Depressionen: Ursachen, Anzeichen, Therapie

Die Depression ist eine ernste psychische Krankheit. Frühe Diagnose und Therapie sind wichtig. Informationen über Ursachen, Risikofaktoren, Symptome und Behandlung

aktualisiert am 07.04.2017

Was ist eine Depression?

Definition: Wer an einer Depression erkrankt, leidet unter einer anhaltenden tiefen Herabgestimmtheit, aus der er sich in der Regel nicht mehr selbst befreien kann. Sie unterscheidet sich von "normalen" Gefühlen der Erschöpfung, Mutlosigkeit und Trauer, die als Reaktion auf konkrete Probleme entstanden sind. Solche "Stimmungstiefs" kennt jeder. Sie gehen meist vorüber, sobald die auslösenden Ereignisse konstruktiv verarbeitet sind – sobald zum Beispiel der Schmerz über den Verlust eines nahe stehenden Menschen nachlässt oder die Überlastung bei der Arbeit abnimmt.

Eine unbehandelte Depression dagegen bessert sich in der Regel nicht von selbst. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und auch völlig unabhängig von äußeren Umständen auftreten.

Wie äußert sich eine Depression?

Symptome: Die Betroffenen empfinden eine quälende innere Herabgestimmtheit – deswegen volkstümlich auch "Gemütskrankheit" genannt – sowie Leere, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit oder auch Angst. Diese Gefühle beeinträchtigen zunehmend zentrale Lebensfunktionen, können zu Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Libidoverlust und Konzentrationsstörungen führen und auch von körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Magendrücken begleitet werden. Oft sind Beschwerden zu bestimmten Tageszeiten besonders belastend. Als typisch gilt das "Morgentief" mit einer leichten Besserung gegen Abend. Mehr zu den möglichen Anzeichen der Depression lesen Sie im Kapitel Symptome. Unser Video zeigt außerdem die Geschichte eines Betroffenen.

Interaktive Grafik zu Symptomen der Depression: Mit der Maus auf die Symbole deuten oder mobil einfach antippen, um die Texte anzuzeigen

Wie erkennt man eine Depression?

Diagnose: Viele Betroffene scheuen sich, den Arzt auf ihre Probleme anzusprechen – ein Fehler. Psychische Leiden sind keinesfalls etwas, wofür man sich schämen müsste, sondern Krankheiten wie andere auch: Mit etwa vier Millionen Betroffener allein in Deutschland gehört die Depression mit Herzinfarkten und Krebs sogar zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Eine möglichst frühzeitige, individuelle Diagnose ist entscheidend. Dabei unterscheiden Ärzte mehrere Arten von Depressionen. Lesen Sie im Kapitel Diagnose mehr dazu.

Nicht behandelte, schwere Depressionen bringen die Gefahr von Suizidversuchen und Suiziden (Selbsttötungen) mit sich und sie beeinflussen andere körperliche Erkrankungen negativ. Bei unserem Selbsttest können Sie überprüfen, ob Sie möglicherweise selbst zu Depressionen tendieren.

Was hilft bei einer Depression?

Therapie: Es gibt verschiedene, auch von Mensch zu Mensch variierende Formen der Depression und dementsprechend unterschiedliche Therapien. Grundpfeiler sind psychotherapeutische Verfahren und Medikamente – so genannte Antidepressiva. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen. Ausführliche Informationen zur Behandlung der Depression finden Sie in den Kapiteln Therapieüberblick, Medikamente, Psychotherapie, Unterstützende Therapie und Selbsthilfe. Wie man sich für weitere depressive Episoden wappnen kann, verrät das Kapitel "Die Seele stärken".

Was können andere tun?

Angehörige: Verwandte und Freunde möchten eine Stütze für den Betroffenen sein. Gleichzeitig kann sie aber die Erkrankung des Angehörigen stark belasten. Wie sie sich am besten mit der Situation arrangieren und was sie beachten sollten, erfahren sie in den Unterkapiteln "Angehörige und Freunde" und "Verhaltenstipps".

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Er versteckte seine psychische Erkrankung nicht, sondern ging den Schritt hinaus aus der Anonymität: Holger Reiners beschreibt als Autor mehrerer Bücher, wie er die Depression erlebte und schließlich überwand. Geholfen haben ihm die Kunst und eine auf ihn abgestimmte Therapie.  

In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer depressiven Erkrankung. Ungefähr acht Millionen Bundesbürger erleben ein oder mehrere Male in ihrem Leben eine schwere depressive Episode. Nicht selten kommen körperliche und andere psychische Leiden wie Angststörungen dazu. Die Zahl derer, die nicht oder nicht richtig behandelt werden, ist hoch. Mit oft fatalen Folgen. Umso wichtiger ist es deshalb, mehr über die Krankheit zu erfahren.

Inhalt des Filmes

Der Film zeigt neben der Geschichte des Betroffenen, wie Mediziner depressive Erkrankungen erforschen. Unter ihnen das Team um Professor Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Universität Leipzig und ehemaliger Sprecher von "Kompetenznetz Depression, Suizidalität."

Professor Hegerl beschreibt das vielschichtige Krankheitsbild und berichtet über die Erfolge und Chancen moderner Therapieformen. Als häufig wirksam haben sich – je nach Depressionsform – Psychotherapie und Medikamente erwiesen. Eine individuelle Lebensberatung hilft zudem, den Alltag wieder bewusst zu gestalten und neue Lebensfreude zu finden.

Wie entstehen Depressionen? Wer ist betroffen?

Depressionen haben in den meisten Fällen mehr als eine einzige Ursache. Körperliche und genetische Einflüsse treten mit psychischen und psychosozialen Auslösern in Wechselwirkung und verstärken sich gegenseitig. Aus der Komplexität dieses Zusammenspiels folgt, dass es weder die typische Depression, noch den typischen Depressiven gibt.

Körperliche Auslöser

Bei Depressionen ist der Hirnstoffwechsel aus dem Lot geraten. Die Botenstoffe Serotonin und / oder Noradrenalin liegen nicht mehr in der optimalen Konzentration vor. Sie dienen der Kommunikation zwischen den Nervenzellen, helfen uns zum Beispiel Sinneseindrücke zu verarbeiten. Ist das Gleichgewicht dieser Botenstoffe gestört, können die Impulse zwischen den Hirnzellen nicht mehr richtig übertragen werden. Das schlägt sich in den Gefühlen und Gedanken des Betroffenen nieder.

Andere Erkrankungen als Ursache

Auch Krankheiten wie Parkinson, Tumore, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Hormonstörungen können Depressionen mitverursachen. Inwieweit die Depression in solchen Fällen als Reaktion auf die Erkrankung entsteht oder die Depression auslösende Ursache ist, lässt sich oft nicht trennscharf feststellen. Auch in diesem Zusammenhang kann von einem Zusammenspiel physischer, psychischer und psychosozialer Faktoren ausgegangen werden.

Reaktion auf Stress

Forschungen haben gezeigt, dass bei chronischem Stress, einem akuten psychischen Trauma oder während einer Infektionserkrankung die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol erhöht ist. Und dass eine erhöhte Stresshormon-Konzentration Verhaltensänderungen verursacht, wie sie auch für Depressionen typisch sind: Denk-, Schlaf- und Appetitstörungen, Verlust des sexuellen Verlangens und eine Verstärkung von Angstreaktionen. Die Veranlagung eines Menschen, davon gehen Depressions-Experten heute aus, spielt für die Entstehung einer solchen Stresshormon-Disbalance, eine wichtige Rolle.

Sind Depressionen vererbbar?

Noch nicht geklärt ist aber, ob dabei die erworbene Veranlagung zur Depression entscheidend ist – ob also der Umgang mit Stress, Problemen, Krisen oder Verlusterlebnissen nicht effektiv erlernt wurde. Oder ob die genetische, sprich angeborene Veranlagung den größeren Einfluss hat – ob also Erbanlagen in bestimmter Art und Weise zusammenwirken und die Krankheit begünstigen.

Vertreter beider Richtungen erkennen aber mittlerweile die Relevanz des jeweils anderen Ansatzes an. Und sie sind sich einig darin, dass die Anlagen die Anfälligkeit für Depressionen erhöhen, die dann häufig durch den Stress belastender Lebensumstände wie chronischer Arbeitsüberlastung oder durch einschneidende Lebensereignisse ausgelöst werden.

Lebensumstände

Studien haben gezeigt, dass etwa ein Drittel aller depressiven Patienten vor dem Ausbruch ihrer Erkrankung unter belastenden akuten oder auch anhaltenden Lebensereignissen litten. Und dass nach einschneidenden Lebensereignissen, die mit einem Verlust und Rollenwechsel zu tun haben, wie dem Tod eines nahen Verwandten, der Berentung (insbesondere der erzwungenen oder vorzeitigen) oder der Geburt eines Kindes, das Depressionsrisiko erhöht ist. Zu solchen Be- und Entlastungs-Faktoren zählen auch Konflikte beziehungsweise Unterstützung im Freundes- und Familienkreis. Dass solche Aspekte für das Entstehen einer Depression von Bedeutung sein können, ist unstrittig.

Risikofaktor Perfektionismus

Auch persönliche Eigenschaften wie extreme Leistungsorientierung, hohes Verantwortungsbewusstsein und eine stark selbstkritische, perfektionistische Haltung können die Anfälligkeit für Depressionen erhöhen.

Hinter leichteren Formen der Krankheiten kann ein jahreszeitlich bedingter Lichtmangel stecken, die so genannte Winterdepression.

Was sind Anzeichen einer Depression?

Auch wenn eine Depression meist auf ein Bündel individuell zusammenwirkender Ursachen zurückzuführen ist und sich ebenso vielfältig äußern kann, so gibt es doch einige recht charakteristische Anzeichen: zum Beispiel das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können, freudlos, mut-, freud-, antriebs- und kraftlos zu sein. Alles, was früher Spaß machte, erscheint plötzlich bedeutungslos, selbst einfache Tätigkeiten werden als anstrengend empfunden.

Was Betroffene sagen

Die Stimmen Betroffener bringen am besten zum Ausdruck, wie sich die Krankheit anfühlt:

"Ich bin nur noch ausgelaugt und überfordert, alles geht schwer. Schon morgens bin ich wie gerädert und würde am liebsten gar nicht aufstehen."

"Mein Kopf war so leer und ich hatte an nichts mehr Spaß. Das Leben erschien so sinnlos."

"Ich habe gar kein Selbstvertrauen mehr. Ich empfinde mich als nutzlos und es wird von Tag zu Tag schlimmer, auch weil ich gar nichts dagegen machen kann."

"Seit Wochen kann ich nachts nicht mehr schlafen. Oder ich wache viel zu früh auf und grüble nur vor mich hin."


Die Mehrheit der Kranken erlebt die Depression in ihrer monopolaren oder auch unipolaren Form. Etwa ein Prozent der erwachsenen Deutschen leidet an der bipolaren Form – früher manisch-depressive Erkrankung genannt.

Unipolare (monopolare) Depression

In ihrer unipolaren oder monopolaren Form, von der zwei Drittel aller Erkrankten betroffen sind, macht sich die Depression meistens durch Anzeichen wie diese bemerkbar:

Innere Leere - Zentral ist ein Grundgefühl tiefer Herabgestimmtheit, Traurigkeit und oft innerer Leere. Depressionskranke fühlen sich vollkommen mut- und hoffnungslos und verlieren die Freude an normalerweise als angenehm empfundenen Dingen. (So erklärt sich auch der Krankheitsname "Depression" – er ist abgeleitet vom lateinischen Wort deprimere = niederdrücken).

Energieverlust - Insgesamt haben Betroffene wenig Energie und Entschlusskraft, selbst Alltagserledigungen und einfache Entscheidungen fallen ihnen schwer. Auch die Konzentrationsfähigkeit ist reduziert, sodass sie Tätigkeiten meist als sehr anstrengend und überfordernd erleben, die vor der Erkrankung mühelos zu bewältigen waren.

Selbstzweifel - Dadurch kommt es zu einem starken Verlust an Selbstvertrauen und zu massiven Schuld- und Minderwertigkeitsgefühlen. Diese können sich bis zu dem Wahn steigern, die eigene Erkrankung sei eine Bestrafung für vergangenes Fehlverhalten.

Ängste - Auch Angstzustände, Gedanken an den eigenen Tod oder an Suizid (Selbsttötung) treten in schwerwiegenderen Fällen auf.

Physische Anzeichen sind massive Schlafstörungen, Appetitverlust oder –steigerung, Libidoverlust (vermindertes sexuelles Verlangen), körperliche Unruhe oder Lethargie. Sowie häufig auch diffuse Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen, Schwindel oder Engegefühle in der Brust, für die der Arzt keine organischen Ursachen finden kann.

Bipolare Depression

Die bipolare Form der Depression, auch manisch-depressive Erkrankung genannt, ist gekennzeichnet durch einen mehr oder weniger schnellen und häufigen Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Krankheitsphasen. Bei depressiven Phasen leiden die Betroffenen an Symptomen, wie sie auch für die monopolare Form der Depression typisch sind (siehe oben). Häufig steht die Antriebslosigkeit im Vordergund. Die sogenannten manischen Phasen äußern sich quasi konträr:

  • Häufige Symptome sind starke euphorische (Hoch-)Gestimmtheit, eine der Situation unangemessene, "aufgekratzte" Fröhlichkeit und Energiegeladenheit, oft aber auch übersteigerte Gereiztheit bis Aggressivität.
  • Betroffene haben ein nicht zu stoppendes Redebedürfnis. Sie sprechen sehr schnell, ihre Gedanken sind flüchtig, sie sind leicht ablenkbar und überschätzen massiv ihre eigene Leistungskraft.
  • Häufig ist ein Kontrollverlust im Hinblick auf den Umgang mit Geld oder Verträgen, negative Folgen von Planungen werden nicht bedacht.
  • Auch Wahnvorstellungen, zum Beispiel Gedanken, etwas Besonderes zu sein (Sendungsbewusstsein, Größenideen) oder das Gefühl, von außen gelenkt zu werden, oder Sinnestäuschungen, wie das Hören von Stimmen, können während einer manischen Episode auftreten.

In Deutschland sind etwa 800.000 Menschen von der manisch-depressiven Erkrankung betroffen. Bei den meisten Patienten passiert der Übergang von einer depressiven zu einer manischen Phase schleichend. Manchmal geschieht er aber auch vermeintlich über Nacht.

Wie lange dauern die Phasen? Während manische Phasen unbehandelt oft nur einige Wochen oder Monate anhalten, dauern nicht behandelte depressive Episoden häufig deutlich länger. Im Einzelfall spricht man bei einer Erkrankungsdauer länger als zwei Jahre von einer anhaltenden, einer chronischen Depression – das heißt aber nicht, dass keine Hilfe möglich ist!

Der Wechsel zwischen den Phasen ist für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine große Belastung. Das Risiko für Suizidversuche und Suchterkrankungen ist bei manisch-depressiv Erkrankten besonders hoch. Umso wichtiger ist die rasche Diagnose und Therapie.

Experten gehen davon aus, dass über 60 Prozent aller Depressionen nicht behandelt werden. Das hat vielfältige Gründe. Da sich die Anzeichen von Mensch zu Mensch in Stärke, Dauer und Zusammensetzung deutlich unterscheiden, ist es auch für Ärzte nicht immer leicht, eine Depression zu diagnostizieren.

Warum werden Depressionen oft erst spät entdeckt?

Häufig versteckt sich die Erkrankung auch hinter vermeintlich rein körperlichen Beschwerden, wie beispielsweise Magen-, Kopf- oder Rückenschmerzen. Nicht selten deuten die Betroffenen typische Symptome der Depression als normale Stimmungsschwankungen oder führen sie auf physische Krankheiten zurück. So werden nur die körperlichen Leiden behandelt, die psychischen bleiben lange unentdeckt.

Jeder sollte sich helfen lassen

Vielen Menschen fällt es schwer, mit dem Arzt über ihre seelischen Probleme zu sprechen. Psychische Erkrankungen sind für manche Betroffene sogar noch immer mit einem Tabu belegt, etwas, für das sie sich schämen – eine Irrmeinung, die Ärzte und Selbsthilfegruppen vor allem mit Offenheit und Aufklärung aus der Welt schaffen möchten. Depressionen sind Krankheiten wie andere auch, jeden kann es treffen, und jeder sollte sich helfen lassen.

Wann zum Arzt?

Wer an sich, Freunden oder Verwandten Zeichen einer Depression bemerkt, die länger als zwei Wochen anhalten und durch äußere Umstände kaum beeinflussbar sind, der sollte nicht zögern, mit dem Arzt  darüber zu sprechen – beziehungsweise den Vertrauten offen ansprechen und darin zu bestärken, einen Arzt aufzusuchen. Denn eine korrekte, individuelle und möglichst frühe Diagnose von Depressionen macht eine erfolgreiche Behandlung sehr wahrscheinlich und vermindert die Gefahr von Rückfällen.

Untersuchung

Wie bei anderen Erkrankungen auch, beinhaltet die Diagnose einer Depression eine ausführliche "Bestandsaufnahme" (die sogenannte Anamnese) der medizinischen und biografischen Vorgeschichte des Patienten, seiner gegenwärtigen Lebenssituation sowie des aktuellen körperlichen und psychischen Zustandes.

Das Diagnosesystem ICD-10 (International Classification of Disorders) der Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet in Abhängigkeit von Zahl, Schweregrad und Dauer bestimmter Leitsymptome:

  • Depressive Episode im Rahmen einer unipolaren Depression (siehe dazu Kapitel Symptome), die "leicht", "mittel" oder "schwer" ausgeprägt sein kann.

Bitte beantworten Sie diese fünf Fragen, danach erscheint eine Auswertung:

Was hilft bei Depressionen? Bei sehr leichten Verlaufsformen können unter Umständen Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, regelmäßige hilfreiche Gespräche oder auch Antidepressiva oder pflanzliche Heilmittel helfen, wie spezielle, vom Arzt verordnete Johanniskrautextrakte. Dabei ist auf mögliche Nebenwirkungen, wie zum Beispiel besondere Lichtempfindlichkeit zu achten. Saisonale depressive Episoden – die in der dunklen Jahreszeit auftreten – sprechen eventuell auf eine Lichttherapie an.

Drei Grundpfeiler der Therapie

In den meisten Fällen baut die Behandlung der Depression jedoch auf drei Grundpfeilern auf:

  • Behandlung mit Antidepressiva (Pharmakotherapie)
  • psychotherapeutische Verfahren
  • zusätzliche therapeutische Maßnahmen wie körperbezogenen Therapien (Ergotherapie, Bewegungstherapie) oder sozialpädagogische Maßnahmen, zum Beispiel am Arbeitsplatz.

Die besten Erfolge bringt eine an der Person sich orientierende Depressionsbehandlung, welche die für den jeweiligen Patienten individuell beste Kombination aus den drei Bereichen zusammenstellt.

Dafür sollte der Behandelnde den Patienten als Individuum mit persönlichen Beschwerden und Problemen sehen und überdies ausreichend Erfahrung bei der Therapie von Depressionen mitbringen. Über die Qualifikation eines Therapeuten informieren zum Beispiel entsprechende Berufsverbände.

Stationäre Behandlung wenn nötig

Bei sehr schweren Depressionen, bei denen ambulante psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsmethoden nicht ausreichend greifen, wird die Betreuung im Rahmen eines stationären Aufenthalts in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (eventuell mit "Depressionsstation" als spezieller Behandlungseinheit) nötig. Dies gilt insbesondere bei akuter Suizidgefahr, bei lang anhaltendem Verlauf, der sich ambulant nicht bessert, wenn bisherige Therapien nicht helfen, bei schwierigen sozialen Problemen oder bei gleichzeitig vorliegenden schweren körperlichen Erkrankungen.

Wie wirken Antidepressiva? Die Medikamente bringen die Hirnbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht und normalisieren die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass die Wirkung nicht immer sofort einsetzt, sondern oft erst nach rund zwei Wochen. Das erfordert viel Geduld vom Patienten und eine engmaschige Betreuung durch den behandelnden Arzt.

Antidepressiva längerfristig einehmen

Entgegen verbreiteter Vorurteile machen Antidepressiva nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit. Allerdings können sie Nebenwirkungen haben. Und es kann vorkommen, dass das erste verabreichte Antidepressivum nicht gut genug wirkt, so dass der Arzt einen anderen Wirkstoff verschreiben muss. Wichtig ist, das Medikament wie verordnet und ausreichend lange zu nehmen – über mehrere Monate: Die Akutbehandlung dauert vier bis sechs Monate, die Erhaltungstherapie (= eine Verschlechterungsprophylaxe) dauert weitere vier bis sechs Monate. Das senkt die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall.

In vielen Fällen bleibt es bei einer depressiven Episode. Trotzdem sollte jeder, der schon einmal depressionskrank war, auf mögliche Anzeichen einer erneuten Depressionsphase achten und sich in diesem Fall rasch in ärztliche Behandlung begeben. Mit einer frühzeitigen Therapie lassen sich Stärke und Dauer weiterer depressiver Phasen deutlich verringern.

Medikamente: Verschiedene Antidepressiva-Typen

Es gibt zahlreiche verschiedene antidepressiv wirksame Präparate unterschiedlicher Hersteller. Deshalb seien an dieser Stelle nur die grundlegenden Antidepressiva-Typen genannt:

  • MAO-Hemmer (nicht-selektive irreversible Monoaminooxidase-Hemmer) - heute eher selten verwendet
  • RIMA (selektive reversible Monoaminooxidase-A-Hemmer) - heute eher selten verwendet
  • TZA und TeZA (trizyklische bzw. tetrazyklische Antidepressiva)
  • SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)
  • NaRIs, DAS, SNaRIs und NaSSas (Antidepressiva mit unterschiedlichen chemischen Strukturen, die sich von den bis in die 1980er-Jahre entwickelten Antidepressiva unterscheiden)

Welche Antidepressiva setzen Ärzte bei bipolaren Erkrankungen zusätzlich ein? Lithium, Valproinsäure oder Carbamazepin können die Stimmung stabilisieren. Hier ist die vorbeugende Behandlung besonders wichtig.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Medikamenten, zu ihren Wirkungen und Nebenwirklungen, gibt Ihnen Ihr Arzt.

Wie wirksam ist eine Psychotherapie? Bei leichten Depressionen kann diese Form der Behandlung bereits ausreichen, um wieder auf die Beine zu kommen. Und bei mittleren und schweren Depressionen ist sie für den Behandlungserfolg ebenso wichtig wie die Therapie mit Antidepressiva. Es gibt prinzipiell zwei unterschiedliche Formen der Psychotherapie, die auf verschiedenen Grundannahmen basieren: Zum einen den verhaltenstherapeutischen, zum anderen den tiefenpsychologischen Ansatz.

Verhaltenstherapie

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie werden schädliche Verhaltensweisen und negative Denkmuster benannt – und zum Positiven verändert. Der Patient lernt, sich selbst und seine Umwelt nicht mehr "schwarz-weiß" wahrzunehmen. Die Fähigkeit, sich schöne (positiv erlebte und wahrgenommene) Erlebnisse zu verschaffen, wird nach und nach wieder aufgebaut. Die kognitive Verhaltenstherapie wirkt bei Depressionen nachgewiesenermaßen gut.

Tiefenpsychologie

Tiefenpsychologische Behandlungsverfahren wie die Psychodynamische Psychotherapie, aus der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie stammend, und die interpersonelle Psychotherapie (IPT), die speziell für Depressionskranke entwickelt wurde, gehen davon aus, dass die Depressionserkrankung auf einen unbewussten inneren Konflikt zurückgeht, der durch negative Erfahrungen in der frühen Kindheit und Jugend entstanden ist. Durch die Bewusstmachung dieses Konflikts, so die Annahme, gelingt es, ihn aufzulösen.

  • Eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bzw. Psychoanalyse konzentriert sich stark auf die Aufarbeitung vergangener Konflikte. Sie dauert häufig mehrere Jahre. Heute gibt es aber auch psychodynamische Kurzzeittherapien. Ziel ist eine bessere Bewältigung von Gegenwart und Zukunft.
  • Die interpersonelle Psychotherapie dauert zwischen 12 und 20 Sitzungen. Sie konzentriert sich auf die krankmachende Auswirkung von belastenden Beziehungserfahrungen vor allem in der Gegenwart, die sie verhaltenstherapeutisch verändert möchte.

Welche Psychotherapie hilft am besten? Nicht jede psychotherapeutische Methode ist für jeden gleich gut geeignet. Auch hier trifft zu: Bis das richtige Verfahren gemeinsam mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten gefunden ist, vergeht manchmal Zeit. Aber man sollte sich als Patient nicht scheuen, verschiedene Verfahren auszuprobieren. Denn der Erfolg der psychotherapeutischen Behandlung hängt maßgeblich davon ab, ob man sich mit dem gewählten Verfahren und – ebenfalls sehr wichtig – mit dem behandelnden Therapeuten wohl fühlt.

Es existiert eine Palette unterstützender Angebote von der Bewegungstherapie über die Tanztherapie, von der Kunst- bis hin zur ambulanten Ergotherapie und Selbsthilfegruppen. Jede zielt prinzipiell auf mindestens einen der folgenden drei Punkte ab:

  • die körperliche Erholung und Erfahrung des eigenen Körpers durch Bewegung,
  • die Selbstbestätigung durch (kreative) Leistungen,
  • die Stabilisierung des Betroffenen in seiner Alltagsbewältigung,
  • die gegenseitige Unterstützung in der Selbsthilfe.

Es hat sich gezeigt, dass vielen Patienten Bewegung und Sport / Körpertherapie dabei hilft, ihre Depression zu überwinden. Auch die Ermutigung durch die gemeinsamen Aktivitäten in einer Gruppe wird von Menschen mit Depression, die sich häufig sozial stark zurückziehen, als sehr positiv empfunden.

Tipp: Achten Sie darauf, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt unterstützende Therapiemöglichkeiten entsprechend Ihrer Interessen auszusuchen. Wer nicht gerne malt oder bastelt, für den bringt eine Kunsttherapie vermutlich nur wenig Erleichterung. Und wer noch nie gerne getanzt hat, für den ist vielleicht Schwimmen oder Yoga die bessere Wahl.

Es hilft, sich bewusst zu machen, dass die Depression eine Krankheit ist wie andere auch. Antriebslosigkeit, Traurigkeit oder Entscheidungsschwierigkeiten sind die Symptome – keinesfalls Ausdruck persönlichen Versagens. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Sie können gegenüber Familie, Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen ruhig offen mit Ihrer Erkrankung umgehen, wenn Sie das wünschen. Offenheit hilft, Missverständnissen und Stigmatisierung entgegenzuwirken.

Ärztliche Verordnungen befolgen

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die verordneten Medikamente regelmäßig und ausreichend lange einzunehmen (siehe dazu auch Kapitel Medikamente) und an den Therapien teilzunehmen. Wenn es Ihnen am Anfang schwer fällt, können Sie vielleicht einen Angehörigen oder Freund bitten, Sie zu unterstützen.

Es hilft, sich einer Vertrauensperson mitzuteilen. Das gilt insbesondere, wenn Sie Suizidgedanken haben. Bleiben Sie dann möglichst nicht alleine, sprechen Sie mit dem Partner, einer nahestehenden Person, einem Arzt (Hausarzt, Facharzt), einem Psychotherapeuten oder auch einem Pfarrer über Ihre Gefühle. Sie können auch die Telefonseelsorge oder Nottelefone von Behörden wie Gesundheits-, Sozial- oder Jugendamt Ihrer Gemeinde, von entsprechenden Vereinen oder Selbsthilfegruppen kontaktieren, oder auch die psychiatrische Institutsambulanz der nächsten Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Hilfe im Notfall

Telefonseelsorge, deutschlandweit täglich 24 Stunden kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222. Weitere Infos unter www.telefonseelsorge.de

Wenn Sie merken, dass die Situation kritisch wird, gehen Sie in das nächstgelegene Krankenhaus oder rufen Sie den ärztlichen Notdienst. Er ist dafür da, Ihnen auch mitten in der Nacht zu helfen.

Kein Mensch ändert sich über Nacht. Sie werden aber sehen, dass sich schon bald wieder ein Gefühl von Kompetenz für das eigene Leben einstellen wird. Das Lernen aus Krisensituationen, die Stärkung der Eigenmacht ist für jeden Menschen ein fortlaufender Prozess.

Die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten erweitern

Eine weitere Möglichkeit, die eigene Seele zu stärken, ist es, als positiv empfundene, neue Fähigkeiten zu erlernen. Darauf zielen auch die zusätzlichen Therapien ab. Vielleicht wollten Sie schon immer gerne tanzen oder Malen lernen? Dann tun Sie es. Möglicherweise leben Sie Ihr Leben nach der Depression anders als zuvor. Im besten Falle sind Sie sogar zufriedener als mit dem Leben vor der Erkrankung.

Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten können Sie Methoden erarbeiten, mit denen Sie sich selbst aktiv helfen können, gesund zu bleiben. Achten Sie auf eventuelle Anzeichen einer erneuten depressiven Phase.

Reagieren Sie, indem Sie bewusst noch mehr Zeit für Dinge einplanen, die Sie persönlich als entlastend empfinden, beispielsweise regelmäßigen Sport oder Treffen mit Freunden. Und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, um die erneute Depression möglichst früh behandeln zu lassen. Gehen Sie in eine "Selbsthilfegruppe für Depressive".

"Frühwarnzeichen" erkennen

Insbesondere für Menschen, die an einer bipolaren Depression leiden, kann es Sinn machen, mit Hilfe eines Stimmungstagebuchs nach individuellen Auslösern und "Frühwarnzeichen" für depressive wie manische Stimmungen zu suchen, um geeignete Gegenstrategien für die Zukunft zu entwickeln. Da es in manischen Phasen vor allem darum geht, eine strukturierte Planung so weit als möglich aufrecht zu erhalten, ist auch das Erstellen von Wochenplänen, die den Tagesablauf umfassend beschreiben, eine nützliche Maßnahme, die den Erkrankten stabilisieren hilft.

Auch mit solchen "Hilfsmitteln" können Sie Ihren Heilungsprozess aktiv mitgestalten. Und haben so bei etwaigen erneuten Anzeichen von Depression oder Manie der Erkrankung etwas entgegenzusetzen. Gehen Sie außerdem in eine Selbsthilfegruppe für Depressive. Das unterstützt und begleitet Sie.

Angehörige und Freunde eines Depressiven haben es nicht leicht. Zum einen wollen sie dem Patienten helfen, wissen aber oft nicht, was sie tun sollen – ein Zustand, der schwächt, statt zu stärken, wie es in einer solchen Situation hilfreich wäre. Zum anderen sind nahe Verwandte und enge Freunde von der Krankheit auch unmittelbar mit betroffen: Es ist nicht schön, einen geliebten Menschen leiden zu sehen; trotzdem löst das Verhalten des Depressiven manchmal auch negative Gefühle aus.

Meist werden die negativen Gefühle unterdrückt. Die Angehörigen fühlen sich verpflichtet, stets stark und verständnisvoll zu sein. Weil das soziale Umfeld zusätzlich häufig zunehmend Aufgaben übernimmt, die der Depressive vor der Erkrankung erledigt hat, kommt es schnell zu einem für alle Beteiligten großen und kontraproduktiven Gefühl der Überlastung.

Wichtig:

  • Informieren Sie sich ausführlich über die Krankheit Depression. Das nimmt die Unsicherheit im Umgang mit der Krankheit.
  • Eigene Grenzen kennen: Haben Sie als Angehöriger realistische Erwartungen an sich selbst. Ihre Rolle ist wichtig, doch Sie können weder den Therapeuten ersetzen, noch zu jedem Zeitpunkt perfekt funktionieren.

Machen Sie sich auch Ihre negativen Gefühle gegenüber dem Erkrankten bewusst. Sie dürfen sie auch behutsam äußern. Lassen Sie ihren Aggressionen jedoch keinen freien Lauf. Es hilft, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Ihr Verwandter oder Freund sich nicht "absichtlich" so verhält, um Sie zu ärgern, sondern seine Verhaltensweisen Teil seiner Krankheit sind.

Suchen Sie sich Hilfe

Wer hilft? Damit Sie auch über längere Zeit die Energie haben, Ihrem Angehörigen oder Freund zur Seite zu stehen, müssen Sie die eigenen "Batterien" immer wieder aufladen. Scheuen Sie sich nicht, auch selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sie benötigen. Gute Ansprechpartner sind der behandelnde Arzt oder Selbsthilfegruppen wie der "Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker". Hier bekommen Sie zudem ausführliches Informationsmaterial.

Vermeiden Sie unbedingt Appelle wie "Nimm' dich mal zusammen". Solche Sätze verharmlosen die Depression und verstärken die Schuldgefühle des Erkrankten.

Hören Sie geduldig zu statt Ratschläge zu erteilen – auch, um zu merken, wann die Situation vor allem im Hinblick auf Suizidtendenzen kritisch wird und Sie Hilfe von außen brauchen.

Nehmen Sie Suizidgedanken, selbst zarte Andeutungen immer ernst. Hören Sie zu und versuchen Sie nicht, dem Depressiven diese Gedanken einfach nur auszureden. Suchen Sie offen und mitfühlend das Gespräch und zeigen Alternativen auf. Verständigen Sie in jedem Fall immer den behandelnden Arzt darüber. Hilfreich kann in einer akuten Situation das Abschließen eines "Nicht-Suizid-Vertrages" sein, in dem sich der Betroffene verpflichtet, sich nichts anzutun, bis er professionelle Hilfe bekommen hat. Der "Verband der Angehörigen psychisch Kranker" und die "Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention – Hilfe in Lebenskrisen e.V. (DGS)" geben Infoblätter zum Verhalten in akuten Krisensituationen heraus. Sobald die Krankheit abgeklungen ist, sollte man gemeinsam mit dem Betroffenen eine Liste mit Ansprechpartnern erstellen, die derjenige bei einem Rückfall zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen kann.

Sprechen Sie alle Gefühle offen und ohne Vorwürfe an und ermutigen Ihr Gegenüber zum Gespräch.

Zeigen Sie positive Perspektiven auf und vermitteln Sie Hoffnung im Hinblick auf eine Genesung.

Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger regelmäßig seine Medikamente einnimmt und zu den Therapiebehandlungen geht, ohne ihn dabei zu bevormunden. Arbeiten Sie lieber als Team zusammen.

Halten Sie eine Alltagsroutine mit geregeltem Tagesablauf aufrecht, um den Kranken, dem vielleicht schon das Aufstehen schwer fällt, darin zu unterstützen, zu einem solchen zurückzufinden. Auch eine vorsichtige Ermutigung zu Aktivitäten, wie zum Beispiel einem kleinen Spaziergang zu einer miteinander verabredeten Zeit, ist hilfreich. Aber überfordern Sie den Depressiven nicht. Als Faustregel gilt: Der Depressive bestimmt das für ihn erträgliche Maß.

Durch eine solche positiv unterstützende Haltung hat Ihr depressiver Verwandter oder Freund gute Chancen, die Depressionserkrankung zu überwinden.

Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf ist Arzt für Psychiatrie, Psychotherapie und für Psychosomatische Medizin. Er habilitierte sich 1989 an der Universität Ulm. Von April 1997 bis September 2016 war er Ärztlicher Direktor am Bezirkskrankenhaus Bayreuth und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des BKH Bayreuth. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind unter anderem Depressions- und Suizidforschung, klinische Psychophysiologie, Psychotherapie, Psychopharmakotherapie der Depression, Versorgungsforschung und Krankenhausentwicklung. Er war Mit-Begründer der ersten Spezialstation für depressiv Erkrankte ("Depressionsstation") in Deutschland, von denen es heute etwa 100 in Deutschland und der Schweiz gibt.