Schwellung am Hals (Dicker Hals)

Was steckt hinter einer Schwellung am Hals? Ist es ein Kropf? Muss man sich sorgen? Hier erfahren Sie mehr ├╝ber Ursachen und Therapien

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 14.03.2017

Der Hals: Lebenswichtiger Engpass

Im Hals sind auf engstem Raum bedeutende Organe untergebracht, man denke nur an die Luftröhre, Speiseröhre, Schilddrüse und den Kehlkopf.

Obwohl den Halsorganen weit weniger Beachtung zuteil wird als etwa unserem Herz: Um zu überleben, genügt die gute Kreislaufpumpe alleine natürlich nicht. Bekanntlich müssen wir zum Beispiel auch ausreichend atmen und essen. Unsere Stimme ist als Kommunikationsmittel einmalig. Und die Schilddrüse? Auch wenn das Organ vorne im Hals erstaunlich klein ist: Die Bedeutung der Hormone – namentlich jener der Schilddrüse – für den Körper ist riesengroß. Auch die Halsgefäße sind lebensnotwendig, denn die Leitungsbahnen versorgen das Gehirn mit Blut.

Schwellungen geben sich am Hals häufig leicht zu erkennen. Damit steigt das Störpotenzial: Nicht nur, dass manche Vorwölbung Schmerzen bereiten oder sogar das Atmen, Schlucken und die Stimme beeinträchtigen kann: Zu der dann wachsenden Besorgnis kommt hinzu, dass der kragennahe Knoten oder die Beule vorne am Hals den Betroffenen auch optisch oft ein Dorn im Auge ist.

Harmlose Schwellung am Hals: Gibt es das wirklich?

Die Frage lässt sich durchaus mit Ja beantworten, wenn man die möglichen gutartigen Veränderungen insgesamt zugrundelegt. Bei Kindern beispielsweise sind Halsschwellungen ganz überwiegend gutartig. Die Diagnose ergibt sich meist schon aus den für das jeweilige Krankheitsbild typischen Symptomen. Erwachsene wird der Arzt bei einer Schwellung am Hals mitunter etwas umfangreicher untersuchen müssen, bis die Diagnose steht. Auch bei ihnen stellt sich aber vielfach ein gutartiger Befund heraus. Da die Therapie, nicht zuletzt aus kosmetischen Gründen, sich manchmal jedoch aufwändiger gestalten kann, greift die Aussage "harmlos" im Einzelfall vielleicht etwas kurz.

Grützbeutel (Atherome) zum Beispiel erkennt der Arzt in der Regel auf Anhieb. Sie können Erbs-, Nuss- oder sogar Faustgröße erreichen. Die Knoten, genau genommen Zysten unter der Haut, sind gutartige Gebilde, ausgehend von verstopften Talgdrüsen.

Recht eindeutig ist die Situation auch bei einer Fettgewebsgeschwulst (Lipom). Lipome sind im Allgemeinen schmerzlos, gutartig und kommen häufiger an der Schulter, manchmal auch im Nacken vor. Sie wachsen langsam unter der Haut, fühlen sich weich und glatt an. Manchmal machen sie allerdings eher einen derben Eindruck und verursachen Schmerzen. Wie die Grützbeutel können sie sehr groß und ausgesprochen lästig werden. Der Arzt stellt auch hier meist eine Blick- und Tastdiagnose.

Was sonst noch infrage kommt

Hinter einem Fremdkörper- oder Kloßgefühl im Hals, eventuell auch verbunden mit Schluckbeschwerden, steckt sehr häufig eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf, Struma). Ein Kropf muss aber nicht unbedingt zu einem sichtlich dicken Hals führen, sondern kann sich auch nach innen entwickeln.

Zu den häufigsten Auslösern des Kropfes zählt in Deutschland nach wie vor der Jodmangel. Daneben gibt es weitere Ursachen mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Gesundheit. Ein Kropf ist in der Regel sehr gut behandelbar.

Wülste durch Narben und Keloide bereiten oft erhebliche kosmetische Probleme. Die Behandlung ist komplex und daher am besten beim Spezialisten aufgehoben.

Mitunter steckt hinter einer Schwellung am Hals eine Halszyste. Die Veränderung ist angeboren. Ab und zu treten Halszysten dennoch erst im Erwachsenenalter in Erscheinung. Sie werden nach entsprechender Diagnostik operativ behandelt.

Lymphknotenschwellungen am Hals oder Nacken begleiten häufig eine akute Infektion im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, zum Beispiel eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris), eine typische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Oder etwa eine Entzündung im Zahnbereich. Halslymphknoten reagieren hier mit und schwellen vorübergehend an – ein Zeichen der Immunantwort, normalerweise unkompliziert.

Ein anderes Kapitel sind Tumoren. Bösartige Geschwülste kommen am Hals selten vor. Der Arzt wird einen wie auch immer verdächtigen "Knubbel" natürlich nach allen Richtungen hin abklären, bevor er weitere Schritte veranlasst. Als seltene Ursache kann dabei auch mal eine Ausbuchtung – ein Aneurysma – eines Halsgefäßes auszuschließen sein. Das ist zwar nichts Bösartiges. Aber die Behandlung erfordert einen Gefäßeingriff, und dieser ist je nach Verfahren mit unterschiedlichen Risiken behaftet.

Dicker Hals: Wann zum Arzt?

Entdeckt jemand eine Vorwölbung am Hals oder stellt er zum Beispiel fest, dass der Kragen zu eng geworden ist, sollte er unbedingt zum Arzt gehen.

Besonders einen Knoten, der sich derb und unregelmäßig anfühlt, dazu eventuell entzündet ist, eine auffällige Farbe und unregelmäßige Kontur aufweist oder mit der Umgebung verwachsen erscheint, sollte der Arzt zügig untersuchen.

Bei Veränderungen der Stimme, etwa anhaltender Heiserkeit, sollten Sie hellhörig werden. Auch sind natürlich Schmerzen jeglicher Art am Hals, Fieber, das nicht wieder abklingt oder ungewollter Gewichtsverlust Gründe, umgehend zum Arzt zu gehen. Dasselbe gilt für Verletzungen. So kann eine Halsschwellung auch mal durch einen Bluterguss entstehen.

Am besten wenden Sie sich zuerst an Ihren Hausarzt. Er kennt Ihre Kranken- und Familiengeschichte, leitet bei Bedarf gezielte Diagnosemaßnahmen ein oder überweist Sie gleich an einen Spezialisten (siehe auch weiter unten: "Was ist es...?").

Starke Schluckbeschwerden, Luftnot, ziehende Atmung, pralle Venen am Hals und hohes Fieber gehören zu den Alarmzeichen, die bei einer Halsschwellung auftreten können. Rufen Sie den Notarzt (Notruf: Tel. 112), insbesondere wenn Ihr Hausarzt nicht erreichbar ist.

Schwellung am Hals: Mögliche Ursachen

  • Schilddrüse: Kropf und Knoten
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Speicheldrüsenerkrankungen: Schwellung und trockener Mund
  • Abszesse am Hals: Vielfältig und gefährlich
  • Zysten und Fisteln am Hals: Erbe aus der Embryonalzeit
  • Zenker-Divertikel: Aussackung zwischen Schlund und Speiseröhre
  • Unschöne Narben: Wülste und Keloide
  • Tumoren der Weichgewebe und der Haut am Hals
  • Hautemphysem: Luftblasen unter der Haut

Was ist es und wo liegt es überhaupt?

Schilddrüse
Die Schilddrüse befindet sich vorne im Hals, in der Mitte (siehe Grafik) und unterhalb des Kehlkopfs. Sie hat die Form eines Schmetterlings und wiegt ungefähr zwischen 18 Gramm (Frauen) und 25 Gramm (Männer). Beim Schlucken folgt sie dem Auf und Ab des Adamsapfels. Schwellungen hier beruhen häufig auf einem Kropf (Struma).

Die Schilddrüse bildet lebenswichtige Hormone. Erkrankt sie, muss eventuell die Hormonlage, etwa durch Medikamente, korrigiert werden. In der Regel ist bei Schilddrüsenkrankheiten ein Internist / Endokrinologe, der Nuklearmediziner, eventuell auch der auf Drüsenoperationen (endokrine Chirurgie) spezialisierte Chirurg gefragt. Nach Entfernung der Drüse muss zeitlebens Schilddrüsenhormon eingenommen werden. 

Das Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Schilddrüse" informiert Sie genauer einschließlich über Diagnose- und Therapieverfahren.

Lymphknoten

Normalerweise tastet man nur in der Leiste ganz vereinzelt winzige Lymphknoten. Die maximale, noch normale Größe eines aktivierten Lymphknotens beträgt etwa einen bis eineinhalb Zentimeter. Am Hals sind Lymphknoten bei gesunden Menschen in der Regel weder sicht- noch tastbar. Eventuelle Ausnahmen: mitunter bei Kindern oder Erwachsenen mit extrem schlankem Hals. 

Auf vergrößerte Lymphknoten am Hals im weitesten Sinn kann man zum Beispiel unter dem Kinn, hinter dem Ohr, unter dem Unterkiefer, seitlich, außerdem über dem Schlüsselbein stoßen.

Lymphknoten können im Rahmen einer Immunreaktion anschwellen. Häufige Begleitsymptome typischer Krankheitsursachen sind Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Zahnschmerzen, Mundgeruch, Fieber und Krankheitsgefühl. Ist die auslösende Infektion überwunden, schwellen die Lymphknoten wieder ab. Allerdings kann das unterschiedlich lange dauern. Entzünden und vergrößern können Lymphknoten sich auch, wenn Erreger sie direkt befallen. Oder wenn Lymphzellen bösartig werden und sich unkontrolliert vermehren (sei es im blutbildenden Systems des Knochenmarks wie bei akuter Leukämie oder aber bei Lymphdrüsenkrebs).

Zuständig sind – nach dem Hausarzt – gegebenenfalls verschiedene weitere Fachärzte wie Kinderärzte, Hals-Nasen-Ohrenärzte und Fachärzte für Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems (Hämatologie und Onkologie). Weitere Informationen finden Sie im Kapitel "Ursachen: Schwellung am Hals – Geschwollene Lymphknoten, Speicheldrüsen" in diesem Beitrag sowie im Ratgeber "Lymphknoten am Hals".

Speicheldrüsen – die meisten liegen da, wo man sie auch vermuten würde

Da es auch eine Bauchspeicheldrüse gibt, spricht man ansonsten von den Kopfspeicheldrüsen. Die paarigen Drüsen vor dem Ohr, unter der Zunge und am Unterkiefer – jeweils mit Ausgängen im Mund – sind die Hauptspeichelproduzenten. Sie arbeiten immer, Mahlzeiten sind Stoßzeiten. Daneben gibt es bis zu 300 kleine Speicheldrüsen im Mund, die ebenfalls non stop arbeiten.

Beim Thema Halsschwellung geht es vor allem um die Ohr- und Unterkieferspeicheldrüsen. Erkrankungen der Kopfspeicheldrüsen behandelt meist der HNO-Arzt, manchmal auch der Internist / Rheumatologe. Mehr dazu wiederum im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Geschwollene Lymphknoten, Speicheldrüsen".

Abszesse am Hals

Wenn Gewebe sich entzündet, vereitert und einschmilzt, entsteht eine mit Eiter gefüllte Höhle. Auslöser der Entzündung und Eiterbildung sind meist Bakterien. Ein Abszess kann sich je nach Lage im Körper ausdehnen oder nach außen aufbrechen.

Breitet sich eine einschmelzende Entzündung in tiefen Hautschichten aus, manchmal auch im Bindegewebe, das die Muskeln umgibt, oder in den Muskeln selbst, handelt es sich um eine Phlegmone. Gewebe kann zugrunde gehen, manchmal entsteht ein Abszess. Wie gefährlich, dramatisch oder vergleichsweise harmlos ein Abszess ist, hängt von seiner Lage, Größe und den Begleitumständen ab. Am Hals sind Abszesse immer sehr ernst zu nehmen, weil sie sich unbehandelt zum Beispiel in den Brustraum oder das Gehirn ausdehnen können: lebensgefährliche Komplikationen. Genaueres im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Abszess".

Zysten und Fisteln am Hals

Eine Zyste ist eine geschlossene Höhle, die durch eine Zellschicht namens Epithel ausgekleidet ist und verschiedene Bestandteile, meist Flüssigkeit, enthält. Zysten und Fisteln am Hals sind angeborene Fehlbildungen aus Gewebe, das gewissermaßen bei der Embryonalentwicklung "übrig geblieben" beziehungsweise in den Halsweichteilen versprengt worden ist. Haben sich Ausläufer mit Öffnungen nach innen oder nach außen zur Haut gebildet, liegt eine Fistel vor.

Vordere Halszysten befinden sich nahe am Zungenbein, ausgehend von dem Gang, durch den die Schilddrüse während der Embryonalentwicklung an ihren Stammplatz gelangt ist (sogenannte Ductus-thyreoglossus-Zysten und -Fisteln). Seitliche Halszysten liegen unterhalb des schräg verlaufenden Kopfwendermuskels, häufiger auf der linken Seite. Halszysten können sich unter anderem mit einer kugeligen Schwellung, Fisteln mit einer punktförmigen Öffnung bemerkbar machen, aus der gelegentlich Sekret austritt.
Mit diesen Problemen befassen sich Kopf-Hals- beziehungsweise Hals-Nasen-Ohren (HNO-)-Chirurgen. Im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Zysten, Fisteln, Divertikel" lesen Sie mehr zum Thema.

Zenker-Divertikel: Zwischen Schlund und Speiseröhre

Ein Divertikel ist eine Aussackung der Wand eines Hohlorgans, meist an anatomischen Schwachstellen. Das Zenker-Divertikel liegt am Übergang vom Schlund zur Speiseröhre, dem sogenannten Hypopharynx, oberhalb der Speiseröhre. Falls es sehr groß ist, was aber eher selten vorkommt, kann es hinten (seitlich) am Hals als Schwellung sichtbar werden.

Im Hals entsteht ab einer bestimmten Divertikelgröße ein Druckgefühl, das Schlucken ist erschwert, Speisen werden häufig hochgewürgt. Zuständig ist der Internist mit Spezialgebiet Magen-Darm-Heilkunde (Gastroenterologie), im Weiteren der Chirurg. Das schon genannte Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Zysten, Fisteln, Divertikel" beschreibt das Problem näher.
Auch die Übersicht oben orientiert Sie schnell über die Kapitel dieses Beitrags.

Unschön: Wulstige Narben, Keloide

Übermäßige Bindegewebsbildung kann zu wulstigen (hypertrophen) Narben oder zu sogenannten Keloiden führen. Während sich eine hypertrophe Narbe zurückbilden kann, ist das beim Keloid nicht der Fall.

Ein Keloid ist gutartig, kann zahllosen Formen und überall am Körper auftreten, häufiger auch am Nacken oder Ohrläppchen, nicht jedoch an Handtellern und Fußsohlen. Betroffene fühlen sich oft sehr beeinträchtigt – optisch, nicht selten auch wegen Juckreiz und Schmerzen oder wenn es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit im betreffenden Körperbereich kommt.

Die Behandlung von überschießenden Narben und von Keloiden ist kompliziert. Sie sollte abgestimmt zwischen spezialisierten Hautärzten (Dermatologen), plastischen Chirurgen und Radiologen erfolgen. Weiteres im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Narben, Tumoren des Weichgewebes / der Haut".

Tumoren des Weichgewebes und der Haut

Weich(teil)gewebe umfasst Gewebe, das nicht aus Knochen besteht, wie Binde- und Fettgewebe oder Stützgewebe wie Knorpel und Muskulatur. Gutartige Weichgewebe-Tumoren, zum Beispiel Lipome (siehe oben), kommen gelegentlich am Hals vor – weitaus häufiger als bösartige Veränderungen.

Wieder andere gutartige Geschwülste wie zum Beispiel Grützbeutel (Atherome) finden sich in talgdrüsenreichen Zonen, häufiger an der Haargrenze am Kopf, somit auch im Nackenbereich, mitunter am Hals. Nicht-Experten verwechseln sie manchmal mit Lymphknoten.

Das Dermatofibrosarcoma protuberans ist ein selten vorkommender, bösartiger Hauttumor, der wiederum nur selten Tochtergeschwülste bildet. Gelegentlich entsteht er auch im Halsbereich. Er geht vom Bindegewebe der Haut aus.

Bei bösartigen Geschwülsten verschiedener Organe sowie des Blut- und Lymphsystems können vergrößerte Hals-Lymphknoten (siehe oben) oder Tochtergeschwülste in der Haut, also Hautmetastasen, auftreten. Selten entstehen in der Haut Lymphome. Dabei vermehren sich Lymphzellen unkontrolliert, es bilden sich Verdickungen oder Knoten. Die entsprechenden Hautstellen können Rötungen oder braun-rote Verfärbungen aufweisen und sich entzünden. Manchmal kommt es auch zu Geschwüren.
Angesprochen sind je nach Krankheitsbild der Dermatologe, der Krebsspezialist (Onkologe oder Hämatologe-Onkologe), der Chirurg oder Kopf-Hals-Chirurg. Mehr dazu wiederum im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Narben, Tumoren des Weichgewebes / der Haut".

Hautemphysem

Darunter versteht man Luftblasen ("bubbles") im Gewebe unter der Haut. Daher lautet die korrekte medizinische Bezeichnung Subkutanemphysem. Ein Hautemphysem am Hals und Nacken kann mit Luft im Mittelfellraum – dem Spalt zwischen den beiden Lungenflügeln im Brustkorb – zusammenhängen. Luft kann dort bei Verletzungen der Lunge oder Bronchien austreten und dann nach oben bis in den Hals aufsteigen. Ein Beispiel: Überdehnung der Lunge bei zu schnellem Tauchaufstieg. Sehr selten ist der Riss eines Divertikels der Speiseröhre der Grund, oder aber eine Gesichtsverletzung mit Eröffnung der knöchernen Augenhöhle. Die Luft unter der Haut macht beim Tasten einen knisternden Eindruck.

Bei stabilem Zustand und nur mäßigen Beschwerden, etwa leichten Schmerzen im Brustkorb, kann nach der Erstbehandlung abwartendes Beobachten vertretbar sein, da der Körper die Luft allmählich resorbiert. In jedem Fall ist umgehend eine genaue ärztliche Untersuchung notwendig. Je nach Verletzungsart und -ausmaß ist der Tauchmediziner, Notarzt, Unfall- oder Lungen- (Thorax-)chirurg zuständig. Das Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Hautemphysem" informiert Sie genauer.

Diagnose bei geschwollenem Hals

Da die Ursachen von Halsschwellungen sehr unterschiedlich sind, variieren auch die Wege zur Diagnose entsprechend. Ganz wichtig ist eingangs immer die Befragung des Patienten durch den Arzt zu den aktuellen und früheren Beschwerden sowie Krankheiten bei nahen Verwandten (Eigen- und Fremd- oder Familienanamnese). Daraus und aus der körperlichen Untersuchung, insbesondere dem Tastbefund am Hals, kann der Arzt oft schon erste Rückschlüsse auf die Diagnose ziehen.

Häufig folgen bildgebende Untersuchungsverfahren, zunächst meist eine Ultraschalluntersuchung. Zystische Gebilde kann der Arzt punktieren, einen Abszess spalten. Bei vielen "Geschwülsten" ist häufig die Entnahme von Zellen oder von Gewebe zur mikroskopischen Untersuchung (Zellen: Zytologie, Gewebe: Histologie) angezeigt.

Die endgültige Diagnose ergibt sich – etwa nach chirurgischer Behandlung – aus der abschließenden Untersuchung des gesamten entfernten Gewebes. Manchmal kann auch eine Nachoperation notwendig ein. In anderen Fällen beruht die Diagnose auf dem klinischen Befund, Laborwerten und weiteren technischen Untersuchungen. Mehr dazu finden Sie im Kapitel "Schwellung am Hals – Diagnose".

Therapie

Bei Schwellungen am Hals ist oft, aber keineswegs immer der Chirurg gefragt. Im Einzelnen richtet sich die Therapie immer nach den zugrunde liegenden Krankheiten oder Störungen. Bei Schilddrüsenerkrankungen kommt oft eine Hormontherapie infrage. Die einzelnen Kapitel dieses Beitrags enthalten themenbezogen Informationen zu Diagnose und Therapie der beschriebenen Krankheitsursachen.

Wichtig:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Erster Diagnoseschritt: Das Arztgespräch

Zunächst geht der Arzt auf das Befinden und die Beschwerden des Betroffenen ein. Dabei interessieren ihn unter anderem folgende Fragen:

  • Ist die Schwellung am Hals schmerzhaft?
  • Wie schnell hat sie sich entwickelt?
  • Ist das Fieber erneut angestiegen? Kann der Betroffene den Mund nicht mehr richtig öffnen (Kieferklemme)?
    Hinweis: Solche Beschwerden sind Alarmzeichen. Sie weisen zum Beispiel auf eine ernste Komplikation bei einer Mandel- oder Zahnwurzelvereiterung hin. Der Patient muss umgehend in einer HNO- oder Zahnklinik untersucht und behandelt werden.
  • Strahlen die Schmerzen in die Umgebung aus, zum Beispiel ins Ohr?
  • Schmerzt der Nacken?
  • Ist die Beweglichkeit des Halses eingeschränkt?
  • Haben Sie Gewicht verloren?
  • Bestehen Zahnprobleme, ein schlechter Geschmack im Mund, Mundgeruch?
  • Verspüren Sie ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals?
  • Hat sich die Stimme verändert?
  • Kommt es bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung zu Atembeschwerden oder Luftnot?
  • Fühlen Sie sich krank, müde, geschwächt?
  • Sind Sie in letzter Zeit sehr nervös?
  • Sind Sie neuerdings überempfindlich gegen Kälte oder Wärme?
  • Hat sich an den Augen etwas verändert (treten beispielsweise die Augäpfel neuerdings mehr hervor oder erscheinen sie eher eingesunken?)? Haben Sie Sehstörungen?

Wenn der Arzt den Betroffenen noch nicht kennt, wird er ihn auch nach früheren Krankheiten, bei (einer) Narbe(n) am Hals nach Verletzungen und Operationen fragen. Außerdem erkundigt er sich nach Medikamenten, die der Patient einnimmt, und nach eventuellen Allergien.
Über Krankheiten in der Familie des Patienten sollte der Arzt ebenfalls Bescheid wissen.

Fingerspitzengefühl auch beim zweiten Schritt: Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung betrachtet und betastet der Arzt den Hals des Patienten nebst Schwellung sorgfältig: von den Ohren über die Gegend unterm Kinn und Unterkiefer bis zur Halsgrube und den angrenzenden Schlüsselbeinen. Die Schwellung selbst prüft er daraufhin, wie groß sie ist, ob sie sich weich, derb oder elastisch anfühlt und gut von der Umgebung abzugrenzen ist. Eine Zyste in Halsmitte (siehe auch Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Zysten, Fisteln, Divertikel") kann sich nach oben verlagern, wenn der Patient schluckt.

Die Schilddrüse untersucht der Arzt mit einer besonderen Technik: indem er sich hinter den sitzenden Patienten stellt und die Hände vorne am Hals des Patienten auflegt. Dann bittet er den Patienten, zu schlucken.

Auch Nacken, Achselhöhlen und Leisten begutachtet der Arzt – es könnten sich dort zum Beispiel geschwollene Lymphknoten finden.

Selbstverständlich schaut er sich auch den Mund, den Rachen und die Zähne an: Zeigen sich dort eventuell Rötungen, Geschwüre, Stippchen, eitrige Beläge und Schwellungen? Außerdem untersucht der Arzt die Haut, die Augen und Lider, Gliedmaßen, Gelenke und Lungen, Herz und Leber.

Weitere Schritte: Spurensuche im Labor & Co.

Blutuntersuchungen wie das kleine und große Blutbild, die Blutsenkungsgeschwindigkeit und ein spezielles Eiweiß namens CRP können Hinweise auf eine Entzündung geben. Auch die Eiweißelektrophorese des Blutes ist häufig aufschlussreich. Eventuell kommen spezielle Antikörpertests infrage, zum Beispiel bei Verdacht auf Virusinfektionen wie infektiöse Mononukleose, bestimmte bakterielle Erkrankungen oder immunologische Krankheitsbilder. Durch Blutanalysen können auch Störungen der Schilddrüse eingegrenzt werden. Manchmal sucht der Arzt nach Erregern, zum Beispiel anhand eines Abstriches oder einer Blutkultur.

Funktionsuntersuchungen und Spiegelungen (Endoskopie)

Je nach Verdachtsdiagnose koordiniert der Hausarzt die weiteren Untersuchungen oder überweist den Patienten gegebenenfalls an einen Spezialisten.

Bei Bedarf misst der Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Arzt zum Beispiel die Speichelbildung und der Augenarzt die Tränenproduktion, sie prüfen also, ob die Drüsen richtig funktionieren.

Endoskopische Verfahren wie Spiegelungen der Mundhöhle, des Nasen-Rachenraums, Zungengrunds, gegebenenfalls des Kehlkopfs (Laryngoskopie) und des Gehörgangs (Otoskopie) obliegen ebenfalls dem HNO-Arzt. Der Gastroenterologe spiegelt mit einem Endoskop unter anderem Speiseröhre und Magen.

Oft informativ: Bildgebende Verfahren

Eine "einfache" Mandelentzündung kann der Arzt nach wie vor mittels der klassischen Blick-in-den-Hals-Untersuchung feststellen. Ansonsten greift der Arzt oft auf bildgebende Techniken zurück. Neben Ultraschall (Sonografie) und Farbdopplersonografie – zum Beispiel der Halsgefäße oder von Schilddrüsenknoten – sind manchmal Schnittbildverfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) sinnvoll. Mit der MRT lassen sich unter anderem Drüsengewebe, Blutgefäße (MR-Angiografie) oder der Gang der Ohrspeicheldrüse (MR-Sialografie) darstellen.

Die Speicheldrüsen am Kopf, zum Beispiel die Ohrspeicheldrüse, kann der HNO-Arzt bei speziellen Fragestellungen mit einer nuklearmedizinischen Untersuchung namens Positronenemissionstomografie (PET) ins Visier nehmen. Die PET lässt sich auch mit der Computertomografie kombinieren (PET/CT). Damit lassen sich zum Beispiel auch Lymphknoten auffinden, wenn sie sich dem Tastsinn entziehen.

Probenentnahme

Bei Bedarf helfen Zell- oder Gewebeproben aus einer Geschwulst / einem Knoten zur feingeweblichen Analyse (Biopsie) weiter. Dazu wird ein auffälliger Lymphknoten, abweichend von der Regel der mikroskopisch kleinen Pröbchen, meist als Ganzes herausgenommen. Bei gut zugänglicher, oberflächlicher Lage ist das meist in örtlicher Betäubung möglich. Mehr Informationen zu Diagnosemaßnahmen in den anderen Kapiteln dieses Beitrags.

Mehr als jeder dritte deutsche Erwachsene über 50 hat einen Kropf oder Knoten in der Schilddrüse

Was bedeutet das? Eine vergrößerte Schilddrüse heißt Kropf oder Struma. Die wichtigste Rolle spielt der Jodmangel. Der Jodmangelkropf führt zunächst meist zu einer eher gleichmäßigen, diffusen Vergrößerung der Schilddrüse. Bei normaler Hormonlage sprechen Ärzte von einer euthyreoten Struma. Mit der Zeit können sich Knoten im Kropf bilden, medizinisch Struma nodosa.

Der Arzt checkt einen Kropf im ersten Schritt mittels Tastuntersuchung und Ultraschall. Das per Ultraschall gemessene Drüsenvolumen übersteigt dann bei erwachsenen Frauen 18 Milliliter und bei Männern 25 Milliliter.

Kranke Schilddrüse: Nicht nur ein Frauenproblem

Frauen neigen insgesamt mehr zu Schilddrüsenleiden als Männer. Das hängt einmal mit einem gewissen "Jodsog" in der Schwangerschaft (gesteigerter Jodbedarf zur Mitversorgung des Ungeborenen) zusammen. Auch Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Basedow kommen bei Frauen häufiger vor (siehe unten). Einen Jodmangelkropf haben aber ebenso viele Frauen wie Männer. Im Alter über 40 Jahren steigt die Häufigkeit des Kropfes und von Schilddrüsenknoten allgemein an. In den letzten Jahren kam es dank verbesserter Jodversorgung zu einem gewissen Kropfrückgang. Trotzdem: Die meisten Menschen erreichen nicht die empfohlene tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm. Der Sollwert gilt für Menschen von 13 bis 51 Jahren
(Frauen: nicht schwanger, nicht stillend).

Einteilung des Kropfes

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterscheidet drei Kropfgrade:

  • Grad 0: Weder sicht- noch tastbare Vergrößerung der Schilddrüse; der Kropf ist jedoch bei der Ultraschalluntersuchung erkennbar
  • Grad 1: Der Kropf ist tastbar und wird bei zurückgebeugtem Kopf sichtbar
  • Grad 2: Der Kropf ist sicht- und tastbar

Faktoren, die mit einer vergrößerten Schilddrüse oder Schilddrüsenknoten zusammenhängen:

  • Jodmangel: Leben in einem Jodmangelgebiet; das könnte Deutschland nach vorübergehender Verbesserung bald wieder werden, da jodiertes Speisesalz nicht breit genug eingesetzt wird (siehe ganz unten, "Tipps: Jodbewusste Ernährung – dem Kropf vorbeugen").

    Vegane Ernährung verstärkt den Jodmangel; eine ausgewogene, ovo-lacto-vegetarische Ernährung ist dagegen kein Problem und kann auch für Kinder geeignet sein.
  • Umweltfaktoren: Rauchen erhöht das Risiko eines Knotenkropfes; als auslösend gelten zum Beispiel Substanzen wie Thiocyanat im Zigarettenrauch.
  • Entzündungen, am häufigsten immunologisch bedingte Erkrankungen wie die Basedow-Erkrankung (Morbus Basedow; mehr dazu weiter unten).
  • Gut- und bösartige Geschwülste (Letztere sind sehr selten!) einschließlich Lymphknotenkrebs der Schilddrüse (malignes Schilddrüsenlymphom), außerdem Tochtergeschwülste bei anderen Krebserkrankungen (siehe unten).
  • Andere Krankheiten, die auch die Schilddrüse mit einbeziehen: zum Beispiel Akromegalie (Größenzunahme vieler Organe) oder Sarkoidose (entzündliche Erkrankung, die sich bildenden Gewebeknötchen betreffen vor allem die Lungen, es können aber auch andere Organe erkranken).
  • Medikamente: Lithium (gegen Depressionen), Amiodaron (gegen bestimmte Herzrhythmusstörungen), Phenylbutazon, zudem mitunter Schilddrüsenblocker (Thyreostatika; siehe unten), etwa bei Überbehandlung.
  • Familiäre Veranlagung (genetische Faktoren)
  • Strahlenbelastung
  • Seltene genetische Störungen, zum Beispiel eine Hormonbildungsstörung wie die Jodfehlverwertung: Wegen eines angeborenen Enzymdefektes verwertet die Schilddrüse das Jod nicht richtig und vergrößert sich. Jodmangel verstärkt das Problem.

Wenn sich die Schilddrüse entzündet und anschwillt

Eine Schilddrüsenentzündung (Threoiditis) tritt akut, subakut oder chronisch auf.

  • Akute Schilddrüsenentzündung: Bei einer Strahlenbehandlung der Schilddrüse – innerlich (Radiojodtherapie) oder von außen – kann sie durch eine vorübergehende Entzündung deutlich anschwellen. Das kommt am ehesten vor, wenn die Schilddrüse sehr groß ist. Sehr selten treten akute eitrige Schilddrüsenentzündungen auf. Die verantwortlichen Keime können zum Beispiel über das Blut in die Schilddrüse gelangen. Begünstigend können angeborene Fehlbildungen sein, etwa eine Verbindung zwischen Rachen und Schilddrüse, häufiger linksseitig (siehe Kapitel "Ursachen: Zysten, Fisteln, Divertikel"), außerdem Abwehrschwäche und ein schon länger bestehender Kropf.
    Symptome eitrige Schilddrüsenentzündung:
    Die Erkrankten haben Fieber, fühlen sich stark beeinträchtigt, die Schilddrüse ist druckschmerzhaft, eventuell auf einer Seite geschwollen und kann Schluckbeschwerden verursachen. Es schwellen auch die Lymphknoten am Hals an. Dann liegen gleich zwei Gründe für einen stellenweise "dicken Hals" vor. Am Hals über der Drüse ist die Haut oft sehr warm und gerötet. Je nach Art der Infektion bestehen weitere Krankheitszeichen.
  • Subakute Schilddrüsenentzündung vom Typ "de Quervain": Eine weitere Bezeichnung für die Krankheit ist granulomatöse Thyreoiditis (granulomatös steht für bestimmte entzündliche Gewebeveränderungen). Sie tritt häufiger nach einem Infekt der oberen Luftwege auf. Neben Viren als mutmaßliche Auslöser spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.
    Symptome:
    Mehr oder weniger deutlich liegt ein Kropf vor. Die Schilddrüse schmerzt, ist auch beim Berühren schmerzhaft und kann verhärtet sein. Die Schmerzen können in den Kiefer, bis zum Ohr, in den Hinterkopf oder sogar in die Schulter ausstrahlen. Bei Fieber werden sie manchmal als Halsschmerzen durch eine Halsentzündung fehlgedeutet. Die Betroffenen verspüren ein deutliches Krankheitsgefühl, häufig auch Muskel- und Gelenkschmerzen. Je nach Krankheitsphase kann zusätzlich eine Überfunktion als auch eine Unterfunktion vorliegen. Meistens erholt sich die Schilddrüse wieder vollständig. Gelegentlich verläuft die Krankheit über Monate, wobei die Entzündung immer wieder aufflackern kann. Mitunter bleibt eine Unterfunktion zurück. Dies ist wahrscheinlicher, wenn zugleich eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse vorliegt.
  • Chronisch verlaufen vor allem Schilddrüsenentzündungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis: Die Entzündung entsteht hier durch eine Autoimmunerkrankung. Dabei wird das Immunsystem plötzlich unkontrolliert gegen die Schilddrüse aktiv, indem es bestimmte Antikörper, sogenannte Schilddrüsenautoantikörper, bildet (gr. auto-, selbst). Die Drüse ist von Immunzellen – weißen Blutkörperchen namens Lymphozyten – durchsetzt. Daher der zweite Name: chronische lymphozytäre Thyreoiditis. Mit der Zeit wird das Drüsengewebe derb und schrumpft. Ärzte sprechen von Fibrose und Atrophie. Dies spiegelt sich im dritten Namen: atrophische Autoimmunthyreoiditis. In dieser Spätphase genügt die Bildung der Schilddrüsenhormone nicht mehr, es kommt zu einer Unterfunktion des dann kleiner gewordenen Kropfes. Meist ergibt sich erst jetzt die Diagnose. Eine begleitende Erkrankung der Augen (endokrine Orbitopathie oder Ophthalmopathie) legt eine Überschneidung mit der Basedow-Krankheit nahe , siehe unten). Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer, meist im Alter über 35 Jahren.
    Manchmal liegt hier noch eine zusätzliche Autoimmunerkrankung vor, etwa Diabetes mellitus Typ 1, Zöliakie, die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), eine Sarkoidose, kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata), ein systemischer Lupus erythematodes, eine perniziöse Anämie oder die Addison-Krankheit (Unterfunktion der Nebennierenrinde).
    Symptome:
    Die Schilddrüse schmerzt nicht oder nur selten. Sie kann anfangs leicht vergrößert sein. Dazu tritt manchmal vorübergehend eine Überfunktion auf, was dann auch der Grund für einen Arztbesuch sein kann. Diese Phase dauert jedoch nur kurze Zeit. Vor allem bei gleichzeitigem Auftreten eines Krankheitsbildes wie Sarkoidose oder Übergangsformen zwischen Hashimoto- und Basedow-Erkrankung kommen Lymphknotenschwellungen vor. Im Zuge der entstehenden Unterfunktion der Schilddrüse sind weitere Symptome möglich.

     - Variante Riedel-Struma:
    Sehr selten entwickelt sich bei Frauen im mittleren Lebensalter eine Variante der Hashimoto-Thyreoiditis, die sogenannte Riedel-Struma. Dabei vergrößert sich die Schilddrüse und verhärtet sich deutlich. Übergreifen der Gewebeverhärtung auf die Umgebung kann zu Atem- und Schluckbeschwerden, Heiserkeit und gestauten Venen am Hals führen. Um eine bösartige Entwicklung auszuschließen, ist neben bildgebenden Untersuchungen der Schilddrüse (siehe unten, Abschnitt "Schwellung am Hals – Schilddrüse im Fokus der Diagnose") sicherheitshalber auch die Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) notwendig. Die mechanischen Störungen können eine Operation notwendig machen.
    Ausführlicher informiert Sie der Ratgeber "Hashimoto-Thyreoiditis". Wie sich Funktionsstörungen der Schilddrüse bemerkbar machen, lesen Sie in den Ratgebern "Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)" und "Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)".

Basedow-Krankheit: Probleme am Hals und an den Augen

Es liegt eine autoimmunologisch bedingte Überfunktion der Schilddrüse vor. Daher heißt die Erkrankung auch immunogene Hyperthyreose. Dabei bildet die Schilddrüse häufig, aber nicht immer einen Kropf. Auch Knoten sind möglich. Im Blut finden sich charakteristische Autoantikörper gegen bestimmte Eiweißstrukturen, sogenannte TSH-Rezeptoren. Das sind die Empfangsstellen für das Steuerhormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse, welches die Schilddrüse zur Hormonbildung antreibt. Die Rezeptoren kommen auch im Gewebe der Augenhöhle vor. Bei einem Großteil der Patienten, der Schilddrüsenüberfunktion vorausgehend oder folgend, kommt es durch dieselben Autoimmunvorgänge daher auch zu einer Erkrankung der Augenhöhlen und Augen. Sie heißt endokrine Orbitopathie oder Ophthalmopathie. Nur selten lässt sich bei dieser Erkrankunhg keine zugrunde liegende Basedow-Krankheit ausmachen oder fehlt die Überfunktion.

! Achtung: Da Rauchen bei Basedow-Patienten das Risiko für die Erkrankung im Augenbereich deutlich erhöht, ist Rauchverzicht absolut wichtig.
Selten kommt es zu einer teigig verdickten, großporigen, rötlich-bläulich glänzenden Haut an den Unterschenkeln oder im Schulter-Armbereich (Myxödem, Dermatopathie) oder zu Verdickungen der Finger- und Zehenspitzen (Akropachie).

Symptome ausgehend von der Schilddrüse: Sie kann sich vergrößern und ist dann – vor allem bei zurückgebeugtem Kopf – am Hals sichtbar. Es kann außerdem zu einem Druckgefühl am Hals oder Schluckstörungen kommen. Der Roll- oder Hemdkragen stört womöglich, die Kleidung am Hals kann plötzlich als zu eng empfunden werden. Dazu treten Beschwerden durch die Überfunktion auf wie zum Beispiel vermehrte Schweißneigung, Unruhe, Schlafstörungen, schneller Puls, Heißhunger, ungewollte Gewichtsabnahme.

Symptome im Bereich der Augen (endokrine Orbitopathie oder Ophthalmopathie): Frühes Anzeichen kann eine Schwellung im Gesicht, seitlich an den Augenbrauenpartien, sein. Durch entzündliche Veränderungen des Bindegewebes in der Augenhöhle und Verdickung der Augenmuskeln treten die Augäpfel hervor. Das kann dazu führen, dass die Betroffenen die Augen nicht mehr richtig schließen können. Eventuell wird der Sehnerv beeinträchtigt. Außerdem kommt es zu Lidschwellungen. Auch das Schleimhautknötchen am inneren Augenwinkel kann anschwellen. Häufig empfinden die Patienten ein Druck- oder Fremdkörpergefühl hinter den Augen. Weitere Beschwerden: seltener Lidschlag, rote, trockene Augen, Lichtscheu, Sehstörungen (zum Beispiel Doppelbilder, Abnahme der Sehkraft). Meist sind beide Augen betroffen.
Mehr über Ursachen, Diagnose und Therapie bei diesem Krankheitsbild sagt Ihnen der Ratgeber "Morbus Basedow (Basedowsche Krankheit)".

Knoten und Geschwülste der Schilddrüse

Bei fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen finden sich einzelne Knoten in der Schilddrüse, aufgedeckt insbesondere bei Ultraschalluntersuchungen. Gutartige Knoten sind in Deutschland eindeutig in der Mehrzahl. Ein Drittel aller tastbaren Knoten entsprechen Zysten oder einer Mischung aus Zyste und festem Gewebe. Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Gewebe, zum Beispiel in einem Knoten. Auch sie lassen sich bei einer Ultraschalluntersuchung gut erkennen. Manchmal kommt es in einer Zyste oder einem Knoten zu einer Blutung. Das kann zu einer plötzlichen Schwellung und Schmerzen führen.

  • Gutartige Tumoren: Tumor steht genau genommen für Geschwulst oder Gewebeneubildung. Über Gut- oder Bösartigkeit sagt der Begriff eigentlich nichts aus, auch wenn darunter heute meist Krebs verstanden wird. Gutartige Drüsentumoren leiten sich vom sogenannten follikulären Zelltyp ab und heißen follikuläre Epithelzelladenome. Epithelzellen kleiden unter anderem Drüsen aus. Follikulär bezieht sich ebenfalls auf das Drüsengewebe; Adenom bedeutet Geschwulstbildung der Drüse. Auch sogenannte autonome Adenome, eine szintigrafische Diagnose – heute eher nur "warme" oder "heiße" Knoten genannt –, sind in der Regel gutartig: Es handelt sich um funktionell überaktive Zonen in der Schilddrüse.
  • Bösartige Tumoren: Weniger als zwei Prozent der neu festgestellten Krebserkrankungen pro Jahr betreffen die Schilddrüse. Allerdings erkranken Frauen an einem sogenannten differenzierten Schilddrüsenkrebs dreimal so häufig wie Männer. Das Entartungsrisiko eines Knotens ist im Alter unter 20 und über 70 Jahren etwas erhöht. Es gibt es verschiedene Formen von Schilddrüsenkrebs. Grob unterteilt werden sie in differenzierte, gering differenzierte und undifferenzierte (anaplastische) Karzinome. Differenziert bezieht sich auf den Reifegrad der Zellen. Bei den differenzierten Karzinomen gibt es wiederum verschiedene Formen (papillär, follikulär).

    Zu den bösartigen Geschwülsten der Schilddrüse zählen außerdem die medullären C-Zell-Karzinome, welche das Hormon Kalzitonin bilden. Sie treten sporadisch, aber auch familiär gebunden auf. Auch die sogenannten MEN-2- und MEN-3-Syndrome gehören in diese Gruppe. MEN steht für multiple endokrine Neoplasie. MEN-Erkrankungen beinhalten neben einem C-Zellkarzinom der Schilddrüse weitere hormonelle Erkrankungen. Zugrunde liegen erbliche Genveränderungen. Für verwandte Familienmitglieder stehen heute Gentests zur Verfügung.

    Lymphknotenkrebs (maligne Lymphome; siehe Beitrag Lymphknoten am Hals), Sarkome und Tochtergeschwülste anderer Tumoren sind weitere, allerdings ebenfalls seltene Ursachen für bösartige Tumoren der Schilddrüse.

    Symptome (Schilddrüsenkrebs):
    Die Mehrzahl der bösartigen Knoten ist längere Zeit symptomlos – bis auf die eventuell tastbare, etwas derb erscheinende Geschwulst. Erst im Spätstadium kann die Schilddrüse sich sehr hart und höckerig anfühlen und mit der Haut darüber verwachsen sein. Lymphknoten am Hals können anschwellen, manche Betroffenen sind heiser, verspüren Schmerzen am Hals, zu den Ohren hin oder im Nacken. Ein Auge kann leicht nach innen eingesunken erscheinen, da das Lid etwas herabhängt; die Pupille ist enger als auf der Gegenseite (sogenanntes Horner-Syndrom). Einige Patienten entwickeln eine ziehende Atmung, haben Schluckbeschwerden oder weisen verdickte Venen am Hals auf.
    Mehr dazu im Ratgeber "Schilddrüsenkrebs".

Schwellung am Hals: Schilddrüse im Fokus der Diagnose

Der Arzt dokumentiert zunächst die Kranken- und Familiengeschichte und das Beschwerdebild. Einen wichtigen Beitrag zur Diagnose leistet der Tastbefund der Schilddrüse und der zugehörigen Lymphknoten über den Schlüsselbeinen und am Hals. Zum Betasten lässt der Arzt den Patienten den Kopf leicht nach vorne beugen, weil dann die Halsmuskeln lockerer sind und die Schilddrüse sich besser fühlen lässt.

Laborwerte: Viele heiße Spuren

Blutuntersuchungen zielen einmal auf die Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Meist wird zunächst oft nur das freie, nicht an ein bestimmtes Eiweiß gebundene FT4  und FT3 bestimmt. Der Basalwert von Thyreotropin (TSH), dem Hormon der Hirnanhangdrüse, welches die Schilddrüse übergeordnet steuert, ist im Allgemeinen aussagekräftig genug, um eine Störung der Schilddrüsenfunktion auszuschließen.
Bewertung (Quelle: Herold 2016):

  • Überfunktion: TSH-Basalwert erniedrigt, FT3 nahezu immer erhöht, FT4 überwiegend erhöht
  • Unterschwellige Unterfunktion: TSH-Basalwert erhöht, FT3 und FT4 normal
  • Unterfunktion (direkt schilddrüsenbedingt): TSH-Basalwert erhöht, FT4 erniedrigt; bei unterschwelliger Unterfunktion sind FT4 und FT3 normal

Weitere Blutwerte stützen jeweils die Diagnose. So sind die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das Eiweiß CRP zum Beispiel bei einer akuten eitrigen Schilddrüsenentzündung und bei der subakuten granulomatösen Thyreoiditis de Quervain erhöht, die BSG bei Letzterer deutlich. Eine eitrige Entzündung geht zudem mit einem deutlichen Anstieg weißer Blutkörperchen (Leukozyten) einher.

Positive Schilddrüsenautoantikörper wie Anti-Thyreoglobulin-Antikörper (TG-AK) und Anti-Schilddrüsenperoxidase-Antikörper (TPO-AK) weisen auf eine Autoimmunthyreoiditis hin. Antikörper gegen TSH-Rezeptoren (sogenannte TSH-R-AK- oder kurz TRAK-Antikörper) sind typisch für die Basedow-Erkrankung.

Außerdem bestimmt der Arzt gegebenenfalls die Blutfette, das Blutkalzium (zum Beispiel vor einer Schilddrüsenoperation), spezielle Hormone (bei Frauen nach Entbindung: Prolaktin, Testosteron) und manchmal die Jodausscheidung im Urin.

Eiweiße wie Thyreoglobulin und Kalzitonin dienen als Tumormarker: Thyreoglobulin zur Verlaufskontrolle nach Operation eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms, Kalzitonin bei der Diagnose eines C-Zell-Karzinoms der Schilddrüse (siehe Abschnitt "Knoten und Geschwülste..." weiter oben). In der Regel wird Kalzitonin bei der Abklärung von knotigen Schilddrüsenerkrankungen bestimmt. Im Einzelfall können spezielle Untersuchungen, sogenannte Stimulationstests, eine unklare Kalzitoninerhöhung näher eingrenzen. Sie finden wegen möglicher Nebenwirkungen unter erhöhten ärztlichen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Apparative Untersuchungen: Die Schilddrüse und ihre Umgebung im Bild

Dabei geht es um Ultraschall, Röntgen, zum Beispiel eine sogenannte Luftröhrenzielaufnahme, und nuklearmedizinische Untersuchungen wie die Szintigrafie. Manchmal steht eine Computertomografie (CT, hier ohne jodhaltiges Kontrastmittel) der Schilddrüse oder eine Magnetresonanztomografie der Augenhöhle oder Halsgegend zur Debatte, gegebenenfalls auch eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET).
! Achtung: Generell wird der Arzt vor Abklärung der Schilddrüsenfunktion kein jodhaltiges Kontrastmittel einsetzen, da danach eine eventuell notwendige Szintigrafie länger nicht möglich ist und zudem eine Überfunktion ausgelöst werden kann. Dies ist zum Beispiel bei einer autonomen Schilddrüsenveränderung möglich (siehe unten: Szintigrafie). Nicht tastbare Knoten mit einem Durchmesser unter einem Zentimeter im Ultraschallbild wird der Arzt zunächst weiterhin mit Ultraschall kontrollieren. Vor einer Schilddrüsenoperation ist eine Untersuchung der Stimmbänder (Laryngoskopie) sinnvoll, insbesondere bei veränderter Stimme oder voroperierter Schilddrüse.

Feinnadelpunktion: Zellen unter dem Mikroskop (Zytologie)

Zellen aus der Schilddrüse lassen sich anhand einer Feinnadelpunktion beziehungsweise -aspiration (Ansaugung) unter Ultraschallkontrolle gewinnen und mikroskopisch untersuchen. Eine solche Feinnadelaspirationszytologie wird zum Beispiel bei gemischtgewebigen Zysten, bei einem Knoten und sonstigen Verdachtsmomenten im Hinblick auf einen Tumor durchgeführt. Ob die Maßnahme angezeigt ist, ergibt sich heute nach den Leitlinien internationaler endokrinologischer Fachgesellschaften in erster Linie aus bestimmten Kriterien im Ultraschallbefund, die auch zur gemessenen Größe des Knotens ins Verhältnis gesetzt werden. Manchmal wird die Punktion nach erneuter Ultraschallkontrolle wiederholt. Experten stützen sich bei der Auswertung häufig auf eine amerikanische Klassifikation (sogenanntes Bethesda-System, 2010). Ab Bethesda-Klasse III wird im Allgmeinen eine Entfernung des Befundes (häufig ein szintigrafisch kalter Knoten, siehe nächster Abschnitt), etwa einer Hälfte der Schildddrüse, oder der gesamten Schilddrüse (eventuell auch mit Lymphknoten) mit genauer feingeweblicher Aufarbeitung gefordert oder diskutiert. Alles in allem lassen sich so unnötige Operationen vermeiden. Da sich die Ultraschalldiagnostik weiterentwickelt, werden Knoten künftig immer besser danach vorsortierbar sein, ob überhaupt eine Punktion oder eine operative Entfernung der Drüse oder einer Hälfte zur genauen Gewebeanalyse notwendig ist. Auch molekularbiologische Untersuchungen der mittels Punktion gewonnen Zellen und eine sogenannte Elastografie könnten hier in Zukunft vermehrt einen Beitrag leisten.

Knotenkropf: Oft Funktionsstörung im Szintigramm

Bei einem Kropf, besonders wenn er knotig umgebaut ist, kommt es nicht selten auch zu einer veränderten Funktionslage der Schilddrüse. Liegt ein einzelner Knoten vor, so kann er überaktiv sein, vermehrt Schilddrüsenhormone bilden und das übrige Gewebe gegebenenfalls unterdrücken. Dann liegt ein heißer Knoten (unifokale funktionelle Autonomie) vor. Das zeigt sich in einer Basis-Szintigrafie (mit Tc-99m-Pertechnetat) plus vergleichende Suppressionsszintigrafie (Szintigramm nach Einnahme von Schilddrüsenhormon). Sind mehrere Knoten überaktiv, bedeutet das eine multifokale Autonomie. Manchmal arbeitet das Schilddrüsengewebe auch fast durchgehend (diffus) autonom. Andererseits kann ein Knoten funktionsarm oder funktionslos sein (kalter Knoten). Im Abgleich mit dem Ultraschallbefund lässt sich zum Beispiel erkennen, ob das Gebilde zystische Elemente enthält. Andernfalls sollte der Knoten zunächst mittels Feinnadelpunktion weiter abgeklärt werden (siehe oben). Ein Szintigramm ist (neben der Sonografie) auch angezeigt, wenn eine Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt wurde. Bei besonderen Fragen werden spezielle szintigrafische Techniken eingesetzt.

Gentests können helfen, eine bösartige Erkrankung zu vermeiden

In manchen Fällen sind molekulargenetische Untersuchungen anzuraten. Diese beziehen sich zum Beispiel auf ein erbliches medulläres Schilddrüsenkarzinom (siehe oben). Die Gendiagnostik ist insofern von Bedeutung, als diese Krebsform bei frühestmöglicher Diagnose im Kindesalter heilbar ist, wenn die Schilddrüse komplett entfernt wird. Die Erkrankung kann teilweise schon im Säuglingsalter auftreten. Daher wird Betroffenen, bei denen eine entsprechende Genveränderung (Mutation) festgestellt wurde, empfohlen, auf eine genetische Untersuchung nahe verwandter Familienmitglieder hinzuwirken (familiäres Screening).

Kropf, Knoten und Krebs der Schilddrüse: Therapie

  • Jodmangel-Struma mit normaler Funktionslage und ohne Autonomie: Mittel der Wahl ist eine Behandlung mit Jod. Dadurch verkleinert sich die Schilddrüse meist, etwa um zehn Prozent. Außerdem kann weiteren Störungen wie Knoten vorgebeugt werden. Nach Ende der Therapie ist ausreichende Jodzufuhr mit der Ernährung wichtig. Alternativ ist eine Kombinationstherapie mit Schilddrüsenhormon und Jod möglich, auch bei einem Knotenkropf mit normaler Funktionslage. Dabei strebt der Arzt einen maßvoll gesenkten TSH-Zielwert an. Allerdings verkleinert sich ein Knotenkropf unter dieser Therapie nicht immer.
    Bei älteren Patienten wird diese Therapie wegen möglicher Nebenwirkungen im Herzkreislauf- und Knochensystem nicht empfohlen. In diesen Fällen raten Ärzte häufiger zu einer Radiojodtherapie oder, falls möglich, zu einer Operation.

    Bei der Radioiodtherapie (oder Radiojodtherapie) werden Schilddrüsenzellen je nach Therapieziel / Dosis teilweise oder vollständig zerstört. Dadurch kann zum Beispiel eine Überfunktion reguliert und ein Kropf verkleinert werden. Der Patient erhält eine individuell genau berechnete Menge radioaktiven Jods (J-131) in Form einer Kapsel. Die Schilddrüse nimmt das Jod aus dem Blut auf. Auch bei Tochtergeschwülsten (Metastasen) und Wiederauftreten (Rezidiven) von Schilddrüsentumoren setzen Ärzte oft die Radiojodtherapie ein. Die Radiojodbehandlung findet in speziell zugelassenen Therapieeinrichtungen statt.

    Bei der Operation geht es um die Frage, wie viel Schilddrüsengewebe entfernt werden soll. Auch das ist immer eine individuell zu treffende Entscheidung. Die Operation reicht vom Ausschälen eines Knotens entlang seiner Kapsel über Entnahme des Knotens mit einem Saum gesunden Gewebes oder Entfernung einer Drüsenhäfte bis zur Wegnahme der gesamten Schilddrüse. Dazwischen liegen verschiedene Varianten. Für die Operation spricht unter anderem, wenn beide Seiten (Häften, "Lappen") der Schilddrüse knotig verändert sind, oder eine nicht normale Lage der Drüse. Der Operateur kann bei Bedarf die Nebenschilddrüsen in die Halsmuskeln verpflanzen. Dadurch kann der Kalziumstoffwechsel nach der Operation ungestört bleiben. Nach der Operation ist häufig zeitlebens die Einnahme von Schilddrüsenhormon (und Jod) erforderlich.

    Endokrinologen wägen sehr sorgfältig die individuell jeweils beste Lösung ab. Dabei spielen auch das Alter des Patienten, mögliche Begleiterkrankungen und persönliche Faktoren eine wichtige Rolle. Menschen mit Sprechberufen und größerem Kropf beispielsweise wird eher zu einer Radiojodtherapie geraten, um das Operationsrisiko einer anhaltenden Heiserkeit durch Verletzung des Stimmbandnervs zu vermeiden. Nach dieser Therapie sind aber ebenfalls zeitlebens ärztliche Kontrollen wichtig, um eine eventuell entstehende Unterfunktion rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • (Knoten-)Kropf mit Überfunktion: Hier können oder müssen Schilddrüsenblocker (Thyreostatika) – oft kombiniert mit Betablockern, um Begleitbeschwerden wie zum Beispiel Herzjagen zu dämpfen – überbrückend oder regulierend eingesetzt werden. Im Allgemeinen wird nach Normalisierung der Schilddrüsenfunktion eine definitive Lösung angestrebt: eine Radiojodtherapie oder Operation.
  • Knotenkropf mit funktioneller Autonomie eines einzelnen Knotens: Die Radiojodtherapie ist hier die Therapie der Wahl. Ein einzelner autonomer Knoten kann allerdings auch operativ entfernt werden. Mitunter kann der Arzt ihn auch zunächst weiter beobachten, wobei er die Beschwerden und den TSH-Wert kontrolliert.
  • Kalter Knoten: Die Bezeichnung entspricht einer szintigrafischen Diagnose (siehe weiter oben). Entsprechende Knoten werden auf jeden Fall weiter abgeklärt. Dabei ist eine Feinnadeluntersuchung zur Überprüfung des Zellbildes (Zytologie, siehe ebenfalls weiter oben) unerlässlich. Im Abgleich mit der Ultraschalluntersuchung ergibt sich ein Befundmuster, das entweder für eine beobachtende Strategie oder eine definitive operative Abklärung spricht. Zytologisch unbestimmbare (engl.: undetermined) Befunde werden nach etwa drei Monaten erneut kontrolliert oder ebenfalls operiert.
  • Schilddrüsenentzündung: Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache, zudem nach der Funktionslage der Drüse. Letzteres zielt insbesondere auf die Hashimoto-Thyreoiditis (letztlich Unterfunktion) und die Basedow-Krankheit (Überfunktion).

    - Bei der Basedow-Krankheit
    ist normalerweise eine Therapie für ein Jahr mit einem Schilddrüsenblocker üblich. Solche auch Thyreostatika genannten Medikamente enthalten zum Beispiel Wirkstoffe wie Carbimazol oder Thiamazol. Ein sehr schneller Herzschlag, typische Folge einer Schilddrüsenüberfunktion, lässt sich mit einem Betablocker in den Griff bekommen. Auf eine endokrine Orbitopathie zielen zusätzliche Maßnahmen wie Gabe von Kortison und Selen sowie Therapien, die die Augenhöhle betreffen. Spricht die Basedow-Erkrankung nicht auf die medikamentöse Behandlung an, kommt eine Operation infrage, zum Beispiel bei sehr großem Basedow-Kropf (mittels Ultraschall gemessenes Volumen über 60 Milliliter). In der Regel bedeutet das die (fast vollständige) Entfernung der Schilddrüse. Eine weitere Option ist die Radiojodtherapie, etwa wenn der Kropf nicht so groß, die Operation nicht gewünscht oder aus medizinischen Gründen nicht empfehlenswert ist.

    - Akute eitrige Entzündung:
    Dieses Krankheitsbild lässt sich mit Antibiotika behandeln, passend zum nachgewiesenen Erreger. Gezielte, rechtzeitige Therapie ist wichtig, um Komplikationen wie etwa einen Abszess am Hals (siehe auch entsprechendes Kapitel in diesem Beitrag) zu vermeiden.

    - Akute Strahlenentzündung / Subakute Entzündung:
    Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, darunter Kortison, können hier helfen.

    - Zyste der Schilddrüse:
    Wenn sie relativ groß ist und mechanisch stört, kann sie unter Ultraschallkontrolle mit einer Nadel punktiert und entleert werden. Die Flüssigkeit beziehungsweise die darin enthaltenen Zellen untersucht ein Facharzt in einem Labor (Zytopathologie). Es folgen Ultraschall-Kontrollen, bei Bedarf weitere Punktionen. In der Regel bildet sich die Zyste allmählich zurück. Bei jeglichem Verdacht auf bösartige Anteile wird operiert.
  • Schilddrüsenkrebs: Wie bei jeder anderen Krebserkrankung hängt die Therapie hier von der Tumorart und dem Krankheitsstadium ab. Die Therapie beruht auf den Methoden Operation, Strahlentherapie, nuklearmedizinische und onkologische (medizinische) Krebsbehandlung. Ziel ist einmal die möglichst komplette Entfernung der Schilddrüse und von Halslymphknoten. Das entfernte Gewebe wird sorgfältig aufgearbeitet und analysiert. In der Regel schließt sich nach der Operation eine hochdosierte Radiojodtherapie an (siehe oben). Dabei gelangt radioaktives Jod über das Blut in mutmaßlich verbliebene Schilddrüsenzellen und "bestrahlt" sie von innen. Ziel hier: jedweden Rest an Schilddrüsengewebe zu zerstören.

    Nach dieser sogenannten Radiojod-Ablation, deren Effekt durch vorherige Gabe von rekombinantem humanen TSH noch intensiver ist, besteht ein weiteres Ziel darin, die Hirnanhangdrüse zu blockieren. Und zwar derart, dass sie nur noch sehr wenig TSH abgibt. Denn TSH regt ja Wachstum und Funktion der Schilddrüse an. Diese Unterdrückungs- oder Suppressionsbehandlung erfolgt mit dem Schilddrüsenhormon Levothyroxin (LT4).

    Von der routinemäßigen Totaloperation und Radiojodtherapie gibt es einige Ausnahmen, etwa sehr kleine Karzinome mit günstigen feingeweblichen Merkmalen.

    Dagegen werden undifferenzierte und medulläre Karzinome so restlos wie möglich operiert, Erstere auch von außen bestrahlt, da sie kein Jod speichern. In Einzelfällen, zum Beispiel wenn der Krebs nicht operiert werden kann, setzen Ärzte bestimmte Chemotherapien ein, etwa sogenannte Tyrosinkinaseinhibitoren oder mTOR-Inhibitoren.

Tipps: Jodbewusste Ernährung – dem Kropf vorbeugen

Die meisten unserer heimischen Lebensmittel sind wie unsere Böden jodarm. Unsere Hauptjodlieferanten sind Meeresfisch – er sollte zweimal pro Woche auf den Teller kommen – , Milchprodukte, Eier und jodiertes Speisesalz (5 Gramm pro Tag). Greifen Sie bevorzugt zu Backwaren, Brot und Fertigprodukten, die mit Jodsalz (jodiertes Speisesalz oder Jodsalz mit Fluorid) hergestellt wurden.

Eine Jodallergie im Zusammenhang mit Jodsalz in der Ernährung gibt es nicht. Falls kein ausreichendes Jodangebot über Lebensmittel vorhanden ist, lässt sich der Bedarf am besten über eine Nahrungsergänzung mit Jodtabletten decken. Dies ist vor allem für schwangere und stillende Frauen wichtig, da sie einen erhöhten Jodbedarf haben, außerdem für Veganer. Patienten mit Bluthochdruck, die den Salzverzehr einschränken sollen, können jodhaltige Kochsalzersatzmittel verwenden.

! Achtung: Rauchen ist bekanntlich in vieler Hinsicht gesundheitsschädlich. Obendrein erhöht es auch das Kropfrisiko.

Vier Mandeln im Hals: Vorposten der Immunabwehr

Wer bei einem fieberhaften Infekt mit dem üblichen Drum & Dran über einen dicken Hals klagt, meint damit meist, dass dieser sich innen geschwollen anfühlt, vielleicht auch wehtut. Schuld ist oft eine Mandelentzündung. Die Mandeln sind kleine, den Lymphknoten ähnliche Gebilde, die tatsächlich mandelförmig aussehen. Sie gehören zum Lymphsystem und kooperieren mit seinen nächstgelegenen Schaltstellen, den Halslymphknoten.

Es gibt zwei Gaumenmandeln, eine Rachenmandel am Rachendach und eine Zungenmandel am Zungengrund. An den inneren Öffnungen zum Mittelohr liegen noch die Tubenmandeln, die teilweise den "Seitensträngen" entsprechen. Häufig entzünden sich bei Kindern die Gaumenmandeln (Tonsillen), der klassische Fall von Mandelentzündung. Vergrößerte Mandeln am Gaumen und Rachen (im letzteren Fall häufig "Polypen" genannt) machen Kindern oft auch beim Atmen durch die Nase zu schaffen. Je nach Krankheitsbelastung und Häufigkeit der Infekte wird der Arzt zu einer Operation, zum Beispiel Verkleinerung der Gaumenmandeln, ihrer Entfernung beziehungsweise Entfernung der vergrößerten Rachenmandel raten.

Lymphknoten – die zentrale Abwehrfront

Die Mundhöhle hat ständig Kontakt mit der Außenwelt. Kein Wunder also, dass die Mandeln eine erste Immunbarriere im Hals bilden. Mit den Halslymphknoten wird die entscheidende Abwehrfront aktiv – typisch für Infektionen der oberen Luftwege wie zum Beispiel eben Mandelentzündungen. Normalerweise unsichtbar, ist der eine oder andere Lymphknoten dann plötzlich druckempfindlich, tastbar oder sichtlich geschwollen (Lymphadenopathie). Dadurch kann der Eindruck eines verdickten Halses entstehen.

Gesunde Lymphknoten sind nur millimetergroß. Abwehrzellen koordinieren hier ihre Arbeit. Lymphflüssigkeit wird hier gefiltert, um Gefahrenträger abzufangen. Halslymphknoten sind für Kopf und Hals zuständig.

Ansprechpartner bei Schwellungen im Halsbereich ist zunächst der Hausarzt und / oder der Kinderarzt. Je nach Befund überweist er den "kleinen" oder "großen" Patienten an einen anderen Facharzt, etwa einen Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Zahnarzt.

Mögliche Ursachen bei Lymphknotenschwellungen am Hals

Info zur nachfogenden Liste: Abweichungen sind aus anatomischen Gründen möglich.

Der Kopfwendermuskel* formt den Hals. Er entspricht dem rechts und links schräg verlaufenden Strang, der beim Kopfwenden auf der Gegenseite hervortritt; beim Zurückneigen des Kopfes bilden die beiden Muskeln ein "V".
*
* Einschließlich Krebserkrankungen, auch des blutbildenden Systems (akute Leukämie) und des Lymphsystems (Lymphdrüsenkrebs), des Weichgewebes und der Haut

  • Seitlich hinter dem Kopfwendermuskel* und im Nacken:
    Erkrankungen** der Kopfhaut, der Ohrspeicheldrüse, des Nasenrachenraums
  • Vor dem Kopfwendermuskel*:
    Erkrankungen** der Mandeln, des unteren Rachens und Zungengrunds; wegen entsprechender Zuflüsse auch der Schilddrüse, der Brustorgane, des Armes und eventuell der Bauchorgane
  • Unter dem Unterkiefer:
    Erkrankungen** der Mundhöhle, der Zähne, des Mundbodens und der Lippen
  • Über dem Schlüsselbein:
    Teilweise bei Erkrankungen** im Halsbereich (siehe oben: Vor dem Kopfwendermuskel), zusätzlich bei Erkrankungen** im Brust- und Bauchraum, im kleinen Becken, zum Beispiel krankhafte Veränderungen der Gebärmutter.

! Wichtig: Lymphknoten am Hals schwellen als normale Abwehrreaktion meist nur vorübergehend an – gerade bei Kindern und Jugendlichen. Da ihr Immunsystem noch wächst und nicht gegen alles eine Impfung existiert, fangen sie sich viel häufiger als Erwachsene Infekte ein. Anhaltende, zunehmende oder wiederkehrende Lymphknotenschwellungen, auch wenn sie schmerzlos sind, muss der Arzt unbedingt abklären, bei Begleitbeschwerden wie Schmerzen, Schluckbehinderung, Atemnot, Schwächegefühl, Nachtschweiß, hohes Fieber umgehend. Mehr Informationen im Ratgeber "Lymphknoten am Hals".

Kranke Kopfspeicheldrüsen: Schwellungen zwischen Ohr, Wange, Kinn und Hals

Wer hätte das gedacht: Tagtäglich produzieren wir gut und gerne eineinhalb Liter Speichel. Je nach Delikatesse, die wir uns auf der Zunge zergehen lassen, mal mehr, mal weniger. Neben den Hauptproduzenten, der großen Speicheldrüse jeweils vor dem Ohr (Ohrspeicheldrüse), liefern auch bis zu dreihundert kleinere Speicheldrüsen unter der Zunge und am Unterkiefer den Saft für die erste Nahrungsaufbereitung im Mund. Erkranken die Drüsen insbesondere an akuten Entzündungen, sind Schwellungen möglich, die in sehr ausgeprägten Fällen auch den Hals miteinbeziehen können – zumindest anteilig oder optisch.

  • Speicheldrüsenentzündung: Schwellungen am Ohr und unterhalb davon, am Hals, unter dem Kinn und Unterkiefer, manchmal bis zum Hals hin – dahinter kann eine akute Entzündung einer Speicheldrüse (Sialadenitis) stecken. Als Auslöser kommen vor allem Infektionen durch Viren und Bakterien infrage. Es gibt noch andere Entzündungsursachen, außerdem chronische Krankheitsverläufe. Bei einer Autoimmunkrankheit namens Sjögren-Syndrom (Leitsymptome: trockene Augen, trockener Mund) können mitunter alle Kopfspeicheldrüsen anschwellen, manchmal außerdem Lymphknoten.

    - Akute Entzündung der Ohrspeicheldrüse:
    Die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis, kurz: Parotis) ist vermutlich selbst weniger bekannt als eine ganz bestimmte Entzündung des Organs, nämlich der Mumps (Ziegenpeter, Parotitis epidemica). Verantwortlich sind Paramyxoviren. Dank der Impfung ist die Infektion bei Kindern deutlich zurückgegangen. Heute erkranken häufiger nicht immune Erwachsene an der Tröpfcheninfektion.
    Symptome:
    Durch Viren akut entzündete Speicheldrüsen sind druckschmerzhaft oder schmerzen auch spontan. Bei Mumps entzündet sich zunächst eine, dann auch die andere Speicheldrüse, sichtbar an den sprichwörtlich dicken Backen. Bei ausgeprägtem Mumps kann die Schwellung so stark sein, dass sich die Ohrläppchen abheben. Manchmal ist die Schwellung schwer von dem (oder den) gleichzeitig geschwollenen, dahinter liegenden Nackenlymphknoten unterscheidbar. Auch die Bauchspeicheldrüse, Hoden oder Eierstöcke können miterkranken. Weitere Informationen finden Sie im Ratgeber "Mumps" auf unserem Partnerportal www.baby-und-familie.de

    Bakterielle Entzündungen der Ohrspeicheldrüsen: Der Ausgang der Ohrspeicheldrüse liegt in der Mundhöhle. Daher können unter Umständen Bakterien auf direktem Weg in die Drüse gelangen – eine Möglichkeit zum Beispiel bei gebrechlichen Menschen, die wenig essen und aus diesem oder anderen Gründen wenig Speichel bilden. Auch eine bakterielle Zahninfektion kann auf diese Weise auf die Ohrspeicheldrüse übergreifen. Bei Alkoholmissbrauch, der oft zur Folge hat, dass Essen und (normales) Trinken vernachlässigt werden, versiegt der Speichel. Wenn die Speicheldrüsen zu wenig zu tun haben, entzünden sie sich leichter.
    Symptome hier: Da die Ohrspeicheldrüse sich in der Nähe des Kiefergelenks und der Kaumuskeln befindet, können die Betroffenen bei einer schweren, bakteriell entstandenen Entzündung mit sich ausbreitender Vereiterung (Abszess) den Mund manchmal kaum noch öffnen und haben Probleme beim Schlucken. Auch eine Lidschwellung ist möglich, außerdem meist Fieber.


    - Entzündung der Unterkieferspeicheldrüse:
    Krankheitserreger haben auch leichteres Spiel, wenn der Speichel nicht richtig abfließen kann, zum Beispiel wegen eines Steinchens im Drüsengang. Dies kommt häufiger an der Unterkieferspeicheldrüse vor.
    Symptome:
    Eine bakteriell bedingte entzündliche Schwellung zeigt sich meist an einer Drüse (die Unterkieferspeicheldrüse ist paarig angelegt). Bei akuter Infektion ist die Drüse unter dem Kiefer geschwollen, druckschmerzhaft, und die Haut darüber gerötet. Während des Kauens nehmen die Schmerzen zu. Eventuell läuft spontan, häufig aber auf äußeren Tastdruck hin Eiter in den Mund. Meist hat der Betroffene auch Fieber.

Diagnose bei Kopfspeicheldrüsenentzündungen: Die Symptome sind meist recht eindeutig. Bei Bedarf dient ein Abstrich aus dem Drüsenausgang zur Keimbestimmung. Eine Ultraschalluntersuchung der Speicheldrüse lässt eventuelle Speichelsteine, einen Sekretstau, beginnenden Abszess oder andere krankhafte Veränderungen erkennen. Falls nötig, kontrolliert der Arzt die Situation mittels Computertomografie oder Magnetresonanztomografie, Blutanalysen oder feingewebliche Untersuchungen.

Therapie: Bei einer Virusinfektion ist die Behandlung symptomatisch. Der Arzt kann ein entzündungshemmendes Medikament oder ein Schmerzmittel zur Linderung der Schmerzen (Achtung: bei Kindern ein kindgerechtes Mittel) verordnen. Eine bakterielle Infektion muss mit einem Antbiotikum behandelt werden, nicht zuletzt um Komplikationen wie einen Abszess (mehr dazu im Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Abszess") oder eine chronisch wiederkehrende Infektion zu verhindern. Steine im Ausgang der Speicheldrüse können auch eine chronische Infektion begünstigen und müssen daher ausgeschlossen werden. Lutschen von sauren Bonbons oder Kauen von Kaugummis regt die Bildung von Speichel an. Dieser und viel Trinken haben einen gewissen Spüleffekt, der die Genesung unterstützt.

Abszess am Hals: Wie es dazu kommen kann

Eine Gewebehöhle mit Eiter, entstanden durch einschmelzendes, infiziertes Gewebe: Das ist ein Abszess. Um die Höhle bildet sich bald eine Kapsel. Abszesse können in vielen Körperbereichen vorkommen. Größe, Lage und der verantwortliche Keim machen den Unterschied. So ist ein Eiterbläschen der Haut fast nichts im Vergleich zu einem Abszess am Hals. Hier besteht wirklich dringender oder auch notfallmäßiger Behandlungsbedarf.

Glücklicherweise muss man Halsabzesse aber heute nicht mehr so oft befürchten. Vereiterte Mandeln im Hals oder eitrige Entzündungen des Mittelohrs, typische Erkrankungen bei Klein- und Schulkindern, gehören zwar zu den klassischen Ausgangspunkten. Um die Mandeln herum (peritonsillar) treten Abszesse inzwischen aber fast häufiger bei jungen Erwachsenen auf.

Infektionen der Zähne oder Unterkieferspeicheldrüsen und seitliche Halszysten (siehe Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Zysten, Fisteln und Divertikel") sind weitere mögliche Abszessquellen. Auch Verletzungen von Gesichtsknochen und eindringende Fremdkörper kommen infrage. Im Falle der Mandeln muss ein Abszess allerdings erst einige Barrieren überwinden, bis er die Halsweichteile erreicht. Dem kommt der Arzt in der Regel zuvor. Daher wird ein "Mandelabszess" kaum an der Oberfläche des Halses in Erscheinung treten. Bei einem Knochenabszess infolge einer eitrigen Mittelohrentzündung dagegen ist die Eiterstraße zu den äußeren Halsmuskeln zwar kurz und äußerlich durch eine Schwellung erkennbar. Aber die Erkrankung namens Bezold-Mastoiditis ist wiederum sehr selten, da Mittelohrentzündungen im Allgemeinen ausreichend kuriert werden.

Abszess am Hals: Worin liegt die Gefahr?

Findet der Abszess Anschluss an ein Blutgefäß im Hals, kann das wegen einer drohenden Blutvergiftung oder Gefahr eines Hirnabszesses lebensbedrohlich sein. Von einer Abszesshöhle hinter dem Rachen (retropharyngeal) kann ein Abszess auf einen Halswirbel übergehen oder sich in den Brustraum absenken – keineswegs weniger gefährliche Varianten. Rechtzeitige Therapie des Infektionsherdes verhindert in der Regel, dass es zu derartig schweren Komplikationen kommt.

In Kürze: Abszessarten im und am Hals

  • Bezold-Abszess bei akuter Entzündung des Knochens hinter dem Ohr: Der Warzenfortsatz oder Mastoid genannte Knochenvorsprung hinter dem Ohr enthält Schleimhautgewebe und ist mit dem Mittelohr verbunden. Daher kann eine nicht ausgeheilte Mittelohrentzündung im Extremfall auf den Knochen übergreifen (Mastoiditis). Zunächst entstehen durch die Bakterien kleinste Abszesse. Ein größerer Abszess dort hat es bis zum Halswendermuskel nicht sehr weit.
  • Peritonsillarabszess: Abszess zwischen der Gaumenmandel und ihrer Kapsel, zum Beispiel als Komplikation einer eitrigen Mandelentzündung (Tonsillitis oder ausgehend von einem vereiterten unteren Weisheitszahn. Bei weiterer Ausdehnung über die Kapsel hinaus wird daraus ein Parapharyngealabszess im Hals, was deutlich seltener passiert.
  • Retropharyngealabszess: Nach Verletzungen durch einen Fremdkörper oder bakterielle Entzündungen der oberen Atemwege können beteiligte Lymphknoten eitrig einschmelzen und einen Abszess verursachen. Dieser liegt dann hinter dem Rachen im Hals.
  • Mundbodenabszess (Zungengrundabszess): Er entwickelt sich in der Mundboden- und Zungengrundmuskulatur, zum Beispiel ausgehend von einem kranken unteren Zahn oder bei Entzündung eines Lymphknotens, einer Unterkieferspeicheldrüse, einer Zungengrundmandel, schließlich infolge einer Verletzung im Mund.

Symptome bei einem Abszess im oder am Hals: Die Beschwerden hängen, abgesehen von Allgemeinsymptomen wie hohes Fieber, Krankheitsgefühl, Halsschmerzen, Ohrenschmerzen oder Nackenschmerzen, vom Ursprung und Verlauf des Abszesses ab.
Mögliche weitere Anzeichen: In der Nähe des Kopfwendermuskels gelegene Lymphknoten können anschwellen und (druck-)schmerzhaft sein. Der Hals lässt sich schlechter bewegen oder gerät wegen Muskelverkrampfung in eine Schiefhaltung (sogenannter Torticollis). Die Sprache ist kloßig, es kommt zu Schluckbeschwerden, etwa bei einem Peritonsillarabzess oder bei einem Mundbodenabszess. Wenn der Eingang zum Kehlkopf anschwillt, droht Atemnot. Bei einem Abszess in den oberflächlichen Halsweichteilen kann eine deutliche, beim Berühren schmerzhafte Schwellung seitlich am Hals sichtbar sein. Eventuell lässt sich die enthaltene Flüssigkeit als ein elastisches Schwappen tasten.
Bei einem Parapharyngealabszess oder Mundbodenabszess kann eine Kieferklemme auftreten: Der Mund lässt sich nicht mehr richtig öffnen, die Betroffenen haben meist nur noch wenig oder gar nichts mehr gegessen / getrunken und sind entsprechend geschwächt. Bei einem Mundbodenabszess ist zudem die Schleimhaut im Mund stark gerötet, unter der Zunge findet sich eine harte Schwellung. Im äußersten Fall kann sie sich unter dem Kinn vorne am Hals ausbreiten.
Bei einem Abszess unter der Knochenhaut des Knochenfortsatzes hinter dem Ohr (Bezold-Abszess wird eine gerötete Beule hinter dem Ohr zum Hals hin sichtbar. Das Ohrläppchen steht ab. Zugleich kann die hintere obere Gehörgangswand sich absenken und das Hören verschlechtert sein.

Diagnose: Der Abszess innen im Hals kann zum Beispiel bei der Untersuchung von Mund und Rachen als stark geschwollene, gerötete und eitrige Mandel oder als gerötete Vorwölbung am Gaumen sichtbar sein. Auf die Spur führen eventuell auch Eiter, der unter einer Zahnkaries oder aus dem Grübchen einer Unterkieferspeicheldrüse austritt, eine äußerlich sicht- oder tastbare Schwellung, weitere Begleitsymptome (siehe oben) und natürlich die Krankengeschichte (Anamnese). In Computertomografie (CT)- oder Magnetresonanztomografie (MRT)-Aufnahmen sind Abszesse und ihre Ausdehnung sicher feststellbar. Vorab kann teilweise schon eine Sonografie Aufschluss geben. Laboranalysen einschließlich Erregerbestimmung sind wichtige Zusatzuntersuchungen.

Therapie: Angezeigt ist eine sofortige Behandlung, bei Atemnot unter Intubations- und Beatmungsbereitschaft. Der Abszess wird chirurgisch behandelt, wobei es hier unterschiedlich eingreifende Maßnahmen gibt, etwa Entlastung des Abszesses durch eine Punktion oder chirurgische Eröffnung und Drainage, je nach Einzelfall von innen und / oder außen). Der Patient erhält außerdem geeignete Antibiotika über die Blutbahn. Ansonsten zielt die Therapie auf die Sanierung der Abszessquelle, sobald der Betroffene außer Gefahr ist.

Halszysten: Erbe aus der Embryonalzeit

Eine Halszyste besteht aus Gewebe, das bei der Entwicklung der Halsorgane in der Embryonalzeit übriggeblieben ist. Der sackartige Hohlraum, am Hals als Vorwölbung tastbar oder auch sichtbar, enthält Flüssigkeit und Schleim. Da die Zyste sich leicht entzünden kann, schwillt sie gelegentlich an. Daher fällt sie nicht selten bei einem Atemwegsinfekt erstmals auf. Mit Abklingen des Infektes kann sich die Zyste auch wieder verkleinern.

Falls eine angeschwollene Halszyste eine kleine Öffnung in der Haut bildet und nässt, hat sie sich zu einer Halsfistel entwickelt. Selten bildet sich aus einer Zyste ein Abszess am Hals. Andere zystenähnliche Gebilde am Hals sind Thymuszysten, ferner Zysten, die von den Bronchien ausgehen, und das zystische Hygrom (siehe unten). Dass aus einer Halszyste im Laufe der Zeit ein bösartiger Tumor entsteht, kommt nur äußerst selten vor. Manchmal verbirgt sich eine andere Tumorart dahinter.

  • Vordere, in Halsmitte liegende Halszysten zeigen sich häufig schon im Kindesalter. Sie stammen von dem Gang ab, durch den die Schilddrüse beim Embryo an ihren Stammsitz vorne am Hals wandert. Reste von Schilddrüsengewebe in der Zyste sind daher nicht ungewöhnlich.
    Symptome:
    Die Zyste zeigt sich als Schwellung unterhalb des Zungenbeins. In der Nähe sind manchmal kleine Öffnungen erkennbar, aus dem sich kleine Mengen klaren oder leicht trüben Sekretes entleeren (Fisteln). Im Hals können Schilddrüsengangzysten bis zum Zungengrund reichen. Beim Schlucken bewegen sie sich meist mit dem Zungenbein äußerlich sichtbar nach oben. Bis auf ein leichtes Druckgefühl und die optische Beeinträchtigung bestehen normalerweise keine Beschwerden. Anders natürlich bei einer Entzündung. Dann sind stärkere Schmerzen, eventuell Fieber und äußerlich eine Rötung möglich, im Extremfall ein Abszess (siehe Kapitel "Schwellung am Hals – Ursachen: Abszess").
  • Auch seitliche Halszysten gehen auf embryonales Gewebe zurück. Sie liegen meist unter einem Muskel und fallen oftmals erst im jungen Erwachsenenalter auf.
    Symptome:
    Bestimmte Zysten haben eine Verbindung zur Gaumenmandel im Hals. Bei Halsentzündungen können sie deutlich mit anschwellen, sich verhärten und schmerzen. Als Komplikation kann sich bei bakteriellen Entzündungen eine Vereiterung, gegebenenfalls auch hier ein Abszess entwickeln. Spätestens dann kommt es – meist jedenfalls – zu deutlichem Fieber und Schluckbeschwerden.

    Diagnose: Zuständig ist der Hals-Nasen-Ohrenarzt. Die gründliche Untersuchung des Halses – Abtasten außen und genaues Betrachten außen und innen – führt meist schon zur Diagnose. Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Halsweichteile lässt sich die Diagnose bestätigen. Die farbkodierte Dopplersonografie kann ausschließen, dass das Gebilde zu Gefäßen gehört, was nicht zuletzt für die Behandlung wichtig ist. Eine spontan stark gefüllte Zyste kann durch eine Punktion entlastet und das dabei gewonnene Zellmaterial untersucht werden. Hinweisen auf mögliche Verbindungen der Zysten zum Atem- oder Verdauungstrakt geht der Arzt durch entsprechende Untersuchungen nach, etwa Spiegelung des Kehlkopfes oder der Speiseröhre.

    Therapie: Ob Zyste oder Fistel – Ziel ist immer die vollständige operative Entfernung. So lassen sich weitere Komplikationen vermeiden, und auch kosmetisch sind die Ergebnisse vorteilhaft. Vor Entfernung einer vorderen Halszyste ist eine Schilddrüsendiagnostik sinnvoll, um sicherzustellen, dass nicht versehentlich das einzig vorhandene, nur eben an unüblicher Stelle liegende Schilddrüsengewebe angetastet wird. Bei seitlichen Halszysten kann es notwendig sein, die Mandel auf derselben Seite mit zu entfernen, wenn die Zyste / Fistel eine Verbindung dorthin hat. Ist eine Zyste infiziert, entlastet der Arzt sie eventuell durch Punktion. Die Entnahme zumindest einer kleinen Flüssigkeitsmenge ist sinnvoll, um eine Bakterienkultur anzulegen und das passende Antibiotikum für den Patienten zu wählen. Die Operation erfolgt nach Abklingen der Infektion. Falls sich eine ausgedehnte Entzündung mit Abszess entwickelt hat, sind neben intensiver antibiotischer Behandlung eine Abszesseröffnung und -drainage vor der Operation unvermeidlich. Operativ entferntes Gewebe wird in aller Regel feingeweblich untersucht.

  • Angeborene Thymuszysten am Hals: Die Thymusdrüse liegt hinter dem Brustbein und gehört zum Lymphsystem. Nach der Pubertät schrumpft sie normalerweise. Angeborene Thymuszysten am Hals (zervikale Thymuszysten) enthalten oft Reste eines Ganges, der aus der Embryonalentwicklung der Thymusdrüse stammt. Es gibt verschiedene Arten dieser Zysten.
    Symptome:
    Die Gebilde treten meist in den ersten zehn Lebensjahren auf. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Die Zysten entwickeln sich häufiger als langsam zunehmende, schmerzlose Schwellung auf der linken Halsseite, können aber auch in anderen Halsgegenden auftreten. Bei größerer Ausdehnung können sie Schmerzen am Hals, Schluckbeschwerden oder Atemnot verursachen.
    Diagnose:
    Klinischer Befund, bildgebende Verfahren wie Ultraschall, eventuell Feinnadelpunktion mit mikroskopischer Untersuchung der gewonnenen Zellen, außerdem Magnetresonanztomografie (MRT).
    Therapie:
    Thymuszysten werden vollständig entfernt. Bei Kindern wird der Nachweis einer vorhandenen Thymusdrüse vorausgesetzt, da diese für die Entwicklung des Immunsystems wichtig ist.

Schwellung am Hals durch Gebilde, die Halszysten ähneln

Auch die hier noch kurz gelisteten Veränderungen sind schon im Mutterleib angelegt.

  • Bronchogene Zyste: Die angeborene Fehlbildung kommt sehr selten vor. Sie entwickelt sich während der Anlage der Luftröhre und Bronchien in der Embryonalzeit. Zysten dieses Typs enthalten unter anderem Bronchialschleimhaut und sind meist mit Schleim, aber nicht mit Luft gefüllt. Sie liegen hauptsächlich im Mittelfellraum des Brustkorbs, manchmal in der Lunge, seltener vorne am Hals oder in der Halsgrube.
    Symptome (am Hals):
    Das Gebilde wird meist nach der Geburt oder kurze Zeit später als Knötchen, Knoten oder Fistel unter oder in der Haut entdeckt. Bei Jungen kommen Bronchialzysten etwas häufiger vor als bei Mädchen.

    Therapie:
    In der Regel operative Entfernung zum geeigneten Zeitpunkt.
  • Fehlbildung der Lymphgefäße: Ob als zystisches Hygrom oder Lymphangioma cystica bezeichnet: Die gutartige Fehlbildung am Hals geht von Lymphgefäßen aus. Schon beim Kind im Mutterleib kann sie zu einer Halsschwellung führen. Sie lässt sich mittels Ultraschall feststellen, was auch für die Geburtsplanung wichtig ist. Die Wucherung liegt in der Haut und direkt darunter. Gelegentlich kommen bei den betroffenen Kindern weitere Fehlbildungen vor.
    Symptome:
    Die Veränderung kann sich teilweise als recht große, schmerzlose, knotige oder elastische, flüssigkeitshaltige Weichteilschwellung am Hals zeigen – häufig bis zum Ende des ersten Lebensjahres, selten erst danach.
    Therapie:
    Infrage kommen verschiedene Verfahren, etwa eine Injektionsbehandlung mit einem speziellen Medikament, eine Lasertherapie oder Operation.

Was ist ein Zenker-Divertikel?

Unter einem Divertikel versteht man eine Aussackung eines Hohlorgans im Verdauungstrakt. Das Zenker-Divertikel liegt an der Hinterwand des Schlunds, an der Grenze zur Speiseröhre. Ob das Divertikel nun genau noch zum Rachen oder schon zur Speiseröhre gehört, das wird ganz unterschiedlich gesehen.

Wie entsteht das Divertikel? Durch eine Störung beim Schlucken staut sich Nahrung. In der Folge tritt ein Teil der inneren Wandschicht am unteren Rachen (Hypopharynx) durch die hier dünne Wand nach außen. Insgesamt ist es aber selten, aber es ist die häufigste Divertikelform im Verdauungstrakt. Betroffen sind meist  Menschen im Alter ab 70 Jahren.

Symptome: Zenker-Divertikel verursachen ab einer bestimmten Größe Schluckstörungen, Hochwürgen von liegen gebliebenen Speiseresten, Hustenreiz durch Verschlucken, ein Druckgefühl im Hals, Halsschmerzen, Brustschmerzen, außerdem Mundgeruch. Anfangs bereiten nur feste Speisen Probleme, später alle Arten bis hin zu Getränken. Zu den Folgeerscheinungen größerer Divertikel gehören Mangelernährung und Gewichtsverlust, zu den Komplikationen Lungenentzündungen, etwa wenn beim Verschlucken Speisereste in die Luftwege gelangen. Das Divertikel selbst kann sich entzünden, bluten oder einreißen. Liegt eine große Aussackung vor, kann beim Trinken ein Gurgeln hörbar sein. Selten kann ein Zenker-Divertikel dieser Größenordnung an der Seite des Halses als Schwellung sichtbar werden.

Diagnose: Die Schwellung nimmt beim Essen zu, nach Hochwürgen der Speisen ab. Das ist mit dem sogenannten Kontrast-Breischluck-Röntgen nachvollziehbar. Mittels äußerst vorsichtiger Spiegelung der Speiseröhre und des Magens (Endoskopie) schließt der Arzt verschiedene andere Krankheitsursachen aus.

Therapie: Zenker-Divertikel können durch einen Eingriff – endoskopisch oder chirurgisch – behandelt werden. Der Arzt entscheidet, welches Verfahren individuell für den Patienten am besten geeignet ist. Der endoskopische Eingriff von innen erfolgt häufig als flexible Mukomyotomie. Über das Spiegelgerät, ein biegsames Endoskop, wird ein Muskelsteg am Divertikel mittels Laser oder Strom durchtrennt und das Divertikel so nach innen eröffnet. Das Vorgehen gilt als am wenigsten belastend und lässt sich bei Bedarf auch wiederholen. Ein sehr großes Divertikel wird der Arzt eventuell aber chirurgisch von außen abtragen (Divertikelresektion).

Die Narben vorneweg: Wenn Wunden unschön verheilen

Nach Operationen am Hals, etwa Entfernung der Schilddrüse, einer Halszyste oder Halsfistel (siehe entsprechende Kapitel in diesem Beitrag) können trotz narbensparender Schnittführung Schwellungen durch Blutungen, Infektionen und Abszesse auftreten. In der Folge kommt es häufig zu Wundheilungsstörungen bis hin zur klaffenden Naht (Dehiszenz), sodann zu unschönen (hypertrophen) Narben.

Das bedeutet: Es entsteht zu viel Bindegewebe in der heilenden Wunde. Dennoch gehen hypertrophe Narben nicht über den ursprünglichen Schnitt hinaus. Aber: Nur selten bilden sie sich im Laufe der Zeit von selbst zurück.

Therapie: Zur Behandlung frischer, geschlossener Narben kann behutsames Einmassieren einesSiloikon-Gels helfen, dfas Narbenbild zu verbessern. Hypertrophe Narben kann der Arzt mit Einspritzen von Kortison und / oder eine Kältebesprühung (Kryotherapie) und / oder Kompressionstherapie (siehe nachfolgend: Keloid) behandeln. Kortison und Kompression können auch bei sich abzeichnender Narbenhypertrophie oder bei bekannter Tendenz dazu schon frühzeitig eingesetzt werden. Gegebenenfalls kommt zusätzlich ein Laserverfahren zur Farbkorrektur oder zum Abtragen in Betracht. Später, etwa bei Narbenzug, sind Eingriffe wie spezielle plastische oder Hauttransplantationsverfahren möglich.

Übers Ziel hinausgeschossen: Keloide

Von hypertrophen Narben zu unterscheiden sind Keloide. Darunter versteht man gutartige, knotige Gewebewucherungen durch überschießende Produktion von Bindegewebe bei der Narbenbildung. Keloide wachsen längere Zeit über die ursprüngliche Verletzung oder den Schnitt hinaus.
Symptome: Die aufgeworfene, wulstartig geschwollene und gerötete Farbe blasst zwar mit der Zeit etwas ab, doch die entstellende, derbe Geschwulst bleibt erhalten. Zu Keloiden besteht eine Veranlagung. Die Gebilde entwickeln sich vor allem am Hals, im Brust- und Schulterbereich. Manchmal genügt auch nur eine kleine Verletzung, damit sie entstehen, etwa ein Insektenstich. Ein Keloid kann gelegentlich auch druckschmerzhaft sein, jucken, bei entsprechender Lage die Beweglichkeit von Gelenken einschränken und vor allem psychisch stark belasten.
Diagnose: Sie ergibt sich im Allgemeinen auf Anhieb aus den Begleitumständen und dem Erscheinungsbild.
Therapie: Bei Keloiden kommen folgende Therapiewege infrage: Injektionsbehandlung mit Kortison und bestimmten Zytostatika in niedriger Dosis, operative Therapie, Laser, Vereisung (Kryotherapie) von innen. Manche Betroffenen bestehen auf der chirurgischen Entfernung. Sie kann aber einen noch stärkeren "Rückfall" provozieren. Möglich ist dieser Weg am ehesten bei Keloiden, die nicht sehr breitbasig aufsitzen. Bei Narbenproblemen, insbesondere Keloiden, ist immer eine unter Spezialisten (interdisziplinär) abgestimmte Behandlung empfehlenswert. Dies umso mehr, wenn eine Neigung zu überschießender Narbenbildung bekannt ist.
Tipps: Hygienischer und schonender Umgang mit der Naht, eventuell Narbenpflege mit speziellen Präparaten gemäß Empfehlung des Operateurs, sowie Rauchverzicht tragen zu einer möglichst störungsfreien Wundheilung bei. Vorsicht vor Sonnenbestrahlung, solange die Narbe nicht abgeblasst ist.

Gutartige Geschwülste am Hals

Echte Geschwülste, also Gewebeneubildungen am Hals, gehen an der Körperoberfläche mitunter vom sogenannten Weich(teil)gewebe aus. Dazu gehören unter anderem Bindegewebe, Fettgewebe, Sehnen, Muskeln, Nerven. Natürlich spielt auch die Haut als Sitz von Geschwülsten eine Rolle. Gutartige Gebilde sind beim Tasten von der Umgebung in der Regel gut abgrenzbar und "verschieblich". Oft kann der Arzt eine Blickdiagnose stellen, zum Beispiel bei Lipomen.

  • Fettgewebsknoten: Lipom, Lipomatose: Lipome bestehen aus Fettzellen, haben eine Kapsel und liegen normalerweise unter der Haut. Warum sie sich bilden, ist noch unklar. Unter anderem spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Mit der Höhe der Blutfette haben sie jedenfalls nichts zu tun. Sie sind immer gutartig. Gelegentlich finden sie sich auch in inneren Organen oder Muskeln. Manche Gebilde enthalten auch Nervenfasern wie die Neurofibrolipome oder sind sehr gefäßreich wie die Angiolipome. Am Rumpf, beispielsweise am Rücken, kommen Lipome häufiger vor als am Hals. Im Nacken findet sich gelegentlich ein sogenanntes Hybernom aus braunem Fett. Dieses sehr stoffwechselaktive Fett wandelt Nahrungsenergie direkt in Körperwärme um. Normalerweise ist es nur als schmaler Saum am Hals und in der Schlüsselbeingegend vorhanden. Bei einer Lipomatose nimmt das Fettgewebe an bestimmten Körperpartien deutlich und tumorartig zu. Ein Beispiel ist der Madelung'sche Fetthals. Das Lipomatosegewebe lässt sich beim Tasten schlecht vom umgebenden normalen Gewebe abgrenzen. Betroffen sind hauptsächlich Männer.
    Symptome:

    - Lipom:
    Ein Lipom lässt sich als gummiartiger Knoten unter der Haut tasten. Die Fettgewebsknoten können nach Zahl und Größe sehr variieren – von kleinen, aber lästigen Knubbeln bis zur deutlich vorgewölbten Beule. Reizt das Gebilde einen Nerven, kann es zu Schmerzen oder Missempfindungen kommen. Angiolipome sind relativ derb und druckschmerzhaft.
    - Lipomatose:
    Abgesehen von der regellosen Ausbreitung am Hals, die dazu führen kann, dass die Beweglichkeit des Halses mitunter beeinträchtigt ist, eventuell sogar das Sprechen oder Schlucken, kann sich eine Lipomatose zum Beispiel auch im Schulterbereich oder am Oberarm entwickeln.

    Diagnose
    : Sie ergibt sich aus dem Befund bei der körperlichen Untersuchung.
    Therapie:
    Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Entfernt werden Fettgewebsgeschwülste vor allem dann, wenn sie kosmetisch stören, sehr groß sind oder angrenzendes Gewebe irritieren. Vorzugsweise geschieht das Entfernern durch einen Schnitt (Exzision mit Naht; Lipektomie). Dabei entsteht eine Narbe. Doch kann das Gewebe so komplett entfernt werden. Anschließend wird es feingeweblich untersucht. Bei sehr großen Lipomen erfolgt gegebenenfalls schon vor der Exzision eine diagnostische Gewebeentnahme, um den Eingriff optimal planen zu können. Eine weitere Möglichkeit ist die Absaugung (Liposuktion). Dabei bleibt die Geschwulstkapsel jedoch zurück. Mitunter bilden sich nach Entfernung erneut Lipome / Lipomatosen. Besonders bei Lipomatosen empfehlen Ärzte Verzicht auf Alkoholgenuss. Mutmaßlich begünstigt Alkohol eine Lipomatose.
  • Grützbeutel (Atherom): Auch die gutartigen Atherome oder Grützbeutel erkennt der Arzt in der Regel auf Anhieb. Ausgangspunkt sind eine oder mehrere verstopfte Talgdrüsen von Haarwurzeln. Die Zysten mit abgeschilferten Hautzellen und Talg wachsen sehr langsam unter der Haut. Atherome kommen vor allem in talgdrüsenreichen Hautpartien, oft am Haaransatz, am Hals oder im Nacken vor. Menschen mit fettiger Haut neigen manchmal dazu. Auch Veranlagung spielt eine Rolle.
    Symptome:
    Da Atherome gut und gerne Haselnussgröße erreichen können, sorgen sie bei vielen Betroffenen für Beunruhigung. Mitunter erzeugen sie auch ein Spannungsgefühl, entzünden sich und stören je nach Sitz und Größe optisch. Therapie: Der Arzt entfernt den Grützbeutel vollständig einschließlich Kapsel (Exzision in örtlicher Betäubung). Ein stark entzündetes Atherom wird zunächst oft mit einem Antibiotikum behandelt und wie ein Abszess eröffnet. Ist die Entzündung abgeklungen, wird in einem kleinen Zweiteingriff auch die Kapsel entfernt. Bei belassener Kapsel bildet sich schon bald ein Atherom nach. Auch nach vollständiger Entfernung kann an anderer Stelle ein weiteres Atherom auftreten.
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    Achtung: Man sollte ein Atherom nie ausdrücken, weil es sich dann entzündet und die Behandlung komplizierter wird.
  • Vagusneurinom: Das Vagusneurinom ist ein sehr seltener Tumor, der vom nervenumhüllenden Bindegewebe des Vagusnervs ausgeht und nur langsam wächst. Der Vagusnerv, auch Parasympathikus, ist Teil des vegetativen Nervensystems.
    Symptome:
    Der Tumor tritt ab und zu im Halsbereich auf, kann schmerzhaft sein und je nach Lage zu Schluckstörungen, Heiserkeit und einer Schwellung führen. Beim Betasten fühlt er sich eher glatt begrenzt, aber derb an.
    Diagnose:
    Sie ergibt sich aus dem klinischen Befund und einer bildgebenden Untersuchung wie Sonografie oder Magnetresonanztomografie.
    Therapie:
    Operative Entfernung und feingewebliche Untersuchung, auch zwecks Unterscheidung von einem Paragangliom (siehe anschließend).
  • Paragangliom: Paragangliome sind seltene, genetisch bedingte oder spontan auftretende Tumore mit Bezug zum Hormon- und Nervensystem. Ihre Einordnung in gut-oder bösartig ist nicht einheitlich, aber sie sollen im Allgemeinen eine gute Prognose haben. Am Hals zum Beispiel finden sich vereinzelt sogenannte Glomustumoren, auch Glomus-caroticum-Tumor genannt. Im Kopf-Hals-Bereich stammen diese Tumoren in erster Linie von dem sogenannten parasympathischem Nervengewebe ab, aber nur die wenigsten sind hormonell aktiv. An anderen Körperstellen kommen auch hormonell aktive Paragangliome vor, zum Beispiel in den Nebennieren (Phäochromozytom).
    Symptome:
    Paragangliome vom Typ der Glomus-caroticum-Tumoren treten meist im Alter über 30 Jahren auf und macht sich im Laufe der Zeit am Hals als schmerzlose, langsam wachsende, teils pulsierende Schwellung bemerkbar. In der Folge kann es manchmal zu Schluckbeschwerden und Heiserkeit kommen. Paragangliome am Hals können bei Lage an der Gabelung der Halsschlagader die Kreislauffühler dort beeinflussen und so zu Kreislaufreaktionen und Schwindel führen.

    Diagnose:
    Neben der Anamnese und dem körperlichen beziehungsweise HNO-ärztlichen Untersuchungsbefund zieht der Arzt für die Diagnose bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Duplexsonografie und eine Magnetresonanztomografie (MRT) heran, außerdem eine spezielle szintigrafische Untersuchung mit den Ziel, den hormonell nicht aktiven Charakter der Geschwulst zu bestätigen. Gegebenenfalls sind auch bestimmte Kreislauftests notwendig. Mithilfe einer genetischen Testung lässt sich eine zugrunde liegende familiäre Genveränderung  erkennen.
    Therapie:
    Meistens wird eine Operation angestrebt, nicht zuletzt um die Diagnose auch feingeweblich zu sichern. Gegebebenfalls wird vorab eine spezielle Gefäßuntersuchung durchgeführt, die auch zum Ziel hat, das Blutungsrisiko zu senken (Angiografie mit Embolisation).

Bösartige Geschwülste am Hals

Am Hals sind bösartige Tumoren, zu denen beispielsweise Weichteilsarkome gehören, recht selten. Die entsprechenden Geschwülste zeigen sich manchmal als derbe, schmerzlose Knoten oder Schwellungen. Dazu gehört das Dermatofibrosarcoma protuberans. Da dieser Tumor nur selten streut, sondern vor allem am Ort der Entstehung aggressiv wächst, gilt er als bedingt bösartig. Es gibt jedoch auch Unterformen, die sich ungünstiger verhalten können.
Symptome: Der Tumor ist leicht erhaben, derb, hautfarben, braun-gelblich oder rötlich gefärbt, unregelmäßig begrenzt oder knotig.
Diagnose: Notwendig ist eine Gewebeprobe, die meist in einer sogenannten Inzisionsbiopsie erfolgt. Das heißt, es wird nur ein kleinerer Gewebeanteil entnommen.
Therapie: Der Tumor wird chirurgisch entfernt (Exzision), eventuell zusätzlich oder im weiteren Verlauf bestrahlt. Auch die Therapie mit einem sogenannten Tyrosinkinase-Inhibitor wie zum Beispiel Imatinib gehört zu den Behandlungsoptionen. Mehr zum Thema "Hauttumoren" in den Ratgebern "Hautkrebs" sowie "Hautknoten und Hautschwellungen".

Zu den mehr oder weniger spontanen Ursachen eines Hautemphysems gehören Risse von Lungenbläschen. Je nach Lage des Risses gelangt austretende Luft dann zum Beispiel in den Raum zwischen den Lungen (Mittelfellraum, Mediastinalemphysem) und von dort möglicherweise unter die Haut im Halsbereich.

Dass Lungenbläschen spontan einreißen, kommt selten vor. Mögliche Begleitumstände: exzessive körperliche Anstrengung, zum Beispiel unter Drogen wie beispielsweise Ecstasy. Zu den krankhaften Ursachen gehören hier zum Beispiel Lungenerkrankungen wie Bronchialasthma.

Auch eine Überdehnungsverletzung der Lunge, etwa durch zu schnelles Aufsteigen beim Gerätetauchen oder extrem starken Druck beim Husten oder Erbrechen, sind mögliche Ursachen. Bei einem solchen Barotrauma können zudem Gasembolien auftreten, das heißt Luftbläschen gelangen in die Blutbahn und verstopfen Gefäße (Schlagadern).

Außerdem kommen ursächlich akute innere Verletzungen infrage, sodann als Unfallfolge das Einreißen der Luftröhre oder eines Bronchus. Bei einem Wanddurchbruch eines Verdauungsorgans wie zum Beispiel der Speiseröhre kann Luft in den Mittelfellraum und von dort in die Halsweichteile übertreten. In umgekehrter Richtung kann ein Luftübertritt selten einmal bei einer Gesichtsverletzung, etwa einem Bruch der knöchernen Augenhöhle, im Ausnahmefall auch bei einer Zahnbehandlung oder bei einem Eingriff im Hals-Nasen-Rachenraum vorkommen. Der Arzt wird bei gegebenem Anlass eine schwerwiegende Bakterienerkrankung wie Gasbrand ausschließen. Wegweisend sind hier das Befinden des Patienten und die Krankengeschichte.

Symptome: Je nach Art der Verletzung können die Beschwerden von geringfügig bis zu einem heftigen Hals-, Brust-, Schulter- und Rückenschmerz, Husten, Atemnot, blau-violetter Verfärbung der Haut (Zyanose), veränderter Stimmlage, eventuell auch Krämpfen (bei Gasembolie des Gehirns) oder Schock und Bewusstseinsverlust reichen. Am Hals, bei leichten Formen nur in der vorderen Halsgrube, zeigt sich das Hautemphysem mit einer beim Berühren knisternden, weichen, hautfarbenen Schwellung.

Diagnose: Wichtige diagnostische Kriterien sind die Krankengeschichte, der Unfallhergang, der Befund, gegebenenfalls auch der Nachweis der Luft im Gewebe
(Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Computertomografie). Der Arzt kann beim Abhören des Brustkorbes eventuell ein schabendes Geräusch hören. Die weiteren Schritte bestimmt die klinische Situation.

Therapie: Bei stabilem Zustand und nur leichten Beschwerden kann nach der Erstbehandlung abwartendes Beobachten vertretbar sein, da der Körper die Luft allmählich resorbiert. Die ärztliche Kontrolle muss jedoch gewährleistet sein. In jedem Fall ist umgehend eine genaue medizinische Untersuchung notwendig. Einen Tauchverletzten mit vermuteter Dekompressionskrankheit behandeln Ärzte in der Regel schnellstmöglich mit 100 Prozent Sauerstoff. Die weitere Therapie richtet sich nach der Ausprägung und Ursache des Hautemphysems. Es kann eine Behandlung in einer Überdruckkammer notwendig sein. Bei anderen Verletzungen wird der Betroffene notfallmäßig in einer Klinik unfall- oder lungenchirurgisch beziehungsweise intensivmedizinisch versorgt. Zuständig für Diagnose und Therapie: ein Tauchmediziner, der Notarzt, gegebenenfalls ein Unfall- oder Lungen- (Thorax-)chirurg.

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