Syphilis (Lues)

Die Syphilis zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Ansteckung erfolgt meist beim Geschlechtsverkehr. Krankheitserreger ist das Bakterium Treponema pallidum. Mehr über Ursachen, Ansteckung, Symptome und Therapie

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aktualisiert am 26.06.2017

Die Syphilis (auch Lues oder Lues venera genannt) ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Dabei gelangt der Krankheitserreger – das Bakterium Treponema pallidum – über die Schleimhaut oder über kleine Hautrisse in den Körper. Syphilis zählt deshalb zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, wie beispielsweise Gonorrhö (Tripper) oder Genitalherpes.

Eine Ansteckung über Blutkontakte oder Bluttransfusionen ist möglich, kommt hierzulande aber sehr selten vor. Auch die Krankheitsübertragung von einer Schwangeren auf ihr ungeborenes Baby ist in Deutschland eher die Ausnahme. (Mehr dazu im Kapitel Ursachen und Ansteckung).

Syphilis kann heutzutage erfolgreich behandelt werden. Deshalb ist die Krankheit etwas in Vergessenheit geraten. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie noch immer weltweit verbreitet ist, und dass die Zahlen in den letzten Jahrzehnten sogar wieder angestiegen sind. In Deutschland wurden im Jahr 2014 mehr als 5.700 Erkrankungen registriert, 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Männer sind häufiger betroffen, insbesondere, wenn sie Sex mit Männern haben.

Symptome bei Syphilis

Beschwerden treten nur bei jeder zweiten Syphilis-Infektion auf. Im typischen Fall entsteht dann an der Eintrittspforte des Erregers – also beispielsweise am Penis oder an der Scheide – ein schmerzloses Geschwür mit hartem Rand (harter Schanker, Ulkus durum). Etwas später schwellen die benachbarten Lymphknoten an. Im weiteren Verlauf breitet sich Treponema pallidum über den Blut- oder Lymphweg im ganzen Körper aus. Dann kommen Hautausschläge, Fieber, Haarausfall und viele weitere Symptome vor. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie entweder ausheilen – oder über Jahre anhalten, zum Teil auch ohne Symptome zu verursachen. Noch nach Jahrzehnten können schwere Organschäden auftreten. Die gefürchtete Neurosyphilis zerstört Gehirn und Rückenmark. (Mehr dazu im Kapitel Symptome).

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die Symptome deuten oft schon auf die Krankheit hin. Bestimmte Blutuntersuchungen oder der Erregernachweis sichern die Diagnose. Die Krankheit ist meldepflichtig. Das bedeutet: Der Laborarzt, der anhand von Proben eine behandlungsbedürftige Syphilis feststellt, meldet den Krankheitsfall ohne Angabe des Patientennamens an das Robert Koch-Institut. Diese Einrichtung erforscht und überwacht in Deutschland Infektionskrankheiten. Der behandelnde Arzt liefert ergänzende Angaben, zum Beispiel zum vermuteten Infektionsweg.

Therapie der Syphilis

Gegen Syphilis hilft das Antibiotikum Penicillin. Bei Penicillinallergie kann der Arzt ersatzweise andere Antibiotika verschreiben. Wichtig ist es, dass der Erkrankte seinen Partner informiert, dass er sich angesteckt haben könnte und sich vielleicht ebenfalls behandeln lassen muss. Liegt die Infektion schon länger zurück, sollten unbedingt auch frühere Partner auf ein mögliches Ansteckungsrisiko hingewiesen werden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Auslöser der Syphilis ist ein spiralförmiges Bakterium – Treponema pallidum. Es gehört zur Familie der Spirochäten. Nach der Übertragung vermehrt es sich im Körper. Außerhalb des Körpers überlebt es nur kurz.

Die meisten Betroffenen stecken sich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an – also Sex ohne Kondom. Hierzu zählt auch Oralverkehr (Sex mit dem Mund). Treponema pallidum gelangt dabei über die intakte Schleimhaut oder kleine Hautrisse in den Organismus. Die Wahrscheinlichkeit, sich beim Sex mit einem Syphilis-Infizierten anzustecken, liegt bei durchschnittlich 40 bis 60 Prozent.

Sehr ansteckend sind Syphilis-Infizierte in der ersten Phase der Erkrankung, wenn sich bei ihnen ein Geschwür gebildet hat (siehe Kapitel Symptome). Denn die Hautveränderung ist hochinfektiös. Über den Kontakt mit der Hautstelle können die Bakterien weitergegeben werden. Deshalb schützt auch der Gebrauch von Kondomen nicht zu hundert Prozent vor Lues. Denn die Hauterscheinung bildet sich nicht immer am Penis, sondern kann sich genauso am After, an den Schamlippen, in der Scheide oder im Mund befinden – je nach Sexualpraktik.

Ansteckend bleiben Patienten ohne ausreichende Therapie auch im weiteren Verlauf der Erkrankung – mitunter viele Jahre lang.

Nach einer durchgemachten Lues ist der Körper nicht etwa immun gegen den Syphilis-Erreger. Eine erneute Ansteckung ist also immer möglich.

Ansteckung durch Blutkontakt

Sehr selten wird die Syphilis über Bluttransfusionen übertragen. In Deutschland ist dank gründlicher Tests von Blutspenden seit über 20 Jahren kein solcher Fall gemeldet worden. Ebenfalls theoretisch denkbar, aber wohl sehr selten, ist die Syphilis-Ansteckung durch andere Blutkontakte – zum Beispiel über eine verunreinigte Nadel beim Drogenkonsum.

Übertragung in der Schwangerschaft

Ist eine Schwangere an Syphilis erkrankt, kann sie die Infektion an ihr ungeborenes Baby weitergeben. Die Syphilis-Infektion in der Schwangerschaft gefährdet das ungeborene Kind: Es kann sogar zu einer Fehlgeburt kommen. Oder das Ungeborene kommt mit Syphilis zur Welt. Von dieser Lues connata gibt es zwei Formen:

  • Die Lues connata präcox betrifft Neugeborene und Säuglinge. Rund die Hälfte der mit Syphilis infizierten Kinder ist bei der Geburt unauffällig. Einige hingegen leiden unter unterschiedlichen Symptomen wie Atemnot, Wassereinlagerung (Ödeme), Leber- und Milzschwellung, Untergewicht, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlägen.
  • Die Lues connata tarda tritt später, in den ersten Lebensmonaten, selten im Kleinkindalter, als Folge der Syphilis-Infektion während der Schwangerschaft der Mutter auf. Die Kinder leiden unter zahlreichen Beschwerden, zum Beispiel Knochenveränderungen an Gaumen, Stirn und Nase (Sattelnase), blutigem Schnupfen, Fieber, Hautausschlag, Knieproblemen, Taubheit und Krampfanfällen.


Zum Glück sind Syphilis-Erkankungen bei Babys und Kindern in Deutschland sehr selten geworden. Denn im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungen wird routinemäßig überprüft, ob die Mutter (womöglich ohne es zu wissen) an Syphilis erkrankt ist. So kann eine rechtzeitige Therapie erfolgen.

Syphilis verläuft im typischen Fall in drei bis vier verschiedenen Phasen, sogenannten Stadien. Jedes Stadium macht sich mit anderen Beschwerden bemerkbar (siehe weiter unten).

Allerdings kann der individuelle Fall deutlich von diesem typischen "Muster" abweichen. Nicht immer folgen alle Stadien aufeinander. Auch die Symptome können stark variieren. Eine Lues bleibt manchmal auch unbemerkt. Wenn gleichzeitig eine HIV-Infektion vorliegt, verläuft eine Syphilis oft untypisch. Es können mehrere Stadien gleichzeitig auftreten, insbesondere eine Beteiligung des zentralen Nervensystems muss ausgeschlossen werden.

Primärstadium (Lues I)

Die Zeit zwischen der Ansteckung mit dem Syphilis-Erreger und dem Auftreten erster Symptome beträgt meistens zwischen zwei und drei Wochen (im Extremfall zwischen 10 bis 90 Tage). An der Stelle, an der das Bakterium in den Körper gelangt ist, entsteht ein kleiner, hirsekorngroßer, dunkelroter Knoten oder Fleck. Da die Syphilis meistens beim Geschlechtsverkehr übertragen wird, findet sich die Hautveränderung entsprechend oft am Penis, an den Schamlippen, in der Scheide oder am After. Es können aber genauso gut auch andere Körperstellen betroffen sein wie Mund oder Brüste. Aus dem roten Fleck entsteht ein scharf begrenztes, nässendes Geschwür. Der Grund kann gelblich belegt aussehen. Die Stelle ist von einem harten Randwall umgeben. Die Hautveränderung wird daher auch harter Schanker (Ulkus durum) genannt. Sie ist hochinfektiös. Schmerzhaft ist die Hauterscheinung meistens nicht. Es können auch gleichzeitig mehrere Geschwüre auftreten.

In den folgenden Wochen schwellen die benachbarten Lymphknoten (also zum Beispiel die Leistenlymphknoten) an. Üblicherweise verschwinden diese Krankheitszeichen nach einigen Wochen von alleine wieder.

Sekundärstadium (Lues II)

Nach etwa zwei bis drei Monaten streut der Erreger über den Blut- oder Lymphweg in den ganzen Körper. Damit beginnt das Sekundärstadium der Syphilis. Die Beschwerden sind vielfältig: Mögliche Symptome sind Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen. Dazu kommen Lymphknotenschwellungen am ganzen Körper, insbesondere an Hals und Achseln.

Verschiedene Hautveränderungen können auftreten: Ein fleckiger, meistens nicht-juckender Hautausschlag breitet sich vor allem am Körperstamm aus. Betroffen sind typischerweise auch Handflächen und Fußsohlen. Aus den Flecken werden allmählich bräunlich-rote Knötchen, die manchmal schuppen oder nässen. Sie enthalten Krankheitserreger, sind also potenziell infektiös. Besonders breite Knötchen entstehen oft im Genital- oder Analabereich. Sie werden Condyloma lata genannt.

Manche Patienten leiden außerdem unter einem mottenfraßähnlichen Haarausfall. Weitere mögliche Symptome sind Veränderungen an der Mundschleimhaut: So kann sich die Schleimhaut stellenweise verdicken. Mandeln und Rachen sind eventuell gerötet.

Die Beschwerden sind mehr oder weniger stark ausgeprägt, flammen manchmal immer wieder erneut auf. Meistens verschwinden sie Symptome nach etwa einem Jahr. Die Krankheit kann aber "versteckt" weiter bestehen (latente = versteckte Syphilis, Lues latens).

Tertiärstadium (Lues III)

Etwa ein Viertel aller unbehandelten Syphilis-Infektionen geht in das Tertiärstadium über. Unter Umständen passiert das aber erst Jahrzehnte nach der Infektion mit Treponema pallidum. Alle Gewebe und Organe des Körpers können dann befallen sein. Auf der Haut entstehen knotige Veränderungen. In Organen und im Gewebe, zum Beispiel an Nase oder Zunge, bilden sich geschwürige Knoten (Gummen), die manchmal zur Hautoberfläche hin aufbrechen und Sekret absondern. Syphilis schädigt oft auch die Wände der großen Blutgefäße, so dass die Durchblutung gestört wird. An der Hauptschlagader (Aorta) kann sich eine gefährliche Aussackung, ein Aorten-Aneurysma bilden. Reißt die Aussackung, droht eine starke, lebensgefährliche innere Blutung. Lues kann außerdem dazu führen, dass die Herzklappen undicht werden (Herzklappen-Insuffizienz). Eine Augenbeteiligung mit Entzündung des Sehnerven (Optikusneuritis) oder der Regenbogenhaut (Iritis) führt zu Sehstörungen und kann ein Hinweis für eine Beteiligung des zentralen Nervensystems sein.

Quartärstadium / Metasyphilis

Nach vielen Jahren führt eine unbehandelte Syphilis unter Umständen zu Schäden am Rückenmark. Mögliche Symptome sind: "lanzinierende", also lanzenstichartige Schmerzen in Bauch und Beinen, Gangunsicherheiten, Gefühlsstörungen, Störungen der Blasen- und Darmfunktion und Lähmungen. Diese Symptome werden unter der Bezeichnung Tabes dorsalis zusammengefasst.

Schäden am Gehirn führen zu psychischen Auffälligkeiten wie Wahnideen und Halluzinationen, außerdem zu einem geistigen Abbau bis hin zur Demenz. Diese Krankheitserscheinungen heißen progressive Paralyse (fortschreitende Lähmung). Diese späten Folgen der unbehandelten Syphilis können zum Tod führen.

Neurosyphilis

Sobald sich die Bakterien im Körper ausbreiten – also sobald das Sekundärstadium erreicht ist – können sie auch immer das zentrale Nervensystems (ZNS) befallen. Ärzte sprechen dann von einer Neurosyphilis. Die Krankheitszeichen sind vielfältig: Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Hör- und Sehstörungen oder Lähmungen kommen vor. Manchmal bleibt die Neurosyphilis auch lange symptomlos und ist nur anhand von Laboruntersuchungen feststellbar (siehe Kapitel Diagnose).

Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt. Er kann zu einem Spezialisten für Geschlechtskrankheiten überweisen. Üblicherweise ist das der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Facharzt für Dermatologie und Venerologie). Der Arzt wird sich zunächst nach den Symptomen und der Krankheitsgeschichte des Patienten erkundigen und ihn körperlich untersuchen.

Manchmal lassen typische Hautveränderungen (siehe Kapitel Symptome) bereits an eine Lues denken. Der Arzt kann dann versuchen, etwas Sekret aus der nässenden Hautstelle zu quetschen und die Probe unter dem Mikroskop (im Dunkelfeld) zu untersuchen. Sind in der Flüssigkeit Syphilis-Erreger erkennbar, dann ist die Diagnose gesichert.

Blutuntersuchungen sind eine gute Möglichkeit, eine Syphilis festzustellen: Dabei wird überprüft, ob der Körper bereits bestimmte Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Krankheitserreger gebildet hat – ein indirektes Zeichen, dass das Bakterium Treponema pallidum irgendwann in den Körper gelangt sein muss. Üblicherweise wird zunächst ein Suchtest gemacht. Unterschiedliche kommen dafür infrage, zum Beispiel

  • der TPPA-Test (Treponema-pallidum-Partikelagglutinationstest) oder
  • der TPHA-Test (Treponema-pallidum-Hämagglutinationstest)

Sollte das Ergebnis auf eine Syphilis hindeuten, dann folgt zur Absicherung der Diagnose ein Bestätigungstest (zum Beispiel FTA abs oder Immunoblot). Unauffällige Ergebnisse sind erst frühestens zwei bis drei Wochen nach der möglichen Infektion aussagekräftig. Wenn die Testergebnisse also keine Syphilis anzeigen, aber trotzdem der Verdacht auf eine Syphilisinfektion besteht, sollten die Untersuchungen nach einiger Zeit wiederholt werden.

Deuten die Tests auf eine Syphilis hin, heißt das noch nicht, dass die Krankheit aktiv ist und behandelt werden muss. Es könnte sich um eine lange zurückliegende, längst ausgeheilte Infektion handeln. Um das zu beurteilen, kann der Arzt weitere Blutuntersuchungen vornehmen – zum Beispiel Tests auf unspezifische Antikörper (VDRL, RPR, Cardiolipin-Antikörper) oder IgM-Antikörper. Bei der Syphilis sind sie gut geeignet, die Krankheitsaktivität einzuschätzen.

Ob das zentrale Nervensystem bereits befallen ist, zeigt die Untersuchung von Nervenwasser (Liquor). Mit Hilfe einer feinen Nadel und unter örtlicher Betäubung kann der Arzt etwas Liquor aus dem Rückenmarkskanal entnehmen (Liquorpunktion). In dieser Flüssigkeit können Entzündungszeichen und Antikörper gegen den Lues-Erreger nachweisbar sein.

Wer an Syphilis erkrankt ist, hat womöglich noch weitere Geschlechtskrankheiten. Deshalb sollten andere Krankheiten (wie zum Beispiel Gonorrhö, Chlamydien, Hepatitis) ausgeschlossen werden. Auch ein Test auf HIV ("Aids-Test") wird dringend empfohlen. Das Ansteckungsrisiko für HIV ist bei einer Lues deutlich erhöht.

Syphilis lässt sich erfolgreich mit Penicillin behandeln, einem der ältesten bekannten Antibiotika. Obwohl der Wirkstoff bereits seit vielen Jahrzehnten verschrieben wird, hat er seine Schlagkraft gegenüber dem Syphilis-Erreger noch nicht verloren. Treponema pallidum reagiert noch immer empfindlich auf das Antibiotikum. Besteht eine Allergie gegen Penicillin, kann der Arzt auf andere Antibiotika zurückgreifen.

Das Penicillin wird meistens in den Gesäßmuskel gespritzt oder als Infusion verschrieben. Das Antibiotikum bremst die Vermehrung der Bakterien. Dosierung und die Dauer der Therapie richten sich nach dem Krankheitsstadium und der Krankheitsaktivität. Hier unterscheiden Ärzte ein Frühstadium (bis zu einem Jahr nach der Infektion): Hier ist eine einmalige Injektion von je 1,2 Mio i.E. je Seite ausreichend. Bei allen Infektionen, die länger als ein Jahr zurückliegen (Spätstadium), sollte eine Neurosyphilis ausgeschlossen werden (siehe Kapitel Symptome). Die Penicillininjektionen müssen nach 8 und 15 Tagen wiederholt werden. Beim Tertiärstadium oder der Neurosyphilis ist eine intensivere Behandlung (meist im Krankenhaus) mit höheren Dosen und über 21 Tage erforderlich.

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

In seltenen Fällen bereitet der rasche Zerfall der Syphilis-Erreger unter der Penicillin-Behandlung Probleme. Es kommt dann zu einer schweren Allgemeinreaktion. Diese sogenannte Jarisch-Herxheimer-Reaktion äußert sich mit Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Blutdruckabfall. Der Arzt kann sie mit Kortison behandeln. Gegebenenfalls kann man auch schon vorbeugend Kortison geben.

Syphilis? Partner informieren

Wer an Syphilis erkrankt ist, läuft Gefahr, seinen Geschlechtspartner anzustecken. Dieses Risiko sollte nach Möglichkeit minimiert werden, bis die Therapie nachweislich greift (zum Beispiel durch den Gebrauch von Kondomen). Ein gemeinsamer Gebrauch von Zahnbürsten und Rasierern sollte vermieden werden. Betroffene sollten außerdem alle Partner der letzten 90 Tage vor Krankheitsbeginn informieren, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben könnten und eine Therapie brauchen. Liegt die Infektion schon länger zurück, können sogar alle Partner der vergangenen Jahre betroffen sein.

Dr. Anja Potthoff ist Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Seit 2004 arbeitet sie in der Interdisziplinären Immunologischen Ambulanz des St. Josef Hospitals, Ruhr-Universität Bochum. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind die HIV- Infektion und Geschlechtskrankheiten.

Wichtiger Hinweis:
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