Schnupfen (Rhinitis)

Schnupfen kann das akute Symptom einer Erkältung sein, auf eine Allergie hindeuten, chronisch werden. Für die unterschiedlichen Rhinitis-Formen gibt es zahlreiche Ursachen

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 23.05.2017

Alle Jahre wieder – oder mehrmals im Jahr: Die Nase fängt an zu jucken, es folgen Niesattacken, die Schleimhäute schwellen an, das Atmen durch die Nase fällt schwer. Gleichzeitig läuft vermehrt Sekret aus der Nase. Auch der feine Geruchssinn ist oft beeinträchtigt.

Infektion und Allergie: Die häufigsten Schnupfenauslöser

Kommen Halsschmerzen, Husten, Kopfweh und Abgeschlagenheit dazu, handelt es sich meist um eine typische Erkältung. Die Virusinfektion tritt gehäuft im Herbst und Winter, aber auch im Frühjahr oder Sommer auf. Schnupfen, medizinisch Rhinitis, ist eines der Hauptsymptome. So ein akuter Schnupfen vergeht in der Regel nach ein bis zwei Wochen.

Immer mehr Menschen denken allerdings bei dem Wort Schnupfen an ihren Heuschnupfen, der sie regelmäßig am Ende des Winters und im Frühjahr plagt. Wenn Bäume oder Gräser blühen, verursachen die Pollen attackenartig oder ständig laufende, juckende Nasen und gerötete, tränende Augen. Auch im Gaumen kann ein brennendes Gefühl entstehen. Je nach Art und Ausprägung der Allergie kommen Hautausschläge und Atembeschwerden dazu.

Was ist Schnupfen überhaupt?

Bei einer Rhinitis entzündet sich die Schleimhaut, die beide Nasenhöhlen auskleidet. Sie wird wund, sondert wässriges oder eitriges Sekret ab und schwillt an. Die Schleimhaut reagiert damit auf unterschiedliche Einflüsse und Reize. In erster Linie sind es Infektionen mit Krankheitserregern, vor allem Viren, in zweiter Linie allergieauslösende Substanzen.

Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, um die Nasenschleimhaut akut zu irritieren. Wer musste nicht schon heftig die Nase hochziehen und die Augen trocknen, wenn er ein Gericht mit Meerrettich oder anderen scharfen Gewürzen gegessen hat? Oder bei Wind über eine staubige Schotterstraße laufen musste? Verschmutzte Luft, Staubpartikel, Gase und Rauch können unserem Riechorgan mächtig zusetzen. Oder auch plötzlicher Wechsel von Kälte und Wärme. Und wer ständig zu abschwellenden Nasentropfen oder -sprays greift, schädigt damit ebenfalls die Nasenschleimhaut.

Darüber hinaus beeinflussen von innen kommende Auslöser mehr oder minder ausgeprägt die Funktion der Schleimhaut. So wirken sich Alkohol, Medikamente, hormonelle Einflüsse sowie Stress und psychische Belastungen aus.

Das heißt auch: Schnupfen kann chronisch werden. Die Nasenatmung ist dann häufig oder dauerhaft erschwert, es fließt Schleim in den Rachen ab. Brennen im Rachen und Hustenreiz sind oft die Folge. Auch Kopf- oder Gesichtsschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen können sich einstellen.

Viele sind zum Beispiel im höheren Alter von einer ständig laufenden Nase (Rhinorrhö) geplagt. Sind krankhafte Ursachen ausgeschlossen, kann man davon ausgehen, dass bestimmte, altersbedingte Veränderungen der Nasenschleimhaut zugrunde liegen. Unter anderem können hier pflanzliche Mittel etwas Linderung verschaffen (siehe Kapitel "Schnupfen: Therapie und Selbsthilfe").

Warum wir akut und chronisch verschnupft sein können, erläutern die einzelnen Kapitel dieses Beitrags genauer. Vorneweg noch ein kurzer Blick auf einige interessante Aspekte der Nase.

Hochleistungsorgan Nase

Unser Riech-, Spür- und Atemorgan ist ein komplexes Gebilde. Es liegt im Zentrum des Gesichtes und markiert sein Profil. Die Atemluft passiert idealerweise zuerst die Nase. Ihre Auskleidung hat wichtige Abwehrfunktionen inne. Als Sinnesorgan vermittelt sie uns  Zugang zur Welt der Düfte und des Geschmacks und damit häufig angenehme Gefühle. Die Nase steht aber auch für Erkenntnis und Erinnerung, und sie hilft mit, dass wir uns schützen, man denke nur an die alarmierende Wahrnehmung von Gasgeruch.

Reinigungs- und Abwehrstation

Die Nase stellt die erste Kontroll- und Aufbereitungsstation für die eingeatmete Luft dar. Dadurch ist ihre Schleimhaut besonders intensiv Reizpartikeln und Krankhgeitserregern ausgesetzt. Die Nasenschleimhaut reinigt, wärmt und befeuchtet die einströmende Luft. Schmutzteilchen und Mikroben werden durch spezielle Zellen und feinste Härchen (Zilien) herausgefiltert beziehungsweise bekämpft und über den Schleim, den wir meist schlucken, ohne es zu bemerken, abtransportiert. Damit kommt der Schleimhaut eine besondere Aufgabe bei der Immunabwehr zu. Unterschiedliche Körperfunktionen, Nervensysteme sowie Abwehrzellen in Blut und Lymphe steuern die Vorgänge im Naseninneren. Ein geschwächtes Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungen der Schleimhaut in der Nase und in den übrigen Atemwegen.

Hindernisse oder Verformungen in der Nase, etwa eine schiefe Nasenscheidewand, die die beiden Nasenhöhlen voneinander trennt, behindern möglicherweise den Luftstrom und den beständig ablaufenden Reinigungsprozess. Dadurch wird auch die Schleimhaut verstärkt angegriffen. Trockene Schleimhäute können ebenfalls ihre Funktionen nicht erfüllen und sind entzündungsanfällig.

Spezialist für Geruch und Geschmack

Einen Teil der Nasenschleimhaut bildet die sogenannte Riechschleimhaut, deren Zellen mit dem Riechzentrum im Gehirn verbunden sind, wo Gerüche wahrgenommen werden. Deshalb können wir bei Schnupfen oft auch nicht mehr so gut riechen. Und nicht mehr so sensibel schmecken, da Geruchs- und Geschmackssinn miteinander verbunden sind.

Eng verbunden: Nase, Augen, Ohren und Nasennebenhöhlen

Die Nasenschleimhaut geht unmittelbar in die Schleimhaut über, die die Nasennebenhöhlen auskleidet. Bei einem Schnupfen sind daher manchmal auch die Nebenhöhlen mit betroffen. Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine mögliche Folge. Sie verstärkt ihrerseits aber wiederum den Schnupfen und ist damit auch Ursache. Dies kommt auch in der Fachbezeichnung Rhinosinusitis zum Ausdruck.

Weitere Verbindungen bestehen vom Auge zur Nase über den Tränennasengang und vom Ohr zum Nasenrachenraum über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre). Wenn wir weinen, läuft uns deshalb meist auch die Nase, und ein Erkältungsschnupfen zieht mitunter eine Mittelohrentzündung nach sich.

Schnupfen und Erkältung: Was Sie vorbeugend tun können

Dazu gehören vor allem zwei Dinge: Die Immunabwehr stärken und die Nasenschleimhaut gut befeuchten. Ausreichend Schlaf und Bewegung sowie eine gesunde Ernährung helfen dem Körper, sich gegen krankmachende Einflüsse zu wappnen. Denn Bewegung und eine bewusste, gute Körperhaltung trainiert nicht nur Muskeln, sondern auch die Durchblutung und Atmung. Und normales Körpergewicht gilt als gute Voraussetzung, um gesund zu bleiben.

Umweltbelastungen, wozu auch Allergieauslöser (Allergene) gehören, kann man kaum entgehen. Aber wer dafür sorgt, dass die Schleimhäute in der Nase und den übrigen Atemwegen ausreichend befeuchtet sind, unterstützt zumindest ihre Widerstandskraft. Das heißt: Auf gesunde Raumtemperaturen achten und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen (sofern wegen einer Erkrankung hier keine Einschränkungen bestehen).

! Wichtig: Gegen Grippe wird eine Impfung empfohlen.
Mehr Infos zur Vorbeugung, aber auch Linderung von Schnupfen und allergischen Beschwerden im Kapitel "Schnupfen: Therapie und Selbsthilfe" in diesem Beitrag.

Fazit: Da wir selbst bei guter Vorbeugung und bester Immunlage aber keine Immunität gegen die zahllosen Erkältungsviren entwickeln können und es viele andere Ursachen für die geschwollene und gereizte Nasenschleimhaut gibt, ist die Rhinitis ein weit verbreitetes Symptom, unter dem viele Menschen in unterschiedlicher Form und Häufigkeit zu leiden haben. Lesen Sie mehr zu den Formen der Rhinitis und ihren Ursachen in den nachfolgenden Kapiteln (Übersicht am Anfang des Textes und Kapitellinks unten).

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff

Akuter Schnupfen: Oft Zeichen für eine Erkältung oder Grippe

Hinter plötzlichem, häufigem Niesen und schließlich einer verstopften oder laufenden Nase steckt oft eine durch Viren ausgelöste Erkältung. Auch eine Virusgrippe kann mit Schnupfen einhergehen. Eine akute Rhinitis heilt normalerweise nach ein bis zwei Wochen aus, stellt sich aber bisweilen mehrmals im Jahr ein. Genau genommen ist häufig eine Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) mit dabei, da meist die Schleimhäute in beiden Bereichen erkranken. In der Folge, seltener von Anfang, können auch Bakterien beteiligt sein. Seltener treten Infektionen der Nasennebenhöhlen mit Pilzen wie zum Beispiel Aspergillus auf.

Symptome bei Erkältungsschnupfen: Brennen im Nasenrachenraum, erst wässriges, je nach Verlauf der Infektion auch gelbliche Schleimabsonderung aus der Nase, geschwollene Nasenschleimhäute, die die Nasenatmung erschweren. Dazu kommen meist Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, Husten und bisweilen leichtes Fieber.
Typische Anzeichen für eine Grippe: Rasch einsetzendes hohes Fieber, starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, eine laufende Nase, tränende Augen, Krankheitsgefühl.

Hinweis: Nach bisherigem Empfehlungsstand (zur Zeit in Überpüfung der Fachgesellschaft) ist in Deutschland eine unkomplizierte, aber wiederholt auftretende akute bakterielle Rhinosinusitis bei einem durch ein bildgebendes Verfahren und/oder eine Endoskopie angezeigte Störung der Belüftung und des Sekretabflusses ein Grund zur Operation.

Weitere Erkrankungen, die mit akutem Schnupfen einhergehen können

Krankheiten, die neben anderen für sie typischen Symptomen oft auch Schnupfen verursachen, sind meist Infektionen, denen häufig schon eine Rhinitis vorausgegangen ist. Sie sind also Folge und Auslöser von Schnupfen zugleich. Im Zuge einer starken Erkältung kann sich zum Beispiel eine akute Rachenentzündung, eine akute Bronchitis oder, wie zuvor schon erwähnt, eine akute Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln. Auch eine Miterkrankung des Ohrs in Form eines Tuben-Mittelohr-Katarrhs ist möglich. Schnupfen begleitet oft auch Keuchhusten, eine Legionellose und leichter verlaufende Formen wie das sogenannte Pontiac-Fieber, eine Diphtherie oder Pilzinfektion.

Ebenso kann eine Erst-Infektion mit einem Herpes-simplex-Virus, die in erster Linie die Mundschleimhaut betrifft, die Nasenschleimhaut miteinbeziehen. Das kommt allerdings eher selten vor.

Infektionen im Oberkiefer wirken sich mitunter auf den Nasen-Rachenraum aus und führen dann zu eitrigem Nasenausfluss, geschwollenen Schleimhäuten und Schmerzen.

Allergischer Schnupfen: Laufende Nase, tränende Augen

Eine allergische Rhinitis ist Teil einer überschießenden, entzündlichen Abwehrreaktion gegen eingeatmete Teilchen oder Stoffe. Diese sind häufig an sich harmlos, sie entwickelten sich aber für eine steigende Zahl von Menschen aus unterschiedlichen Gründen zu einem Allergieauslöser (Allergen).

Heuschnupfen ist eine der häufigsten allergischen Erkrankungen. Tritt er jahreszeitlich begrenzt (saisonal) akut auf, sind in der Regel Pollen, Blütenstaubteilchen von Bäumen oder Gräsern die Allergene. Für eine ganzjährige, chronische allergische Rhinitis sind häufig Hausstaubmilben, Tierhaare und -schuppen sowie Schimmelpilze oder allergieauslösende Lebensmittel verantwortlich. Manchmal dauern die Symptome eines eher als saisonal einzuordnenden Schnupfens in abgeschwächter Form auch das Jahr über an. Die Grenzen sind oft nicht eindeutig zu ziehen. Daher teilen Mediziner die allergische Rhinitis inzwischen hauptsächlich nach der Dauer und Stärke der Beschwerden ein. Eine weitere wichtige Rolle spielen auch unterschiedliche Arbeitsstoffe, die eine berufsbedingte allergische Rhinitis verursachen können.

Nicht selten zieht ein allergischer Schnupfen andere Erkrankungen nach sich, wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Hautausschläge oder Asthma. Wobei hier oft Wechselbeziehungen bestehen. So haben Menschen mit Asthma sehr häufig gleichzeitig auch einen allergischen Schnupfen.

Symptome: Kennzeichnend sind eine fließende Nase mit vorwiegend wässrigem Schleim, tränende Augen, Niesanfälle, Jucken in Nase, Augen und am Gaumen. Die Nasenschleimhaut ist geschwollen ("verstopfte Nase"). Oft kommt Hustenreiz dazu. Manchmal leiden die Betroffenen auch unter Kopfschmerzen, Müdigkeit und Atembeschwerden.

Bei Pollenallergien zeigen sich die Symptome vor allem im Frühjahr und Sommer, etwa von März bis Juli oder in den Spätsommer hinein. Bei anderen Allergieauslösern bestehen die Beschwerden das ganze Jahr über, unabhängig von der Jahreszeit. Dazwischen sind beschwerdefreie Zeitspannen möglich. Die Symptome können aber auch beständig an den meisten Tagen vorhanden sein.

Übersensible Nase reagiert sofort mit Schnupfen

Wenn die Nasenschleimhaut übermäßig empfindlich auf äußere wie innere Reize reagiert, sprechen Mediziner auch von nasaler Hyperreaktivität oder Hyperreagibilität. Der Begriff schließt je nach Experten den allergischen Schnupfen mit ein. Meist bezieht er sich jedoch auf Schnupfenformen, die weder durch Allergien noch durch Infektionen ausgelöst werden. Dazu gehört zum Beispiel die vasomotorische Rhinitis oder hyperreflektorische Rhinopathie. Hier wirken bestimmte Nervenbotenstoffe, Hormone, Eiweißstoffe und andere Faktoren auf Gefäße und Steuerelemente der Schleimhautzellen in der Nase. In der Folge wehren diese sich unmittelbar und heftig gegen ganz unterschiedliche, manchmal harmlose Einflüsse.

Die Auslöser für eine nasale Hyperreaktivität können Umweltfaktoren sein wie Luftverschmutzung, Ozon, Feinstäube, Abgase, Tabakrauch oder Reizstoffe, etwa aus Putzmitteln. Manche Betroffene bekommen zudem Beschwerden, wenn sie ihre körperliche Lage verändern, zum Beispiel sich im Bett umdrehen. Bei der hyperreflektorischen Rhinopathie sprechen die übersensiblen Schleimhäute stark auf Gerüche, Alkohol, heiße Getränke und gewürzte Speisen an. Typisch sind oft auch unmittelbare Reaktionen bei Temperaturwechsel sowie bei körperlicher Aktivität in kalter Luft, etwa beim Skifahren. Eine weitere Rolle spielen Stress und seelische Belastungen.

Symptome: Die Reize lassen die Nasenschleimhaut anschwellen, lösen Niesreiz und eine Fließnase aus. Oft juckt es in der Nase, die Atmung durch die Nase ist erschwert. Fließt das Nasensekret nach innen ab, kann Husten dazukommen.

Nicht selten entwickelt sich aus akuten Reaktionen ein chronischer Schnupfen, der weitere Krankheiten begünstigt wie eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder eine chronische Bronchitis.

Auch wiederholter, durch Viren verursachter Schnupfen kann die Nasenschleimhaut überempfindlich werden lassen. Manchmal lassen sich allerdings keine eindeutigen Auslöser ausmachen (idiopathische Rhinitis).

Werden die Schleimhäute zu trocken, etwa durch kalte, trockene Luft oder andere Einflüsse, reagieren sie ebenfalls gereizt. Eine besondere Rolle spielt hier der ständige Gebrauch von abschwellenden Nasentropfen und -sprays (siehe Kapitel "Medikamente als Ursache"). Das kann zu einem chronischen Schnupfen, Geruchsstörungen sowie unter Umständen auch zu einer sogenannten Rhinitis sicca oder atrophischen Rhinitis führen. Hier trocknen die Schleimhäute stark aus, es bilden sich Krusten und Borken. Schreiten die Veränderungen fort und siedeln sich Keime an, entsteht ein unangenehmer Geruch aus der Nase ("Stinknase"; siehe dazu auch Ratgeber "Mundgeruch").

Diagnose und Therapie: Zunächst prüft der Arzt, ob den Symptomen nicht eine allergische oder infektiöse Ursache zugrundeliegt. Die chronischen Beschwerden, die Krankengeschichte sowie eine Inspektion der Nase geben ihm oft schon erste Hinweise (siehe auch Kapitel "Diagnose"). Es können Allergietests, Blutanalysen sowie eine Endoskopie der Nase und Laboruntersuchungen von Nasensekret folgen.

Legen die Ergebnisse eine nicht allergisch und nicht infektiös bedingte nasale Hyperreaktivität nahe, besteht die Behandlung einmal darin, auslösende Faktoren möglichst zu meiden, zum Beispiel abschwellende Nasentropfen. Wichtig ist es, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und zu pflegen. Häufig erweisen sich auch Nasenspülungen mit Salzlösungen als sinnvoll. Zudem verordnen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte gegebenenfalls Medikamente, in erster Linie Kortison-Nasensprays.

Hormonell bedingter Schnupfen

Verändert sich das Gleichgewicht bestimmter Hormone, etwa der Östrogene, schwellen mitunter die Nasenschleimhäute an. Ein ganz typisches Beispiel ist der "Schwangerschaftsschnupfen". Schwangere klagen besonders in den letzten Schwangerschaftsmonaten über eine verstopfte Nase, die vor allem nachts das Atmen erschwert. Diese Form der Rhinitis vergeht nach der Geburt wieder. Allerdings sollten Schwangere auf abschwellende Nasentropfen verzichten. Erleichterung bringen hier natürliche Maßnahmen (siehe auch Krankheitsratgeber Erkältung).

Zudem kann ein hormonell bedingter Schnupfen im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftreten. Leitsymptome für eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen sind beispielsweise Wärmeempfindlichkeit, Schweißneigung, Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits, erhöhte Erregbarkeit.

Nicht-allergische eosinophile Rhinitis (NARE-Syndrom)

Hier bestehen Schnupfenbeschwerden über das ganze Jahr. Sie ähneln allergischen Symptomen, aber der Arzt kann keine Allergie feststellen. Eine Laboruntersuchung von Schleimhaut- und Sekretproben weist jedoch wie bei allergischen Erkrankungen eine erhöhte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (eosinophile Granulozyten) auf. Häufig haben die Betroffenen gleichzeitig Nasenpolypen und einige reagieren mit teils heftigen Symptomen auf bestimmte Schmerzmittel, insbesondere auf Analgetika wie Acetylsalicylsäure (ASS-Intoleranz-Syndrom, siehe Kapitel "Medikamente").

Symptome: Die Nasenschleimhäute zeigen sich allgemein überempfindlich, bestimmte auslösende Reize sind oft nicht auszumachen. Typisch sind Niesattacken, verstopfte Nase und Nasenausfluss, Juckreiz in Nase und Rachenraum. Oft stellen sich dazu ausgeprägte Geruchsstörungen ein, die den Geschmackssinn beeinträchtigen. Asthmatischer Husten kann dazukommen.

Für die Therapie eines NARE-Syndroms setzen die HNO-Ärzte meist Kortison ein, vor allem in Form von Nasensprays. Diese haben sich auch bei Nasenpolypen bewährt. In speziellen Fällen erwägen die Ärzte zudem einen operativen Eingriff beziehungsweise eine langfristige Behandlung mit Kortison und bei Bedarf Antibiotika.

Chronischer Schnupfen: Wenn die Nase ständig verstopft ist

Häufige Erkältungen, Allergien oder die ständige Einwirkung von Reizen, auf die die Schleimhaut überempfindlich reagiert (siehe Kapitel "Übersensible Nase"), können zu einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut und sehr häufig auch der Schleimhäute in den Nebenhöhlen führen. Trifft beides zusammen, sprechen die Mediziner von (chronischer) Rhinosinusitis. Behandlungen mit Antibiotika aus anderen Gründen können nach neueren Erkenntnissen das Risiko einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung erhöhen. Ärzte wägen heute aus verschiedenen Gründen sehr sorgfältig ab, wann sie ein Antibiotikum verordnen.

Mögliche Auslöser sind zudem anatomische Veränderungen in der Nase und im Nasen-Rachenraum, wie eine krumme Nasenscheidewand, ein Sporn oder andere Hindernisse wie Fremdkörper (häufiger bei Kindern), vergrößerte Nasenmuscheln oder Folgen von operativen Eingriffen im Nasenbereich. Nasenpolypen und Polypen im Nasen-Rachenraum (Adenoide), mit denen vor allem Kinder öfter zu tun haben, führen nicht selten zu dauerhaften Beschwerden. Ebenso können vergrößerte Rachenmandeln eine Rolle spielen. Eine bestimmte nicht allergische Form des chronischen Schnupfens (NARE-Syndrom, siehe Kapitel "Übersensible Nase") geht wiederum häufig mit Nasenpolypen einher.

Symptome: Es fällt schwer, durch die Nase zu atmen, die in gewissen Abständen immer wieder oder dauerhaft meist auf beiden Seiten verstopft ist. Häufig kommt aus der Nase schleimiges, farbloses bis gelbliches Sekret. Der Schleim läuft zudem auch innen ab, so dass die Betroffenen sich häufig räuspern oder freihusten müssen. Einige sind oft heiser und haben Rachenschmerzen. Sind die Nasennebenhöhlen mit erkrankt, können Beschwerden wie Kopf- und Gesichtsschmerzen, Riechstörungen, Müdigkeit und eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte dazukommen.

Ein blutiger Schnupfen, behinderte Nasenatmung, etwa auf einer Seite, und schlechter Geruch aus der Nase können auch Hinweise auf Tumore in der Nase und im Nasen-Rachenraum sein.

Therapie: Die Behandlung eines chronischen Schnupfens richtet sich immer nach der Ursache (zur Diagnose siehe Kapitel "Diagnose"). Häufig setzen die Hals-Nasen-Ohren-Ärzte bei einer chronischen Rhinitis beziehungsweise Rhinosinusitis Kortison-Nasensprays ein. Mitunter sind auch zusätzlich Antibiotika oder operative Eingriffe notwendig. Die Symptome lindern können unterstützende Maßnahmen wie Inhalieren oder Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung. In Apotheken gibt es beispielsweise vorportionierte Salzpackungen. Sie erhalten auch weitere Informationen zur Zubereitung der Lösung und ihrer Anwendung.

Weitere Ursachen für chronischen Schnupfen

Bestimmte Erkrankungen, die Entzündungen in unterschiedlichen Körperbereichen hervorrufen, erfassen auch die Nase. Dazu gehören:

  • Granulomatose mit Polyangiitis (früherer Name: Wegener Granulomatose)

Bei dieser Autoimmunkrankheit entzünden sich Blutgefäße und damit verbundene Organe erkranken. Zuerst sind der Nasen-Rachenraum, die Bronchien und die Lunge betroffen.

Symptome: Chronischer, oft blutiger Schnupfen, starke Krusten und Borken in der Nase, entzündete Nasennebenhöhlen, Ohrentzündungen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit. Später kann sich der Nasenrücken verformen ("Sattelnase") und es kommen andere Symptome hinzu, je nachdem, in welcher Form die Krankheit fortschreitet. Dabei bilden sich Knötchen (Granulome) im Bindegewebe.

  • Systemkrankheit Sarkoidose

Ebenfalls Granulome bilden sich bei der Sarkoidose. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Systemerkrankung, die viele Organe betreffen kann. So erkranken unter anderem auch die Nase mit der Nasenschleimhaut, die Ohren, mit am häufigsten die Lungen, sodann die Augen und die Haut.

Symptome: Die Beschwerden sind abhängig vom Krankheitsstadium (akut oder chronisch, hier geht es um die chronische Sarkoidose) und der Krankheitsentwicklung in den Lungen. Chronischer Schnupfen, Husten, Atemnot, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme können Hinweise sein. Im Bereich des Brustkorbs schwellen Lymphknoten an. Das sieht man anhand von Röntgenbildern. Es treten aber nicht immer, vor allem anfangs nicht immer, Symptome auf.

Lesen Sie mehr zu diesem Krankheitsbild, zu Ursachen, Diagnose und Behandlung im Ratgeber "Sarkoidose (Morbus Boeck)".

Bei einigen Krankheiten gehört chronischer Schnupfen nicht zu den Hauptsymptomen, er kann sich jedoch zusätzlich einstellen, meist in bestimmten Krankheitsstadien. So entwickelt sich eine chronische Rhinitis etwa bei einer Tuberkulose oder einer Syphilis, vor allem in einem späteren Stadium. Auch eine Mukoviszidose geht mit wiederholten Atemwegsinfekten und Nasennebenhöhlenentzündungen einher. Hartnäckige Pilzerkrankungen in der Nase und in den Nebenhöhlen, wie die Aspergillose, können ebenfalls für Dauerschnupfen verantwortlich sein. Ein geschwächtes Immunsystem spielt für den Verlauf dieser seltenen Erkrankung eine wesentliche Rolle.

Medikamente, die Schnupfen auslösen können

Trockene Nasenschleimhaut und erschwertes Atmen durch die verstopfte Nase sind manchmal auch auf Nebenwirkungen bestimmter Medikamente zurückzuführen. Dazu gehören unter Umständen Verhütungsmittel zum Einnehmenwie die Pille oder einige Mittel gegen Bluthochdruck wie Betablocker, ACE-Hemmer oder Antisympathotonika.

Symptome: Die Schleimhäute in der Nase werden trocken und schwellen an, so dass das Atmen durch die Nase schwerfällt. Bisweilen fließt auch dünn- oder dickflüssiger Schleim heraus. Die Betroffenen können nicht mehr so gut riechen. Husten und Atembeschwerden kommen bisweilen dazu.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Schnupfenbeschwerden mit der Einnahme eines Medikaments zusammenhängen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Manchmal ist es möglich, das Präparat zu wechseln, um die Nasensymptome zu lindern. Das geht allerdings bei bestimmten Krankheitsbildern nicht immer. Bleiben die Beschwerden bestehen, verordnet der Arzt oft zusätzliche Mittel gegen den Schnupfen, wie zum Beispiel Kortison-Nasensprays.

Abschwellende Nasensprays als Schnupfenursache

Zu einer medikamentösen Rhinitis kommt es jedoch vor allem durch den langfristigen und häufigen Gebrauch von Nasentropfen oder -sprays, die sogenannte Sympathomimetika enthalten, wie Xylometazolin oder Oxymetazolin. Diese Substanzen wirken abschwellend und hemmen den Nasenausfluss.

Das erleichtert zwar zunächst das Atmen, die Schleimhäute trocknen jedoch immer mehr aus. Als Gegenreaktion schwellen sie dann verstärkt an, sobald die Wirkung der Arzneistoffe nachlässt. Die Betroffenen greifen daher häufig erneut zum Nasenspray und geraten nicht selten in eine Abhängigkeit. Die Folge sind oft chronischer Schnupfen (siehe Kapitel "Chronischer Schnupfen").

Symptome: Die Nase ist ständig verstopft, die Nasenatmung erschwert. Oft leiden die Betroffenen unter einer dauerhaft trockenen Nase (atrophische Rhinitis, Rhinitis sicca, siehe Kapitel "Übersensible Nase"), atmen verstärkt durch den Mund und entwickeln Mundgeruch. Halsentzündungen und chronische Atemwegsinfekte treten gehäuft auf, da die Nasenschleimhaut nicht mehr in der Lage ist, ihre Reinigungs- und Schutzfunktion zu erfüllen.

Wichtig: Wenden Sie abschwellende Nasentropfen nicht länger als höchstens eine Woche an! Wenn Sie immer wieder erneut und über längere Zeit zu Mitteln mit Sympathomimetika greifen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Der Hausarzt und gegebenenfalls ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt werden Sie beraten, wie Sie Ihre Schleimhäute nach Absetzen der Tropfen oder Sprays pflegen und regenerieren, so dass Sie schließlich ohne Medikamente wieder frei atmen können.

Analgetika-Intoleranz: Wenn Schmerzmittel zu Schnupfen und Atemnot führen

Manche Menschen vertragen den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAID) nicht, und zwar schon, wenn sie normale Dosen davon einnehmen. Häufig zeigt sich eine Überreaktion auf solche Medikamente bei Betroffenen, die gleichzeitig an Bronchialasthma, chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen und Nasenpolypen, auch in wiederkehrender Form nach Operation der Nasennebenhöhlen, leiden. Weitere Bezeichnungen: Morbus Widal, Morbus Samter. Die gemeinsam auftretenden Krankheitsbilder (ASS-Intoleranz-Syndrom) können sich auch infolge einer ursprünglichen Analgetika-Intoleranz entwickeln.

Symptome: Schnupfen mit fließender und verstopfter Nase sowie Geruchsstörungen sind häufig erste Zeichen. Der Schnupfen kann auch unabhängig von der Schmerzmitteleinnahme bestehen bleiben. Nasenpolypen verstärken die Beschwerden. Bei einem ASS-Intoleranz-Syndrom reagieren die Betroffenen schließlich auf ASS oder NSAID mit asthmatischen Beschwerden und/oder juckenden Quaddeln (Nesselsucht), Hautausschlägen oder akuten Magen-Darm-Beschwerden. Mitunter kann es sogar zu bedrohlichen Sofortreaktionen mit Blutdruckabfall, Schwellungen (Angioödem), Atemnot und Erbrechen kommen (anaphylaktischer Schock).

Diagnose: Beschwerden und Krankheitsgeschichte liefern dem Arzt meist wichtige Anhaltspunkte. Es folgen Untersuchungen der Nase und der Nasennebenhöhlen mit dem Endoskop und im zweiten Schritt als derzeitiges Standardverfahren gegebenenfalls eine Computertomografie, um eine chronische Rhinosinusitis und Nasenpolypen festzustellen (siehe auch Kapitel "Diagnose"). Manchmal erwägen die Ärzte auch einen sogenannten Provokationstest, der jedoch sehr aufwendig ist. Die Betroffenen gehen dazu in der Regel in eine Klinik, damit die Ärzte mögliche Reaktionen auf gezielt zugeführte Schmerzmittelsubstanzen, etwa in die Nase, beobachten und nötigenfalls sofort eingreifen können.

Therapie: Wer an einer ASS-Intoleranz leidet, muss in erster Linie besagte Substanzen meiden und bei Schmerzen oder Fieber andere Medikamente einnehmen, etwa Paracetamol. Der Arzt wird seinen Patienten entsprechend anweisen. Zur Behandlung von Schnupfensymptomen und Nasenpolypen setzen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten Kortison ein, zunächst in Form von Nasensprays, manchmal kurzfristig auch als Tabletten. Als weitere Medikamente kommen zudem langwirksame Beta-2-Agonisten, die die Bronchien erweitern, sowie sogenannte Leukotrien-Antagonisten infrage. Eventuell ist auch eine Operation angezeigt, um hartnäckige Polypen zu entfernen. Allerdings ist die Rückfallneigung der Polypen recht hoch. Die örtliche Kortison-Therapie wird in der Nachbehandlung zumeist fortgeführt. 

Um Überreaktionen bei Analgetika abzumildern, ziehen die HNO-Ärzte in einigen Fällen eine sogenannte adaptive Desaktivierung in spezialisierten Zentren in Betracht. Hierbei erhält der Erkrankte unter strenger Beobachtung über eine gewisse Zeit die entsprechenden Schmerzmittel in zunächst geringen, dann allmählich ansteigenden Dosen. Bei dieser Therapieform wägen die Ärzte jedoch positive Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen sorgfältig ab.

Schnupfen: Wann zum Arzt?

Ein akuter Schnupfen, der Symptom einer Erkältung ist, vergeht in der Regel ohne ärztliche Behandlung. Weisen weitere Beschwerden wie plötzliches deutliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf eine Grippe hin, ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner.

Suchen Sie auch den Arzt auf, wenn

  • Schnupfenbeschwerden länger als zwei Wochen anhalten,
  • grünlicher oder blutiger Ausfluss aus der Nase kommt, sich dazu Fieber, Kopf- und Gesichtsschmerzen einstellen,
  • nach einer Kopfverletzung Sekret aus der Nase fließt – und zwar unverzüglich,
  • Atembeschwerden auftreten,
  • Sie länger andauernd husten müssen,
  • Sie sehr oft im Laufe des Jahres eine akute Rhinitis bekommen,
  • Sie häufig durch den Mund atmen, heftig schnarchen oder den Eindruck haben, nicht mehr gut riechen und schmecken zu können.

Eltern sollten ihre Kinder, vor allem Säuglinge, immer zum Arzt bringen, wenn der Schnupfen so ausgeprägt ist, dass die Kleinen Probleme beim Atmen oder trinken haben. Das gilt vor allem auch, wenn Fieber dazukommt oder das Kind plötzlich sehr müde und insgesamt krank wirkt.

Wie der Arzt Form und Ursache des Schnupfens feststellt

Der Arzt lässt sich schildern, wie sich die Beschwerden äußern und wie lange sie schon bestehen. Auch Lebensumstände und -gewohnheiten seines Patienten, zum Beispiel, ob dieser raucht, sehr unter Stress steht oder in trockener Raumluft arbeitet, sind für ihn aufschlussreich. Der Arzt nimmt zudem, soweit sie ihm nicht bekannt ist, die Krankengeschichte auf. Anschließend inspiziert er Nase und Rachenraum sowie die Ohren und hört die Lunge ab.

Je nach Verdacht veranlasst der Hausarzt weitere Untersuchungen oder zieht einen Spezialisten hinzu. Das wird häufig ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt beziehungsweise ein Allergologe sein. Als Facharzt infrage kommt außerdem ein Internist oder zusätzlich ein Lungenfacharzt. Die verschiedenen Experten arbeiten auch entsprechend zusammen, wenn die ursächliche Erkrankung es erfordert.

Zu den Hauptuntersuchungsinstrumenten gehören Untersuchungen mit Nasenspekulum und Spiegel sowie gegebenenfalls eine Endoskopie der Nase. Dabei kann der Arzt Nasensekret und Schleimhautgewebe entnehmen, um es labormedizinisch analysieren zu lassen. Je nach Verdacht folgen Blutanalysen, Allergietests und/oder Riechtests.

Ultraschalluntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Computertomografien von Nase und Nebenhöhlen stellen wichtige Diagnosehilfen dar. Sie sind insbesondere angezeigt, wenn es darum geht, Nasennebenhöhlenerkrankungen, Fehlbildungen und Tumore aufzudecken oder entzündliche Veränderungen der Schleimhäute zu beobachten. Ultraschallverfahren setzt der Arzt bei geeigneten Fragestellungen bevorzugt auch bei Kindern und Schwangeren ein, um Strahlenbelastungen durch Untersuchungen mit Röntgenstrahlung zu vermeiden.

Schnupfentherapie: Auf Form und Ursache kommt es an

Die Behandlung von Schnupfen richtet sich immer nach der Schnupfenart und der Ursache. Der Hausarzt, HNO-Arzt, Allergologe oder Internist werden entsprechend auf ihre Patienten eingehen und passende Therapiemaßnahmen ansetzen.

Wenn Sie sich einen akuten Erkältungsschnupfen eingefangen haben, geht es in erster Linie darum, die Beschwerden zu lindern. Das unterstützen Wärme, etwa in Form von Rotlicht, und Inhalieren von Dampf, eventuell mit Kräuterzusätzen wie Kamille (Vorsicht: nicht geeignet für kleine Kinder, bei Allergien gegen Korbblütler und Asthma) oder Eukalyptus (nicht für Kinder und Asthmatiker). Auch Bromelain (zum Einnehmen) kann helfen, gereizte Atemwegsschleimhäute abzuschwellen. Lassen Sie sich aber auf jeden Fall vor Anwendung von Mitteln zur Selbstbehandlung, auch pflanzlicher Art, von Ihrem Arzt beraten. Wohltuend wirken oft auch Kräutertees (siehe Heilpflanzenlexikon). Antibiotika kommen nur zum Einsatz, wenn eine (zusätzliche) bakterielle Infektion vorliegt. Mehr dazu erfahren Sie in den Krankheitsratgebern "Erkältung" und "Grippe".

Hals-Nasen-Ohrenärzte empfehlen häufig auch Nasenspülungen mit einer speziellen Kochsalzlösung, vor allem um die Schleimhäute gut zu befeuchten und Schnupfen vorzubeugen. Ebenso können Nasenduschen die Therapie von chronischem Schnupfen unterstützen.

Zur Behandlung der akuten Rhinosinusitis bestätigen europäische Empfehlungen aus dem Jahr 2012 das gesamte Spektrum der Möglichkeiten, in erster Linie abschwellende Mittel (örtlich oder innerlich), Schmerzmittel sowie bestimmte pflanzliche Arzneimittel zum Einnehmen, unter anderem mit Extrakten aus Holunder, Schlüsselblume und anderem mehr. Zur innerlichen Anwendung werden außerdem Kombinationspräparate, etwa mit einem Schmerzmittel und einem abschwellenden Arzneistoff, genannt. Als Schmerzmittel dienen Paracetamol oder ein entzündungshemmender Arzneistoff wie Ibuprofen. Substanzen zum Abschwellen innerlich sind Pseudoephedrin, Phenylephrin und Ephedrin. Örtlich abschwellende Mittel in Nasensprays oder -Tropfen enthalten Wirkstoffe wie Tramazolin, Oxymetazolin oder Xylometazolin.

Wie bei der Anwendung pflanzlicher Mittel gilt auch hier: Setzen Sie ein "Erkältungsmedikament" nur kurze Zeit ein und lassen Sie sich in jedem Fall vorher von Ihrem Arzt und Apotheker beraten. Das gilt unter anderem dann, wenn Sie eine Krankheit des Herzens, der Nieren, der Leber, einen Grünen Star (Glaukom) oder eine Allergie haben. Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sind zum Beispiel abschwellende Mittel hier kontaindiziert.

Ergänzend empfiehlt die europäische Stellungnahme Nasenspülungen oder Nasenduschen.

Läuft die Nase ständig (Rhinorrhö), ohne dass eine krankhafte Ursache vorliegt, kommen ebenfalls Heilpflanzenanwendungen wie oben beschrieben in Betracht. Teilweise kann auch örtlich wirkendes Kortisonspray oder ein sekrethemmender, anticholinerg wirkender Arzneistoff zum Inhalieren helfen. Zu den möglichen unerwünschten Nebenwirkungen gehören hier Mundtrockenheit, Sehstörungen, Beschwerden beim Wasserlassen, Schwindel. Häufig sind ältere Menschen von der wässrigen Rhinorrhö geplagt, aber öfter eben auch von den genannten Beschwerden. Daher wird der Arzt eine anticholinerge Therapie bei ihnen sehr aufmerksam kontrollieren.

Wer unter allergischem Schnupfen leidet, sollte natürlich möglichst den Auslöser meiden. Das ist allerdings nicht immer machbar. Eine spezielle Immuntherapie und eine Reihe von Medikamenten setzen Allergologen gezielt je nach Allergieform ein. Dazu informiert ausführlich der Ratgeber Heuschnupfen – allergischer Schnupfen.

Schnupfen vorbeugen – die Nase gesund halten

  • Vermeiden Sie Reizstoffe, die Ihre Nasenschleimhäute angreifen, wie Tabakrauch, belastende Arbeitsstoffe, verschmutzte Luft.
  • Ausreichende Luftfeuchtigkeit schützt die Schleimhaut davor, auszutrocknen.
  • Trinken Sie viel, um die Schleimhäute feucht zu halten.
  • Abschwellende Nasensprays nur wenn unbedingt notwendig und nicht länger als sieben Tage hintereinander anwenden.
  • Klimaanlagen im Auto oder in Flugzeugen trocknen nicht nur die Nase aus, sie verbreiten unter Umständen auch feinste Partikel und Keime. Befeuchtendes Nasenspray wirkt gegen die Trockenheit und erleichtert der Nase so die Abwehrarbeit.

Unterstützen Sie Ihr Immunsystem. Viel Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung mit Obst und Gemüse und regelmäßige Entspannung sind die beste Basis. Kneipp-Anwendungen, Aufenthalte am Meer und gezielter Stressabbau verschaffen Ihnen Extra-Energien, um gut durch die Schnupfenzeit zu kommen und die Abwehrkraft Ihrer Nase fit zu halten.

Lenarz Th, Boenninghaus H-G: HNO. Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, 14. Auflage, Berlin Heidelberg Springer-Verlag 2012

Behrbohm H, Kaschke O, Nawka T: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, 2. Auflage, Stuttgart New York, Georg Thieme Verlag 2012

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie: Rhinosinusitis; Leitlinie 03/2011, awmf-Register Nr. 017/049. Online: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/017-049.html (Abgerufen am 25.01.2017; Leitlinie wird zur Zeit überprüft)

Klimek L, Pfaar O: Allergische Rhinitis. Immunologische und neurogene Mechanismen. In: HNO 2011.59:1191–1197, Berlin Heidelberg Springer-Verlag 2011

Klimek L: Rezidivierende Polyposis, chronische Rhinosinusitis und Asthma: Bei charakteristischer Trias an ASS-Intoleranz-Syndrom denken. HNO-Nachrichten, Ausgabe 5/2016, Springer Medizin

Maxfield Alice Z, Korkmaz H, Gregorio Luciano L et al.: General antibiotic exposure is associated with increased risk of developing chronic rhinosinusitis. Laryngoscope, Volume 127, Issue 2, p 296-302, Feb. 2017. DOI: 10.1002/lary.26232 (Abgerufen am 25.01.2017)

Dippold N, Klimek L: Leitliniengerechte Therapie von Schnupfen und Sinusitis. Springer Medizin, MMW-Fortschritte der Medizin, 2017.1 /159

Fokkens WJ et al.: European paper on rhinosinusitis and nasal polyps. Rhinology 2012 Mar; 50(1):1-12. DOI: 10.4193/Rhino50E2

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