Phosphat: Wichtig für viele Stoffwechselprozesse

Der größte Anteil Phosphat in unserem Körper befindet sich in einer Verbindung mit Kalzium in unseren Knochen und Zähnen

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aktualisiert am 30.03.2017

Kurz gesagt:

Phosphat ist in unserem Körper an sehr vielen verschiedenen Stellen vertreten. Abweichungen von den Normwerten können unterschiedliche Ursachen haben. Bei erhöhten Konzentrationen im Blutserum kann es unter Umständen sinnvoll sein, die Funktion der Nieren und eventuell auch der Nebenschilddrüsen überprüfen zu lassen.

Was ist Phosphat?

Phosphat ist das negativ geladene Ion des Salzes der Phosphorsäure. Zusammen mit Kalzium spielt es eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel und für die Festigkeit der Knochen. Zusätzlich übernimmt es eine Schlüsselrolle im Energiestoffwechsel. Auch in unserem Erbgut ist Phosphat ein wichtiger Baustein. Überschüssiges Phosphat wird über die Nieren ausgeschieden.

Warum wird Phosphat gemessen?

Kaum ein Bereich unseres Körpers funktioniert ohne Phosphat. Der Arzt bestimmt die Phosphatkonzentration im Blutserum unter anderem dann, wenn er den Knochenstoffwechsel oder die Nierenfunktion genauer analysieren oder bestimmten Erkrankungen in diesen Bereichen auf die Spur kommen möchte. Auch wenn es um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers geht, wird neben vielen anderen Werten auch der Phosphatwert gemessen.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Bei Erwachsenen: im Blutserum 2,5 bis 4,0 mg/dl.
Kinder bis 14 Jahre können höhere Werte aufweisen.

Wann können die Phosphatwerte erhöht sein?

Zu hohe Werte können auf eine Nierenschwäche hinweisen. Das liegt daran, dass überschüssiges Phosphat bei gesunden Menschen über die Niere ausgeschieden wird. Das ist bei Menschen, die an einer Funktionsstörung leiden, nicht mehr in diesem Ausmaß möglich. Eine weitere Ursache für erhöhte Werte kann eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse sein. Daneben können auch Knochentumore oder Verschiebungen im Säure-Basen-Haushalt zu einem Phosphatüberschuss im Blut führen.

Wann können die Phosphatwerte erniedrigt sein?

Phosphat ist in sehr vielen Lebensmitteln in ausreichender Menge enthalten. Daher wird ein Mangel nur höchst selten durch eine zu geringe Zufuhr ausgelöst. Meist ist dann eine verminderte Aufnahme aus dem Darm infolge einer Erkrankung die Ursache. Viel wahrscheinlichere Auslöser eines erniedrigten Phosphatwertes im Blut sind eine Überfunktion der Nebenschilddrüse, ein Mangel an Vitamin D oder die Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel phosphatbindender Magensäure-Hemmstoffe. Auch schwere Verbrennungen und verschiedene andere Störungen können zu einem Mangel an Phosphat im Blut führen.       

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München