Tschüs, Akne! Pickel schnell loswerden

Auch nach der Pubertät kommen sie garantiert im unpassendsten Moment. Wie Sie Pickeln zu Leibe rücken – oder sie vermeiden können

von Margit Hiebl, aktualisiert am 13.06.2019

Den Schaden begrenzen

Wegzaubern geht auch bei Pickeln nicht. Doch unsichtbar machen funktioniert zumindest halbwegs – mit Abdeckcreme oder Pickelstift. ­­Immerhin ist Schadensbegrenzung möglich. Das bedeutet zunächst: "Nicht drücken, nicht quetschen", so die Apothekerin Dr. Eva Bartsch aus Jena. Das verschlimmert Pickel nur. Besonders, wenn sie tief in der Haut sitzen, bestätigt Professorin Sabine Plötz, Hautärztin in München. "Denn Schmutz unter den Nägeln kann zu einer noch viel heftigeren ­Entzündung führen, und die scharfen Kanten können sogar Verletzungen, Infektionen und Narben­­bildung verursachen."

Zügige Gegenmaßnahmen

Ein Tipp von Apothekerin Bartsch: Blasenpflaster aufkleben. "Das macht den Pickel schön weich, ­sozusagen reif." Als eine weitere ­Gegenmaßnahme empfiehlt sie, warme Umschläge oder etwas schwarze Salbe mit Ammon­ium­­bituminosulfat aufzutragen. Sie zieht den Eiter heraus.

Dem unliebsamen Gewächs rückt man dann beispielsweise mit Berberis-Salbe zu Leibe. Am besten morgens und abends auftragen. Hat der Pickel schon eine gelblich ­weiße Kappe, kann man diese mit einem sauberen Kosmetiktuch ­vorsichtig entfernen – aber bitte mit gereinigten Fingern! So kann der Talg abfließen. Die Stelle anschließend am besten desinfizieren – und in Ruhe lassen.

Bei hartnäckigen Pickeln können Produkte mit antibakteriellen und antientzündlichen Wirkstoffen wie zum Beispiel Adapalen, Erythromycin oder Clindamycin zum Einsatz kommen. Sie be­schleunigen das Abheilen, müssen allerdings vom Hautarzt verordnet werden.

Pickeln vorbeugen

Damit es gar nicht erst zu Pickeln kommt, muss die Haut täglich typgerecht gereinigt werden, etwa mit sanftem Cleansing-Schaum oder Waschgel. Noch effektiver ­lösen Peelings alte Hautschüppchen und lassen den Talg leichter aus den Poren fließen – die Voraussetzung für pickelfreie Haut. In manchen Gegenden Deutschlands ist es besser, die Haut mit Reini­­gungs­produkten zu säubern, die ohne Wasser auskommen. Denn "ein hoher Kalkgehalt ist kontraproduktiv", so Apothekerin Bartsch.

Gegen Mitesser muss man akribisch vorgehen: In den kleinen Talg­­ansammlungen mit abgestorbenen Zellen vermehren sich Bak­terien, die Haut entzündet sich, die Pore verstopft, erklärt Expertin Plötz. Ideale Basis für einen Pickel. Wer mag, lässt eine Ausreinigung beim Profi machen. Bewährt haben sich etwa mechanische Peelings wie Mikrodermabrasion oder Hydrafacial.

Auch für zu Hause rät Hautärztin Plötz zu regelmäßigen Peelings, nach denen sich Mitesser leichter entfernen lassen – mit gereinigten Fingern, Tuch und Desinfektion. Alternativ rät Bartsch, Mitesser-Schlingen zu benutzen.

Hilfe mit Hausmitteln

Gegen Pickel hatte angeblich schon Oma ein Rezept. Doch welches erfüllt seinen Zweck? Mit Zitronensaft kann man zur Not desinfizieren, sagt Bartsch. Ein nicht zu heißes kurzes Dampfbad mit Kamillen­blüten erweicht die Haut und öffnet Poren. Quark trocknet stark aus, deshalb nicht lange drauflassen. Zinksalbe sei wenig geeignet. Von Zahnpasta rät Plötz ab: "Sie kann reizen, Mitesser und Pusteln verschlimmern." Teebaumöl kann Entzündungen hemmen, hat aber hohes allergenes Potenzial. Eiswürfel kühlen, doch die Entzündung bleibt.

Alltags-Tipps

  • Nicht dauernd ins Gesicht fassen, sonst verteilt man Bakterien auf der Haut
  • Vor dem Versorgen von Pickeln Hände ­immer gründlich waschen
  • Nur Make-up verwenden, das für unreine Haut geeignet ist, sonst können die Poren verstopfen
  • Kopfkissenbezüge häufiger austauschen. Auch dort können sich Bakterien sammeln
  • Waschlappen und Handtücher frühzeitig wechseln
  • Telefonhörer, Computertastatur und Smartphone regelmäßig desinfizieren, sie sind stark mit Keimen belastet
  • Milchprodukte stehen im Verdacht, die Pickelbildung zu fördern
  • Kokos- und Olivenöl pur als Pflege meiden
  • Stress reduzieren