Rheumafaktor: Ein Diagnose-Baustein

Der Nachweis dieser Eiweißstoffe lässt keine eindeutige Diagnose zu

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aktualisiert am 30.03.2017

Kurz gesagt:

Rheumafaktoren treten vor allem bei rheumatischen Erkrankungen auf. Sie sind aber nur einer von vielen Bausteinen bei der Diagnose.

Was ist ein Rheumafaktor?

Rheumafaktoren sind Antikörper, die bei Menschen mit rheumatischen Erkrankungen vermehrt auftreten. Diese Antikörper richten sich gegen körpereigene Abwehrstoffe (Immunglobuline), daher spricht man auch von Autoantikörpern. Aber nicht alle Menschen mit entzündlichem Rheuma weisen diesen Rheumafaktor auf, und es gibt Menschen mit Rheumafaktor, die nicht an entzündlichem Rheuma leiden. Der Nachweis des Rheumafaktors gibt also nur einen Hinweis, der durch weitere Untersuchungen bestätigt werden muss. Alle Befunde werden dann in den sogenannten Klassifikationskriterien zusammengezählt und können zur Diagnose "rheumatoide Arthritis" führen.

Wann sind Rheumafaktoren erhöht?

Sie sind vor allem bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen erhöht. Rheumafaktoren können bei rheumatoider Arthritis in 80 Prozent, beim Sjögren-Syndrom in 85 Prozent und beim systemischen Lupus erythematodes in 25 Prozent in erhöhter Konzentration nachgewiesen werden. Ebenso können bei bestimmten bakteriellen und viralen Entzündungen, bei Lebererkrankungen und Tumoren Rheumafaktoren in erhöhter Konzentration auftreten. Auch bei Gesunden finden sich mit zunehmendem Alter nachweisbare Rheumafaktoren.

Welcher Wert ist normal?

Die Grenzwerte hängen von dem untersuchenden Labor und der verwendeten Untersuchungsmethode ab. Bei der Immunturbidimetrie, die IGM- und IgG-Rheumafaktoren erfasst, liegt der Grenzwert bei 14 IU/ml.  

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München