Dellwarzen (Mollusca contagiosa)

Dellwarzen weisen in der Mitte eine kleine Delle auf. Die Knötchen bilden sich meist von selbst wieder zurück, trotzdem empfiehlt sich ein Arztbesuch

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aktualisiert am 26.06.2017

Was sind Dellwarzen?

Dellwarzen sind gutartige Hautveränderungen, die vor allem bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Doch auch Erwachsene, besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, können Dellwarzen bekommen – ebenso wie Neurodermitis-Patienten. Ihren Namen hat diese Warzenform von der charakteristischen Delle erhalten, die sich inmitten des weißlich-gelblichen Knötchens befindet. Drückt man versehentlich auf die Warze, tritt eine weißliche, breiige Masse aus. Gelegentlich führen Dellwarzen zu Juckreiz, insbesondere bei Menschen mit trockener Haut.

Ursache von Dellwarzen sind bestimmte Viren, die sogenannten Molluscum contagiosum-Viren. Sie gehören zur Familie der Pockenviren, gelten aber als harmlos. Dellwarzen – auch als Mollusca contagiosa, Wasserwarzen oder Mollusken bezeichnet – kommen weltweit vor. Sie sind sehr ansteckend und werden durch direkten Hautkontakt, Geschlechtsverkehr oder eine Schmierinfektion übertragen. Dieser Begriff bedeutet, dass die Viren zum Beispiel über gemeinsam benutzte Handtücher, Kleidung oder Spielzeug auf die Haut gelangen.

Mollusken können an nahezu allen Körperstellen erscheinen. Bei Kindern finden sie sich jedoch bevorzugt im Gesicht, im Nacken, sowie an Armen und Händen. Bei Erwachsenen tauchen Dellwarzen eher im Intimbereich und am Bauch auf. Wer an den Hautveränderungen kratzt, kann die Viren verteilen, da die breiige Masse innerhalb der Mollusken neu gebildete Viruspartikel in großer Zahl enthält. Oftmals liegen dann mehrere Warzen nebeneinander vor, teilweise auch in einer Linie angeordnet.

Die Diagnose ist für den Arzt normalerweise unproblematisch, aufgrund des typischen Aussehens der Warzen.

Dellwarzen heilen meist nach einigen Monaten von selbst wieder ab. Manchmal verbleiben sie allerdings auch mehrere Jahre auf der Haut. Vor allem Menschen, die an HIV oder AIDS leiden, können von einer Vielzahl von Mollusken betroffen sein. Als Therapie setzen Ärzte im Normalfall die Kürettage ein. Dabei tragen sie die Warze mit einem speziellen scharfen Löffel ab. Vor allem bei Kindern wird davor eine lokal betäubende Creme aufgetragen, damit der kleine Patient beim Entfernen der Warze keine Schmerzen verspürt.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Dellwarzen werden durch das Molluscum contagiosum-Virus ausgelöst, welches zur Familie der Pockenviren zählt. Damit nehmen Dellwarzen unter den verschiedenen Arten von Viruswarzen eine Sonderstellung ein. Denn alle anderen Arten, zum Beispiel Feig- oder Dornwarzen, werden durch humane Papillomaviren (HPV) hervorgerufen.

Dellwarzen treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf. Aber auch Erwachsene, besonders Menschen mit einem eingeschränkten Immunsystem, können davon betroffen sein. Wird die Haut häufig aufgeweicht, beispielsweise durch Schwimmen oder Spülen, können Dellwarzenviren leichter in die Haut eindringen. Bei Menschen, die zu Neurodermitis neigen, ist nicht nur die Barrierefunktion der Haut gestört, es liegt auch noch eine lokale Abwehrschwäche vor. Deshalb haben die Viren bei Neurodermitikern besonders leichtes Spiel.

Warzenerreger sind sehr ansteckend und werden durch direkten Hautkontakt übertragen. Auch über Handtücher, Waschlappen oder Spielzeug können die Viren auf die Haut gelangen – sofern sich auf diesen das Molluscum contagiosum-Virus befindet. In diesem Fall handelt es sich um eine sogenannte Schmierinfektion. Erwachsene stecken sich auch beim Geschlechtsverkehr mit den Viren an. Daher treten die Warzen bei ihnen besonders häufig im Intimbereich oder am Unterbauch auf.

Dellwarzen-Viren dringen in die oberste Hautschicht (Epidermis) ein und vermehren sich in den dort befindlichen Zellen. Diese vergrößern sich dadurch und beginnen zu wuchern – eine Warze entsteht. Wer versucht, eine Molluske aufzukratzen, verteilt die Viren schnell mit seinen Fingern auf andere Hautbereiche, da die breiige Masse im Innern der Dellwarzen neu gebildete Viruspartikel in großer Zahl enthält. In der Folge können sich auch an anderen Körperstellen Dellwarzen bilden.

Dellwarzen jucken gelegentlich, rufen im Normalfall aber weder Schmerzen noch andere Symptome hervor. Sie sehen jedoch unschön aus und sind sehr ansteckend.

Eine Molluske ist wenige Millimeter groß und weist in der Mitte meist eine kleine Delle auf. Daher kommt auch der Name "Dellwarze". Das Hautknötchen sieht wachsartig, weißlich oder gelblich aus und hat in vielen Fällen eine glatte Oberfläche. Drückt man eine Dellwarze aus, entleert sich eine breiige Masse, welche die ansteckenden Viren enthält.

Die Hautveränderungen können an nahezu jeder Körperstelle vorkommen. Bei Kindern finden sich die Warzen jedoch bevorzugt im Gesicht, am Hals, sowie an Armen und Händen. Erwachsene stecken sich auch auf sexuellem Weg an, weshalb die Warzen bei ihnen besonders häufig im Intimbereich oder am Unterbauch auftreten.

Normalerweise bilden sich Dellwarzen eher einzeln. Wer aber an der Warze kratzt, kann die Viren am Körper verteilen. So bilden sich mehrere Mollusken nebeneinander, die häufig in einer Reihe angeordnet sind. Oder es entstehen plötzlich Dellwarzen an anderen Körperstellen.

Ist das Immunsystem beeinträchtigt – etwa durch eine HIV-Infektion oder Medikamente, die das Abwehrsystem unterdrücken (Immunsuppressiva) – können Dellwarzen in großer Anzahl auftreten und teilweise ineinander übergehen.

Die Hautknötchen verschwinden oft nach einigen Monaten von alleine wieder. Manchmal bilden sie sich aber auch erst nach Jahren zurück. Dellwarzen können zudem erneut auftreten (Rezidiv).

Um eine Dellwarze nachzuweisen, ist meist keine aufwändige Diagnostik notwendig. Der Hautarzt untersucht die betreffenden Hautstellen und kann – anhand ihres typischen Aussehens – leicht auf eine Dellwarze schließen. Ist er sich nicht sicher, dass es sich tatsächlich um eine Molluske handelt, kann der Dermatologe unter örtlicher Betäubung eine Hautprobe (Biopsie) entnehmen und sie unter dem Mikroskop feingeweblich untersuchen lassen.

Dellwarzen bilden sich üblicherweise innerhalb von einigen Monaten von selbst zurück. Manchmal kann es allerdings auch Jahre dauern, bis die Hautknötchen wieder verschwinden. Es besteht die Möglichkeit, einfach abzuwarten und die Warzen nicht zu behandeln.

Experten empfehlen jedoch, die Mollusken zu entfernen. Zum einen können sie kosmetisch sehr stören und den Warzenträger psychisch belasten. Zum anderen sind Dellwarzen ansteckend. Die Viren können gesunde Hautstellen befallen oder andere Menschen infizieren.

Der Hautarzt beseitigt die Dellwarze, indem er sie – nach Desinfektion der Haut – mit einem scharfen Löffel abschabt (Kürettage) oder mit Hilfe einer feinen Pinzette ausdrückt. Anschließend desinfiziert er das entsprechende Hautareal erneut, damit noch vorhandene Viren nicht auf andere Körperstellen gelangen und dort neue Warzen hervorrufen. Insbesondere bei Kindern wird vor der Behandlung eine örtlich betäubende Creme aufgetragen, damit das Entfernen der Warze keine Schmerzen bereitet. Die Creme muss mindestens eine Stunde lang unter einer Folie einwirken.

Alternativ zu obigen Methoden kann der Dermatologe die Warze mit flüssigem Stickstoff vereisen (Kryotherapie). Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Molluske mit einer Lösung selbst zu behandeln, die stark verdünnte Kalilauge (Kaliumhydroxid) enthält. Das Mittel wird zweimal täglich auf die einzelnen Warzen aufgetupft, bis sich diese entzünden. Anschließend heilen die Dellwarzen normalerweise vollständig ab.

Wer mit einem Menschen in Kontakt steht, der an Dellwarzen leidet, sollte die Warzen auf keinen Fall mit dem bloßen Finger berühren. Zudem gilt: Die breiige Masse in der Mitte des Knötchens nicht selbst ausdrücken. Denn die darin enthaltenen Viren können sonst auf andere Hautstellen übertragen werden und erneut Dellwarzen auslösen. Drückt hingegen der Hautarzt das Knötchen aus, ist dies hygienisch unbedenklich, da er die virushaltige Masse vollständig entfernt und anschließend das betroffene Hautareal sorgfältig desinfiziert.

Handtücher, Waschlappen, Bademäntel oder dergleichen sollten immer getrennt benutzt werden, da die Viren durch diese Gegenstände auf andere Menschen übertragen werden können.

Kondome bieten keinen hundertprozentigen Schutz vor Dellwarzen, empfehlen sich aber dennoch. Denn sie vermindern nicht nur das Risiko für Mollusken, sondern auch das für andere sexuell übertragbare Krankheiten, wie AIDS oder Syphilis.

Menschen, die zu Neurodermitis neigen, haben aufgrund der gestörten Barrierefunktion der Haut ein erhöhtes Risiko, an Dellwarzen zu erkranken. Daher sollten diese Menschen regelmäßig eine ausreichend fetthaltige Lotion oder Creme auf die Haut auftragen. So können sie ihre Hautbarriere stabilisieren und gleichzeitig Dellwarzen vorbeugen. Vorsicht: Sind bereits Dellwarzen entstanden, dann die betroffenen Hautareale nicht eincremen! Anderenfalls können die Warzenviren verschleppt werden.

Dr. med. Angela Unholzer ist Hautfachärztin mit den Zusatzbezeichnungen Allergologie und Dermatohistologie. Ihre Facharztweiterbildung absolvierte sie an der Dermatologischen Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie an der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Augsburg. An der letztgenannten Klinik leitete sie von 2006 bis 2012 als Funktionsoberärztin die Lichtabteilung, die dermatologische Tagesklinik und die allgemeindermatologische Ambulanz. Anschließend war sie in einer Praxis in der Nähe von Augsburg tätig. Seit 2014 ist sie in einer eigenen Praxis in Donauwörth niedergelassen.

Quellen:

- Altmeyer: Dermatologische Differenzialdiagnose, Springer-Verlag

- Moll: Dermatologie, Duale Reihe, Thieme Verlag, 7. Auflage

- Online-Informationen der U.S. National Library of Medicine (MedlinePlus)

- Hahn, Kaufmann: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer Verlag, 2008

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.