geschmack im Mund gehören dann zu den möglichen Beschwerden (mehr dazu auch weiter unten und im Kapitel "Refluxkrankheit").

Sodbrennen: Was hilft, wann zum Arzt?

Stellt sich Sodbrennen nur ganz gelegentlich ein und kommen keine anderen Beschwerden dazu, gilt es meist als harmlos. Dann heißt es vor allem: Fette und süße Speisen sowie Getränke meiden, die den Magen reizen, sich bequem kleiden, Stress abbauen. Manchmal helfen zusätzlich Antazida, säurebindende Medikamente. Sie sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich, sind aber nur dazu geeignet, vorübergehende Beschwerden kurzfristig zu behandeln. Das gilt ebenso für zwei der sogenannten Protonenpumpenhemmer, die manchmal bei stärkerem Sodbrennen angezeigt sein können. Nehmen Sie jedoch auch rezeptfreie Magensäurehemmer grundsätzlich nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

Wer regelmäßig mit Sodbrennen oder unklarem Reizhusten zu tun hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Denn wenn ein Reflux nicht angemessen behandelt wird, können sich die Beschwerden verschlimmern und ernstere Störungen nach sich ziehen.

Sodbrennen ist das Hauptsymptom für eine Rückflusskrankheit, in der Fachsprache gastroösophageale Refluxkrankheit genannt. Stellt sich Sodbrennen häufig, mindestens einmal in der Woche, ein, ist meist eine Refluxkrankheit die Ursache. Leitsymptom und Krankheit sind dabei so eng miteinander verbunden, dass sie oft gleichgesetzt werden.

Hauptursachen von Sodbrennen (Überblick)

Lebensstil

  • Üppige, süße, fette, saure Speisen, Alkohol, koffeinhaltige Getränke, Rauchen
  • Nervosität, Stress, seelische Belastungen
  • Enge Kleidung
  • Übergewicht

Krankhafte Ursachen oder Folgeerkrankungen

  • Gastroösophagealer Reflux – Refluxkrankheit
  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Verkrampfung des Schließmuskels der Speiseröhre (Achalasie)
  • Speiseröhrendivertikel
  • Barrett-Ösophagus
  • Speiseröhrenkrebs
  • Reizmagen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Magengeschwür
  • Magenkrebs
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Weitere Erkrankungen
  • Medikamente (bestimmte Herz-, Blutdruck- und Asthmamittel, hormonelle Verhütungsmittel)

Eine Refluxkrankheit kann, muss aber nicht zu einer Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) führen. Wird sie nicht behandelt, können sich Geschwüre und Vernarbungen bilden. Ein Barrett-Ösophagus ist eine mögliche Komplikation hiervon, bei Männern doppelt so häufig wie bei Frauen. Das Gewebe verändert sich entzündlich und entwickelt Merkmale einer Krebsvorstufe. Die Krebsgefahr ist somit erhöht.

Wie es zu Sodbrennen kommt, zeigt das nächste Kapitel auf. Die weiteren Abschnitte geben einen Überblick über die wichtigsten Krankheiten, die einmal Sodbrennen auslösen und zum anderen infolge chronischer Refluxbeschwerden entstehen können (siehe Kapitellinks oben am Anfang des Textes und am Ende der Seite).

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Sodbrennen empfinden wir als aufsteigenden Schmerz in der Magengrube und hinter dem Brustbein, der bis in den Hals oder Rachen reichen kann. Oft, aber nicht zwangsläufig, müssen wir gleichzeitig sauer aufstoßen. Ort des Geschehens ist immer die Speiseröhre (medizinisch Ösophagus), ein Muskelschlauch, der mithilfe von Muskelbewegungen die Nahrung von der Kehle in den Magen befördert. Die Speiseröhre tritt durch das Zwerchfell in den Magen ein.

Normalerweise verhindert dort eine Gruppe von Muskelfasern, dass die Nahrung wieder nach oben steigt. Ist dieser Schließmuskel, der sogenannte Ösophagus-Sphinkter, geschwächt oder in seiner Funktion gestört, kann Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen (siehe Grafik im Kapitel "Sodbrennen-Übersicht").

Auch wenn der Schließmuskel gut funktioniert, geraten immer wieder einmal Essenbestandteile zurück in die Speiseröhre. Normalerweise ist diese in der Lage, durch erhöhte Muskelaktivität unwillkommenen Speisebrei wieder nach unten zu drängen. Dabei kann es vorübergehend zu krampfartigen Schmerzen hinter dem Brustbein kommen. Der Rücktransport gelingt jedoch nicht mehr, wenn die Belastung zu stark wird oder die Muskulatur auch in der Röhre geschwächt ist (Motilitätsstörung).

Verbleiben der Speisebrei und mit ihm die aggressive Salzsäure aus dem Magen zu lange in der Speiseröhre, reizt die Säure die Speiseröhrenschleimhaut, die über keinen Schutz dagegen verfügt. Das bewirkt das unangenehme Brennen.

Für den Rückfluss können schädigende Einflüsse, aber auch organische Ursachen  verantwortlich sein, die die Aktivitäten des Speiseröhrenschlauchs, des Schließmuskels oder des Magens beeinträchtigen. Manchmal bleibt die genaue Entstehung unklar, etwa bei der sogenannten Achalasie (siehe Kapitel "Zwerchfellbruch, Achalasie" in diesem Beitrag).

Wenn mit Magensäure vermischter Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließt, reizt die Säure die Speiseröhrenschleimhaut. Brennende Schmerzen sind die Reaktion. Der Schließmuskel, der diesen Rückfluss normalerweise verhindert, ist dann zu schwach oder schlaff. Oder die Speiseröhrenmuskulatur ist nicht in der Lage, den Mageninhalt wieder zurückzupressen.

Zunehmend mehr Menschen leiden unter einer Refluxkrankheit (engl. GERD für gastroesophageal reflux disease). Vielfältige Faktoren können die Funktionstüchtigkeit von Schließmuskel und Speiseröhrenmuskulatur beeinträchtigen.

  • Der Schließmuskel kann von Natur aus zu schwach sein.
  • Reizstoffe wie Nikotin oder bestimmte Medikamente können die Muskelspannung mindern.
  • Negativ wirkt es auch, wenn der Magen zu viel Säure produziert oder sich zu langsam entleert – hier spielen falsches Essen, Alkohol, Stress, enge Kleidung eine Rolle, aber auch Magenerkrankungen (siehe Kapitel "Magenleiden").
  • Die Speiseröhre selbst kann zu eng oder durch krankhafte Einflüsse verändert sein.
  • Zu den organischen Ursachen gehören ein Zwerchfellbruch, der bei älteren Menschen häufiger auftreten kann, ein Speiseröhrenkrampf (Achalasie), Geschwülste oder ein Tumor (siehe Kapitel "Zwerchfellbruch").

Eine Refluxkrankheit kann entzündliche Schleimhautreaktionen (Erosionen) hervorrufen. Diese lassen sich durch eine Spiegelung (Endoskopie, siehe unten) feststellen. Mediziner nennen das Krankheitsbild dann kurz ERD (erosive Refluxkrankheit; mehr dazu im Kapitel "Speiseröhrenentzündung"). Verläuft sie ohne Erosionen, ist die Abkürzung NERD (nicht erosive Refluxkrankheit).

Symptome: Regelmäßiges Sodbrennen und Aufstoßen von Magensäure oder Speiseresten stellen sich mindestens einmal in der Woche, manchmal sogar täglich ein. Das geschieht vor allem nach dem Essen oder in bestimmten Situationen, beim Liegen oder Bücken, in enger Kleidung. Auch Stress kann einen Reflux auslösen. Die brennenden Schmerzen machen sich hinter dem Brustbein bemerkbar. Falls krampfartige Oberbauchschmerzen dazukommen, weist das eher auf ein Magenproblem hin.

Zudem treten häufig Beschwerden beim Schlucken, Luftschlucken oder -aufstoßen und ein schlechter Geschmack im Mund auf. Auch der Zahnschmelz kann durch die zurückfließende Säure angegriffen sein. Nachts führt das Aufstoßen mitunter zu Atembeschwerden, manche Betroffene entdecken morgens gelbe Flecken auf dem Kopfkissen. Auch ein morgendlicher Husten, Heiserkeit, eine belegte Stimme oder Asthmaanfälle können Ausdruck für einen Reflux sein. Bisweilen sind das sogar die einzigen Anzeichen.

Diagnose: Sodbrennen ist das eindeutigste und weitaus häufigste Symptom einer Refluxkrankheit. Der Arzt wird weitere Beschwerden sowie Lebens- und Ernährungsgewohnheiten abfragen. Stehen Krankheitszeichen wie Schluckbeschwerden (Dysphagie) oder Reizhusten im Vordergrund oder ergibt sich bei der genauen Befragung, dass das "Sodbrennen" mehr in Richtung Herzschmerzen weist, berücksichtigt der Arzt das bei seiner Diagnose.

Ist das Beschwerdebild eindeutig und kommen Alarmzeichen dazu, veranlasst der Arzt gegebenenfalls eine Endoskopie, in diesem Fall eine Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie). Hierbei zeigt sich vor allem, ob die Speiseröhrenschleimhaut entzündet ist und schon rote oder verätzte Stellen (Erosionen) aufweist, ob Verengungen oder Geschwülste vorliegen. Im Rahmen einer Gastroskopie kann der Spezialist auch Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung (Histologie) entnehmen.

Da eine Refluxkrankheit häufiger auch mit einem unauffälligen Endoskopie-Ergebnis und wenig spezifischen Symptomen, wie Husten, Oberbauch- und Brustschmerzen, einhergeht, gibt mitunter eine Probetherapie Aufschluss. Der Patient nimmt für ein bis zwei Wochen magensäurehemmende Medikamente ein, und zwar Protonenpumpenblocker (PPI). Bessern sich seine Beschwerden unter der Therapie, ist das oft ein Zeichen für eine Refluxkrankheit. Einige Betroffene sprechen jedoch nicht auf die Behandlung an, obwohl sie an einer Refluxkrankheit leiden.

Mitunter lässt der Arzt noch die Säurewerte in der Speiseröhre messen (pH-Metrie). Je nach Verdacht können Spezialisten mit einer sogenannten Ösophagusmanometrie eine gestörte Muskelaktivität der Speiseröhre aufdecken.

Therapie: Die Behandlung richtet sich danach, ob die Refluxkrankheit mit einer Speiseröhrenentzündung und entsprechenden Schleimhautschäden einhergeht oder nicht. Weit über die Hälfte der Krankheitsfälle verursacht zwar unangenehme Beschwerden, aber keine nachhaltigen Schäden in der Speiseröhre.

Wichtigstes Therapieziel ist es dann, die Symptome zu lindern beziehungsweise zu beseitigen. Allgemein hilft es, gesünder zu leben, unverträgliche sowie magenreizende Nahrungsmittel zu meiden, das Rauchen aufzugeben, bei Übergewicht abzunehmen und Stress entgegenzuwirken. Manche Betroffene schlafen besser, wenn das Kopfteil des Bettes leicht erhöht ist.

Für die Behandlung stehen in erster Linie säurehemmende Medikamente, Protonenpumpenblocker (PPI), zur Verfügung. Wenn ein Reflux nur gelegentlich auftritt und nur leichte Beschwerden bereitet, können mitunter für begrenzte Zeit Antazida oder H2-Rezeptorantagonisten Abhilfe schaffen. Auch eine Flüssigkeit zum Einnehmen (ein sogenanntes Liquid in fertig dosierten Beuteln), die die Schleimhaut der Speiseröhre schützt, kann Beschwerden lindern helfen. Solche rezeptfrei in der Apotheke erhältlichen Mittel sollten aber nicht regelmäßig oder über längere Zeit ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Auch aus der Gruppe der Protonenpumpenblocker sind bestimmte Wirkstoffe in kleinerer Packungsgröße / Dosis ebenfalls rezeptfrei in Apotheken zu bekommen. Bessern sich die Refluxbeschwerden jedoch nach zwei Wochen nicht, ist ein Besuch oder eine wiederholte Kontrolle beim Arzt ratsam. PPIs können nach einer Erstbehandlung von bis zu vier Wochen unter sorgfältiger ärztlicher Aufsicht auch erneut eingenommen werden, wenn die Symptome nach einer Pause wieder auftreten. Von unkritischer Langzeiteinnahme ohne ärztliche Rücksprache sollte wegen möglicher Risiken abgesehen werden.

Speiseröhrenentzündung: Sodbrennen und Schluckbeschwerden

Ist die Speiseröhrenschleimhaut dem Angriff durch den sauren Magensaft länger ausgesetzt, kann sie sich entzünden und sichtbare Schäden (Erosionen) entwickeln. Entzündungen entstehen auch als Folge direkter Verätzungen, etwa durch das Schlucken von Säuren oder bestimmter Medikamente, die mit zu wenig Wasser eingenommen wurden und sich schon in der Speiseröhre auflösen.

Ebenso können in die Speiseröhre geratene Fremdkörper die Schleimhaut verletzen. Zudem treten Schleimhautschäden mitunter nach Operationen, dem Legen von Magensonden und Bestrahlungen ein. Eine weitere Rolle spielen Alkoholmissbrauch sowie möglicherweise Nahrungsmittelallergien.

Infektionen durch Pilze (Soorösophagitis) und Viren, zum Beispiel Herpes-Viren, kommen ebenfalls als Auslöser infrage. Dann ist meistens das Immunsystem geschwächt, zum Beispiel durch bestimmte Erkrankungen wie Aids. Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) begünstigt häufiger Pilzinfektionen. Auch eine Behandlung mit Medikamenten kann die körpereigene Abwehr beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Antibiotika, kortisonhaltige Mittel oder Krebstherapeutika.

Wird eine Speisenröhrenentzündung nicht behandelt, bilden sich mitunter Narben oder Geschwüre, die zu einer Speiseröhrenverengung führen. Blutungen können auftreten oder in seltenen Fällen auch Krebsvorstufen (Barrett-Ösophagus, siehe Kapitel "Barrett-Ösophagus, Speiseröhrenkrebs" in diesem Beitrag).

Symptome: Schluckbeschwerden mit Schmerzen hinter dem Brustbein und im Oberbauch sind vorherrschende Symptome. Sodbrennen kommt dazu, vor allem wenn eine Refluxkrankheit die Ursache der Entzündung ist. Weitere Krankheitszeichen können ein Engegefühl im Hals, Erbrechen, Durchfall und manchmal Blut im Stuhl oder dunkel verfärbter Stuhl, eventuell auch Blutarmut sein. Ein weißlicher Belag in der Mundhöhle verweist auf eine Infektion mit einem Hefepilz (Candida albicans).

Diagnose: Wer häufiger unter Sodbrennen leidet, sollte in jedem Fall den Arzt aufsuchen, besonders dann, wenn das Schlucken schwer fällt und schmerzt. Legen die Krankengeschichte und die Symptome den Verdacht auf eine Ösophagitis nahe, bringt eine Spiegelung der Speiseröhre weiteren Aufschluss. Der Arzt kann dabei deutliche Entzündungszeichen und Schleimhautveränderungen feststellen und gegebenenfalls Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Besteht der Verdacht auf eine Soorösophagitis, wird im Labor eine Pilzkultur angelegt.

Therapie: Im Vordergrund steht die Behandlung der ursächlichen Erkrankung. Eine Refluxkrankheit behandeln die Ärzte in erster Linie mit säurehemmenden Medikamenten, sogenannten Protonenpumpenhemmern (siehe Kapitel "Refluxkrankheit"). Gegen Pilzinfektionen kommen Mittel gegen Pilzbefall, Antimykotika, zum Einsatz, in Form von Lutschtabletten oder als Tabletten zum Schlucken. Bei Vireninfektionen können antivirale Arzneistoffe, sogenannte Virostatika, angezeigt sein.

Hat sich die Speiseröhre durch die Entzündungsfolgen in einem Abschnitt schon verengt, besteht die Möglichkeit, dass der Facharzt sie mit einer Sonde weitet (bougiert). Solche Verengungen sind jedoch durch die guten Behandlungsangebote inzwischen seltener geworden.

Zwerchfellbruch (Hiatushernie): Häufiger Auslöser von Sodbrennen

Landläufig ist von einem Bruch die Rede, wenn sich ein Körperanteil durch eine offene Stelle wie ein Sack in einen anderen Köperbereich drückt. Mediziner sprechen von einer Hernie. Bei einer Hiatushernie tritt ein Teil des Magens in den Brustraum aus, und zwar durch das Zwerchfell an der Übergangsstelle (Hiatus) zur Speiseröhre. Die Hernie kann sich entlang der Speiseröhre bilden (axiale Gleithernie, siehe Bild), daneben durchbrechen (Paraösophagealhernie) oder in kombinierter Form vorliegen. Das kann passieren, wenn sich das Zwerchfellbindegewebe im Übergangsbereich gelockert hat und diesen nicht mehr fest genug abschließt oder wenn es durchlässiger geworden ist. Hiatushernien kommen im Alter ab 50 häufiger vor. Auch ein erhöhter Druck auf den Magen, etwa durch Übergewicht, spielt eine Rolle.

Symptome: Mehrheitlich bereiten Zwerchfellbrüche keine besonderen Beschwerden. Es kann zu Sodbrennen mit saurem Aufstoßen, Druckgefühl und Schmerzen hinter dem Brustbein kommen. Eine fortgeschrittene Paraösophagealhernie verursacht mitunter Übelkeit oder Herzbeklemmung vor allem nach dem Essen. Mitunter kann als ernste Folgeerscheinung eine Blutarmut aufgrund von Blutungen durch Gewebeschäden auftreten. Eine sehr seltene, bedrohliche Komplikation ist eine Einklemmung eines Teils des Magens. Sie geht mit Würgereizen und starken Schmerzen in der Magengrube einher.

Diagnose: Gleithernien erkennt der Arzt meist im Zuge einer Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Gastroskopie), die er zur Diagnose einer Refluxkrankheit durchführt. Paraösophagealhernien kann er mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung in Kopftieflage feststellen, für die der Patient zuvor einen Kontrastmittelbrei schluckt.

Therapie: Gleithernien behandeln die Ärzte in der Regel nur, wenn sie mit einer Refluxkrankheit einhergehen und Beschwerden verursachen. Die Therapie zielt dann darauf ab, die Refluxsymptome zu beseitigen, häufig durch säurehemmende Medikamente (siehe Kapitel "Refluxkrankheit"). Paraösophagealhernien werden meist operiert, um möglichen Komplikationen vorzubeugen.

Achalasie (Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels): Schluckbeschwerden und Sodbrennen, oft im Liegen

Bei dieser seltenen Störung des Schluckvorgangs ist der Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagus-Sphinkter) nicht mehr in der Lage zu erschlaffen, damit die Nahrung in den Magen gelangen kann. Im Gegenzug versuchen die Speiseröhrenmuskeln durch verstärkte Aktivität, die Nahrung weiterzubefördern (erhöhte Motilität). Bestimmte Nervenzellen, die die zuständigen Muskelfunktionen mit steuern, sind hier geschädigt oder untergegangen. Die Ursache ist in den meisten Fällen unbekannt. Mediziner vermuten eine familiäre Veranlagung und/oder autoimmunlogische Prozesse als Auslöser. Betroffen sind vor allem Erwachsene mittleren Alters. Bei Kindern und jungen Erwachsenen gehört eine Achalasie mitunter zum Symptomenkreis einer genetischen Erkrankung. Ein Speiseröhrenkrebs kann ebenfalls zu dieser Verkrampfung (Achalasie) führen.

Seltene Komplikationen können auftreten, wenn Nahrungsbestandteile in die Lunge geraten und eine Lungenentzündung verursachen. Weitere Probleme entstehen gelegentlich, wenn die Betroffenen durch die erschwerte Nahrungsaufnahme zu stark abnehmen oder Mangelerscheinungen aufweisen.

Symptome: Im Vordergrund stehen Schluckbeschwerden. Die Betroffenen müssen häufig zusätzlich etwas trinken, um die Nahrung herunterzubringen. Im Liegen, vor allem nachts, können Essensteile wieder hochkommen. Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, die oft weiter ausstrahlen, Völlegefühl sowie Hustenattacken kommen dazu. Ist die Motilität erhöht, kann sich Speiseröhre schmerzhaft verkrampfen. Atembeschwerden, Fieber und Gewichtsverlust weisen auf ernstere Folgeerscheinungen hin.

Diagnose: Das Beschwerdebild und seine zeitliche Entwicklung geben dem Arzt erste Hinweise. Er wird bei Verdacht auf eine Achalasie eine Röntgenuntersuchung veranlassen, bei der der Patient einen Kontrastmittelbrei schluckt. Die Aufnahmen zeigen die Verengung am Speiseröhrenausgang. Häufig ist der Teil darüber geweitet. Es folgt eine Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie), bei der auch Gewebeproben entnommen werden, um einen bösartigen Tumor auszuschließen, der – allerdings selten – für die Achalasie verantwortlich sein kann. Mit Hilfe der sogenannten Manometrie können die Ärzte unterschiedliche Druckverhältnisse in der Speiseröhre messen. Anhand dieser Ergebnisse ist es möglich, eine Achalasie in ihrer jeweiligen Ausprägung nachzuweisen.

Therapie: An erster Stelle steht die Ballondilatation. Hier wird die Engstelle mit Hilfe eines aufblasbaren Ballons, der in die zuvor gereinigte Speiseröhre eingeführt wird, geweitet. Das Verfahren bringt häufig Erleichterung, muss aber oft nach einiger Zeit wiederholt werden. Aufwändiger, auch aus Kostengründen, ist eine Injektion von Botulinum-Toxin. Das Nervengift hemmt die Muskelaktivität in dem Bereich der Speiseröhre, in den es mit Hilfe des Endoskops gespritzt wurde. Auch diese Anwendung kann wiederholt werden. Sie wirkt anfangs häufig gut, hat sich aber bei jungen Betroffenen und auf lange Sicht als weniger erfolgreich als eine Ballondilatation erwiesen.

Medikamente, die auf den Spannungszustand des Speiseröhrenschließmuskels wirken, setzen die Ärzte meist nur kurzfristig ein. Hier kommt der Kalziumantagonist Nifedipin infrage, den die Betroffenen vor dem Essen einnehmen.

Als langfristige Therapie erwägen die Fachärzte mitunter eine Myotomie. Bei diesem häufig minimal invasivem Eingriff wird der verengte Muskel von außen durchtrennt. Um eine Refluxkrankheit als Folge der Operation zu vermeiden, schließt der Operateur möglicherweise noch einen weiteren Eingriff an (siehe dazu Kapitel "Refluxkrankheit"). Fachärzte empfehlen zudem regelmäßige Nachkontrollen zur Früherkennung einer möglichen Krebsentwicklung.

Speiseröhrendivertikel: Sodbrennen durch Reflux

Sodbrennen ist bei diesem Krankheitsbild zwar nicht das vorherrschende Symptom. Divertikel in der Speiseröhre erschweren aber die Nahrungspassage und fördern somit einen Reflux.

Durch Druck von innen, etwa beim Schlucken, kann die Schleimhaut der Speiseröhrenwand an einer Stelle ausbeulen oder durch eine Lücke in der Muskelschicht austreten. Solche Aussackungen heißen in der Fachsprache Divertikel. Im Bereich der Speiseröhre kommen sie verhältnismäßig selten vor. Am ehesten bilden sich Divertikel oben an der Speiseröhre, gleich unterhalb des Kehlkopfs, sogenannte Zenker-Divertikel. Männer im höheren Alter sind sehr viel häufiger davon betroffen als Frauen.

Symptome: Zu den Hauptsymptomen, die vor allem größere Divertikel verursachen können, zählen häufiges Räuspern, Fremdheitsgefühl im Hals und Schluckbeschwerden, die immer stärker werden, je weiter sich der Divertikel ausbildet. Typisch ist zudem, dass Speisereste noch Stunden nach der Nahrungsaufnahme wieder nach außen gelangen (Regurgitation, nicht zu verwechseln mit Erbrechen; siehe auch Kapitel "Ursachen: Speiseröhre" im Ratgeber "Schluckstörung (Dysphagie)"). Dadurch kann auch die Schleimhaut angegriffen werden. Dazu kommt oft Mundgeruch. Im Extremfall verschließen sehr große Divertikel die Speiseröhre gänzlich.

Diagnose und Therapie: Wichtigste Untersuchungsinstrumente sind eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel sowie eine Endoskopie der Speiseröhre.

Zenker-Divertikel und große Divertikel, die Probleme verursachen, entfernen Fachchirurgen in der Regel operativ.

Weitere Informationen zu Speiseröhrendivertikeln können Sie nachlesen im Ratgeber "Schwellung am Hals (dicker Hals)", im Kapitel "Speiseröhrendivertikel".

Barrett-Ösophagus: Mögliche Folge von Sodbrennen und Reflux

Eine seltene, aber ernst zu nehmende Komplikation der Refluxkrankheit sind Zellveränderungen im unteren Bereich der Speiseröhre. Hierbei wuchert eine andere Gewebeart über zerstörte ursprüngliche Gewebeanteile. Diese Veränderungen stellen eine Krebsvorstufe dar, die möglicherweise die Entstehung von Geschwüren und Speiseröhrenkrebs begünstigt. Ein Barrett-Ösophagus kann sich vor allem bilden, wenn eine Refluxkrankheit schon länger besteht.

Symptome: Im Allgemeinen bereitet ein Barrett-Ösophagus keine Beschwerden. Sodbrennen mit saurem Aufstoßen sind vor allem Teil einer bestehenden Refluxerkrankung. Das gilt auch für Schluckbeschwerden und das Wiederhochkommen von Nahrung. Solche Symptome können aber auch auf eine Verengung hinweisen.

Diagnose: Zeigen sich bei der Speiseröhrenspiegelung gerötete und veränderte Stellen im unteren Bereich, können das erste Hinweise auf einen Barrett-Ösophagus sein. Hat der Arzt entsprechende Vermutungen, wird er im Rahmen einer Gastroskopie Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Diese untersucht ein Spezialist (Pathologe) feingeweblich und kann so die Diagnose bestätigen oder weitere Informationen geben.

Therapie: Die Behandlung erfolgt im Rahmen einer Refluxtherapie, je nach Beschwerden mit säurehemmenden Medikamenten Medikamenten wie Protonenpumpenhemmer (siehe Kapitel "Refluxkrankheit"). Empfohlen werden engmaschige Kontrolluntersuchungen in Form einer Endoskopie, vor allem dann, wenn aus den Gewebeproben hervorgeht, dass eine Krebsvorstufe vorliegt. Je nachdem, wie ausgeprägt diese Krebsvorstufe ist, kann es auch notwendig werden, dass Spezialisten erkrankte Gewebeteile endoskopisch oder in einer minimalinvasiven Operation entfernen. Das ist auch angezeigt, wenn die Veränderungen trotz angemessener Therapie fortbestehen.

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom): Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden

Tumoren in der Speiseröhre sind überwiegend bösartig und wachsen schnell. Dabei behindern sie zunehmend die Nahrungspassage durch die Speiseröhre, die sie schließlich ganz verschließen können. In Deutschland treten solche Krebsformen seltener auf. Besonders betroffen sind Männer zwischen 40 und 70 Jahren. Vor allem dem sogenannten Adenokarzinom, das sich im unteren Bereich der Speiseröhre aus Drüsengewebe entwickelt, geht häufig ein Barrett-Ösophagus (siehe oben) voraus. Alkoholmissbrauch, Rauchen und Giftstoffe erhöhen die Krebsgefahr, insbesondere für das Plattenepithelkarzinom, das sich aus Schleimhautzellen bildet und sich eher im unteren und mittleren, seltener im oberen Speiseröhrenabschnitt ausbreitet. Eine weitere Rolle können neben erblichen Faktoren auch Speiseröhrenverengungen oder ein krankhaft erschlaffter Schließmuskel (siehe dazu Kapitel "Zwerchfellbruch, Achalasie"), Folgen einer Bestrahlungstherapie oder humane Papillomaviren spielen.

Symptome: Beschwerden zeigen sich häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn der Tumor sich spürbar in einem Teil der Speiseröhre ausgebreitet hat. Zunehmende Schluckbeschwerden und Rückfluss von Nahrungsteilen gehören zu den Hauptsymptomen. Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein, fauliges Aufstoßen sowie Heiserkeit und Husten bis zur Atemnot kommen dazu. Die Kranken verlieren auch wegen der gestörten Nahrungsaufnahme an Gewicht.

Diagnose: Hat ein Patient Schluckbeschwerden, vor allem wenn er über 40 Jahre alt ist und/oder an einer Refluxkrankheit leidet, wird der Arzt eine Speiseröhrenspiegelung durchführen und bei Krebsverdacht Gewebeproben entnehmen (Biopsie). Die Untersuchungen unter dem Mikroskop geben auch Aufschluss über den Krebstyp. Es folgen Ultraschalluntersuchungen der Speiseröhre von innen (Endosonografie) und des Bauchraums von außen. Eine Computertomografie kann mehr über die Lage und Ausbreitung des Tumors zeigen. Metastasen in anderen Organen lassen sich bei Verdacht gegebenenfalls mit einer Positronenemissiontomografie (PET) oder einer Kombination aus PET und Computertomografie aufdecken.

Therapie: Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des Tumors. Die Heilungschancen sind am größten, wenn der Tumor möglichst früh erkannt wird. Allerdings fallen diese Krebsarten meist erst spät durch Beschwerden auf. Früh entdeckte Karzinome lassen sich in spezialisierten Kliniken im Rahmen einer Endoskopie häufig gut entfernen, gegebenenfalls zusammen mit einem Teil der Speiseröhre. Je nach Tumorentwicklung nimmt der Chirurg zudem benachbarte Lymphknoten heraus, die leicht vom Tumor befallen sein können.

Ist der Tumor fortgeschritten, kommen weitere Behandlungsmaßnahmen im Rahmen einer Krebstherapie zum Einsatz wie Bestrahlungen und Chemotherapie. Unter besonderen Voraussetzungen wenden Spezialisten eine sogenannte thermische Therapie an, bei der der Tumor mit einer bestimmten Technik zerstört wird. Verengte Stellen können auch über ein Kunststoff- oder Metallröhrchen (Stent) wieder durchgängig gemacht werden. Spezielle Prothesen ermöglichen die Nahrungsaufnahme mitunter auch nach größeren operativen Eingriffen. Manchmal ist eine zusätzliche Ernährung über eine Magensonde notwendig.

Ausführliche Informationen erhalten Sie im Ratgeber "Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)".

Magenerkrankungen: Sodbrennen und Blähungen

Reizmagen
Für einen Reizmagen, auch als nervöser Magen bezeichnet, sind häufig ungesunde Lebensgewohnheiten, etwa Rauchen und ein hoher Alkohol- und Kaffeekonsum verantwortlich. Eine wichtige Rolle spielen zudem psychische Faktoren wie Stress, Aufregung, Ärger, Angst. Für so eine funktionelle Verdauungsstörung (funktionelle Dyspepsie) lassen sich keine organischen Erkrankungen nachweisen.

Symptome: Ein Reizmagen verursacht Sodbrennen, Völlegefühl, Blähungen, oft auch Übelkeit mit Brechreiz und Oberbauchschmerzen. Dazu können Kopfschmerzen, Schlafstörungen, allgemeine Müdigkeit und Leistungsabfall sowie Schwindel kommen.

Magenschleimhautentzündung

Zu viel Alkohol, Nikotin oder schwer verdauliche Speisen können akut und chronisch eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) verursachen. Darüber hinaus kommen als Auslöser Lebensmittelvergiftungen, bestimmte Medikamente sowie das Bakterium Helicobacter pylori, Staphylokokken oder Salmonellen infrage. Auch Stress und übermäßige körperliche Belastung, zum Beispiel durch Leistungssport, wirken sich aus. Bei einer chronischen Gastritis hat sich die Magenschleimhaut entzündlich verändert und beginnt, sich zurückzubilden.
Symptome
: Bei einer akuten Gastritis stehen starke Schmerzen im Oberbauch und Übelkeit mit Brechreiz im Vordergrund. Eine chronische Schleimhautentzündung hat oft keine Krankheitszeichen. Mögliche Symptome sind wie bei einem Reizmagen Sodbrennen, Blähungen, Völlegefühl, Oberbauchschmerzen. In besonderen Fällen kann es zu Magenblutungen kommen.

Magengeschwür

Ein Magengeschwür führt manchmal dazu, dass sich der Magenausgang verengt (Magenausgangsstenose). Auch kann es einen Rückfluss von Magensäure (Reflux) mit Sodbrennen begünstigen. Häufig bereitet ein Magengeschwür keine Beschwerden oder äußert sich typischerweise durch Oberbauchschmerzen, die nachts oder bei nüchternem Magen einsetzen können. Es gibt auch Geschwüre, die während des Essens zu Schmerzen führen.

Magenkrebs

Magenkrebs entwickelt sich häufig, ohne typische Anfangsbeschwerden zu bereiten. Manchmal gibt es im Frühstadium auch gar keine Krankheitszeichen. Die Symptome können denen einer Gastritis (siehe oben) ähneln. Dazu gehören Völlegefühl, Sodbrennen, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sowie mitunter auch Magen-Darm-Blutungen. Einige Betroffene empfinden auch eine ausgeprägte Abneigung gegen Fleisch. Je früher ein bösartiger Tumor im Magen festgestellt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Das Risiko für Magenkrebs ist unter anderem durch chronische Entzündungen durch das Bakterium Helicobacter pylori erhöht.

Magenmuskelschwäche

Ebenso beeinträchtigt eine Magenmuskelschwäche die Magenentleerung und verursacht dann unter anderem auch Sodbrennen. Magenentleerungsstörungen können zum Beispiel infolge einer Diabeteserkrankung auftreten (siehe auch unten). In diesem Fall steht die Behandlung des Diabetes mit einer guten Blutzuckereinstellung im Vordergrund.

Diagnose von Magenerkrankungen

Es ist in jedem Fall wichtig, Magenbeschwerden ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen, damit dieser maßgebliche Erkrankungen des Magens oder der Speiseröhre ausschließen kann. Die Krankengeschichte, das Beschwerdebild und eine erste körperliche Untersuchung geben dem Arzt wichtige Hinweise. Laboruntersuchungen können sich anschließen. Hierbei wird das Blut auf Entzündungszeichen überprüft, der Urin auf Anzeichen einer Leber- oder Nierenerkrankung, der Stuhl auf verborgene Blutungen. Weitere Tests gelten dem Bakterium Helicobacter pylori, das bei der Entstehung einer Gastritis oder eines Magengeschwürs eine Rolle spielt. Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen sind Gastroenterologen.

Bei einer Magenspiegelung (Gastroskopie) kann der Facharzt Magen und Zwölffingerdarm von innen inspizieren und Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung entnehmen. Weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Messungen des Säurewerts (pH-Metrie) oder der Druckverhältnisse (Manometrie) veranlasst der Arzt zusätzlich je nach Verdachtsdiagnose.

Therapie von Magenerkrankungen

Für die meisten Magenbeschwerden gilt, fette, schwer verdauliche Speisen, Genussgifte wie Nikotin, übermäßigen Alkohol- und Kaffeekonsum zu meiden. Stressabbau und regelmäßige Entspannung können den angegriffenen Magen entlasten.

Bei einem Reizmagen helfen je nach Diagnose auch säurehemmende Medikamente, Protonenpumpenhemmer (PPI, siehe Kapitel "Refluxkrankheit").

PPIs sind mitunter ebenso bei einer Magenschleimhautentzündung oder einem Magengeschwür angezeigt, sofern das Bakterium Helicobacter pylori sicher und in großer Menge nachgewiesen wurde. Dann setzt der Arzt oft gleichzeitig Antibiotika ein.

Wichtig ist es auch, in Absprache mit dem Arzt, keine Medikamente einzunehmen, die die Magenschleimhaut angreifen können. Wenn entsprechende Mittel zur Behandlung einer Erkrankung absolut unvermeidbar sind, wird der Arzt zusätzlich ein säurehemmendes Medikament verschreiben, um den Magen ausreichend zu schützen.

Bei Magenkrebs richtet sich die Behandlung nach Stadium und Ausprägung des Tumors, ebenso nach dem Allgemeinzustand des Erkrankten. Chirurgische Maßnahmen stehen an erster Stelle. Weitere Behandlungsmaßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Beschwerden und die Nahrungsaufnahme zu erleichtern.

Weitere Erkrankungen, die Sodbrennen verursachen können

Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Manche Menschen vertragen bestimmte Lebensmittel beziehungsweise Bestandteile in Lebensmitteln nicht. Sie reagieren darauf mit Magen-Darm-Beschwerden und weiteren körperlichen Reaktionen wie Schwäche oder Müdigkeit. Viele Unverträglichkeiten hängen mit bestehenden Magen- oder Darmerkrankungen zusammen, etwa mit einem Reizmagen (siehe oben) oder einem Reizdarm. Sind Muskelfunktionen im Bereich der Speiseröhre, des Magens und des Darms beeinträchtigt, kann auch das dazu führen, dass Nahrungsbestandteile schlechter vertragen werden. Häufig stellen sich die Beschwerden nach dem Essen ein.

Sodbrennen zusammen mit Schmerzen im rechten Oberbauch, Durchfall und Völlegefühl nach fettreichen Mahlzeiten kann auf eine Fettunverträglichkeit hinweisen.

Diabetes mellitus

Im Verlauf eines Diabetes mellitus können Nervenstörungen auftreten, die unterschiedliche Nervenfunktionen betreffen (diabetische Polyneuropathie). In Mitleidenschaft gezogen sind häufig auch die Aktivitäten des vegetativen Nervensystems, das vor allem die inneren Organe steuert. Es regelt zum Beispiel Herzschlag, Blutdruck, Atmung und Verdauung. Ebenso leiden verschiedene Muskelfunktionen. Ob es zu Nervenschäden kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Dauer der Stoffwechselstörung spielt eine Rolle, aber vor allem auch, wie gut oder wie schlecht der Blutzucker eingestellt ist.

Neben Gefühlsstörungen an den Gliedmaßen, insbesondere der Füße (diabetisches Fußsyndrom) sind unter anderem auch Magen-Darm-Probleme eine Folge der beeinträchtigten Nervenimpulse. So haben Diabetiker nicht selten mit Magenentleerungsstörungen zu tun. Zudem kann die Nahrungspassage durch die Speiseröhre erschwert sein. Schluckbeschwerden, Sodbrennen und Wiederhochkommen der Speisen gehören zu den damit zusammenhängenden Beschwerden. Menschen mit Diabetes entwickeln öfter eine Refluxkrankheit.

Erfahren Sie mehr zu Formen, Ursachen, Diagnose, Folgen und Therapiemöglichkeiten einer Zuckerkrankheit in den Ratgebern "Diabetes mellitus Typ 1" und "Diabetes mellitus Typ 2" auf www.diabetes-ratgeber.net.

Autoimmunerkrankungen

Ein sekundärer Reflux kann auch im Rahmen bestimmter Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) auftreten, bei denen sich das Immunsystem aus unbekannter Ursache gegen körpereigene Strukturen richtet.

Beim Sjögren/Sicca-Syndrom bewirkt diese Fehlsteuerung der Abwehrkräfte eine chronische Entzündung von schleimhautbildenden Drüsen. Das Drüsengewebe wird geschädigt, die Schleimhäute trocknen mehr und mehr aus. Die Krankheit erfasst zunächst vor allem Tränen- und Speicheldrüsen, später auch andere Organe. Entzündete Augen, Husten, Heiserkeit sind oft auffallende Anzeichen. Die Schleimhaut von Speiseröhre und Magen kann sich entzünden. Mundtrockenheit, Sodbrennen, Schluckbeschwerden gehören dann zu den vielfältigen Symptomen. Lesen Sie Weiteres dazu im Ratgeber "Sjögren-Syndrom" (siehe Hinweis unten).

Kennzeichnend für die Sklerodermie ist es, dass sich das Bindegewebe der Haut und auch innerer Organe entzündlich verändert und zunehmend verhärtet. Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen sowie verdickte, grobe Hautstellen auch im Gesicht und am Oberkörper sind typische Folgen. Unter anderem kann auch die Speiseröhrenwand starr und unbeweglich werden. Damit kommt es zu Schluckbeschwerden und Refluxbeschwerden mit Sodbrennen. Genauere Informationen gibt Ihnen der Ratgeber "Systemische Sklerodermie".

Krebserkrankungen

Bestimmte hormonproduzierende Tumore, wie etwa Tumore in der Bauchspeicheldrüse oder im Dünndarm beim Zollinger-Ellison-Syndrom, führen zu einer erhöhten Säureproduktion im Magen und Geschwüren im Magen und Dünndarm. Die Folge dieser eher seltenen Tumoren sind neben anderen Symptomen wie Bauchschmerzen und Durchfällen insbesondere Refluxbeschwerden mit Sodbrennen.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Ebenso wirken Erkrankungen und Behinderungen, die das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln beeinträchtigen, mitunter auch negativ auf die Funktionen von Speiseröhre und Magen. Diagnose und Therapie richten sich nach den zugrunde liegenden Krankheitsbildern.

Medikamente, die Sodbrennen verursachen können

Zu den Arzneimitteln, die mitunter einen Reflux fördern, gehören Wirkstoffe, die die Blutgefäße erweitern und den Spannungszustand der Muskeln herabsetzen. Sie führen häufig dazu, dass auch der Ösophagussphinkter erschlafft. Das ist der Schließmuskel im unteren Teil der Speiseröhre am Übergang zum Magen. Er verhindert, dass das Essen wieder hochkommt (siehe auch Kapitel "Wie Sodbrennen entsteht").

Medikamente aus dieser Gruppe sind unter anderem Herz-Kreislauf-Mittel wie Kalziumantagonisten und Nitropräparate, Theophyllin und andere Asthmamittel sowie Anticholinergika. Diese wirken auf  die Kontraktionsfähigkeit bestimmter Muskeln und können bei Inkontinenzbeschwerden hilfreich sein.

Ebenso kommen einige Psychopharmaka, etwa bestimmte Neuroleptika, als Auslöser von Magen-Darm-Beschwerden und damit eventuell Sodbrennen infrage. Zudem können Medikamente, die Pfefferminzöl enthalten, unerwünschte Reflux-Beschwerden bereiten.

Bestimmte Rheuma- und Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie zum Beispiel Azetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac bewirken eine verstärkte Säureproduktion im Magen. Unsachgemäße Einnahme von Bisphosphonaten, Wirkstoffen gegen Osteoporose, geht mit erhöhter Gefahr von Entzündungen und Geschwüren der Speiseröhre einher. Unter den Antibiotika können insbesondere Tetrazykline zu Sodbrennen führen.

Wenn Sie vermuten, dass das Sodbrennen mit einem Medikament zusammenhängt, das Sie einnehmen, setzen Sie das Medikament nicht einfach von sich aus ab, sondern beraten Sie sich mit Ihrem Arzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, etwa durch die Wahl eines anderen Mittels oder die Kombination mehrerer Wirkstoffe, den Beschwerden entgegenzuwirken.

Menschen, die gerne viel und sehr fett essen, haben häufiger mit Sodbrennen zu tun. Fette werden langsamer verdaut. Der Magen entleert sich verzögert. Ein Hormon, das die Magenbewegungen hemmt, scheint dabei Einfluss zu haben. Der längere Aufenthalt des Speisebreis begünstigt den Rückfluss in die Speiseröhre und damit Sodbrennen. Süßes, Alkohol und Kaffee, übrigens auch Schokolade, regen zudem die Säurebildung im Magen an. Solche Genussmittel bewirken teilweise, dass zudem der Speiseröhrenschließmuskel schlaffer wird.

Ist der Magen zu voll, besteht ein erhöhter Druck, der wiederum zum Rückfluss führt. Auch wenn Sie das Essen zu hastig hinunterschlingen, erschwert das die Weiterleitung der Nahrung im oberen Abschnitt des Verdauungstrakts. Zu enge Kleidung drückt den Mageninhalt wieder nach oben, der Speiseröhrenschließmuskel hält diesem Druck von unten oft nicht stand.

Darüber hinaus regen seelische Anspannung und Stress die Säurebildung im Magen an. Das vegetative Nervensystem ist hier entsprechend aktiv. Bestimmte Substanzen, vor allem Nikotin, beeinflussen die Muskelspannung. Der Speiseröhrenschließmuskel verliert unter der Wirkung des Nervengifts an Spannkraft.

Eine weitere Rolle spielt Übergewicht. Wer zu viel auf die Waage bringt, hat häufiger Probleme mit Sodbrennen. Zu einer fettreichen, eher üppigen Ernährung kommt der erhöhte Druck auf den Magen, so dass Speisebrei leichter wieder zurück in die Speiseröhre fließt. Zu wenig Bewegung trägt ihr übriges dazu bei, dass die Muskeltätigkeit vieler Körperorgane träge wird.
Was hilft

  • Für Raucher gilt ganz unmissverständlich: Hören Sie mit dem Rauchen auf. Raucherentwöhnprogramme haben sich für viele als nützliche Unterstützung erwiesen.
  • Vermeiden Sie Speisen und Getränke, die Ihrem Magen "sauer aufstoßen". Dazu gehören fetthaltige beziehungsweise in viel Fett gebackene Lebensmittel, geräucherte Wurst- oder Fleischwaren, Süßigkeiten, Schokolade. Bei den Getränken stehen Säfte aus Zitrusfrüchten, Kaffee, Kakao, kohlensäurehaltige Getränke, Cola und Alkoholhaltiges auf der Negativliste. Manche Menschen reagieren auch empfindlich auf scharfe Gewürze, auf Pfefferminze, etwa in Tees oder Bonbons, auf Tomaten und frisches Brot.
  • Oft hilft es bei akutem Sodbrennen, etwas warme Milch, am besten verdünnt, zu trinken oder ein Stück trockenes Brot zu essen.
  • Nehmen Sie sich, wenn möglich, Zeit zum Essen, und kauen Sie gründlich. Mehrere kleine, leichte Mahlzeiten am Tag sind besser als nur zwei oder drei üppige. Nach dem Essen hilft ein Verdauungsspaziergang, die Magenentleerung anzukurbeln.
  • Wer übergewichtig ist, hat gute Chancen, sein Sodbrennen durch Abnehmen mit einer ausgewogene Ernährung und viel Bewegung zu beseitigen.
  • Für eine ruhigere Nacht können Sie sorgen, indem Sie kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr essen und das Kopfteil des Bettes etwas höher stellen. Das erschwert einen möglichen Rückfluss.
  • Entspannungstechniken, eine gute Alltagsplanung, gegebenenfalls psychotherapeutische Unterstützung tragen dazu bei, Stress und seelischen Belastungen zu begegnen. Wer zu mehr innerer Ruhe findet, tut nicht nur dem Magen Gutes.

In der Schwangerschaft: Auch Schwangeren helfen alle diese Tipps (mehr dazu auf unserem Partnerportal www.baby-und.familie.de). Insbesondere Alkohol ist tabu. Falls die Beschwerden hartnäckig sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend säurebindende Mittel (Antazida) einnehmen können.

Fachliteratur für diesen Ratgeber:
Herold, G, et al.: Innere Medizin, Köln Gerd Herold 2017

Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten. Herausgegeben von Edouard Battegay. Stuttgart, Georg Thieme Verlag KG, 21. vollst. überarb. und erw. Aufl. 2017

Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen, Deutsche Krebsgesellschaft: Magenkarzinom - Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs, Leitlinie 02/2012. Online: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-009OL.html (Abgerufen am 26.07.2017, z. Zt. in Überarb.)

Leitlinienprogramm Onkologie" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe: Patientenleitlinie: Krebs der Speiseröhre. AWMF-Reg. Nr.: 021-023OL. Online:
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-023OLp_S3_Oesophaguskarzinom_2016-09_01.pdf

Gockel I, Müller M, Schumacher J: Achalasie – eine oft zu spät diagnostizierte und ätiologisch ungeklärte Krankheit, in: Dtsch Arztebl Int 2012; 109(12):209-14; DOI: 10.3238/arztebl.2012.0209

Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale Versorgungsleitlinie Neuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter, Langfassung, Version 5, Juni 2016. Online: http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/diabetes2/dm2_neuro (Abgerufen am 26.7.2017)


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Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff