Feldenkrais – fünf Übungen zum Nachmachen

Festgefahren im Alltagstrott, verspannt, schmerzanfällig und gestresst? Entwickeln Sie mit der Feldenkraismethode neue Beweglichkeit und Stabilität

von Jörg Jovy, mos-promotion, 03.11.2010

 

Wer zu dem Feldenkrais-Lehrer Sebastian Mayer in München kommt, hat Schmerzen, ist steif, angespannt, steht unter Stress, sucht Ausgleich zu körperlichen und seelischen Belastungen. Oder er möchte einfach etwas für sich tun – etwas, was ihm gut tut.

 

In den Kursen erfahren die Teilnehmer, wie Ihr Körper funktioniert, wo sie in ihrer Beweglichkeit blockiert sind und wie sie allmählich eingefahrene Muster auflösen. Das geschieht durch feinste, bewusst ausgeführte Bewegungsabläufe, die jeder von Mal zu Mal individuell erweitert. Indem sie so neue Varianten entdecken und erleben, werden sie nicht nur körperlich beweglicher, entspannter und stabiler, sondern auch psychisch gelöster und geistig fitter.

Als der israelische Physiker, Ingenieur und Judosportler Moshe Feldenkrais Mitte des 20sten Jahrhunderts seine Methode des "Körperlernens" entwickelte, nutzte er die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung. Sie zeigt, wie jede Bewegung mit Nervenprozessen im Gehirn zusammenhängt. Diese Verbindungen gilt es wieder herzustellen und zu erweitern.

 

Sebastian Mayer stellt Ihnen die Feldenkrais-Methode vor und zeigt Ihnen anschießend beispielhafte Übungen, besser Bewegungsfolgen (siehe oben). Am sinnvollsten ist es, wenn Sie die Körperschule in einem Kurs erlernen. Denn bei Feldenkrais steht das individuelle Arbeiten und Erleben im Vordergrund. Deshalb bieten die Kursleiter neben den Gruppenstunden auch sehr oft Einzelunterricht an, da sie dort noch gezielter auf die persönlichen Bedürfnisse eines jeden Teilnehmers eingehen können.

 

 

Sie liegen auf dem Bauch. Winkeln Sie die Unterschenkel im 90-Grad-Winkel an. Nun bewegen Sie Füße und Unterschenkel langsam zur rechten Seite. Heben Sie dabei leicht den Kopf und drehen Sie ihn nach links. Wiederholen Sie die Bewegung zur linken Seite, der Kopf dreht nach rechts.

 

Worauf es bei dieser Übung ankommt, erklärt Ihnen Sebastian Mayer.

 

 

Nach der Drehung im Liegen erweitern Sie die Bewegung, indem Sie die linke Körperseite noch mehr öffnen und den linken Fuß auf der rechten Seite am Boden ablegen. Heben Sie den Kopf zur linken Seite und blicken Sie durch den linken Arm.

 

Nehmen Sie dabei wahr, wie sich die Drehung anfühlt, wo Sie Blockaden spüren. Legen Sie sich wieder hin, und spüren Sie nach, was sich verändert hat. Welche Unterschiede empfinden Sie zwischen der linken und der rechten Körperseite?

 

Wiederholen Sie die Übung jeweils zur anderen Seite.

 

 

Setzen Sie sich aufrecht auf den Boden. Das linke Bein ist wie im Schneidersitz vor Ihrem Körper angewinkelt, der rechte Unterschenkel dagegen zeigt nach hinten. Drehen Sie nun Oberkörper und Kopf nach links, soweit, dass Sie das rechte Bein mit abheben und mit einer Drehung des Beckens zur linken Seite führen. Stützen Sie sich mit den Armen seitlich auf. Zurück in die Ausgangsposition führen Becken und Bein die Bewegung an, Oberkörper und Kopf folgen.

 

Spüren Sie auch hier wieder nach, was sich im Körper verändert hat. Wiederholen Sie die Übung gegengleich.

 

 

Sie beginnen wieder in der Bauchlage. Bewegen Sie wie bei Übung 1 die Beine zur Seite, das obere Bein wird dabei weitergeführt, bis Sie mit der Drehung des Oberkörpers zum Sitzen kommen. Von der Sitzposition aus gehen Sie in die Drehbewegung wie in Übung 3 und führen diese fort, so dass Sie wieder auf dem Bauch zu liegen kommen.

 

Anfangs mag diese Abfolge noch holpriger gehen, nach einiger Zeit merken Sie, wie sich ein einziger Bewegungsfluss entwickelt.

 

Im Liegen versuchen Sie bewusst wahrzunehmen, wie sich die Körperhälften nun anfühlen. Führen Sie die gesamte Bewegungsfolge dann mit über die andere Seite aus.

 

 

Sich aus dem Stand auf den Boden setzen – viele ächzen und wackeln dabei. Setzen Sie auch hier die nun schon vertraute Drehbewegung ein. Sebastian Mayer leitet Sie an.

 

Anfangs bereitet diese Abfolge vielen Probleme. Bewegen Sie sich langsam und ruhig dabei. Von Mal zu Mal wird es fließender gehen, und Sie werden mehr Sicherheit gewinnen.