Rheuma erkennen und behandeln

Rheuma trifft alte Menschen ebenso wie junge. Am häufigsten kommt es zur rheumatoiden Arthritis, die mit Schmerzen in den Gelenken einhergeht. Ziel der Therapie ist, die Pein zu lindern

von Simone Herzner, aktualisiert am 14.02.2018

Was ist Rheuma?

Unter "Rheuma" – medizinisch korrekt heißt es "Krankheiten des rheumatischen Formenkreises" – fassen Ärzte über 100 verschiedene Erkrankungen zusammen, die oft durch Entzündungen hervorgerufen werden. Der Begriff selbst kommt aus dem Griechischen und bedeutet einen ziehenden, reißenden Schmerz. Schmerzhaft sind rheumatische Erkrankungen meist in der Tat. Und: Sie betreffen Menschen in allen Altersklassen – auch jüngere Erwachsene und sogar Kinder leiden an Rheuma.

Unter den Sammelbegriff Rheuma fallen zum Beispiel Erkrankungen wie Fibromyalgie als eine häufige Form des sogenannten "Weichteilrheumas". Rheumatische Erkrankungen betreffen nicht nur "harte" Strukturen wie Knochen, Gelenke oder Knorpel, sondern auch "weiche" Gewebe wie Muskeln, Bänder oder Sehnen. Riesenzellarteriitis, Dermatomyositis und Lupus erythematodes zählen ebenfalls zum rheumatischen Formenkreis.

Rheumatische Erkrankungen beschränken sich zudem nicht allein auf den Bewegungsapparat. Fast alle Organe können von einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung betroffen sein. Es gibt zum Beispiel rheumatische Augenentzündungen, Rippenfellentzündungen, Herzmuskelentzündungen sowie rheumatische Entzündungen der Nieren, des Darms, oder der Gefäße.

Rheumatoide Arthritis: die häufigste chronische Gelenkentzündung

Unter allen rheumatischen Krankheitsformen ist die rheumatoide Arthritis – auch chronische Polyarthritis genannt – die häufigste chronische Gelenkentzündung. Weltweit sind 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung davon betroffen – in Deutschland sind es laut dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V. rund 500.000 Menschen. Frauen erkranken etwa dreimal so häufig wie Männer. Bei beiden Geschlechtern tritt die Krankheit häufiger in der zweiten Lebenshälfte auf, wobei auch bereits Kinder oder jüngere Erwachsene betroffen sind.

Bei einer rheumatoiden Arthritis entzündet sich die Innenhaut der Gelenke. Die Krankheit ist nicht heilbar. Wird sie jedoch in einem frühen Stadium erkannt, kann die fortschreitende Gelenkentzündung und -zerstörung gestoppt oder verlangsamt werden.

Auch eine spezielle Ernährung kann die Therapie positiv unterstützen. Günstig bei Patienten mit chronisch entzündlichem Rheuma ist eine fleischarme Kost, da in Wurst und Fleisch viel der entzündungsfördernden Arachidonsäure steckt.