Wie benutze ich ein Klistier?

Wer an Verstopfung leidet, dem kann manchmal ein Klistier helfen. Wie Sie das Hilfsmittel richtig anwenden

von Apothekerin Julia Schulters, Redaktion: Anja Kopf, aktualisiert am 30.04.2019

Was ist ein Klistier?

Ein Klistier (auch Klysma genannt) dient dazu, Wirkstoffe in den Enddarm zu bringen. Es besteht aus einem Behälter, in dem sich die Flüssigkeit mit dem Wirkstoff befindet, und einer Kanüle, die in den After eingeführt wird. Der Wirkstoff kann dabei vor Ort wirken oder vom Körper aufgenommen werden. Je nach Anwendung und Menge der Flüssigkeit gibt es die Unterscheidung zwischen einem Mikroklistier und einem Makroklistier.

Mikroklistier:

Ein Mikroklistier besteht aus einer Tube samt Kunststoffrohr und ist nur zum einmaligen Gebrauch gedacht. Die Tube umfasst ungefähr zwei bis zehn Milliliter des Wirkstoffs. Mikroklistiers können in der Regel auch bei Kleinkindern angewendet werden.

Wann ist ein Mikroklistier notwendig?

Mithilfe des Klistiers wird ein örtlich wirkendes Abführmittel in den Enddarm gebracht, um die Verdauung in Gang zu setzen. Aber auch bei Fieberkrämpfen kann ein Klistier notwendig sein.

Wie wende ich ein Mikroklistier an?

Drücken Sie einen Tropfen der Lösung vorsichtig heraus, bevor Sie das Klistier anwenden. So gleitet es besser in den Darm. Alternativ können Sie die Kanüle auch einfetten. Führen Sie die Spitze vorsichtig durch den After in den Enddarm ein, und drücken Sie die Tube so zusammen, dass der Inhalt ganz herausgedrückt wird. Auch beim Herausziehen sollten Sie die Tube so lange zusammengedrückt lassen bis die Spitze aus dem Darm entfernt ist. So verhindern Sie, dass ein Teil der Wirkstoffdosis zurück in die Tube gesaugt wird.

Auch wenn Sie danach das dringende Bedürfnis verspüren, auf die Toilette zu müssen – bitte erst noch etwas abwarten. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten Sie die Pobacken einige Zeit zusammendrücken.

Makroklistier:

Bei einem Makroklistier befindet sich der Wirkstoff aufgrund der höheren Füllmenge – meist zwischen 50 bis 200 Milliliter – in einem Beutel oder in verschiedenen Arten von Flaschen.

Wann ist ein Makroklistier notwendig?

Ein Makroklistier wird vor allem bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa angewendet.

Makroklistier: Wie wende ich es an?

Wärmen Sie das Klistier auf Körpertemperatur an. Schütteln Sie direkt vor der Anwendung die Flasche kräftig oder kneten Sie den Beutel durch. Manchmal muss die Flüssigkeit auch auf anderen Wegen vorbereitet werden. Fragen Sie hierzu am besten in der Arztpraxis oder Apotheke nach.

Drehen Sie nun die Verschlusskappe ab, anstatt diese abzuziehen. Damit vermeiden Sie, dass scharfe Kanten an der Öffnung entstehen.

Die Anwendung erfolgt nun genauso wie beim Mikroklistier. Die wichtigsten Unterschiede: Der Behälter lässt sich nicht vollständig entleeren. Und Sie sollten im Anschluss mindestens eine halbe Stunde auf der linken Seite liegen, damit der Wirkstoff an den Ort gelangt, an dem er wirken soll.