Ausfluss bei der Frau

Ausfluss aus der Scheide kann normal sein, aber auch auf Scheideninfektionen oder andere krankhafte Ursachen hinweisen. Au├čerdem spielen seelische Einfl├╝sse eine Rolle. Was Frauen beachten sollten

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 03.07.2018

Frauen kennen das, sie haben mal mehr, mal weniger Ausfluss. Aus der Scheide (Vagina) sondert sich ein geruchloses, weißlich-milchiges Sekret ab. Vor allem in der Zyklusmitte wird der Ausfluss (Fluor vaginalis) häufig etwas stärker. Auch Nervosität, Stress, seelische Belastungen können diese normale Ausscheidung beeinflussen.

In der Schwangerschaft ist die Sekretion ebenfalls erhöht. Schon vor der Pubertät können junge Mädchen ein weißliches Sekret bemerken. Mit den Wechseljahren wird die Scheide in der Regel trockener, dafür aber anfälliger für krankhaften Ausfluss. Immer sind dabei die weiblichen Geschlechtshormone mit im Spiel, allen voran die Östrogene.

Vaginalsekret: Natürlicher Schutz für die Scheide

Die Scheidenflüssigkeit ist eine Flüssigkeit aus den Schleimhautzellen der Vagina. Sie enthält in wechselnder Zusammensetzung abgeschilfertes Zellmaterial, Schleim aus dem Gebärmutterhals, Salze und Mikroorganismen, vor allem Milchsäurebakterien. Diese bilden Milchsäure aus Stärkevorräten in den Scheidenhautzellen und sorgen so für ein saures Milieu (ph-Wert etwa 3,8 bis 4,4). Das ist wichtig, um Krankheitskeime und Pilze abzuwehren beziehungsweise sie daran zu hindern, sich zu vermehren und Krankheitsprozesse in Gang zu setzen. Bei sexueller Aktivität kommt noch Sekret aus speziellen kleinen Drüsen am Scheideneingang dazu.

Was ist eine bakterielle Vaginose?

Eine Störung des bakteriellen Gleichgewichtes in der Scheide führt zur Besiedlung mit untypischen Keimen, zum Nachteil der angestammten Milchsäurebakterien. Fachbegriff: Bakterielle Vaginose. Weder liegt bei dieser "Dysbiose" aber eine Infektion noch eine Scheidenentzündung vor. Die genauen Ursachen sind unklar.

Ärzte haben aber bestimmte Risikofaktoren im Blick, etwa hormonelle Schwankungen, vorausgegangene Behandlung mit Antibiotika, Rauchen, genetische Faktoren, teilweise auch sexuelle Aktivität (mehr in der Liste weiter unten). In der Schwangerschaft ist eine bakterielle Vaginose besonders bedeutsam, weil sie zu einer Frühgeburt oder Gebärmutterinfektion bei der Entbindung führen kann. Weiteres zum Thema im Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Ursachen: Scheideninfektionen".

Wie es zu Entzündungen im Intimbereich kommt

Verändert sich die Scheidenflüssigkeit in der Farbe, der Beschaffenheit und im Geruch, kommen ein unangenehmes Jucken, Brennen oder Schmerzen außen oder innen im Scheidenbereich dazu, ist ihre natürliche Zusammensetzung, das Milieu, aus unterschiedlichen Gründen gestört. Keime wie Bakterien, Viren, Pilze oder andere Arten haben sich ausgebreitet und führen zu Scheidenentzündungen. Eine veränderte Scheidensekretion kann auch auf Geschlechtskrankheiten oder eine Krebserkrankung hinweisen.

Achtung: Pilze wie der Hefepilz Candida albicans besiedeln häufig die Scheide, ohne sich bemerkbar zu machen und Schaden anzurichten. Aber: Wenn das Milieu aus dem Gleichgewicht gerät und die Pilze überhand nehmen, können sie Entzündungen auslösen. Das gilt auch für andere Mikroorganismen. Bestimmte Infektionen allerdings, wie bei Geschlechtskrankheiten, oder krankhafte Veränderungen durch einen Tumor kann selbst eine intakte Scheidenflüssigkeit nicht mehr abwehren. Auch mit dem Mangel an Geschlechtshormonen in den Wechseljahren sinkt die Keimabwehr.

Krankheitserreger, die Scheidenentzündungen auslösen, werden sehr häufig über sexuellen Kontakt übertragen. Auch Infektionen beziehungsweise Gesundheitsprobleme in benachbarten Bereichen, zum Beispiel von Anus, Harnröhre oder Darm, können auf die Geschlechtsorgane der Frau übergreifen.

Der äußere Genitalbereich, die Vulva, umfasst vor allem die Schamlippen, Klitoris und den Scheidenvorhof. Zum inneren Genitalbereich zählen die Vagina, Gebärmutterhals und Gebärmutter (Uterus) sowie Eileiter und Eierstöcke. Entzündlicher Ausfluss kann in beiden Bereichen entstehen. Wenn eine Scheideninfektion (Kolpitis, Vaginitis) auch den Bereich der Vulva (Vulvitis) und umgekehrt betrifft, verwenden Mediziner den umfassenderen Begriff Vulvovaginitis.

Faktoren, die das natürliche Scheidenmilieu angreifen

  • Übertriebene beziehungsweise falsche Intimhygiene. Wenn Frauen sich mit normaler Seife intensiv waschen, Intimdeodorants anwenden oder gar tiefer gehende Spülungen durchführen, bringen sie damit den Selbstreinigungsmechanismus der Scheide und das Gleichgewicht zwischen dem Scheidenmilieu und den natürlich vorhandenen Keimen durcheinander. Es kommt zu Reizungen, das saure Milieu verändert sich. Bakterien und Pilze können sich vermehren und leichter in die Scheide eindringen. Vermehrter Ausfluss und Scheidenentzündungen sind häufig die Folge. Auch Tampons, die zu lange in der Scheide verbleiben oder vergessen werden, sowie eng anliegende, synthetische Wäsche und Kleidung stören die ausgleichenden Prozesse im Bereich der Vulva und dann der Scheidenflüssigkeit. Auch falsches Säubern nach dem Stuhlgang, von hinten nach vorne, befördert Pilze und Keime aus der Analzone in Vulva und Scheide. Beim Geschlechtsverkehr kann unter anderen bakterienhaltiges Smegma, das sich bei mangelnder Hygiene des Partners unter der Penisvorhaut anlagert, in die Scheide gelangen.
  • Verhütungsmittel wie Spirale, Schaumzäpfchen. Mechanische und chemische Reize können zu vermehrtem Ausfluss führen.
  • Allergien. Allergische Reaktionen, sei es zum Beispiel auf Latex von Kondomen, wirken sich mitunter auf das Gleichgewicht im Vaginalsekret aus. Ansonsten werden Kondome in der Regel vertragen und gerade auch als Schutz gegen viele sexuell übertragene Krankheiten empfohlen! Seifen, Desinfektionsmittel, Intimsprays, synthetische Textilien oder bestimmte äußerlich wie innerlich angewandte Arzneimittel können Allergien im äußeren beziehungsweise inneren Genitalbereich auslösen und zu Entzündungen führen. 
  • Eine Therapie mit Antibiotika. Über längere Zeit eingenommen, beeinflussen Antibiotika bisweilen auch das Scheidenmilieu.
  • Hormonschwankungen in der Pubertät, Schwangerschaft und in den Wechseljahren. Die weiblichen Geschlechtshormone, insbesondere die Östrogene, sind die entscheidenden Regler für das Scheidenmilieu. So sind zum Beispiel Frauen in den Wechseljahren wegen Hormonmangels und nachlassender Scheidensekretion anfälliger für Scheidenentzündungen. Auch die Antibabypille verändert häufig den natürlichen Säureschutz.
  • Geschwächte Abwehrkräfte. Ist das Immunsystem durch Krankheit oder Stress und psychische Belastungen angegriffen, wirkt sich das auch auf das Scheidenmilieu aus. Häufig haben Pilze jetzt leichtes Spiel. Ebenso kann eine Behandlung mit Medikamenten, die die Immunabwehr verringern, zum Beispiel mit Kortisonpräparaten, Scheidenentzündungen begünstigen.
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Der erhöhte Blutzuckerspiegel fördert vor allem die Vermehrung von Pilzen, da sich Hefepilze zum Beispiel von Zucker ernähren. Auch sind die Abwehrkräfte durch die Diabetes-Erkrankung geschwächt.
  • Entzündungen im Bereich der Geschlechtsorgane. Entzündliche Vorgänge im Unterleib, an den inneren wie äußeren Geschlechtsorganen stören das natürliche saure Milieu.
  • Tumoren in der Scheide, am Gebärmutterhals, an der Gebärmutter. Dabei kann es sich um harmlose Polypen, gutartige Geschwülste, aber auch um Krebsformen handeln. Alarmzeichen ist unter anderem ein blutiger Ausfluss.

Ausfluss: Wann zum Arzt?

Wenn der natürliche Ausfluss sein Aussehen verändert, stärker wird und riecht, sollte eine Frau aufmerksam werden und ihren Frauen- oder Hautarzt befragen. Das gilt besonders, wenn weitere Krankheitszeichen dazu kommen, wie Juckreiz, Brennen, Rötungen und Schwellungen im Schambereich. Bei Bauchschmerzen beziehungsweise Schmerzen im Unterbauch, Fieber oder Blutbeimengungen aus der Scheide sollten die Betroffenen sofort zum Frauenarzt gehen.

Die Art des Ausflusses sowie eventuell begleitende Krankheitszeichen können schon erste Hinweise geben. Eine eingehende Untersuchung wird dann den Behandlungsweg weisen, in die häufig auch der Sexualpartner mit einbezogen werden muss.

Mehr zu den möglichen Ursachen, den jeweils kennzeichnenden Symptomen sowie Informationen zu Diagnose und Therapie in den folgenden Kapiteln dieses Artikels (siehe Übersicht am Anfang des Textes).

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Bakterielle Vaginose

Symptome: Der Ausfluss ist deutlich stärker als üblich, farblos bis gräulichund riecht unangenehm fischartig. Er ist oft dünnflüssig oder schaumig. Juckreiz und Brennen im Intimbereich, Schmerzen beim Wasserlassen und beim Sex können dazukommen. Beschwerden können aber auch fehlen.

Ursache: Sehr oft sind Bakterien mit dem Namen Gardnerella vaginalis Ursache für einen Ausfluss. Auch weitere Mikroorganismen können auftreten. Häufig lassen sich mehrere Bakteriengruppen gleichzeitig in krankmachender Überzahl nachweisen.

Diagnose: Der Frauenarzt wird nach einem Vorgespräch die Scheide untersuchen, eine Sekretprobe entnehmen, den Säuregrad (ph-Wert) des Sekrets bestimmen (Normalbereich: etwa 3,8 bis 4,4) sowie den Ausfluss analysieren. Im Mikroskop sind die Erreger oft schon zu erkennen. Wenn erforderlich erfolgen weitere Laboruntersuchungen.

Therapie: Je nach Diagnose und Beschwerden können bestimmte Antibiotika zum Einsatz kommen, in erster Linie in Form von Tabletten zum Einnehmen (es gibt unterschiedliche Einnahmeschemata), in der Schwangerschaft mit entsprechenden Vaginaltabletten oder Vaginalcreme. Nach der Erstbehandlung kann der Arzt Milchsäurepräparate (zum Beispiel Scheidenzäpfchen mit Lactobazillen oder vergleichbare Zubereitungen) verordnen, die helfen, das angegriffene Scheidenmilieu zu verbessern. Dazu trägt auch eine veränderte Intimpflege bei (siehe Kapitel "Therapie und Selbsthilfe"). Bei Wiederauftreten der Dysbiose wird der Frauenarzt die Antibiotika über eine längere Dauer verordnen und eine Mitbehandlung des Partners prüfen.

Entzündungen der Geschlechts- und Harnorgane durch Chlamydien

Symptome: Das Tückische an einer Chlamydieninfektion ist, dass sie bei Frauen auch ohne deutliche Beschwerden ablaufen kann. Ein Hinweis kann es sein, wenn der männliche Partner einen brennenden, eitrigen Ausfluss hat. Bei häufig wechselnden Partnern ist es natürlich schwierig, solchen Anzeichen nachzugehen, außerdem kann die Ansteckung schon länger zurückliegen. Krankheitszeichen bei der Frau ist manchmal ein vermehrter Ausfluss, der auch leicht blutig und mit Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen verbunden sein kann.

Ursache: In die Reihe der sexuell übertragbaren Krankheiten (STI, engl. sexually transmitted infections) gehören Infektionen mit einer Bakterienart namens Chlamydien. Sie finden sich häufig bei bakteriell infiziertem Ausfluss. Chlamydien siedeln in den Zellen und greifen die Schleimhäute der Harn- und der inneren Geschlechtsorgane an. Zunächst befallen sie den Gebärmutterhals (Zervix uteri) und verursachen dort eine Entzündung (Zervizitis).

Die Folgen einer unbehandelten Chlamydieninfektion sind mitunter schwerwiegend. Dazu gehören Fehlgeburten oder Unfruchtbarkeit. Auch die Schleimhäute im Bereich der Augen können betroffen werden, beim Mann die Harnröhre, die Nebenhoden, die Prostata. Wichtig sind deshalb regelmäßige Untersuchungen beim Frauenarzt. Für junge Frauen bis zum 25. Lebensjahr gehört eine jährliche Vorsorgeuntersuchung (Chlamydien-Screening) zur Kassenleistung.

Diagnose: Wenn die Schleimhaut des Gebärmutterhalses entzündet ist, kann der Arzt dies bei der Scheidenuntersuchung feststellen. Unter dem Mikroskop sieht er in einer kleinen Probe viele Entzündungszellen. Der Erreger muss allerdings im Labor nachgewiesen werden. Das ist mit speziellen Untersuchungen an Abstrichmaterial möglich oder mit einer Gewebekultur.

Therapie: Die Infektion lässt sich meist sehr erfolgreich mit Antibiotika behandeln. Die Therapie sollte auch den Partner miteinbeziehen. Bei wechselnden Partnern ist ein Schutz durch Kondome (geschützter Sex, safer sex) unerlässlich.

Scheidenentzündungen bei Pilzinfektionen

Symptome: Das Scheidensekret ist weißlich und krümelig. Starkes Jucken, Brennen und Schmerzen sind weitere verdächtige Symptome. Die Schamlippen und der Scheideneingang sind mit fortschreitender Erkrankung gerötet und geschwollen, Brennen beim Wasserlassen kommt häufig hinzu. Etwa ein Viertel der betroffenen Frauen haben allerdings keine Beschwerden.

Ursache: Spross- und Hefepilze wie Candida albicans gehören zu den häufigsten Erregern von Entzündungen der Vulva und Vagina, also einer Vulvovaginitis, überhaupt. Es gibt noch weitere Hefepilzarten. Infektionen mit Candida werden unter dem Begriff Soor zusammengefasst (weitere Fachbegriffe hier: Soorkolpitis, vaginale Candidiasis). Hefepilze gehören zum normalen Keimspektrum in der Scheide, wo sie sich normalerweise mit den Milchsäurebakterien im Gleichgewicht befinden. Aber auch im Magen-Darm-Trakt sind sie heimisch. Kommen sie in krankhafter Häufung im Genitalbereich vor, sind oft hormonelle Schwankungen begünstigend. Schwangere sind besonders betroffen, auch Frauen in den Wechseljahren. Falsch verstandene Intimhygiene, etwa nach dem Stuhlgang Säubern in Richtung Scheide, kann ebenfalls verantwortlich sein.

Weitere ursächliche Rollen spielen eine geschwächte Immunabwehr (auch durch eine das Immunsystem unterdrückende Therapie), Diabetes oder Stress. Häufige Schwimmbad- und Whirlpoolbesuche können die Ansteckungsgefahr erhöhen, vor allem da durch die Feuchtigkeit die Haut im äußeren Genitalbereich aufweicht und dann weniger widerstandsfähig ist. Auch eine bereits bestehende sexuell übertragene Genitalinfektion kann vaginalen Pilzbefall begünstigen.
! Info: Scheidenpilz ist keine Geschlechtskrankheit. Er wird nicht nur beim Sex übertragen, sondern auch via Darmtrakt und bei unzureichender Hygiene (siehe nächster Absatz).

Diagnose: Neben den genannten Kennzeichen des Ausflusses und den zusätzlichen Beschwerden erkennt der Frauenarzt einen Soor an weißlich-grauen Belegen am Scheideneingang, an der Scheidenwand und eventuell am Gebärmutterhals. Auch ohne Beläge sind die Bereiche entzündlich gerötet. Diese Befunde können aber manchmal fehlen. Unter dem Mikroskop zeigt der Scheidenabstrich ab einer signifikanten Keimzahl schon die typischen Merkmale einer Candidabesiedlung. Bei Bedarf wird noch eine Kultur zur Absicherung der Diagnose angelegt.

Therapie: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die gegen Hefepilze wirken (Antimykotika). Sie werden als Vaginalzäpfchen oder -tabletten (für die Scheide) und Cremes (für den äußeren Intimbereich) angewendet. Bei wiederholten Rückfällen werden sie als Tabletten eingenommen. Ferner sollten die betroffenen Frauen keine Tampons verwenden, solange die Entzündung anhält, keine Scheidenspülungen vornehmen und Wäsche, Handtücher und Waschlappen täglich wechseln. Der Partner sollte bei den ersten Anzeichen der Infektion mitbehandelt werden (örtliche Therapie). Die Betroffenen sollten sich während der Behandlung durch Kondome beim Sex schützen.

! Achtung: Einige örtlich wirkende Pilzmittel können Kondome beschädigen.

Scheidenentzündungen durch Trichomonaden

Symptome: Die Betroffenen haben starken, eher dünnflüssigen Ausfluss, der gelblich bis bräunlich oder grünlich ist und scharf riecht. Dazu kommen Jucken und Brennen, eine gerötete Vagina. Die Entzündung kann auf die Harnröhre übergreifen und verursacht Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Es gibt auch symptomlose Verläufe.

Ursache: Infektionen mit dem Erreger Trichomonas vaginalis zählen zu den sexuell übertragbaren Krankheiten (mithin die häufigste sexuell übertragene Infektion weltweit). Eine Frau kann sich aber auch auf anderem Wege eine Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis) zuziehen. Der Erreger ist ein Parasit, der oft im Scheidensekret vorkommt, auch ohne Beschwerden zu verursachen. Sehr häufig sind Trichomonaden jedoch der Grund für Scheidenentzündungen, oder sie finden sich als Begleitkeim einer bakteriellen Vaginose (siehe oben). Denn nicht selten sind zusätzlich noch andere Bakterien präsent oder auch Pilze, die dann ihrerseits für bestehende Beschwerden verantwortlich sein können.

Diagnose: Die Beschaffenheit des Vaginalsekrets und die Entzündungszeichen in der Scheide geben dem Frauenarzt erste Hinweise. Eine mikroskopische Untersuchung des Sekretabstrichs zeigt dem Arzt etwa die einzelligen Parasiten (sogenannte Geißeltierchen oder Flagellaten).

Therapie: Die Infektion lässt in den meisten Fällen sehr erfolgreich mit Medikamenten gegen Parasiten (Nitroimidazolderivate wie Metronidazol) behandeln. Die Mittel werden entweder lokal angewendet oder oral eingenommen, also in Tablettenform geschluckt.
! Wichtig: Gleichzeitige Behandlung des Partners, Therapiekontrollen beim Arzt, geschützter Sex.

Scheidenentzündungen durch Viren: Genitalherpes

Häufige Erreger sind die Herpes-simplex-Viren.
Symptome:
Die Erstinfektion äußert sich durch Rötungen und schmerzhafte Bläschen an Schamlippen und Scheideneingang. Ausfluss ist möglich. Häufig brennt und juckt es im entzündeten Bereich. Aus den Bläschen bilden sich kleine Geschwüre, die dann verkrusten und eintrocknen. Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Kreuzschmerzen sowie Schwellung von Lymphknoten im Leistenbereich können insbesondere bei der Erstinfektion dazukommen.

Ursache: Es gibt HS-Viren, die vornehmlich den Mundbereich angreifen und zu Lippenherpes führen (Herpes labialis), andere befallen den Genitalbereich und lösen unter anderem Scheideninfektionen aus. Der Herpes genitalis ist eine sehr weit verbreitete sexuell übertragbare Erkrankung. Nach einer ersten, oftmals allerdings auch unbemerkten Ansteckung im Genitalbereich verbleiben die Viren in rückenmarksnahen Nervenknoten, meist im Kreuzbereich (Sakralganglien), und können von da aus wieder in die hautnahen Nervenendigungen gelangen. Kennzeichnend sind dann typische Hautausschläge. Für eine solche erneute Aktivierung könnten eine Abwehrschwäche, zum Beispiel durch Aids oder eine Krebserkrankung, hormonelle Schwankungen oder andere, noch nicht geklärte Faktoren verantwortlich sein.

Diagnose: Die typischen Entzündungszeichen mit Bläschen im Schambereich geben dem Arzt sichtbare Hinweise. Durch spezielle Nachweismethoden im Labor kann er den Erreger bei Bedarf sicher identifizieren. Bluttests auf Antikörper kommen nur bei besonderen Fragestellungen zum Einsatz.

Therapie: Eine Erkrankung durch HS-Viren lässt sich nicht ursächlich bekämpfen. Virenhemmende Medikamente (Virustatika) können jedoch die Vermehrung der Erreger und damit die Dauer und Schwere der Symptome verringern. Bei einem Genitalherpes werden sie meist in Tablettenform eingenommen. Bei häufigen Rückfällen ist möglicherweise eine Dauertherapie mit Tabletten über mehrere Monate angezeigt. Eine wichtige Rolle spielen Vorsorgemaßnahmen beim Geschlechtsverkehr, zum Beispiel auch, wenn ein Partner Lippenherpes hat, da dieser auf den Genitalbereich übergreifen kann.

Humane Papilloma-Viren (Warzenviren) im Genitalbereich

Symptome: Zunächst verläuft die Infektion vielfach unbemerkt. Feigwarzen (Genitalwarzen, Kondylome) als beet-, polypen- oder auch tumorartige Neubildungen können mitunter vermehrten Ausfluss auslösen, der schleimig, manchmal auch blutig verfärbt sein kann. Oft fehlen jegliche Beschwerden. Warzen im äußeren Genitalbreich können aber optisch und mechanisch störend sein.

Ursache: Humane Papilloma-Viren sind für in der Regel harmlose Warzen an vielen Körperstellen verantwortlich. Frauen, die sich in der Genitalregion mit diesen Viren anstecken, haben anfangs meist keine Symptome. Nach einiger Zeit können sich sogenannte Feigwarzen im Genitalbereich bilden, allerdings nicht bei allen Betroffenen. Die Warzen bleiben unterschiedlich lange, manchmal bis zu Jahren, bestehen. Mitunter heilen sie auch spontan ab. Verantwortlich sind hier überwiegend sogenannte Niedrig-Risiko-HP-Viren.

Bestimmte riskante HP-Virentypen nisten sich in Zellen ein und führen zu Zellveränderungen. Diese können problemlos ausheilen oder aber entfernt werden. Bisweilen allerdings sind sie Ausgangspunkt für bösartige Tumoren im Genitalbereich, die sich oft erst viele Jahre später entwickeln können. Gefährdet sind hier vor allem der Gebärmutterhals, die Scheide, die Schamlippen oder auch der Anusbereich (siehe Kapitel "Ausfluss bei der Frau: Gutartige Tumoren, Krebs").

Diagnose: Im Bereich der Schamlippen (Vulva) kann der Arzt die Diagnose bereits bei der Untersuchung als "Blickdiagnose" stellen. Flache Herde treten nach Betupfen mit verdünnter Essiglösung deutlicher hervor. Bei unklaren Befunden wird der Arzt eine Gewebeprobe untersuchen lassen. Was den Gebärmutterhals betrifft, sokann ein Abstrich-Test (Pap-Test) frühzeitig zeigen, ob dort Zellveränderungen vorhanden sind und, wenn ja, wie ausgeprägt. Sie können mit der Aktivität gefährlicher Virustypen verknüpft sein. Doch selbst wenn solche zusätzlich nachgewiesen werden (dafür gibt es spezielle HPV-Tests), ist das nicht unbedingt ein Grund, besorgt zu sein. Die Infektionen heilen oft von selbst ohne Folgen aus, besonders bei jüngeren Frauen.

Nur in der Minderheit der Fälle kommt es zu Gebärmutterhalskrebs. Da andererseits bei etwa 70 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs insbesondere zwei riskante HPV-Stämme (die Typen 16 und 18) beteiligt sind, sollten Frauen, die einen dieser Virustypen in sich tragen, öfter Kontrollen durchführen lassen. So lassen sich Zellveränderungen rechtzeitig entdecken und gegebenenfalls behandeln. Liegt der Testwert in einem oberen Bereich, sind weitere Untersuchungen des Gewebes angezeigt.

Therapie: Meistens sind Feigwarzen harmlos und verschwinden auch von selbst wieder. Je nach Untersuchungsergebnis kann es der Arzt auch für notwendig halten, die Warzen zu entfernen. Das kann je nachdem, wie groß sie sind und wo sie sich befinden, durch Abtragung chirurgisch, mit Laser oder anderen Techniken in einem kleinen Eingriff geschehen. Zur lokalen Therapie trägt der Arzt manchmal auch bestimmte ätzende Lösungen auf. Es gibt außerdem örtliche Präparate zur Selbsttherapie, etwa Inquimod. Leider kehren die Warzen häufig zurück. Auch Polypen wird der Arzt beseitigen, nicht ohne das Gewebe genauer untersuchen zu lassen.

Wichtig ist es für infizierte Frauen, zusätzlich ihr Scheidenmilieu zu verbessern, Stress abzubauen und ihr Immunsystem durch eine gesunde Lebensweise zu stärken.

! Wichtig: Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten möglichen Krebserregern. Empfohlen wird sie derzeit von der Ständigen Impfkommission für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 17 Jahren. Falls verpasst, sollte sie so früh wie möglich, jedenfalls bis zum Alter von 17 Jahren, nachgeholt werden. Für Mädchen ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen geregelt. Für Jungen ist das auf dem Wege; Eltern sollten sich in der Übergangszeit mit der Krankenkasse absprechen. Auch nach einer Konisation des Gebärmutterhalses bei jungen Frauen wegen höhergradiger Gewebeveränderungen (sogenannte Postkonisationsprophylaxe) wird die Impfung empfohlen.

Spätestens bis zum 18. Lebensjahr sollten verpasste Impfungen aufgeholt worden sein. Die Impfung kann die Vorsorge durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen jedoch keinesfalls ersetzen. Das heißt: Die ab dem Alter von 20 Jahren vorgesehenen kostenlosen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt unbedingt wahrnehmen. Mehr dazu und zum Thema Krebsvorstufen am Gebärmuttterhals wiederum im Kapitel "Ausfluss bei der Frau: Gutartige Tumoren, Krebs" in diesem Beitrag.

Klassische Geschlechtskrankheiten – Gonorrhö und Syphilis

Symptome: Ein eitriger, gelblich-grünlicher Ausfluss verbunden mit Brennen beim Wasserlassen, Rötungen, schmerzhaften Schwellungen am Scheideneingang können auf eine Gonorrhö hinweisen. Anzeichen für eine Erstinfektion mit Syphilis ist ein wässriges Knötchen und später Geschwür, das am Scheideneingang, den Schamlippen oder der Klitoris auftreten kann. Schwellungen und Rötungen im umgebenden Bereich kommen dazu.

Ursache: Die klassischen Geschlechtskrankheiten, die bis zum Jahre 2000 meldepflichtig waren, sind Gonorrhö (Tripper), Syphilis oder Lues (harter Schanker), Ulcus molle (weicher Schanker) und das Lymphogranuloma venereum. Syphilisfälle sind nur noch anonym zur allgemeinen Datenerhebung zu melden oder, wenn sich die Erkrankten nicht behandeln lassen. Meistens werden diese Krankheiten durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Infektionen wie jene mit dem HI-Virus (falls nicht frühzeitig behandelt: Aidskrankheit) oder Hepatitis B werden zwar unter anderem auch sexuell übertragen, die Symptome betreffen aber überwiegend nicht die Genitalorgane.

Die häufigste klassische Geschlechtskrankheit ist die Gonorrhö (Tripper), vor allem unter jungen, sexuell aktiven Leuten. Sie wird durch Bakterien namens Gonokokken (Neisseria gonorhroeae) verursacht. Diese befallen vor allem die Schleimhäute im Blasen- und Genitalbereich. Unfruchtbarkeit kann eine der Folgen einer unbehandelten Gonorrhö sein.

Syphiliserkrankungen sind Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland deutlich zurückgegangen, dank Aufklärung und guter Behandlungsmöglichkeiten, aber in den letzten Jahrzehnten wieder angestiegen, auch im Zuge von Infektionen mit dem HI-Virus (HIV und Aids). Die Krankheit verläuft in drei typischen Stadien und kann schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen mit sogar tödlichem Ausgang haben, wenn sie nicht behandelt wird. Die beiden anderen oben genannten Geschlechtskrankheiten sind in Mitteleuropa eher selten.

Diagnose: Bei allen genannten Geschlechtskrankheiten geben die typischen Hautveränderungen und weitere Krankheitszeichen dem Arzt wichtige Hinweise für die Diagnose.
Gonorrhö: Durch eine mikroskopische Untersuchung des Abstrichs aus der Scheide beziehungsweise von den betroffenen Stellen lassen sich Gonokokken nach Anfärben feststellen. Den sicheren Nachweis liefert eine Bakterienkultur im Labor.
Syphilis: Auch hier kann mit einem speziellen mikroskopischen Verfahren der Erreger aus dem Sekret der Geschwüre bestimmt werden. Ein negativer Befund schließt die Infektion nicht aus. Zielführend sind Bluttests von Antikörpern gegen den Syphilis-Erreger (erst Suchtests, dann spezieller Bestätigungstest). Antikörpertests dienen auch zur Verlaufskontrolle der Behandlung.

Therapie: Sowohl Gonorrhö und Syphilis als auch die anderen beiden Geschlechtskrankheiten (Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum) sind mit Antibiotika gut zu behandeln. Entscheidend für den Rückgang dieser Krankheiten ist neben einer konsequenten Behandlung der Erkrankten die Vorbeugung durch geschützten Geschlechtsverkehr und weitere Schutzmaßnahmen, wie sie auch für andere sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV-Infektion/Aids gelten, unter anderem Partnerbehandlung.

Entzündungen am Gebärmutterhals und an der Gebärmutter

Symptome: Eine Gebärmutterhalsentzündung kann sich durch verstärkten Ausfluss äußern, je nach Ursache aber auch unbemerkt bleiben. Unregelmäßigkeiten bei der Regelblutung wie zum Beispiel Zwischenblutungen oder eine verlängerte Menstruation sind oft die einzigen Anhaltspunkte für eine Gebärmutterentzündung. Breitet sich die Entzündung in tiefere Gebärmutterschichten aus, kommt es zu Schmerzen im Unterbauch und Fieber.

Ursachen: Die Haupterreger sogenannter aufsteigender Infektionen, die sich auf den Gebärmutterhals ausdehnen, sind Chlamydien oder Gonokkoken, die Erreger der Gonorrhö (siehe Kapitel "Scheideninfektionen"). Eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut ist selten, da die Gebärmutter über natürliche Schutzmechanismen verfügt. So stößt sie im Rahmen des Zyklus Schleimhaut ab oder dichtet immer wieder den Muttermund mit einem Schleimpfropf ab. Während der Regelblutung, einer Geburt oder Fehlgeburt wird die Barriere zwischen Gebärmutterhals und Gebärmutter allerdings durchbrochen und bestehende Infektionen können aufsteigen. Dieses potenziell gefährliche Situation kommt bei uns heute allerdings nur noch selten vor. Operative Eingriffe an der Gebärmutter oder die Spirale ermöglichen es mitunter Krankheitskeimen, sich nach oben auszubreiten. Seltener dringen die Erreger auch über die Blutbahn ein.

Diagnose: Um eine Gebärmutterentzündung feststellen zu können, ist unter anderem die Krankengeschichte der Patientin wichtig, so zum Beispiel, ob sie eine Spirale trägt oder Eingriffe an der Gebärmutter hatte. Bei der gynäkologischen Tastuntersuchung reagiert die Gebärmutter auf Druck vermehrt mit Schmerzen. Eventuell fühlt sie sich verändert an, etwa aufgelockert oder eher prall-elastisch. Bei der Untersuchung mit dem Spekulum (Spiegeluntersuchung), sodann mit der Lupe (Kolposkopie beziehungsweise Videokolposkopie) sieht der Gynäkologe häufig Entzündungszeichen am Gebärmuttermund und Beläge.

Eine Ultraschalluntersuchung kann weitere Informationen liefern. Laboruntersuchungen von Vaginal- und Gebärmutterhalssekret und Gewebeproben können die Diagnose festigen. Da bei Blutungsstörungen wie auch Eiterbildung eine bösartige Veränderung ausgeschlossen werden muss, ist für die Diagnose eine Ausschabung (Abrasio) notwendig, je nach Umstand unter begleitender Behandlung mit Antibiotika. Auch bei Hinweisen auf zurückgebliebene Reste eines Mutterkuchens (Plazenta) wird der Frauenarzt eine Abrasio vornehmen.

Therapie: Die Behandlung umfasst Antibiotika, Bettruhe und Unterstützung durch Auflegen einer Eisblase. Weitere Maßnahmen, etwa Gabe eines Mittels, das die Gebärmutter zusammenzieht, eine eventuell notwendige Entfernung einer liegenden Spirale oder entzündlicher Gewebeveränderungen, entscheidet der Arzt je nach Diagnose. Ist die Entzündung auf die Gebärmutterschleimhaut begrenzt (Endometritis), unterstützt mitunter eine kurzfristige Hormontherapie die Abheilung.

Entzündungen an den Eileitern und Eierstöcken

Symptome: Ein starker, unangenehm riechender, eitriger Ausfluss, Brennen und Jucken weisen auf die ursächliche Scheideninfektion hin. Dazu können bei einer akuten Eileiterentzündung starke Schmerzen im Unterleib auf einer oder beiden Seiten, Fieber, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden und ein allgemeines Krankheitsgefühl kommen. Es treten mitunter auch Zwischenblutungen oder stärkere Regelblutungen sowie Schmerzen im Kreuz auf, häufig bei chronischen Entzündungen. Das Krankheitsbild kann allerdings auch nahezu symptomlos sein.

Hintergrund: Die sogenannte Adnexitis, so der Fachbegriff für Unterleibsentzündungen mit Schwerpunkt Eileiter und Eierstock, ist ein vielfältiges, häufig schwerwiegendes Krankheitsbild. Sie kann akut auftreten oder chronisch verlaufen, dabei immer wieder akut aufflammen. Symptome können nahezu fehlen oder akut stark bis lebensbedrohlich sein, etwa wenn die Entzündung sich in den Bauchraum ausbreitet. Beide Umstände können die Diagnose zunächst erschweren. Auch nach der Therapie können Narben und Verwachsungen bleiben. Zu den möglichen Folgen gehören Menstruationsstörungen, wechselnde Unterleibsschmerzen, Kreuzschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Unfruchtbarkeit und psychische Beeinträchtigungen.

Ursachen: Ärzte unterscheiden aufsteigende und absteigende Unterleibsinfektionen. Aus dem unteren Genitalbereich aufsteigende Erreger wie Gardnerella vaginalis, Chlamydien, Gonokkoken (siehe oben), Bakterien namens Mykoplasmen oder Darmkeime können in die Gebärmutter gelangen und von dort auf den oder die Eileiter / Eierstöcke übergreifen. Selten können sich Infektionen nach Eingriffen an der Gebärmutter, Einlegen der Spirale oder nach der Geburt entwickeln.

Abszesse oder Entzündungen im Unterleib wie eine Blinddarmentzündung oder Darmentzündungen anderer Art sind weitere mögliche Ausgangspunkte (absteigende Infektionen). Eine Adnexitis kann aber auch selbst die Ursache für einen Abzess sein. Selten sind Übertragungen von Keimen über die Blutbahn möglich.

Vorrangig betroffen sind junge, sexuell aktive Frauen bis zum Alter von etwa Mitte 20. Danach tritt die Erkrankung nicht mehr so häufig auf. Die Infektion kann unbehandelt den Bauchraum erfassen und / oder zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Diagnose: Die Krankengeschichte und eine Tastuntersuchung geben häufig ersten Aufschluss. Meist schmerzt es, wenn der Arzt den erreichbaren Teil der Gebärmutter berührt oder verschiebt. Womöglich tastet er auch ein geschwollenes Gebilde seitlich im Unterbauch. Ein Abstrich vom Gebärmutterhals wird mikroskopisch und im Labor auf mögliche Erreger untersucht; dabei wird auch einer Erregerkultur angelegt. Blut- und Urintests können weiteren Aufschluss geben, ebenso eine Ultraschalluntersuchung.

Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird zur Diagnosesicherung dann durchgeführt, wenn die ersten Untersuchungen keine zuverlässigen Ergebnisse gebracht haben oder die Behandlung ohne Erfolg blieb. Bei dem Eingriff sind je nach Befund auch therapeutische Maßnahmen möglich.

Therapie: An erster Stelle steht eine Behandlung mit Antibiotika. Ergänzend kann ein entzündungshemmendes Präparat bewirken, dass innere entzündliche Schwellungen und Schmerzen schneller zurückgehen. Physikalische Therapiemaßnahmen unterstützen den Heilungsprozess oft. Eine Spirale wird der Arzt vermutlich entfernen. Es ist wichtig, dass eine Eileiterentzündung frühzeitig und konsequent, normalerweise im Krankenhaus, behandelt wird, damit sich die Entzündung nicht verschleppt und chronisch wird.

Haben sich im Zuge des Krankheitsverlaufs dennoch weitere Entzündungsherde oder Abszesse im Bauchraum gebildet und / oder das Befinden sich akut verschlechtert, ist im Allgemeinen ein operativer Eingriff notwendig. Bei einer chronischen Eileiterentzündung erwägen die Ärzte, insbesondere nach fehlendem Ansprechen der Infektion auf eine verlängerte Antibiotikagabe, mitunter einen Eingriff (beispielsweise mittels einer Bauchspiegelung) an Eileitern und Eierstöcken.

Mitbehandlung des Partners ist bei nachgewiesener Infektion zum Beispiel mit Chlamydien, Gonorrhö oder Trichomonaden unverzichtbar.

Gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchungen auf einen Blick

Sie umfassen folgende kostenlosen Maßnahmen:

  • Jährlich ab dem Alter von 20 Jahren eine Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) zu Unterleibsbeschwerden oder beobachteten Verändungen in diesem Bereich, außerdem die Untersuchung der äußeren und inneren Geschlechtsorgane und Entnahme eines Abstrichs zur Beurteilung von Zellveränderungen am Gebärmutterhals;
  • Voraussichtlich ab Ende 2018 für Frauen ab 35 Jahren statt jährlichen Abstrichkontrollen alle drei Jahre eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test;
  • Ab 30 Jahren eine Anamnese bezüglich Brustbeschwerden oder getasteter Verändungen; Abtasten der Brüste und Lymphabflussgebiete auf beiden Körperseiten durch den Arzt; ab dem Alter von 50 bis 69 Jahren außerdem alle zwei Jahre Einladung in ein zertifiziertes Mammografiezentrum zur Röntgenuntersuchung beider Brüste (Mammografie-Screening);
  • Frauen über 65 Jahren sollten weiterhin auch an den gynäkologischen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen der Unterleibsorgane teilnehmen.

Gutartige Geschwülste, zum Beispiel Polypen, und Krebsvorstufen

Symptome: Ein schleimiger, manchmal hell- bis dunkelbräunlicher Ausfluss kann auf Polypen in der Scheide, im Gebärmutterhals und in der Gebärmutter hindeuten. Auch für unregelmäßige Blutungen sind solche gutartigen Schleimhautveränderungen mitunter verantwortlich, etwa als Zwischenblutungen wie Schmier- oder Kontaktblutungen, aber auch als irreguläre Blutung nach den Wechseljahren (eigentlich sollten dann ja keine Blutungen mehr auftreten). Viele betroffene Frauen haben anfangs jedoch keinerlei Beschwerden. Allerdings kann auch ein Fremdkörper in der Scheide, etwa ein vergessener Tampon, einen bräunlichen Ausfluss verursachen.

Ursachen:
Polypen sind ganz überwiegend gutartige Schleimhautwucherungen, die unter anderem im Bereich der Scheide, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter auftreten können. Sie entstehen, wenn sich die Schleimhautzellen übermäßig teilen. Neben entzündlichen Vorgängen durch Infektionen spielen auch die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen eine Rolle. Polypen können in jedem Alter auftreten, gehäuft aber in beziehungsweise nach den Wechseljahren. Eine geschwächte Immunabwehr, Stress und psychische Belastungen sowie eine falsche Intimhygiene beeinflussen das Scheidenmilieu (siehe dazu Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Überblick")) und fördern damit Schleimhautveränderungen.

Krebsvorstufen: Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals (siehe dazu auch: Entzündungen durch humane Papilloma-Viren, Kapitel "Scheidenentzündungen") oder Veränderungen an anderen Stellen der Gebärmutter können je nach Ausprägung auch Vorstufen für eine Krebserkrankung sein. Das bedeutet zwar nicht, dass daraus auch immer ein bösartiger Tumor entsteht, aber der Frauenarzt wird sie regelmäßig kontrollieren und entsprechend behandeln.

Diagnose:

Mit Hilfe eines Kolposkopes beziehungsweise Videokolposkopes kann der Arzt den Muttermund am unteren Gebärmutterhals wie unter einer Lupe betrachten und gezielt einen Zellabstrich entnehmen. Ultraschalluntersuchungen können Aufschluss über weiter innen liegende Wucherungen geben. Spezielle Verfahren wie eine Hysteroskopie, eine Spiegelung des Gebärmutterinneren, ermöglicht es, Polypen von Myomen abzugrenzen. Letztere sind gutartige Geschwülste von Muskelzellen, im vorliegenden Fall solche, die in die Gebärmutterhöhle hineinragen (submuköse Myome). Diese gehen nicht vorherrschend mit verstärktem Ausfluss einher. Gewebeproben können zum Beispiel bei Krebsvorstufen am Gebärmutterhals die Diagnose bestätigen.

Therapie:
Polypen müssen nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Sie werden zur Sicherheit und auch für feingewebliche Untersuchungen in der Regel mittels einer bestimmten Ausschabungstechnik entfernt.

Krebsvorstufen am Gebärmutterhals: Bei ungünstigen Untersuchungsergebnissen, zum Beispiel hohen Werten in einem Pap-Test und Hinweisen auf eine Krebsvorstufe am Gebärmutterhals in weiteren Untersuchungen, wird nach den aktuellen Leitlinien (siehe auch Kapitel "Ausfluss bei der Frau, Fachliteratur", letztes Kapitel dieses Beitrags) folgendes Vorgehen empfohlen):

Vorbeugung Gebärmutterhalskrebs

Bei Frauen bis 24 Jahren mit einem feingeweblich gesicherten Befund aus dem Gebärmutterhals wie CIN 2 (cervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 2; cervikal steht für Gebärmutterhals, Neoplasie für mittelschwere Gewebeveränderung) soll, bei CIN 3 (Grad 3, fortgeschritten) kann eine konservative Vorgehensweise festgelegt werden, wenn diese Gewebeveränderung

• in ihrer gesamten Ausdehnung mittels Kolposkopie (Scheidenspiegelung, Lupenbetrachtung des Gebärmuttermundes am unteren Gebärmutterhals) überwachbar ist

• keine atypische Drüsenzellanteile enthält und

• eine beginnend bösartige Entwicklung mit hoher Sicherheit ausgeschlossen ist.

Ansonsten oder wenn die CIN 2 für mehr als 24 Monate beziehungsweise die CIN 3 für mehr als 12 Monate bestehen bleibt oder die Gewebeveränderung bis in den Kanal des Gebärmutterhalses reicht, sollte eine schonende Entfernung des veränderten Gewebes erfolgen. Welche Technik zur Entfernung des Gewebestücks (Konisation) sich im Einzelnen anbietet, etwa mit Laser, elektrischer Schlinge oder Skalpell, wird der Frauenarzt individuell mit der Patientin besprechen.
! Achtung: Zur krebsvorbeugenden HPV-Impfung siehe ebenfalls im Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Überblick" in diesem Beitrag.

Unterleibskrebs: Die verschiedenen Formen und wie der Arzt vorgeht

Symptome: Ein stark riechender, wässriger, teils blutiger Ausfluss, Blutungen sowie Schmerzen im Beckenbereich gehören zu möglichen Symptomen für bösartige Tumoren im Bereich der Geschlechtsorgane. Blut im Ausfluss, Blutungen außerhalb der Regel beziehungswiese nach der Menopause sind immer Warnzeichen, die umgehend der Arzt abklären sollte. Allerdings entwickeln sich Krebserkrankungen zunächst vielfach ohne deutliche Beschwerden. Deshalb ist es so wichtig, die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen (siehe ebenfalls oben) regelmäßig wahrzunehmen.

Ursachen:

Gebärmutterhalskrebs: Diese Krebserkrankung entsteht überwiegend durch eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren (Warzenviren, siehe oben und Kapitel "Scheideninfektionen", Abschnitt Humane Papilloma-Viren). Allerdings bergen vor allem bestimmte Virentypen die Gefahr einer Krebsentwicklung. Doch selbst eine Infektion mit diesen sogenannten Hochrisikotypen muss nicht unbedingt zu bösartigen Veränderungen der Gebärmutterhalszellen führen.

Die Viren können sich nach einer Erstinfektion aber in den Zellen einnisten und diese bisweilen erst nach Jahren unbemerkter Aktivität verändern. Weitere vorhandene Entzündungen im Genitalbereich könnten einen solchen ungünstigen Verlauf fördern, ebenso die langjährige Einnahme der Antibabypille, Rauchen oder Therapien, die das Immunsystem unterdrücken.

Gebärmutter(körper)krebs ist eine sehr häufige Krebsform bei Frauen vor allem im höheren Lebensalter, nach den Wechseljahren. Hauptrisikofaktoren sind neben dem Alter unter anderem Übergewicht, Kinderlosigkeit, Diabetes, hormonelle Störungen wie beim Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom, Veränderungen an den Eierstöcken) oder eine bestimmte Form des HNPCC-Syndrom, bei dem es schon im jungen Alter zu Krebs an mehreren Organen, darunter der Gebärmutter, kommt.

Krebsfördernd könnte auch eine längere Wirkungszeit des Geschlechtshormons Östrogen sein, etwa aufgrund einer natürlichen Verteilung über die Lebensphasen, weil die Periode früh eingesetzt hat und die Wechseljahre erst spät eintreten, oder durch eine längere Hormonersatztherapie ohne ausreichenden "Gestagenschutz" (Gestagene sind ebenfalls weibliche Geschlechtshormone). Daneben gibt es aber auch östrogenunabhängig entstehende Gebärmutterkrebsformen. Hormonpräparaten mit Östrogenen und Gestagenen zur Verhütung können das Risiko für Gebärmutter(körper)krebs und Eierstockkrebs senken. Da diese Krebsform mehrheitlich frühzeitig wegen des Warnzeichens einer anomalen Blutung entdeckt und behandelt werden kann, ist die Prognose häufig recht gut.

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom): Diese Krebsform kommt sehr selten vor und betrifft Frauen im höheren Lebensalter, zwischen 60 und 65 Jahren. Scheidenkrebs kann die Folge einer Krebserkrankung der umliegenden Organe sein, vor allem von Gebärmutterkrebs. Auch eine Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV, in erster Linie Hochrisikotyp HPV 16) spielt eine Rolle.
Symptome: siehe oben.
! Hinweis: Blutungen nach den Wechseljahren, Ausfluss, Schmerzen und Druckgefühl sind eher Spätsymptome.

Vulvakrebs bezeichnet bösartige Veränderungen an den äußeren Geschlechtsorganen, wie äußere und innere Schamlippen, Klitoris. Die Krebserkrankung kommt ebenfalls eher selten vor. Zu den Risikofaktoren gehören Rauchen, Immunschwäche, wiederum Infektion mit humanen Papilloma-Viren (HPV, in erster Linie Hochrisikotyp 16). Diese Faktoren kommen vor allem bei Frauen zum Tragen, die im Alter von 30 bis 50 Jahren erkranken. Die zweite Altersgruppe, die vermehrt von Vulvakrebs betroffen ist, sind Frauen über 70 Jahren. Bei ihnen spielen chronisch-entzündliche Hautleiden als Risikofaktoren die Hauptrolle.
Symptome: siehe Abschnitt oben; weitere Anzeichen: Ständiger Juckreiz, überriechender Ausfluss, sichtbare Flecken und tastbare Erhebungen in diesem Bereich sowie Blutungen.

Diagnose:

Damit eine Krebsentwicklung frühzeitig erkannt und erfolgreich behandelt werden kann, ist es unerlässlich, dass Frauen regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen. Tastuntersuchungen, Scheidenspiegelung und Zellabstriche können erste Hinweise auf einen beginnenden Tumor geben, denn vielfach fehlen Erstsymptome. Bei Verdacht führen dann Gewebeanalysen sowie Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall weiter. Um die Diagnose zu sichern und eine Einteilung in die verschiedenen Krebsstadien zu erlauben, wird der Arzt eine Gebärmutterspiegelung mit Ausschabung der Gebärmutter beziehungsweise des Gebärmutterhalses (oder dessen Konisation) durchführen, um das erhaltene Gewebe genau zu untersuchen. Auch bei mutmaßlichem Scheiden- oder Vulvakrebs ist eine feingewebliche Untersuchung, hier anhand einer Biopsie, notwendig.

Therapie:

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des jeweiligen Tumors. Manche Vorstufen können mit kleineren Eingriffen (siehe oben Konisation bei Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals) oder mit einer hormonellen Therapie (Vorstufen bei Gebärmutterkrebs) beseitigt werden. Ansonsten wird bei Gebärmutterkrebs die Gebärmutter meist zusammen mit den übrigen inneren Fortpflanzungsorganen chirurgisch entfernt, eventuell auch mit bestimmten Lymphknoten.

Es gibt für jede der genannten Krebsformen und dabei wiederum für jedes Stadium angepasste operative Vorgehensweisen sowie gezielte Anwendungsformen der Strahlen- und Chemotherapie. Richtschnur für die Ärzte ist dabei immer, die individuellen Voraussetzungen und Wünsche der betroffenen Patientinnen bestmöglich mit den Behandlungserfordernissen in Einklang zu bringen.

Das natürliche Scheidensekret ist so zusammengesetzt, dass es normalerweise gut mit eindringenden Krankheitskeimen fertig wird. Mechanische oder chemische Reize können es aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn schädliche Erreger überhandnehmen und zu Entzündungen führen, richtet sich die Therapie zunächst direkt gegen solche Keime. Gegen Bakterien wie Gardnerella oder Chlamydien wirken Antibiotika, gegen Pilze wird der Arzt in der Regel Antimykotika verschreiben.

Die Medikamente gibt es häufig in Form von Scheidenzäpfchen, Vaginaltabletten und –cremes oder als Tabletten zum Einnehmen. Wichtig ist es, die Zäpfchen beziehungsweise Vaginaltabletten tief in die Scheide einzuführen, damit sie sich nicht schon im vorderen Bereich auflösen. Wird dazu ein Applikator benützt, muss dieser nach jedem Gebrauch gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden. Für viele Präparate ist es am günstigsten, sie vor dem Schlafengehen anzuwenden.

Solange die Behandlung andauert, sollten die betroffenen Frauen keine Tampons verwenden und keinen Geschlechtsverkehr haben. Scheidenspülungen sind ebenfalls nicht angeraten. Um eine erneute Ansteckung zu vermeiden, wird häufig auch der Partner mitbehandelt.

Gegen eine Infektion mit Herpes-Simplex-Viren können virenhemmende Mittel (Virustatika) eingesetzt werden. Vor allem aber geht es darum, das Immunsystem zu stärken und für ein ausgeglichenes, saures Scheidenmilieu zu sorgen. Dazu gehört auch, Stress abzubauen und seelische Belastungen zu verringern.

Während oder nach einer medikamentösen Behandlung oder nach einem operativen Eingriff kann es sinnvoll sein, das Scheidenmilieu zu stärken. Zäpfchen oder Kapseln, die Milchsäurebakterien enthalten, tragen nach verschiedenen Studien dazu bei.

Da einer der Hauptübertragungswege für krankmachende Keime ungeschützter Geschlechtsverkehr ist, sollten Frauen mit wechselnden Partnern auf der Verwendung von Kondomen bestehen. Safer Sex sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Und: Zur krebsvorbeugenden HPV-Impfung sagt Ihnen das Kapitel "Ausfluss bei der Frau – Überblick" in diesem Beitrag das Wichtigste in Kürze.

Ein wichtiger Punkt, um Scheidenentzündungen vorzubeugen oder eine notwendige Behandlung zu unterstützen, ist eine vernünftige Intimhygiene. Mangelnde Sauberkeit wirkt hier nachteilig, aber auch zu intensives Reinigen. Viele Frauen nehmen normale Seifen, waschen sich übertrieben gründlich mit speziellen Lotionen bis tief in die Scheide oder verwenden Intimsprays, die das Scheidenmilieu verändern und es "schlechten" Keimen damit leichter machen, sich zu vermehren.

  • Am besten ist es, sich nur im äußeren Genitalbereich und nur mit lauwarmen Wasser oder geeigneten seifenfreien Waschlotionen (ph-Wert etwa 4 bis 4,5) zu waschen. Danach gut abtrocknen.
  • Luftundurchlässige Slips aus synthetischen Fasern oder enge Jeanshosen behindern den Luftaustausch und begünstigen das Wachstum von Bakterien und Pilzen im äußeren Genitalbereich. Die Erreger können nach innen gelangen, zum Beispiel auch dann beim Sex, und aufsteigende Infektionen verursachen.
  • Die Pflege des äußeren Intimbereichs außerhalb der kleinen Schamlippen mit einem neutralen Hautfett kann die empfindliche Haut geschmeidig halten und dadurch kleinste Verletzungen und Entzündungen verringern.
  • Auf der Toilette sollten Frauen besonders darauf achten, sich von vorne nach hinten abzuwischen, damit keine Darmkeime in die Scheide gelangen.
  • Binden regelmäßig wechseln, Tampons je nach Blutungsstärke nach etwa vier bis acht Stunden. Frauen, die zu wiederholten Scheideninfektionen neigen sollten eher keine Tampons benutzen beziehungsweise sich vom Frauenarzt dazu beraten lassen.

Ganz wesentlich für die Gesundheit einer Frau ist es, nicht zu rauchen und Alkohol möglichst zu meiden. Ein gesunder Lebensstil unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte und hilft, körperlich und seelisch im Lot zu bleiben. Dazu gehört es, sich ausreichend zu bewegen, sich ausgewogen und vollwertig zu ernähren und sich regelmäßig Entspannungsphasen zu gönnen.

Blohmer J-U, David M, Henrich W, Sehouli J (Hrsg.): Charité Compendium Gynäkologie, Berlin/Boston, Walter de Gruyter, 2018

Janni W, Hancke K, Fehm T, Scholz C, Rack B: Facharztwissen Gynäkologie. München, Elsevier GmbH, Deutschland, 2. Auflage 2017

Herold, Gerd u. Mitarb.: Innere Medizin, Gerd Herold Köln, 2018

S3-Leitlinie. Dezember 2017, AWMF-Registernummer 015/027OL Prävention des Zervixkarzinoms. Online:
http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-027OLl_Praevention_Zervixkarzinom_2018-01.pdf (Abgerufen am 29.05.2018)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG): Bakterielle Vaginose in Gynäkologie und Geburtshilfe, Leitilinie, 2010. Online: https://www.dggg.de/leitlinien-stellungnahmen/leitlinien/leitlinie/bakterielle-vaginose-in-gynaekologie-und-geburtshilfe-328/ (Abgerufen am 29.05.2018, abgelaufen)

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Diagnostik und Therapie der Endometriose, Interdisziplinäre S2k-Leitlinie, AWMF-Register-Nr. 015/045, Stand: 31.08.2013. Online: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-045l_S2k_Diagnostik_Therapie_Endometriose_2013-10-verlaengert.pdf (Abgerufen am 29.05.2018, gültig bis 30.08.2018)

Robert Koch Institut, Gesellschaft für epidemiologische Krebsregister in Deutschland e.V.: Krebs in Deutschland 2013/2014, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Zentrum für Krebsregisterdaten. Online: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html (Abgerufen am 29.05.2018)

Mendling W: Die bakterielle Vaginose – nach 60 Jahren immer noch ein Rätsel. Frauenarzt 58 (2017) Nr. 3, 225-228. Online:2017 Die_bakterielle_Vaginose_-_nach_60_Jahren_immer_noch.pdf

Robert Koch Institut, www.rki.de: Infektionskrankheiten / Sexuell übertragbare Krankheiten. Online: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/S/STI/STD.html (Abgerufen am 29.05.2018)

Robert Koch Institut, www.rki.de: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Online: https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html (Abgerufen am 29.05.2018)

(https://www.apotheken-umschau.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Internetseiten)

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff