Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen

Menstruationsstörungen, ob leichte Schmierblutungen oder länger anhaltende Zusatzblutungen, sollte eine Frau immer ernst nehmen. Mehr über Ursachen und Therapie bei Blutungen außerhalb der Regel

von Andrea Blank-Koppenleitner , aktualisiert am 16.05.2018

Was sind Zwischenblutungen?

Zwischenblutungen treten zusätzlich zu den normalen Regelblutungen auf. In Abständen geht Blut ab, entweder nur schwach oder auch heftiger, für ein, zwei oder mehrere Tage. Es kann sich dabei um Schmierblutungen (sogenanntes Spotting) handeln oder um ausgeprägte Zusatzblutungen (so der Überbegriff für Blutungen außerhalb der Regelblutungen; wir bleiben in diesem Beitrag meist bei der bekannteren Bezeichnung "Zwischenblutung").

Solche Menstruationsstörungen sind nicht normal. Daher sollte ein Frauenarzt die Ursache abklären. Zuerst wird er ausschließen, ob nicht eine Schwangerschaft oder damit zusammenhängende Probleme vorliegen. Dann sucht er nach anderen möglichen Ursachen, etwa Erkrankungen an den Geschlechtsorganen. Auch können Hormonstörungen verantwortlich für außergewöhnliche Blutabgänge sein (dysfunktionelle Blutungen). Zudem treten Zwischenblutungen häufiger auf, wenn der Zyklus natürlicherweise unregelmäßiger ist, etwa einerseits in sehr jungen Jahren, nach Einsetzen der Geschlechtsreife, andererseits in der Zeit vor den Wechseljahren.

Menstruationszyklus der Frau: Was gilt als normal?

Einmal im Monat die Menstruation – diese "Regel" kennen sehr viele Frauen. Doch hat jede Frau ihren eigenen Rhythmus. Das heißt: Der Abstand zwischen zwei Blutungen, ihre Dauer und Stärke sind individuell verschieden. Dennoch gibt es ein paar Anhaltspunkte dafür, was als "normal" gelten kann. Frauenärzte gehen von folgenden Erfahrungswerten aus:

 

  • Ein Zyklus dauert im Mittel 27 bis 28 Tage.
  • Die Regelblutung dauert etwa vier bis fünf Tage
  • Der durchschnittliche Blutverlust beträgt 50 Milliliter

Infografik: So läuft der Monatszyklus ab

Was im normalen Monatszyklus und bei einer Befruchtung passiert, zeigt vereinfacht unsere Animation. Kurz zur Erklärung: FSH (follikelstimulierendes Hormon) fördert die Eireifung in der ersten Zyklusphase, der Östrogen-Spiegel steigt. Die Östrogene unterstützen auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Auf dem Höhepunkt der Eireifung setzt LH (Luteinisierendes Hormon) den Eisprung in Gang. Progesteron prägt als Gelbkörperhormon die zweite Zyklushälfte. Östrogen, Progesteron und weitere Hormone wie hCG spielen sodann in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle.

Näheres im Kapitel "Menstruationszyklus/Was den Zyklus beeinflusst" in diesem Artikel und unter "So funktioniert der weibliche Zyklus" auf unserem Partnerportal Baby-und-Familie.de

Viele Einflüsse: Von der Psyche bis zum Notfall

Auch die Psyche spielt bei Blutungsstörungen eine Rolle. Denn zwischen Hormonen und Psyche gibt es vielfältige Wechselwirkungen. Außerdem haben bestimmte Stoffwechselerkrankungen Einfluss auf den Zyklus.

! Achtung: Plötzlich auftretende, heftige Blutungen sind als Notfall anzusehen. Das bedeutet für die betroffene Frau, dass sie umgehend einen Frauenarzt, eine Notfallpraxis oder eine Frauenklinik aufsucht beziehungsweise sich dorthin bringen lässt. Ist die Blutung mit ungewöhnlich starken Schmerzen und/oder deutlicher körperlicher Schwäche wie Kollapsneigung verbunden, umgehend den Notarzt (Rettungsdienst, Tel. 112) rufen.

Menstruationsstörung, Zwischenblutung: Diagnose

Als erster Schritt wird der Arzt, wenn er die Patientin noch nicht kennt, ein ausführliches Gespräch mit ihr führen. Dabei geht es um die bisherige Entwicklung des Zyklus und die persönliche Krankengeschichte (Anamnese). Bescheid wissen muss er zum Beispiel über frühere Schwangerschaften, Fehlgeburten, unerfüllten Kinderwunsch, gynäkologische und andere Operationen, andere Krankheiten und deren Behandlungen, insbesondere auch hormoneller Art.

Aktuell relevant sind Angaben der Patientin über den Verlauf der letzten Monatsblutungen und damit verbundene Besonderheiten und Beschwerden. Ist die Patientin schon öfter in derselben Arztsprechstunde gewesen und ihre Anamnese dem Arzt daher gut bekannt, wird sich das Gespräch vor allem auf die aktuellen Beschwerden konzentrieren.

Nach der sich anschließenden gynäkologischen Untersuchung führt der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung durch. Möglicherweise wird er der Patientin raten, über einen oder mehrere Zyklen die morgendliche Körpertemperatur (vor dem Aufstehen) zu messen. Die so erhaltene Basaltemperaturkurve gibt Aufschluss darüber, ob und wann ein Eisprung stattfindet, was wiederum eine Einschätzung der Eierstocksfunktion ermöglicht. In einem Menstruationskalender sollte die Patientin außerdem Häufigkeit, Dauer und Stärke der Regelblutungen über einen bestimmten Zeitraum festhalten.

Gegebenenfalls wird nach Bewertung der Befunde eine weitere Überprüfung mittels Ausschabung der Gebärmutter (je nach Instrument auch als Kürettage oder Abrasio uteri bezeichnet) oder Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) empfohlen. Eine hormonelle oder im weitesten Sinn psychische Ursache für die Menstruationsstörung ist anzunehmen, wenn Anhaltspunkte für eine organische Erkrankung, insbesondere im Bereich der inneren Fortpflanzungsorgane, fehlen.

Die wichtigsten Ursachen von Zwischenblutungen finden Sie in der nachfolgenden Liste. Bei der Abklärung einer hormonellen Ursache kann im Vorfeld die oben erwähnte Zyklusdiagnostik weiterhelfen. Ergänzende Untersuchungen beinhalten dann häufig spezielle hormonelle Tests.

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ursachen von Zwischenblutungen

  • Hormonstörungen wie Gelbkörperschwäche, Östrogenschwankungen, Unregelmäßigkeiten der stimulierenden Hormone FSH und LH
  • Ovulationsblutung durch Absinken des Östrogenspiegels
  • Hormoneller Einfluss von Verhütungsmitteln
  • Myome
  • Polypen
  • Endometriose (Wucherungen außerhalb der Gebärmutterhöhle)
  • Portioektopie (gutartige Gewebserkrankung am Muttermund)
  • Entzündungen an der Gebärmutter und/oder den Eierstöcken
  • Tumoren an äußeren und inneren Geschlechtsorganen (Vulva, Scheide, Gebärmutterhals, Gebärmutter)
  • Psychische Belastungen
  • Verletzte Blutgefäße, etwa nach sexuellem Kontakt
  • Spirale
  • Eileiterschwangerschaft
  • Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenstörungen, Diabetes
  • Leber- und Nierenerkrankungen

Therapie bei Zwischenbutungen

Scheinbar banal, aber klar: Die Behandlung von Blutungsanomalien richtet sich nach der genauen Diagnose. Ziel ist also, die Blutungsursache zu beseitigen und außerdem mögliche Folgen wie zum Beispiel eine Blutarmut zu vermeiden.

Infrage kommen hormonelle Medikamente, etwa bei einer Hormonstörung, gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente über einen bestimmten Zeitraum, chirurgische Maßnahmen, psychosomatische Therapien und allgemeine Selbsthilfemöglichkeiten.

Info: In den weiteren Kapiteln dieses Ratgebers (siehe Inhaltsverzeichnis oben) sind nach den wichtigsten Fakten zur Menstruation die Hauptursachen für ungewöhnliche Blutabgänge beschrieben. Sie finden jeweils eine kurze Übersicht über typische Symptome der infrage kommenden Krankheiten und mögliche Diagnose- und Therapiemaßnahmen.

Wichtig:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Im gebärfähigen Alter haben Frauen, wenn sie nicht schwanger sind, normalerweise regelmäßig Monatsblutungen, auch Menstruation, Menses, Regel oder nur die Tage genannt. Etwa alle drei bis fünf Wochen gibt die Gebärmutter (Uterus) einige Tage lang Blut, Schleim und Gewebereste ab, nicht zuletzt ein Hinweis, dass keine Schwangerschaft eingetreten ist. Die animierte Grafik im ersten Kapitel dieses Artikels: "Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen (Übersicht)" erklärt die Abläufe vereinfacht.

Wie stark die normale Blutung ist und wie lang sie anhält, ist individuell unterschiedlich. Bei einigen Frauen ist der Menstruationszyklus etwas kürzer, bei anderen sind die Abstände zwischen den Blutungen länger: 27 bis 28 Tage sind bei Frauen im Alter von 19 bis 45 Jahren guter Durchschnitt. Die etwas längeren Zyklen kommen in diesem Rahmen eher häufiger vor als die kürzeren. Die Regel selbst dauert durchschnittlich vier bis fünf Tage (mit einer Spanne von drei bis sieben Tagen). Sie kann mit starken Schmerzen oder nur wenig Beschwerden verbunden sein. Viele Frauen erleben auch psychische Schwankungen.

Geschlechtshormone: Kommandos von ganz oben

Das Sagen über Beginn und Ende der Geschlechtsreife sowie über den Ablauf der monatlichen Blutungen haben die Geschlechtshormone. Zu Beginn des Menstruationszyklus regt das Hormon FSH (follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse das Wachstum einzelner Eizellen im Eierstock an. Von diesen Eizellen erlangt normalerweise nur eine (aus einem Eierstock) die volle Reife

In der Hülle, die die Eizellen umgibt, im Follikel, wird der Großteil der Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) gebildet. Unter ihrem Einfluss baut sich auch die Schleimhaut in der Gebärmutter auf, damit sich dort im Falle einer Befruchtung die Eizelle einnisten kann.

Eisprung geht oft mit Unterleibsschmerzen einher

Zur Befruchtung kann es nur kommen, wenn die voll ausgereifte Eizelle den Eierstock verlässt, in den Eileiter und von dort dann in die Gebärmutter gelangt. Das geschieht um die Zyklusmitte mit Hilfe des Hormons LH (luteinisierendes Hormon). Es wird von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet, sobald der Östrogenspiegel im Blut vorübergehend deutlich ansteigt, als Zeichen, dass die Eizelle so weit ist.

Den Eisprung bemerken Frauen manchmal durch leichte Unterleibsschmerzen auf einer Seite, spannende Brüste und klaren, dünnflüssigen Ausfluss.

Auch die Körpertemperatur steigt an. Manchmal kann es zu schwachen Zwischenblutungen kommen (Ovulationsblutungen).

Die zurückgebliebene Eihülle, der Follikel, bildet sich zum Gelbkörper um, der Progesteron (Gelbkörperhormon) und kleinere Mengen Östrogene ausschüttet. Progesteron ist ein Gestagen. Es bewirkt, dass die Gebärmutter die Eizelle aufnehmen kann, genügend Nährstoffe erhält und sich nicht wieder zusammenzieht. Wird das Ei auf dem Weg in die Gebärmutter befruchtet, verhindert das Gelbkörperhormon vorzeitige Wehen. Tritt keine Schwangerschaft ein, geht die Progesteronproduktion zurück, die neu aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wird zusammen mit Blut abgestoßen, die Monatsblutung setzt ein.

Der weibliche Monatszyklus: Ganz schön kompliziert

Aber: Bild, Text und eine Animation in diesem Ratgeber (siehe Info ganz oben) sorgen für mehr Überblick.

Normalerweise setzt die Menstruation etwa im Alter von 11 bis 14 Jahren mit der Menarche, der ersten Gebärmutterblutung, ein und endet mit der Menopause, der letzten Regelblutung. Ihr Zeitpunkt ist von Frau zu Frau recht unterschiedlich. Meist findet sie ungefähr zwischen 45 und 55 Jahren, in der Zeit der Wechseljahre (Klimakterium), statt.

 

Grafik: Wechseljahre

Was den Zyklus beeinflusst

Ein Zyklus beginnt mit dem ersten Blutungstag. Nicht nur der Körper reagiert auf die Vorgänge während des Menstruationszyklus. Das Wechselspiel der Hormone beeinflusst auch die Psyche. Umgekehrt wirken seelische Stimmungen, Stress und Lebensweise ihrerseits auf die Hormonproduktion.

Unterschiedlichste Einflüsse können den normalen Zyklus aus dem Rhythmus bringen. Neben Zwischen- oder Zusatzblutungen können Blutungsstörungen auch die Menstruationsblutung selbst betreffen. Bei Regeltypusstörungen hält die Blutung zu lange oder zu kurz an, sie ist zu schwach oder sehr stark. Regeltempostörungen beziehen sich auf die Abstände zwischen den Blutungen. Diese treten dann zu häufig oder zu selten ein oder fallen ganz aus (Amenorrhö). Zwischen- oder Mittelblutungen gehören auch in diese Reihe. Eine länger anhaltende Zwischen- beziehungsweise Zusatzblutung bezeichnen Fachärzte als Metrorraghie.

Hormonelle Störungen können Zwischenblutungen verursachen

Alle Unregelmäßigkeiten sollte der Frauenarzt abklären, ebenso sehr schmerzhafte Regelblutungen (Dysmenorrhö) oder Blutabgänge nach den Wechseljahren. Das gilt auch für Blutungen während der Schwangerschaft und damit verbundene mögliche Probleme, wie ein früher Verlust des Fötus oder eine Eileiterschwangerschaft.

Geht Blut außerhalb der Regel ab und sind Probleme, die eine eventuelle Schwangerschaft (mehr dazu in der entsprechenden Rubrik auf unserem Partnerportal Baby-und-Familie.de) betreffen, ausgeschlossen, wird der Frauenarzt zunächst nach organischen Ursachen im Bereich von Scheide, Gebärmutter und Eierstöcken suchen. Lassen sich hier keine Auslöser finden, kommen hormonelle Störungen oder andere übergeordnete Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen oder psychosomatische Faktoren infrage. Mehr dazu in den folgenden Kapiteln.

So gehen Frauenärzte vor

Von einer hormonell bedingten Menstruationsstörung wird der Arzt ausgehen, wenn er zuvor eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen hat. Mehr dazu im Abschnitt "Diagnose" im Eingangskapitel "Blutungen außerhalb der Regel, Zwischenblutungen (Übersicht)" dieses Ratgebers.

Hormonelle Ursachen für Blutungen außerhalb der Regel

1. In der Zeit des Eisprungs: Ovulationsblutung

Symptome: Schmierblutungen, leichte Blutung von ein bis drei Tagen während des Eisprungs in der Mitte des Menstruationszyklus, oft verbunden mit leichten Unterleibschmerzen (sogenannter Mittelschmerz).

Ursache, Therapie: Das Absinken des Östrogenspiegels nach dem Eisprung bewirkt manchmal eine leichte Hormonentzugsblutung. Die auch als Mittelblutung bezeichnete Zyklusstörung hat eigentlich keinen Krankheitswert. Es ist aber sinnvoll, sich vom Gynäkologen untersuchen zu lassen, wenn es wiederholt zu Zwischenblutungen, auch schwächer ausgeprägten, kommt.

Häufig helfen Stressabbau und eine gesunde, ausgeglichene Lebensweise, solche vom Arzt als harmlos bestätigten Zyklusbeschwerden zu verringern.

Tritt eine Blutung außerhalb der üblichen Menstruation auf, in unregelmäßigen Abständen und mehr als vierzehn Tage anhaltend, wird sie Metrorrhagie genannt. Zwischenblutungen können neben organischen Ursachen verschiedene Hormonprobleme zugrunde liegen, typisch für hormonell instabile Zeiten wie Pubertät und Wechseljahre: Störungen der Follikelreifung (siehe wiederum im Kapitel "Was den Menstruationszyklus beeinflusst") oder Zyklen ohne Eisprung, bei denen der Follikel länger bestehen bleibt. Infolgedessen baut sich die Gebärmutterschleimhaut höher auf, und es kommt zu Durchbruchsblutungen (dysfunktionelle Blutung).

Der Arzt macht sich ein genaues Bild von den Beschwerden (Anamnese). Bei Zusatzblutungen, die nicht auf hormonelle Schwankungen in der Pubertät oder um die Wechseljahre herum zurückzuführen sind, insbesondere bei einer Metrorrhagie, sind genauere Untersuchungen notwendig. Dazu gehört auch eine Ausschabung (Kürettage oder Abrasio uteri). Zu anderen Metrorrhagie-Ursachen siehe in den weiteren Kapiteln.

Bestätigt sich eine hormonelle Störung als Ursache, kann der Arzt eine hormonelle Behandlung für sinnvoll erachten, um den Zyklus zu stabilisieren. Unter Umständen, etwa in der Pubertät, verordnet der Gynäkologe ein Östrogenpräparat nur in der Zyklusmitte.

Tritt die Blutung zum Beispiel kurz nach der Mentruation auf, setzt der Arzt ebenfalls ein Östrogenpräparat oder ein kombiniertes Präprarat mit Östrogen und Gestagen für wenige Tage ein, je nachdem, welche Störung der Gebärmutterschleimhaut im Zyklusverlauf (Aufbau oder Umbau / Abstoßung) vorliegt.

Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben, kann eine Verödung beziehungsweise Abtragung der Gebärmutterschleimhaut oder die Entfernung der Gebärmutter eine letzte Option sein. Der Gynäkologe wird die Betroffene vorher ausführlich über die möglichen Vor- und Nachteile dieser Verfahren informieren. So kann sie in aller Ruhe und nach reiflicher Überlegung entscheiden, welchen Weg sie bevorzugt.

2. Gelbkörperschwäche

Symptome: Schmierblutungen wenige Tage vor Einsetzen der Regelblutung.

Ursache, Therapie: Hier produziert der Gelbkörper (siehe Kapitel "Was den Zyklus beeinflusst" in diesem Artikel) nicht genügend Progesteron; auch ein gewisser Östrogenmangel tritt auf. Es kommt zu Zwischenblutungen oder einem verkürzten Zyklus. Die Einnahme eines kombinierten Hormonpräparates  (mit Östrogen und Gestagen) in der zweiten Zyklushälfte kann die Gelbkörperschwäche beheben.

Bei manchen Frauen treten auch Unregelmäßigkeiten in der Produktion der übergeordneten Hormone FSH und LH auf, die aus der Hirnanhangdrüse kommen und den Zyklus steuern.

Leidet eine Frau unter ausgeprägten Blutungsstörungen und unerfülltem Kinderwunsch, wird der Arzt die hormonelle Situation umfänglich abklären. Auch wenn erste Therapiemaßnahmen keine Hilfe bringen, kann eine entsprechende Prüfung angezeigt sein. Das geschieht häufig in einer endokrinologischen Spezialpraxis.

3. Hormonelle Verhütungsmittel

Symptome: Schmierblutungen, Zwischenblutungen, gestörte Regelblutung bis hin zum Ausbleiben der Regel

Ursache, Therapie: Meistens tragen hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille dazu bei, Zyklusstörungen zu normalisieren. Deshalb setzen Ärzte sie mitunter auch zur Therapie von Hormonschwankungen und unterstützend zu anderen Behandlungen ein.

Frauen, die mit der sogenannten Minipille, mit dem Verhütungsstäbchen (bis zu drei Jahren unter der Haut verbleibendes Implantat) oder auch einer Dreimonatsspritze verhüten, erleben häufiger Zwischenblutungen und andere Menstruationsstörungen. Diese Verhütungsformen enthalten als Hormon nur Gestagen.

Im Allgemeinen verschreiben die Ärzte heute unterschiedliche Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen, die sie sehr individuell auswählen können. Manchmal treten anfangs Zwischenblutungen auf, wenn eine Frau eine Pille neu einnimmt. In der Regel stabilisiert sich der Zyklus nach wenigen Monaten. Manchmal treten auch unter kombinierten Pillen Blutungsstörungen auf. Dann kann es sich anbieten, auf ein anderes Präparat umzustellen, wenn keine organischen Ursachen vorliegen. So kann bei Blutungen in der ersten Einnahmephase ein mehr östrogenbetontes, bei Blutungen in der zweiten Phase ein gestagenbetontes Präparat sinnvoll sein.

Zu Schmierblutungen und anderen Menstruationsstörungen kann es auch kommen, wenn eine Frau mit einer Spirale verhütet, insbesondere bei Kupferspiralen. Hormonspiralen, die in der Gebärmutter Gestagen abgeben, bewirken dagegen eher, dass die Blutungsstärke zurückgeht. Andererseits treten bei gestagenhaltigen Hormonspiralen auch manchmal Zwischenblutungen auf. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld eingehend vom Frauenarzt beraten zu lassen.

1. Auslöser für Zwischenblutungen: Myome in der Gebärmutter

Symptome: Blutungsstörungen sind das Hauptsymptom für Gebärmuttermyome. Je nachdem wo die gutartigen Geschwülste sich befinden, haben die betroffenen Frauen starke oder verlängerte Monatsblutungen. Auch Zwischenblutungen sind möglich. Manchmal treten dumpfe, ziehende oder wehenartige Schmerzen im Unterbauch auf. Viele Myome bereiten, vor allem im Anfangsstadium, jedoch keinerlei Beschwerden. Kreuzschmerzen, Probleme beim Stuhlgang oder Wasserlassen, Verstopfung sowie geschwollene Beine können Folgeerscheinungen stark wachsender Myome sein.

Ursache: Myome der Gebärmutter sind gutartige Geschwülste von Zellen der Gebärmuttermuskulatur ("Muskelknoten"). Sie kommen bei vielen Frauen ab 25 Jahren bis zum Ausbleiben der Regelblutung in den Wechseljahren (Menopause) vor, am häufigsten zwischen dem 35. Und 45. Lebensjahr. Meist befinden sie sich in der Gebärmutter (im Gebärmutterkörper), seltener im Gebärmutterhals. Die weiblichen Geschlechtshormone, insbesondere Östrogene, spielen für die Bildung von Myomen eine wesentliche Rolle. Ein hormonelles Ungleichgewicht sowie eine familiäre Veranlagung werden als Hauptursachen angesehen. Ein bestehendes Myom kann sich unter Anwendung eines hormonellen Verhütungsmittels wie zum Beispiel einer Kombi- oder Mehrstufenpille vergrößern.

 

Grafik: Myome der Gebärmutter

Myome können an verschieden Stellen in der Gebärmutter entstehen, sehr oft in der Gebärmutterwand, außerdem an der Außenseite unter der äußeren Hülle oder innen unter der Schleimhaut. Entsprechend unterschiedlich entwickeln sie sich und verursachen unterschiedliche Symptome. Wenn zum Beispiel in der Gebärmutterwand gelegene Myome wachsen, führt das mitunter dazu, dass sich der gesamte Uterus vergrößert.

Zu unregelmäßigen Blutungen kommt es unter anderem, wenn die Gebärmutter versucht, in die Gebärmutterhöhle wachsende Myome loszuwerden, oder wenn ihre Fähigkeit, sich zusammenzuziehen, durch die Myome behindert ist. Äußerst selten, eigentlich so gut wie nicht, entarten Myome und entwickeln sich zu bösartigen Tumoren. Sie können aber durch ihr Wachstum je nach Lage Druck auf benachbarte Organe oder Gefäße ausüben und damit entsprechende Beschwerden verursachen.

Diagnose: Der Frauenarzt wird zuerst nach Blutungsstörungen und möglichen Rücken-, Blasen- oder Darmbeschwerden fragen, zu denen Myome führen können. Bei der Tastuntersuchung zeigt sich der Uterus oft verändert, häufig hart, vergrößert und gröber. Das Ultraschallbild liefert meist deutlich erkennbare Veränderungen. Allerdings müssen nicht alle Myome behandelt werden. Bei Bedarf ermöglichen weiterführende Untersuchungen, zum Beispiel eine Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie) die Myome genauer zu bestimmen beziehungsweise andere Veränderungen auszuschließen.

Therapie: Wenn eine betroffene Frau keine Beschwerden hat, legt der Frauenarzt im Allgemeinen fest, in welchen Abständen sie die Myome kontrollieren lassen soll. Anders verhält es sich bei Myomen, die Beschwerden bereiten. Je nach ihrer Größe und Lage, Art der Beschwerden, dem Alter der Patientin, ihrer persönlichen Lebenssituation und Familienplanung sind verschiedene Methoden geeignet, die Myome anzugehen.

Die Operation ist nach wie vor die Standardbehandlung. Infrage kommt häufig die Ausschälung eines Myoms oder, bei mehreren Myomen, die Entfernung der Gebärmutter. Es gibt jeweils unterschiedliche, auch kombinierte Techniken und Vorgehensweisen – minimal invasiv mittels Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) über die Scheide oder via Bauchspiegelung (Laparoskopie). Klassisch ist die Entfernung der Gebärmutter über einen Bauchschnitt (Laparomie) bei sehr starker Myompräsenz (Uterus myomatosus) und großem Organ oder starken Verwachsungen. Besteht noch Kinderwunsch, wird der Frauenarzt versuchen, einen Eingriff möglichst so zu gestalten, dass die Gebärmutter erhalten bleibt.

Auch die Homonbehandlung hat bei Myomen ihren Stellenwert. Häufig ist sie auch eine Art Atempause, bis Patientin und Arzt die endgültige Therapie festgelegt haben. Wohlbemerkt: nur bei Beschwerden. Da das Wachstum der Muskelknoten hormonell beeinflusst wird, können Östrogen-Gegenspieler wie die Gestagene ein Myom zur Rückbildung bringen. Infrage kommen zum Beispiel eine Hormonspirale (setzt Levonorgestrel in der Gebärmutter frei) oder Gestagene zum Einnehmen – etwa in Form einer geeigneten Antibabypille, wenn zugleich eine Verhütung gewünscht wird. Eine weitere Option sind die zyklussteuernden Hormone, sogenannte GnRH-Analoga. Blutungen lassen in dem Maße nach, wie sich die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufbaut. Sobald die Therapie jedoch beendet wird, klingt auch die Wirkung ab, und das Myom wächst wieder.

Der Frauenarzt wird eine jegliche Hormontherapie sehr sorgfältig unter genauer Abwägung des Nutzens und möglicher Risiken bei einer Patientin und in Abstimmung mit ihren Wünschen auswählen.

Unter GnRH-Analoga ist allerdings mit deutlichen klimakterischen Beschwerden als Nebenwirkungen zu rechnen, da die Eierstöcke vorübergehend stillgelegt werden. Meist dauert die Therapie nur ein halbes Jahr, zum Beispiel um ein Myom vor einer geplanten Operation (und damit auch den Eingriff selbst) zu verkleinern. Die Anwendung erfolgt als Monats- oder Dreimonatsspritze unter die Haut beziehungsweise in einen Muskel oder als Nasenspray.

Mit einem speziellen Hormonpräparat, einem selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator (sPRM), der den Einfluss des körpereigenen Progesterons auf das Wachstum der Myomzellen zurückdrängt, lassen sich Butungsbeschwerden vermindern, das Myom schrumpft. Sinnvoll ist das wiederum im Hinblick auf einen geplanten Eingriff, der im Übrigen als Voraussetzung für diese Therapie gilt.

Der Geschlechtshormonhaushalt wird hier zwar auch beeinflusst, aber nicht völlig unterdrückt. Bei Bedarf muss zusätzlich verhütet werden, und zwar auf nicht-hormonellem Wege.
Achtung: Die sPRM-Therapie wird gegenwärtig wegen Sicherheitsbedenken auf einen Zeitraum von drei Monaten begrenzt. Es besteht der Verdacht auf mögliche schwere Schädigungen der Leber. Neueinstellungen auf das Präparat entfallen bis auf Weiteres. Unter einer noch laufenden Einnahme ist die Leberfunktion einmal im Monat vom Arzt zu kontrollieren (Bluttest). Bei neu auftretenden Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, auffallende Müdigkeit oder Gelbsucht zügig zum Arzt gehen. Der Wirkstoff (Ulipristalacetat, UPA) ist in höherer Konzentration auch in der "Pille danach" enthalten, die aber nur zur einmaligen Anwendung dient und insoweit von den Maßnahmen nicht betroffen ist.

Neue nicht-operative Verfahren sind der hochintensive fokussierte Ultraschall (auch "therapeutischer Ultraschall", medizinisch abgekürzt HIFU oder MR-HIFU, sofern Kernspin-kontrolliert) und die Gefäßembolisation (sogenannte Uterusarterienembolisation unter Gefäßröntgenkontrolle, also mit Strahlenbelastung). Beide Verfahren haben zum Ziel, die Myome zum Schrumpfen zu bringen.

Wird eines der neuen Verfahren vorgeschlagen, sollte man vorher einen Kostenvoranschlag der Klinik bei der Krankenkasse einreichen, um sicherzugehen, dass die Kosten übernommen werden. Das ist derzeit nur eingeschränkt der Fall. Selbstverständlich steht vor jeder Therapie eine sorgfältige Beratung durch den behandelnden Arzt.

Ausführlich informiert Sie auch der Ratgeber "Myome".

2. Polypen in Gebärmutterhals und Gebärmutter als Ursache von Blutungsstörungen

Symptome: Unregelmäßige oder andauernde Blutungen sind häufig. Die gutartigen Schleimhautveränderungen können zudem wehenartige Bauchschmerzen sowie einen schleimigen, manchmal hell- bis dunkelbräunlichen Ausfluss verursachen. Häufig haben betroffene Frauen jedoch auch keinerlei Beschwerden.

Ursache: Polypen sind zunächst gutartige Schleimhautwucherungen, die unter anderem im Bereich der Scheide, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter auftreten können. Sie entstehen, wenn sich die Schleimhautzellen übermäßig teilen. Hierbei spielen vor allem die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen eine Rolle.

Polypen können in jedem Alter auftreten, gehäuft aber in beziehungsweise nach den Wechseljahren. Eine geschwächte Immunabwehr, Stress und psychische Belastungen sowie wohl eine falsche Intimhygiene tragen dazu bei, dass Schleimhaut und Gewebe sich verändern. Manchmal entwickeln sich Polypen infolge einer zurückliegenden Infektion mit humanen Papillomaviren (siehe unten).

 

Grafik: Polypen im Gebärmutterhals und in der Gebärmutter

Diagnose: Nach der Tastuntersuchung, mit der der Arzt etwa Polypen am äußeren Muttermund feststellen kann, geben Ultraschalluntersuchungen Aufschluss über innen liegende Wucherungen. Bei der Untersuchung der Scheide sieht der Arzt Polypen, die aus dem Muttermund herausgetreten sind. Mit Hilfe einer Kolposkopie beziehungsweise Videokolposkopie kann der Arzt den Muttermund wie unter einer Lupe betrachten und gezielt einen Zellabstrich entnehmen.

Spezielle Verfahren wie eine Hysteroskopie, eine Spiegelung des Gebärmutterinneren, ermöglichen es, Polypen in der Gebärmutter genauer zu bestimmen und von Myomen abzugrenzen. Ein Zellabstrich und Gewebeproben sichern die Diagnose ab.

Therapie: Polypen müssen nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Sie werden zur Sicherheit und auch für feingewebliche Untersuchungen in der Regel entfernt. Bei gleichzeitig vorhandenen, anderen krankhaften Untersuchungsergebnissen, zum Beispiel hohen Werten bei einem Test auf humane Papillomaviren (siehe unten) und Verdacht auf eine Krebsvorstufe am Gebärmutterhals ist immer ein Eingriff notwendig. Dann wird zum Beispiel eine Schlingenkonisation empfohlen. Dabei wird ein kegelförmiges Gewebsstück entnommen. Die weitere Behandlung hängt vom Kontrollbefund ab (siehe dazu auch Kapitel "Krebs im Genitalbereich" in diesem Ratgeber).

3. Blutungsursache Portioektopie – gutartige Veränderung am Muttermund

Symptome: Zu den möglichen Krankheitszeichen bei einer stärkeren Ektopie zählen unregelmäßige Blutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr (Kontaktblutungen), Ausfluss. Häufig bereitet die Gewebeveränderung keine Beschwerden.

Ursache: Verschiedene Gewebeanteile begegnen sich an der Übergangsstelle von Gebärmutterhals (Zervix) und Scheide (Vagina). Den unteren Teil des Gebärmutterhalses, den Muttermund, bezeichnen Mediziner als Portio. Die innere Gewebeschicht der Zervix ist drüsenhaltig und bildet Schleimhaut, die oberste Hautzellschicht der Vagina hat keine Drüsen.

Im geschlechtsreifen Alter überlagern und verschieben sich Gewebeteile aus der Portio und der Vagina. Auch solche Vorgänge werden von den Geschlechtshormonen beeinflusst. Gewebeveränderungen in diesem Bereich können harmlos sein, aber auch Entzündungen, Infektionen mit humanen Papillomaviren (siehe Bild und Link-Info unten), Wucherungen wie Zysten und krankhaften Entwicklungen entsprechen.

Diagnose: Die Blickuntersuchung zeigt dem Frauenarzt oft einen geröteten Muttermund, gegebenenfalls auch traubenförmige Gewebeauflagerungen. Eine Sekretprobe und gegebenenfalls weitere Untersuchungen geben Aufschluss über bestehende Entzündungen und Wucherungen wie Zysten, Polypen oder Feigwarzen und Befall mit kritischen Papillomaviren.

Therapie: Eine Ektopie, die keine Beschwerden verursacht und keine weiteren Gewebeveränderungen nach sich zieht, muss in der Regel nicht behandelt werden. Entzündungen oder verdächtige Gewebeentwicklungen werden je nach Befund entsprechend behandelt.

Blutungsstörungen durch Endometriose im Genitalbereich

Symptome: Die Beschwerden gehen keineswegs immer mit der Ausdehnung der Endometriose parallel. Dennoch: Krampfartige Regelschmerzen, Blutungsstörungen und unregelmäßige Blutabgänge sind Warnzeichen. Dazu können, vor allem einige Tage vor Beginn der Regelblutung, Schmerzen im Unterbauch, im Rücken, beim Geschlechtsverkehr auftreten. Auch Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang mit Blutbeimengungen sind möglich. Unfruchtbarkeit ist eines der häufigsten Krankheitszeichen. Die Erkrankung kann auch weitgehend ohne deutliche Symptome verlaufen.

Ursache: Die Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) baut sich im Laufe des Menstruationszyklus unter Einfluss der Geschlechtshormone in der Gebärmutter auf und wird, wenn keine Schwangerschaft eingetreten ist, mit der Regelblutung wieder ausgestoßen (siehe auch Kapitel "Menstruationszyklus"). Warum sie sich manchmal in sogenannten Herden oder Inseln auch außerhalb ihres angestammten Ortes ansiedelt, ist noch nicht endgültig geklärt. Die Wissenschaftler gehen unterschiedlichen Erklärungsmodellen zur Endometriose nach. Eine Sonderform der Endometriose mit Herden in der Gebärmuttermuskulatur heißt Adenomyose.

 

Grafik: Endometriose im Bauchraum

Das fremde Schleimhautgewebe setzt sich häufig an den inneren Geschlechtsorganen an, zum Beispiel in der Tiefe oder außen an der Gebärmutterwand, an den Eileitern und Eierstöcken. Es verursacht oft erhebliche Schmerzen und weitere Beschwerden. Die Wucherungen nisten manchmal auch am Bauchfell und in verschiedenen Hohlräumen des unteren Beckens, am Blasendach, am Dick- beziehungsweise Dünndarm. Selten befallen die Gewebeherde entferntere Organe wie die Lunge oder die innere Haut des Brustkorbs.

Die Schleimhautinseln stehen wie die normale Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss von Östrogenen und Progesteron. Sie bauen sich auf und nach dem Eisprung wieder ab. Da sie nicht abbluten können, entstehen oft Blutansammlungen in der Bauchhöhle, es bilden sich Zysten an den betroffenen Organen oder es kommt zu Entzündungen. Die Folgen können Verklebungen und Vernarbungen in den betroffenen Zonen, zum Beispiel in den Eileitern, und damit auch Unfruchtbarkeit sein.

Diagnose: Die Krankengeschichte der betroffenen Frau und die gynäkologische Blick- und Tastuntersuchung können einen ersten Verdacht ergeben. Ultraschallbilder zeigen mögliche Veränderungen. Um eine Endometriose aber sicher bestimmen zu können, wird der Arzt in der Regel noch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchführen. Vermutet er, dass benachbarte Organe, wie Blase oder Darm, befallen sind, können weitere Untersuchungen in dieser Richtung folgen, zum Beispiel eine Blasen- oder Darmspiegelung. Mitunter kann auch ein bildgebendes Verfahren wie Kernspintomografie oder Computertomografie angezeigt sein.

Typische Anzeichen für einen Befall der Eierstöcke sind für den Arzt zum Beispiel bräunliche, mit geronnenem Blut gefüllte Zysten. Verdächtiges Gewebe kann der Arzt während der Spiegelung entfernen und im Labor untersuchen lassen. Vordringliches Ziel ist es, Lage und Ausmaß der Endometriose zu beschreiben, um dann eine individuell abgestimmte Behandlung einleiten zu können. Bei der Laparoskopie kann der Arzt auch die Durchgängigkeit der Eileiter überprüfen.

Therapie: Bei Fehlen von Symptomen wird der Frauenarzt im Allgemeinen eine regelmäßig Befundkontrolle vorschlagen. Ansonsten zielt die Behandlung darauf ab, Beschwerden wie (schmerzhafte) Blutungsanomalien zu lindern und bestehende Gewebeherde zu beseitigen. Da die Erkrankung sehr unterschiedlich verläuft, wird der Arzt jeweils individuell geeignete Behandlungswege wählen, wobei er – unter Beachtung der Gegenanzeigen – auch auf die Wünsche seiner Patientinnen eingeht. Denn die betroffenen Frauen können selbst sehr gut beurteilen, welche Therapie ihnen am besten bekommt und dabei erwünschte Wirkungen wie auch mögliche Nebenwirkungen am ehesten in Einklang bringt.

Bestimmte Hormonpräparate, die den Eisprung unterdrücken – Ovulationshemmer wie Antibabypillen oder hormonelle Verhütungspflaster, die jeweils unterschiedliche Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen enthalten –, können nachweislich gegen die Symptome helfen. Die Ursache beseitigen sie allerdings nicht. Den zyklischen Einflüssen der Geschlechtshormone wird entgegengesteuert, was dazu beiträgt, dass die Wucherungen zurückgehen, wenn sie hormonell adressierbar sind. Zugleich kann die empfängnisverhütende Wirkung genutzt werden.

Präparate nur mit Gestagenen setzen Ärzte ein, wenn die Schmerzen im Vordergrund stehen. Denn die längerfristige Einnahme von Schmerzmitteln birgt Probleme. Lassen Sie sich auch hierzu eingehend vom Arzt und in der Apotheke beraten. Zu den Nebenwirkungen von Gestagenpräparaten gehören unter anderem Blutungsunregelmäßigkeiten.

Andere hormonelle Medikamente führen zu einer Inaktivität der Eierstöcke und damit vor allem zu einem Östrogenentzug. Dazu gehören sogenannte GnRH-Analoga. Diese künstlich hergestellten Hormone vermindern den Einfluss des natürlichen GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon), das vom Gehirn aus auf die Hirnanhangdrüse einwirkt und so die zyklische Hormonbildung im Eierstock regelt.

Da die betroffenen Frauen vor allem mit dieser Therapie für eine gewisse Zeit durch den deutlichen Östrogenmangel gleichsam in künstliche Wechseljahre versetzt werden, können  entsprechende Begleitsymptome wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Knochenschwund auftreten. Dem lässt sich durch die Gabe von niedrig dosiertem Östrogen sechs Monate nach Therapiebeginn mit einem GnRH-Analogon gegensteuern. Insgesamt ist die hormonelle Therapie recht komplex und sollte vom Frauenarzt sorgfältig begleitet werden.

Nicht immer gelingt es, die Endometriose ganz auszuschalten. Sie kann nach Ende der Behandlung wieder auftreten.

 

Operiert werden kann häufig endoskopisch, also im Rahmen der vergleichsweise schonenden Bauchspiegelung (Laparoskopie). Der Frauenarzt beseitigt die Wucherungen mit Laser oder Hochfrequenzstrom. Je nach Lage und Beschaffenheit eines Myoms und dem Körperbau der Patientin kann auch eine Operation via Bauchschnitt (Laparotomie) notwendig sein.

Der Nutzen einer hormonellen Vor- oder Nachbehandlung  in Verbindung mit der OP ist bislang nicht eindeutig erwiesen. Für manche Patientinnen sind starke Beschwerden ein Anlass, sich die Gebärmutter entfernen zu lassen. Dem wäre zu entsprechen, wenn die medizinischen Befunde eine deutliche Besserung durch den Eingriff erwarten lassen.

Wichtige Entscheidungskriterien sind hier auch das Alter der Frau, abgeschlossene Familienplanung und Akzeptanz eines vorzeitigen Klimakteriums. Das berührt sodann die Frage, wie man mit den Eierstöcken (falls gesund) verfährt, die in der fruchtbaren Lebensphase ja für die Bildung der natürlichen Geschlechtshormone verantwortlich sind, damit aber auch für mögliche Beschwerden bei Myomen.

Besteht noch Kinderwunsch, können die Ärzte versuchen, etwa geschädigte Eileiter mikrochirurgisch wieder aufzubauen oder eine künstliche Befruchtung durchführen. Das geschieht in dafür spezialisierten Kliniken.

 

1. Entzündungen von Gebärmutterhals und Gebärmutter als Ursache für Zwischenblutungen

Symptome: Blutungen außerhalb der Regel sowie eine gestörte Regelblutung können Hinweise auf eine Gebärmutterhalsentzündung sein. Dazu kommt oft verstärkter gelblicher Ausfluss. Übelriechender, weißlich bis gelblich-grünlicher Ausfluss ist meist ein erstes Zeichen für eine ursächliche Scheideninfektion.

Eine unregelmäßige Regelblutung liefert häufig die einzigen Anhaltspunkte bei einer Gebärmutterentzündung. Schmerzen im Unterbauch und Fieber können anzeigen, dass die Entzündung tiefere Gebärmutterschichten erfasst hat.

Ursache: Verantwortlich für aufsteigende Infektionen, die sich von der Scheide auf den Gebärmutterhals und weiter ausdehnen, sind vor allem Chlamydien oder Gonokkoken, die Erreger der Gonorrhö (Tripper). Daneben können auch andere Bakterien wie Gardnerella vaginalis oder Mykoplasmen Scheideninfektionen verursachen. Häufige Auslöser sind außerdem Hefepilze (candida albicans) und Geißeltierchen (Trichomonaden).

Diagnose: Eine wesentliche Diagnosebasis stellt für den Frauenarzt die Krankengeschichte seiner Patientin dar, so er sie nicht schon kennt. Wichtige Informationen sind für ihn zum Beispiel, in welcher Form die Blutungsstörungen auftreten, ob die Patientin eine Spirale trägt oder Eingriffe an der Gebärmutter hatte. Der Arzt achtet bei der körperlichen Untersuchung auf sichtbare Entzündungszeichen wie gelbliche Belege und starke Rötungen am Ende des Gebärmutterhalses. Die Tastuntersuchung mit Druck auf die Gebärmutter empfindet die Frau dann oft als besonders schmerzhaft.

Weist das Scheidensekret unter dem Mikroskop eine hohe Zahl weißer Blutkörperchen und entzündete Zellen auf, kann das ein Zeichen dafür sein, dass die körpereigenen Abwehrkräfte verstärkt aktiv sind. Eine Ultraschalluntersuchung via Scheide (transvaginal), via Bauchdecke (gegebenenfalls jeweils auch in 3-D-Qualität) sowie von Gefäßen (Farbdopplersonografie) können dem Arzt mögliche weitere Auffälligkeiten anzeigen, die er mit den anderen Ergebnissen abgleicht. Häufig kommen Laboruntersuchungen von Vaginal- und Gebärmutterhalssekret sowie von Gewebeproben dazu.

Im Gegensatz zu einer Gebärmutterhalsinfektion (Zervizitis) ist eine Gebärmutterentzündung (Endometritis) selten, denn die Gebärmutter schützt sich selbst auf natürliche Weise: Während des Zyklus stößt sie immer wieder Schleimhaut ab. Zwischendurch verschließt sie den Muttermund zudem mit einem Schleimpfropf. Diese Barriere zwischen Gebärmutterhals und Gebärmutter wird jedoch während der Regelblutung oder einer Geburt aufgehoben.

Dann können bestehende Infektionen aufsteigen. Dieses Risiko besteht mitunter auch bei chirurgischen Eingriffen an der Gebärmutter oder wenn eine Frau mit der Spirale verhütet. Seltener breiten sich Krankheitskeime über die Blutbahn aus. Sehr häufig geht die Entzündung von der Gebärmutter aus auf Eileiter und Eierstöcke über (siehe unten).

Therapie: Für die Behandlung setzen die Ärzte hauptsächlich Antibiotika ein, die insbesondere  auch bei einer tiefergehenden Entzündung der Gebärmutter (Endomyometritis) angezeigt sind. Je nach Diagnose kann es notwendig sein, eine liegende Spirale zu ziehen oder entzündliche Gewebeveränderungen zu entfernen. Eine kurzfristige Hormontherapie unterstützt mitunter den Heilungsprozess.

2. Blutungsauslöser: Entzündungen an den Eileitern und Eierstöcken

Symptome: Zwischenblutungen oder stärkere, längere Regelblutungen, dazu starke Schmerzen im Unterleib, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl können Zeichen für eine akute Eileiterentzündung sein. War eine Scheideninfektion der Ursprung, gehören ein starker, unangenehm riechender, eitriger Ausfluss sowie Brennen und Jucken im Intimbereich zu den Beschwerden. Darmkrämpfe, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall weisen mitunter darauf hin, dass die Infektion sich auf den Darm ausgebreitet hat. Zwischenblutungen, starke Regelschmerzen, Schmerzen im Kreuz sowie Druckempfindlichkeit im Unterbauch sind häufig bei chronischen Entzündungen. Manchmal entwickelt sich die Erkrankung allerdings auch ohne auffällige Symptome.

Ursache: Eine akute Entzündung von Eileiter und Eierstock stellt eine ernste, manchmal sogar lebensbedrohliche Erkrankung dar. Häufig handelt es sich um übergreifende Infektionen durch Bakterien wie Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokkoken (Erreger der Gonorrhö, auch Tripper, siehe Link weiter oben) oder durch Trichomonaden. Nach Eingriffen an der Gebärmutter oder nach einer Geburt können sich manchmal Krankheitskeime weiter ausbreiten. Das ist ebenso durch Abszesse oder Entzündungen im Unterleib, wie einer Blinddarmentzündung, möglich. Nach Einlegen einer Spirale kann es in seltenen Fällen zu einer Entzündung kommen. In sehr seltenen Fällen nehmen die Erreger auch den Weg über die Blutbahn.

Häufig erkranken junge, sexuell aktive Frauen bis zu einem Alter von etwa Mitte zwanzig. In späteren Jahren tritt die Erkrankung seltener auf. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie den gesamten Bauchraum erfassen.

Manchmal bleiben nach der Behandlung Narben und Verwachsungen zurück. Unfruchtbarkeit oder Eileiterschwangerschaften gehören zu den gefürchteten Folgen. Entwickelt sich eine chronische Entzündung, äußert sich diese oft durch Menstruationsstörungen, starke Regelschmerzen, Ausfluss, wechselnde Unterbauchschmerzen und Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Allerdings kann gerade eine Infektion mit Chlamydien auch ohne deutliche Krankheitszeichen verlaufen, aber dennoch zu bleibenden Schäden an den Eileitern führen.

Diagnose: Wichtige erste Hinweise erhält der Arzt aus der Krankengeschichte und durch eine Tastuntersuchung. Drückt oder verschiebt er hierbei den erreichbaren Teil der Gebärmutter, reagiert diese meistens mit Schmerzen. Oft kann der Arzt auch eine erhöhte Körpertemperatur messen. Ein Sekretabstrich vom Gebärmutterhals wird im Labor auf die Erreger untersucht. Aussagekräftig sind zudem Bluttests und eine Ultraschalluntersuchung.

Ermöglichen die ersten Untersuchungen noch keine sichere Diagnose oder zeigt die Behandlung keine Wirkung, kann eine Bauchhöhlenspiegelung weitere Erkenntnisse bringen. Sie hilft auch, einen eventuellen Verdacht auf eine Blinddarmentzündung auszuschließen.

Therapie: Eine frühzeitige und konsequente Therapie ist wichtig, damit sich die Entzündung nicht verschleppt und chronisch wird. Die Behandlung erfolgt normalerweise im Krankenhaus. In erster Linie behandeln die Ärzte mit Antibiotika, und zwar oft schon, wenn lediglich der Verdacht auf eine Eileiterentzündung besteht. Sie können zusätzlich auch ein entzündungshemmendes Präparat gegen entzündliche Schwellungen und Schmerzen einsetzen. Eine Spirale muss meistens entfernt werden. Bettruhe sowie unterstützende physikalische Anwendungen wirken oft günstig auf den Heilungsverlauf.

Manchmal entstehen durch die Infektion neue Entzündungsherde oder Abszesse, die die Ärzte dann sehr oft operativ behandeln. Eine Operation an Eileitern und Eierstöcken kann unter Umständen angezeigt sein, wenn die Eileiterentzündung chronisch geworden ist.

Bestimmte bösartige Tumoren der äußeren und inneren Geschlechtsorgane können Zwischenblutungen auslösen.

1. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Symptome: Blutungen außerhalb der Regel beziehungsweise nach der Menopause sowie Blut im Ausfluss sind immer Warnzeichen, die eine Frau umgehend zum Arzt führen sollten. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, Schmerzen im Beckenbereich stellen weitere mögliche Symptome dar, ebenso stark riechender, wässriger Ausfluss. Häufig entwickeln sich Krebserkrankungen, so auch Veränderungen am Gebärmutterhals anfangs jedoch, ohne auffällige Beschwerden zu bereiten. Aus diesem Grund sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen so wichtig.

Ursache: Am häufigsten erkranken Frauen im Alter zwischen Mitte 30 bis Mitte 50 und dann wieder ab etwa 70 Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Ursache sind in der Regel sogenannte humane Papilloma-Viren (Warzenviren), mit denen sich eine Frau schon in jungen Jahren angesteckt haben kann, ohne es zu bemerken. Die Viren nisten sich nach einer Erstinfektion mitunter in den Gebärmutterhalszellen ein und sind dort über viele Jahre hinweg unerkannt aktiv. Auch nach einer Konisation des Gebärmuttermunds kann es wieder zu einer aktiven Infektion mit Papillomviren kommen. Eine HPV-Impfung kann hier jeweils vorbeugen.

Allerdings verändern nicht alle Virentypen die Zellen bösartig. Und selbst eine Infektion mit den sogenannten Hochrisikotypen muss nicht unbedingt Krebs auslösen. Mediziner nehmen an, dass vorhandene Entzündungen im Genitalbereich einen solchen ungünstigen Verlauf fördern könnten. Als weitere Risikofaktoren gelten unter anderem Rauchen oder Therapien, die das Immunsystem unterdrücken (zu Diagnose und Therapie siehe weiter unten).

2. Gebärmutterkrebs (Gebärmutterkörperkrebs, Endometriumkarzinom)

Symptome: Blutungen nach der Menopause sind ein deutliches Frühsymptom. Bei unregelmäßigen Blutungen außerhalb der Regel sowie Blut im Ausfluss sollte eine Frau immer umgehend zum Arzt gehen. Ein blutig-eitriger oder fleischfarbener Ausfluss, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr und Unterleibsschmerzen können ebenfalls auf eine bösartige Veränderung hinweisen. Es ist für Frauen jeden Alters wichtig, die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen.

Ursache: Gebärmutterkrebs kommt vor allem bei Frauen im höheren Lebensalter, nach den Wechseljahren, vor. Dann auftretende Blutungen haben eine andere Wertigkeit und gehören natürlich nicht mehr in den Bereich der Zyklusstörungen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen unter anderem Übergewicht, Kinderlosigkeit, Diabetes oder ein erblich bedingter Darmkrebs, das HNPCC (hereditary Non-Polyposis colorectal Cancer)- Syndrom, auch Lynch-Syndrom genannt. Bei dieser Erkrankung entsteht gelegentlich Krebs an mehreren Organen gleichzeitig.

Eine erhöhte Wirkung der Östrogene könnte ebenfalls die Krebsentwicklung fördern. Die Geschlechtshormone nehmen auf natürliche Weise über längere Lebensphasen Einfluss, wenn etwa die Periode früh und die Menopause erst spät eingesetzt hat. Ebenso spielt mitunter eine ausgedehnte Hormonersatztherapie ohne ausreichenden "Gestagenschutz" eine Rolle.

3. Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Symptome: Dieser hoch aggressive Krebs bereitet häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden. Dazu gehören Blutungen aus der Scheide, aber vor allem ein größer werdender Bauch sowie Druckgefühl im Unterbauch. Übelkeit und Völlegefühl sind mitunter weitere Zeichen.

Ursache: Da bösartige Ovarialtumoren anfangs meist keine Symptome aufweisen, sind die jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen besonders wichtig. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter. Eierstockkrebs kommt am häufigsten zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr vor. Blutungen haben dann nichts mehr mit Zyklusstörungen zu tun, sondern sind ein gesondertes Warnzeichen. Neben dem Alter und einer familiären Veranlagung könnten sich auch hier ein langer Östrogeneinfluss, Kinderlosigkeit und weitere Risikofaktoren, die auch für Gebärmutterkrebs gelten, ungünstig auswirken

4. Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Symptome: Krankheitszeichen zeigen sich hier ebenfalls oft erst in einem fortgeschritteneren Stadium. Unregelmäßige Blutabgänge, Blutungen beim Stuhlgang oder nach dem Geschlechtsverkehr sowie übel riechender, wässriger und blutiger Ausfluss gehören zu den typischen Beschwerden.

Ursache: Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) ist eine relativ seltene Krebsform und betrifft vor allem Frauen im höheren Lebensalter, zwischen 60 und 65 Jahren. Blutungen treten dann also nicht mehr zwischen der Regel auf. Eine Krebserkrankung benachbarter Organe, insbesondere Gebärmutterkrebs (siehe oben), kann einen Scheidentumor nach sich ziehen. Darüber hinaus wirkt sich möglicherweise eine Infektion mit Papilloma-Viren auch bei der Entstehung dieser Krebsform aus.

5. Vulvakrebs

Symptome: Ständiger Juckreiz an den äußeren Geschlechtsorganen ist das deutlichste Frühsymptom. Blutungen, Schmerzen sowie Probleme beim Wasserlassen treten häufig erst später auf. Sichtbare Flecken und tastbare Erhebungen im betroffenen Bereich können weitere Hinweise sein.

Ursache: Vulvakrebs kommt vorwiegend bei älteren Frauen über 70 Jahren vor. Dann stehen mögliche Blutungen in keinem Zusammenhang mit der Menstruation mehr. Es handelt sich hierbei um bösartige Veränderungen an den äußeren Geschlechtsorganen, wie äußere und innere Schamlippen, Klitoris. Mediziner nehmen auch hier eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren als Mitauslöser an.

Krebs der Geschlechtsorgane: Diagnose

In Deutschland stehen Frauen gesetzlich eine Reihe von Krebsvorsorgeuntersuchungen zu. Sie sind unerlässlich, damit eine Krebsentwicklung frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden kann. Denn häufig fehlen kennzeichnende Anfangssymptome. Junge Frauen ab 20 Jahren können sich einmal jährlich im Rahmen der Krebsfrüherkennung auf Veränderungen am Gebärmutterhals untersuchen lassen. Das erfolgt mit einem Zellabstrich (Pap-Test).

Ansonsten geben Tastuntersuchungen, Spiegelung von Scheide und Muttermund sowie Zellabstriche meist erste Hinweise auf einen beginnenden Tumor. Bei Verdacht sind anschließende Gewebeanalysen sowie Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall aufschlussreich. Auch das Blut wird im Labor in verschiedener Richtung analysiert. Darüber hinaus ist gegebenenfalls eine Gebärmutterspiegelung angezeigt, um die Diagnose zu sichern und das Krebsstadium bestimmen zu können. Der Arzt entnimmt dafür oft noch weitere Gewebeproben aus Gebärmutterhals und Gebärmutter, eventuell im Rahmen einer Ausschabung.

So läuft die Krebstherapie

Der Arzt wird die Behandlung dem Stadium des jeweiligen Tumors anpassen. Manche Vorstufen lassen sich mit kleineren Eingriffen wie einer Konisation am Gebärmutterhals, bei der Arzt ein kegelförmiges Gewebestück entnimmt, beseitigen. Teilweise (bei Vorstufen von Gebärmutterkrebs, sogenannten intraepithelialen Neoplasien) wirkt auch eine hormonelle Therapie. Mitunter können regelmäßige Kontrolluntersuchungen genügen.

In einem frühen Stadium des Gebärmutterhalskrebses kann der Arzt mitunter noch so operieren, dass die Gebärmutter erhalten bleibt. Bei einem fortgeschrittenen Zervixkarzinom sowie bei Gebärmutterkrebs entfernen die Chirurgen die Gebärmutter meist zusammen mit den übrigen inneren Fortpflanzungsorganen, manchmal auch mit bestimmten Lymphknoten.

Je nach Krebsform und dann wiederum je nach Stadium wählen die Fachärzte geeignete chirurgische Maßnahmen. Strahlen- und Chemotherapien, teilweise auch spezielle Substanzen wie zum Beispiel sogenannte PARP-Inhibitoren setzen sie ebenfalls gezielt ein. Dabei haben die Ärzte stets auch die Lebensplanung ihrer Patientinnen im Blick. Es gilt, deren Wünsche bestmöglich mit den empfohlenen Therapien abzustimmen.

Die Schilddrüsenhormone spielen eine lebenswichtige Rolle für den Energiestoffwechsel im ganzen Körper. Produziert die Schilddrüse zu viel oder zu wenig davon, kommt es zu vielfältigen Störungen. Diese betreffen unter anderem vielfach das Herz-Kreislauf-System, die Magen-Darmfunktionen, den Stoffwechsel, die Augen, die Nerven, die Psyche sowie eben auch die Funktion der Sexualorgane und die Fruchtbarkeit.

Vor allem bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann neben zahlreichen anderen Beschwerden der Zyklus verkürzt oder verlängert sein beziehungsweise mitunter auch ganz ausbleiben (Amenorrhö).

Ein Diabetes führt oft zu hormonellen Störungen, da Insulin auch auf hormonproduzierende Organe wie die Nebenschilddrüse oder die Eierstöcke wirkt. Vor allem im Zusammenhang mit möglichen Folgeerkrankungen des Diabetes wie einer Nierenschädigung mit Nierenversagen kommt es manchmal zu Blutgerinnungsstörungen, die ebenfalls Zyklusunregelmäßigkeiten verursachen können. Allerdings stehen hier eher verlängerte Regelblutungen im Vordergrund (Menorraghie).

Das gilt auch für angeborene Blutgerinnungsstörungen, wie das sogenannte von-Willebrand-Jürgens-Syndrom, oder weitere Blutkrankheiten unterschiedlicher Ursache.

Leberfunktionsstörungen haben Folgen für den Stoffwechsel sowie für die Hormonausschüttung und -umwandlung in vielen Bereichen, so auch für die Sexualhormone. Dadurch kann zum Beispiel die normale Monatsblutung unregelmäßig auftreten oder mitunter ganz ausbleiben. Ist durch eine Lebererkrankung die Blutgerinnung gestört, verlängert sich andererseits oft die Regelblutung.

Bei Stoffwechselproblemen und Erkrankungen der inneren Organe sind natürlich zuerst Fachärzte für innere Medizin (Internisten) gefragt. Es gibt Internisten mit weitergehenden Spezialisierungen wie etwa Endokrinologen, die sich mit hormonell bedingten Störungen befassen, oder Diabetologen. Unter einer konsequenten Therapie der diagnostizierten inneren Erkrankung bessern sich meist auch die Zyklusprobleme.

Die "Tage" sind normalerweise kein Grund für eine Frau, sich besonders zu schonen oder zurückzuziehen. Meistens kann sie auch während der Periode körperlich und sportlich aktiv sein. Moderne Monatsbinden und Tampons ermöglichen es, sich unbefangen zu bewegen. Wichtig ist es, Binden und Tampons mehrmals täglich zu wechseln und auf die richtige Intimpflege zu achten.

Um das Scheidenmilieu nicht zu reizen, genügt es, den äußeren Genitalbereich mit warmem Wasser zu waschen. Auch auf Geschlechtsverkehr muss eine Frau, die ihre Tage hat, nicht verzichten, es sei denn, sie oder ihr Partner fühlten sich durch die Blutung gestört. Hat einer von beiden eine Reizung oder Infektion an den Geschlechtsorganen, ist es jedoch ratsam zu warten, bis die Entzündung ausgeheilt ist. Denn in dieser Zeit können Krankheitserreger leichter von außen durch die Scheide in die Gebärmutter gelangen.

Unregelmäßige Blutungen: Die Ursache bestimmt die Therapie

Kommt es zu Blutungen außerhalb der Regel, sollte eine Frau immer zu ihrem Frauenarzt gehen. Die Therapie zielt dann auf die jeweilige Ursache ab. Je nachdem, ob ein organischer oder hormoneller Auslöser vorliegt, behandeln die Ärzte mit Medikamenten, Hormonpräparaten oder chirurgische Maßnahmen. Bei bestimmten Krankheitsbildern wie Wucherungen oder Tumoren werden oft auch operative Eingriffe mit Hormontherapien kombiniert.

Mögliche Infektionen mit Bakterien oder Pilzen können meist mit Medikamenten wie Antibiotika beziehungsweise Antimykotika (Mittel gegen Pilze) ausheilen. Kleine Wucherungen, Myome oder Polypen entfernt der Frauenarzt in der Regel in einem chirurgischen Eingriff. Das gilt auch für bösartige Tumore, die je nach Stadium und Krebsart durch Operationen, Strahlentherapie und gegebenenfalls Chemotherapie und weitere Arzneien behandelt werden. Ist eine Spirale Ursache für die Blutungen, wird der Arzt sie gegebenenfalls herausnehmen.

Was eine Frau selbst tun kann: Infektionen vorbeugen, die Seele stärken

Da einer der Hauptübertragungswege für krankmachende Keime ungeschützter Geschlechtsverkehr ist, sollten Frauen mit wechselnden Partnern auf der Verwendung von Kondomen bestehen.

Die Psyche übt einen wesentlichen Einfluss auf das Wechselspiel der Geschlechtshormone aus. Ungleichgewichte in anderen Hormonregelkreisen stören deren Gleichgewicht oft empfindlich. Zu viele Stresshormone, zu wenig positive Stimmungshormone etwa können sich auf den Menstruationszyklus und damit verbundene Beschwerden auswirken. Unabhängig von der Ursache ihrer Blutungsstörung hilft es vielen Frauen schon, im Alltag für mehr Entspannungsphasen zu sorgen, Sport zu treiben und sich gesund zu ernähren. Dazu gehört es auch, nicht zu rauchen und möglichst auf Alkohol zu verzichten.

Bei stärkeren seelischen Belastungen und ernsten Erkrankungen kann es sinnvoll sein, unterstützend zur ärztlichen Behandlung gezielt Entspannungstherapien zu erlernen und sich gegebenenfalls psychotherapeutisch beraten zu lassen.

Fachliteratur für diesen Ratgeber

Kaufmann, M., Costa, S.-D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie, Heidelberg Berlin, Springer Verlag, 2013

Blohmer J-U, David M, Henrich W, Sehouli J (Hrsg.): Charité Compendium Gynäkologie, Berlin/Boston, Walter de Gruyter, 2018

Herold, Gerd u. Mitarb.: Innere Medizin, Gerd Herold Köln, 2018

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale, Stand 06/2010. Online: http://www.ag-cpc.de/media/015-027_S2_IDA_Praevention__Diagnostik_und_Therapie_der_HPV-Infektion_und_praeinvasiver_Laesionen_des_weiblichen_Genitale_06-2008_09-2012.pdf (Abgerufen am 15.05.2018)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG): Bakterielle Vaginose in Gynäkologie und Geburtshilfe, Leitilinie, 2010. Online: https://www.dggg.de/leitlinien-stellungnahmen/leitlinien/leitlinie/bakterielle-vaginose-in-gynaekologie-und-geburtshilfe-328/ (Abgerufen am 15.05.2018, abgelaufen)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Diagnostik und Therapie der Endometriose, Interdisziplinäre S2k-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 015/045, Stand: 31.08.2013. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-045l_S2k_Diagnostik_Therapie_Endometriose_2013-10-verlaengert.pdf (Abgerufen am 15.05.2018, gültig bis 30.08.2018)

Robert Koch Institut, Gesellschaft für epidemiologische Krebsregister in Deutschland e.V.: Krebs in Deutschland 2013/2014, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Zentrum für Krebsregisterdaten. Online: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html (Abgerufen am 15.05.2018)

SOGC Clinical Practice Guidelines: Vilos GA et al.: The management of uterine leiomyomas. J Obstet Gynaecol Can 2015;37(2):157–178. Online:
https://sogc.org/wp-content/uploads/2015/02/gui318CPG1502ErevB1.pdf (Abgerufen am 16.05.2018)

Stellungnahmen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG), 22.02.2017

https://www.dggg.de/fileadmin/documents/stellungnahmen/aktuell/2017/212_Stellungnahme_Magnetresonanz-_gefuehrter_fokussierter_Ultraschall__MRgFUS__zur_Myombehandlung.pdf

https://www.dggg.de/fileadmin/documents/stellungnahmen/aktuell/2017/213_Stellungnahme_Uterusarterienembolisation_zur_Myombehandlung.pdf

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Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff